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Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

07/08 SS

Universität

SE-OREBRO01
Örebro - Örebro University

Studienfach

Sonderpädagogik (7221)

Gesamteindruck

Insgesamt bin ich sehr froh, mich für ein Auslandssemster in Schweden entschieden zu haben. Sowohl auf fachlicher, als auch auf privater Ebene habe ich viele tolle Erfahrungen gemacht. Da ich erst im 8. Semester nach Örebro gegangen bin, musste ich nicht mehr so viele Kurse besuchen und konnte viel Reisen und habe mir nebenbei verschiedene schwedische Schulen (ich studiere Sonderpädagogik und Pädagogik) angekuckt und auch kurze Praktika gemacht. Altersmässig habe ich mit 24 Jahren ganz klar zu den älteren AustauschstudentInnen gehört. Im Nachhinein kann ich sehr empfehlen den Austausch im Frühjahrssemester zu machen, weil es in dieser Zeit mit der Helligkeit wieder bergauf geht (im Januar war es morgens gegen 9 Uhr hell, um 15 Uhr wieder dunkel. Im Juni wird es dagegen kaum noch dunkel nachts) Grundsätzlich habe ich vorher gedacht, dass ich mehr mit Einheimischen in Kontakt kommen werde und somit auch mein Schwedisch besser wird. Vor Ort war es dann allerdings doch eher so, dass ich sehr viel mit den anderen AustauschstudentInnen gemacht habe und ein Grossteil von uns die Schweden oft als eher verschlossenes Volk wahrgenommen hat. Mein Schwedisch ist vor allem während meiner Schulpraktika mit den SchülerInnen in den Einsatz gekommen, ansonsten war das Auslandsemester eine sehr gute Übung fürs Englisch.

Vorbereitung

Verglichen mit den Erzählungen von Freunden, die ebenfalls ein Auslandssemster gemacht haben, empfand ich den Aufwand zur Vorbereitung meiner Schwedenzeit absolut machbar. Der Papierkram für beide Unis war im Rahmen und ich habe vorher an der Uni Zürich einen Schwedischkurs und zwei Englischkurse gemacht. Das Kursangebot der Uni Örebro wird einem rechtzeitig zugeschickt, so dass man seinen Stundenplan für das Auslandsemester bereits in der Schweiz planen kann. Als EU-Bürgerin musste ich kein Visum für Schweden beantragen - als Schweizer/ Schweizerin muss das allerdings vor dem Auslandsaufenthalt gemacht werden.

Ankunft

Aufgrund der wirklich genialen Vorbereitung und Organisation des International Office/ Fadderiet der Uni Örebro, verlief die Ankunft in Schweden sehr gut.
Wir hatten bereits im Vorfeld angegeben, wann wir ca. ankommen würden und hatten eine Telefonnummer bekommen, falls sich etwas verschieben würde bzw wir Probleme mit der Fahrt innerhalb Schwedens hätten.
Wir wurden alle am Bahnhof in Örebro abgeholt und dann direkt in die Uni gebracht, wo wir unsere Zimmerschlüssel, Fahrräder, SIM- Karten, Matratze&Decke&Kissen, ...ausgehändigt bekamen. Von dort aus sind wir bis vor unsere Haustüren gebracht worden.
Während des Ankunftswochenendes und die ganze darauf folgende erste Woche in Schweden gab es sowohl tagsüber als auch abends ein Programm für uns (Orientation Week) mit Uni- und Stadtbesichtigung, Bowlen, Hilfe bei der Kontoeröffnung, gemeinsame Essen und ein Trip raus aufs Land mit Übernachtung in Hütten am See, uvm. Diese Woche war sehr hilfreich, um alle und alles ein bisschen kennen zu lernen und erste Kontakte zu knüpfen. Ich kann nur empfehlen daran teilzunehmen!

Zimmersuche
Wohnen

Für mich war es eine grosse Erleichterung, dass die Uni Örebro (International Office) sich im Vorherein um unsere Zimmer gekümmert hat und wir direkt nach unserer Ankunft dort einziehen konnten. Wir sind auf die drei vorhandenen Wohnmöglichkeiten verteilt worden (Studentgatan= dirket am Campus; Tybble= 1km vom Campus entfernt; Brickebacken= 2,5km enfernt vom Campus). Studentgatan und Tybble sind Wohnblocks mit 6 Korridoren. Von jedem Korridor gehen 6 Zimmer mit jeweils eigenem Bad ab, die Küche wird mit allen 6 KorridorbewohnerInnen geteilt. In Brickebacken gibt es 3er WG's (nach Geschlecht getrennt und bewohnt von Schweden bzw. anderen Austauschstudenten), in denen man Küche und Bad teilt. Ich habe ein Zimmer in Brickebacken zugeteilt bekommen (25qm, Parkettboden und eigener Balkon) und mich dort sehr wohl gefühlt. Dies mag zum Einen daran gelegen haben, dass sehr viele AustauschstudentInnen, die mit mir das Semester in Schweden verbracht haben, auch dort gewohnt haben (man also eigentlich nie alleine nach hause fahren musste und sich gut spontan treffen konnte). Zum Anderen hat mir das WG-Leben besser gefallen, als die eher unpersönlichen Korridore - allerdings kann man natürlich auch da Glück und Pech mit den MitbewohnerInnen haben.

Universität

Die Uni in Örebro ist in Campusform aufgebaut, was zur Folge hat, dass man eigentlich immer Bekannte und Freunde trifft, weil alle Institute nebeneinander sind. Sie liegt gute 6km ausserhalb von der Innenstadt und ist 1999 gebaut worden. Ich habe am Pädagogischen Institut studiert und war damit sehr zufrieden. Die Kurse, die ich gemacht habe, wurden nur von AustauschstudentInnen besucht. Zunächst fand ich es etwas schade, nicht zusammen mit Schweden und SchwedInnen zu studieren. Andererseits hat man so sehr viel mitbekommen, wie Pädagogik zum Beispiel in Griechenland, Spanien oder den USA verstanden wird. Die Kurse waren alle auf Englisch, der Aufwand an Vor- und Nachbreitungszeit ist etwa doppelt so hoch wie in Zürich! Bücher und Skripte musste man für jeden Kurs kaufen (die Kosten haben von 200,-Sek bis 1500,-Sek pro Kurs variiert).

Leben/Freizeit

Örebro ist eine mittelgrosse Stadt, die einige wirklich schöne Ecken hat (Wadköping, Oset, der See, das Naturreservat,...) und auch ein paar gute Ausgehmöglichkeiten bietet. Ich habe während meines Semsters dort vor allem von der verkehrstechnisch guten Lage profitiert und bin viel gereist. (Stockholm erreicht man mit dem Bus in 2,5 Stunden, Götborg in 3 Stunden und Oslo in 5 Stunden - was für Schweden im Grunde keine Entfernungen sind.) Einen Trip nach Lappland und Smaland kann ich nur empfehlen - ich habe mir für beides jeweils eine Woche Zeit genommen. Die Uni bietet ein gutes Sport- und Freizeitprogramm und an Wochenenden findet immer mal wieder ein Konzert der angegliederten Musikhochschule statt. Über das International Office/ Fadderiet haben wir auch während des Semesters regelmässig Veranstaltungshinweise bekommen. Aufgrund der Tatsache, dass wir alle an einem Ort gewohnt haben und keiner irgendwie pendeln musste, konnten wir uns viel besser spontan nach der Uni treffen und haben viel Freizeit miteinander verbracht.