Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

07/08 SS

Universität

DE-BERLIN13
Berlin - Humboldt-Universität zu Berlin

Studienfach

Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft (7360)

Gesamteindruck

Meine Entscheidung, ein Austauschsemester in Berlin zu absolvieren war eine gute Entscheidung und in den letzten Monaten habe ich sehr viel gesehen, gelernt und erlebt. Berlin ist eine tolle Stadt! Ich habe mich hier generell sehr wohl gefühlt. An der Humboldt-Universität fand ich mich ebenfalls schnell zurecht und ich konnte in der ganzen Zeit auch akademisch viel profitieren. Die Tatsache schliesslich, dass ich hier bereits einige Leute kannte und auch während meines Aufenthaltes neue Bekanntschaften knüpfte hat sicher auch einen gewichtigen Teil dazu beigetragen, dass ich die Zeit hier in guter Erinnerung behalten werde. Berlin ist für mich ganz bestimmt eine Stadt, in der es sich leben lassen kann!

Vorbereitung

Der administrative Aufwand insgesamt hielt sich meiner Meinung nach stets in einem gut zumutbaren Bereich. Ende Februar, also einen knappen Monat vor meiner Abreise, legte ich mit den Vertretern meiner jeweiligen Studienfachgebiete provisorisch meine Berliner Studienleistungen und die Anrechenbarkeiten fest. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Informationen der HU erhalten und setzte mich direkt mit der entsprechenden Sachbearbeiterin der HU in Kontakt. Diese versicherte mir, dass meine Anmeldung vor Ort vorliege, meinte aber gleichzeitig, dass wohl die Postsendung mit den Informationen irgendwie untergegangen sei und versprach mir, die Sachen gleich per Post nachzusenden. Diese versprochenen Unterlagen sind aller-digs nie bei mir angekommen.

Ankunft

Ich kam bereits drei Wochen vor Semesterbeginn in Berlin an und hatte so genug Zeit, die Stadt zu besichtigen und mich einzuleben. Die Immatrikulation gestaltete sich ungefähr in der Art, wie ich das erwartet hatte. Es erforderte einige Zeit und auch etwas Geduld bis die ganzen bürokratischen Formalitäten erledigt waren, an sich war der ganze Ablauf aber gut organisiert und gut zu bewältigen. Etwas kompliziert gestaltete sich einzig die Anmeldung meiner Studienfächer und des Studiengangs, was mit der momentanen europaweiten Umstellung der Studiengänge zusammenhängt. Sobald ich aber erwähnte, dass ich noch im Liz- beziehungsweise im Magisterstudiengang studiere, war interessanterweise generell stets ein spürbares Aufatmen meines jeweiligen Gegenübers zu vermerken, was wiederum in einem unkomplizierteren Umgang mit meinem Anliegen resultierte. Nach der Immatrikulation wurden alle internationalen Studierenden mittels einer offiziellen Rede willkommen geheissen und über verschiedene Angebote und Veranstaltungen informiert. Abschliessend führten uns Studierende durch das Universitätsgelände und zeigten die jeweiligen relevanten Institutsgebäude.
In der Woche vor dem offiziellen Semesterbeginn führte der „Internationale Club“ kostenlose Führungen in verschiedenen Bibliotheken und anderen universitären Institutionen durch, wovon ich ebenfalls verschiedentlich Gebrauch machte.  

Zimmersuche
Wohnen

Da mein Freund ebenfalls zur gleichen Zeit einen Studienaufenthalt in Berlin absolvierte, wollten wie gemeinsam eine Wohnung suchen. Wir hatten Glück und die Suche gestaltete sich einfach und unkompliziert: Für unsere WG-Zimmer in der Schweiz suchten wir für die Dauer unseres Aufenthaltes Zwischenmieter, wozu wir im Internet ein Inserat aufgaben. Bald meldete sich eine Frau, die zufälligerweise in Berlin wohnte. Nach ihrer Beschreibung der Wohnung und einem gegenseitigen Kennenlernen in der Schweiz war entschieden, dass wir ihre Zweizimmerwohnung mieten wollten und konnten. Diese zufällige Begebenheit hat sich als Glücksfall herausgestellt: Die Altbau-Wohnung war im Quartier Prenzlauer Berg sehr gut gelegen (15 min mit Fahrrad zur Uni), sie war gemütlich, ruhig und es war alles vorhanden, was man brauchte.

Universität

Ich habe mich an der HU schnell und gut zurechtgefunden und auch zügig eingelebt. Dies hing sicherlich damit zusammen, dass die hiesigen Strukturen und die Veranstaltungsgestaltung denen in Zürich sehr ähnlich sind. Ganz allgemein konnte ich vom Angebot der HU sehr profitieren. Sowohl in der Germanistik als auch in der Europäischen Ethnologie war das Veranstaltungsangebot gross, interessant und attraktiv. So besuchte ich neben meinen Pflichtveranstaltungen verschiedene Vorlesungen und auch zwei Seminare als Hörerin. Das Niveau in den einzelnen Veranstaltungen war unterschiedlich und wohl sicher Dozenten-, Teilnehmer- und insgesamt Veranstaltungsabhängig. Im Unterschied zur Uni Zürich konnte ich in den Seminaren hier aber eine intensivere Diskussionsbeteiligung und eine grössere Redebereitschaft der Studierenden feststellen. Aus verschiedenen Erzählungen und Berichten machte ich mich auf überfüllte Seminare mit grossen Teilnehmerzahlen gefasst. Diese Erwartung erfüllte sich glücklicherweise nicht. Die Seminargrössen bewegten sich zwischen 20 bis ca. 40 Teilnehmenden, was der Situation in Zürich entspricht.

Leben/Freizeit

Berlin bietet unzählige Freizeitmöglichkeiten. Ich habe versucht, von diesem tollen Angebot Berlins möglichst intensiv Gebrauch zu machen und war entsprechend oft im Theater, im Kino, auf Konzerten, in Museen, in Kneipen, Essen usw. Häufig konnte ich von Studentenpreisen profitieren und das Preisniveau ist im Allgemeinen spürbar viel tiefer als in der Schweiz. Da das Wetter häufig sehr schön war, konnte ich oft auch in den umliegenden, stadtnahen Seen schwimmen gehen oder in einem der vielen Parkanlagen ein Buch lesen.