Bilder zum Bericht

Das Atomium

Hospital St. pierre

Bruges

Basilique de Koekelberg

Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

07/08 SS

Universität

BE-BRUXEL04
Bruxelles - Université Libre de Bruxelles

Studienfach

Humanmedizin (4000)

Gesamteindruck

Das Praktikum in Bruxelles war eine einmalige Gelegenheit, schon im vierten Jahr viel Praxiserfahrungen zu machen. Entgegen unserem System haben die Belgier schon vom 3. Jahr an fast nur noch Praktikas (ähnlich unseren UHU-Stellen). Man darf/muss sehr viel alleine machen und lernt dadurch auch enorm viel. Der einzige negative Punkt ist der, dass man manchmal etwas ins kalte Wasser geworfen wird. Insbesondere in der Maternité hat die eine Assistenzärztin kaum Zeit, einem zu helfen und man muss sich selber um ca. 20 Patientinnen kümmern, was man aber mit Hilfe der Krankenschwestern und der anderen Studenten (welche ja einiges erfahrener sind) schon meistern kann, wenn man gewillt ist, es zu meistern.

Ansonsten darf man extrem viel Praktisches selber machen... Vom simplen Zunähen bis zu Lumbalpunktionen oder der Kameraführung bei einer Laparoskopie konnte ich fast alles machen. Wobei man aber auch sehr viel arbeiten muss... Sprich: Eintrittsberichte, Eintrittsstatus, Verlaufsstatus, Medis kontrollieren etc. Je nach Station muss man das ganz alleine machen oder man wird noch von einem Assistenzarzt kurz kontrolliert.

Die Möglichkeit / Verpflichtung auch Gardes also bereitschaftsdienste zu machen ist extrem spannend und interessant. Man lernt extrem viel und darf (im Fall der Pädiatrie) auch selber Patienten untersuchen, abfragen etc. und der Assistenzarzt gibt dann (im Fall einer richtigen Diagnose) nur noch das ok! Das macht extrem viel Spass und fordert!

Vorbereitung

Da ich ca. 3 Tage nach meiner Prüfung in Zürich abgereist bin, blieb mir leider nicht viel Zeit, mich vorzubereiten. Ich habe versucht, einige fachspezifishe Begriffe zu lernen, was jedoch ziemlich nutzlos war, da in Belgien fast alle Begriffe abgekürt werden.

Hier als kleine Anfangshilfe ein Normalstatus:

BEG, BOTE, NH20, Ncol, eupnéique au repos

{Bon etat general, bonne orientation dans temps et espace, Normohydratee, Normocoloree,...}

T/C: Pupiles: L+M+N-A+
{Tete/Cou: Pupilles: Reaction a la lumiere, Motricitee, Nystagme, Accomodation.}
pas d'ADP  {adenopathie}
Carotides: P+/+, S-/- {pulsatils, souffle}
JNT {jugulaires non turgescents}

Thorax:
Co: B1B2 rég. pas de S
{Coeur: Bruit1 et Bruit2 regulaires, pas de souffle}
Po: MVS clair, pas de BA, Percussion sonore
{Poumons: murmurs vesiculairs symmetriques, pas de bruits d'adventice}

Abdo: SDP+I, PCL -/-,
{souple, doux, peristaltisme+, indolore; point costo vertebral -/-}

MI: OMI-/-, Mollets souples, Homans -/-, PPP
(oedemes des membres inferieures -/-, ..., pouls peripheriques palpables}

Ankunft

Ich bin circa eine Woche vorBeginn meines ersten Praktikums angereist, damit ich Zeit hatte, Brüssel etwas kennenzulernen. Dies war bestimmt eine gute Idee, da ich so auch schon wusste, wo sich was befindet in der Stadt; Einkaufsmöglichkeiten, Kinos, Spitäler etc...

Zimmersuche
Wohnen

Hierbei hatte ich Glück, da ich über fünf Ecken jemanden kannte, der in Brüssel studiert. So habe ich relativ schnell ein günstiges Zimmer in einem Kot (Studentenheim) gefunden. Es war möbliert und kostete 220 Eu/Mt. inkl. Relativ zentral gelegen und sehr gemütlich. Die Vermieter waren nicht gerade die korrektesten Personen, doch alles in allem war es sehr interessant in einem grossen Haus mit 14 Bewohnern zu hausen, da man so auch andere Leute kennenlernen konnte, aus allen möglichen Ländern (wobei die meisten flämischsprechende Belgier waren).

Mit der Miete hatte ich auch ziemlich Glück, da die Wohnungen in Brüssel ansonsten ziemlich teuer sind. Will man in einer normalen WG wohnen, muss man schon fast mit 350Eu/Mt. rechnen. 

Universität

ULB: Université Libre de Bruxelles,

Man muss immer ein wenig nachhaken, damit die Dinge auch wirklich erledigt werden. Dies ist allerdings in ganz Brüssel der Fall. Somit gewöhnt man sich daran und man darf sich dafür auch selber mit gewissen Fristen verspäten. Es ist nun mal eine etwas andere Einstellung zur Bürokratie was nicht unbedingt heissen muss, das dies schlecht ist! Ich habe mich schnell daran gewöhnt und mich selten darüber aufgeregt. Andere Studenten haben es schlimmer empfunden.

Leben/Freizeit

Das Praktikum im Spital kann einen schon ziemlich beschäftigen - je nach dem auf welcher Station man gerade ist. In der Chirurgie sind 12 Stunden-Schichten ohne Pause durchaus normal. Dass man in der Pädiatrie manchmal auch wochenends arbeiten muss ist auch normal. Somit bleibt die rare Freizeit auch ganz gemütlichen Dingen zu widmen wie Kino etc. Ohnehin hat Brüssel sehr viel kulturell zu Bieten. Von Gratiskonzerten über ein breit gefächertes Kinoprogramm etc. Da könnte sich Zürich noch was abgucken von den Belgiern.

Ansonsten kann man relativ kostengünstig mit Studenten-Sonder-Zugabos das Land erkunden oder einfach mal zu Hause mit den Mitbewohnern plaudern.

An den Möglichkeiten mangelt es bei einem ERASMUS-Austausch glaube ich selten!