Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

07/08 WS + SS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Ethnologie (7721)

Gesamteindruck

Meine Zeit in Wien war eine enorme Bereicherung für mein Leben!

Die Uni-Wien und v.a. Wien selbst bieten für jeden etwas! Und ich kann allen einen ERASMUS-Aufenthalt (oder zumindest einen Besuch) in dieser wundervollen Stadt nur herzlichst empfehlen!

Vorbereitung

Wien kann man sehr gut auf sich zukommen lassen. Der Unterschied zum Leben in der Schweiz bzw. in Zürich ist überhaupt nicht so gross, wie man es vielleicht erwarten könnte - vieles ist halt einfach eine Nummer grösser.

Es ist auf jeden Fall von Vorteil, bereits ca. 2 Wochen vor Studienbeginn in Wien anzukommen. Man kann sich so gut einleben, nötige Informationen beschaffen und schliesslich hat man noch einige administrative Dinge zu erledigen. Es ist sicher besser, wenn man dies alles vor der ersten Lehrveranstaltung erledigt. Aber sonst kommt man bestimmt auch zurecht - besonders mit ERASMUS-Studenten gehen viele Verantwortliche sehr kulant um, beispielsweise, wenn es um eine Anmeldung für eine Lehrveranstaltung geht.

Grundsätzlich wichtig ist, dass man auf die Leute zugeht und nicht einfach erwartet, dass einem alle Infos geliefert werden.

Ankunft

Ich kam bereits 3 Wochen vor Studienbeginn in Wien an. Dies gab mir Zeit, als Tourist die Stadt zu erkunden und mich einzuleben. An der Haupt-Uni Wien gab es eine Willkommensveranstaltung, wo einem die wichtigsten Punkte betreffend Uni-Start erklärt und die Studentenausweise verteilt wurden. Auch im Mobilitäts-Büro der Uni-Wien kann man, wenn man die etwas kurzen Öffnungszeiten beachtet, wichtige Informationen erhalten. Am Institut wird einem ein Verantwortlicher zugewiesen, den man ebenfalls fragen kann - man muss allerdings selbst auf diese Person zugehen. Am KSA-Institut wurden wir ERASMUS-StudentInnen (ca. 10) vom Institutsleiter kurz begrüsst.

Wer einem enorm beim Einleben ins Wiener Studentenleben helfen kann ist ESN (ERASMUS Student Network)! Die bieten regelmässig sehr interessante aber auch lustige Veranstaltungen, Treffen und Kulturevents an. Man kann so sofort Kontakt mit anderen Gleichgesinnten finden. Mir hat das bei meinem Einstieg extrem geholfen, obwohl ich mich dann mit der Zeit (ohne Probleme) davon entfernt habe, weil ich v.a. den Kontakt zu den Österreichern suchen wollte. Aber meine persönlichen Bekanntschaften mit Finnen, Deutschen, Italienern usw. werde ich sicher auch in Zukunft aufrechterhalten.

Zimmersuche
Wohnen

Ich hatte enormes Glück, indem meine Kollegin vom Ethnologie-Institut Zürich, die ebenfalls während der gleichen Zeit in Wien ERASMUS machte, durch Bekannte ihrer Familie eine Wohnung für die gesamte Zeit zur Verfügung hatte. Ich konnte als Untermieter in einem Zimmer wohnen. Wenn ich diese Möglichkeit nicht gehabt hätte, wäre ich wohl in einem der zahlreichen Studentenheime untergekommen.

Universität

Die Universität Wien unterscheidet sich zunächst v.a. in der Grösse zur Uni Zürich. Das Lehrangebot ist vielfältig und die Professoren, Dozenten und Lektoren sind in der Regel sehr kompetent sowie fachlich auf hohem Niveau und die Lehrveranstaltungen sind interessant (und wenn nicht, kann man sich als ERASMUS-Student schnell und relativ unkompliziert eine andere Lehrveranstaltung aus dem grossen Angebot aussuchen).

Das Institut der Kultur- und Sozialanthropologie ist trotz einer grossen Studentenanzahl überschaubar. Auch hier ist das Angebot vielfältig und die Lehrpersonen haben eine sehr hohe Fachkompetenz und sind aber auch jederzeit persönlich ansprechbar und kümmern sich um einem, wenn man das will. Einziger negativ Punkt ist das Infocenter, welches man v.a. zu Beginn des ERASMUS-Aufenthalts einige Male aufsuchen muss: Die Öffungszeiten lassen einiges zu wünschen übrig. Das Institut liegt aber direkt bei der Hauptuni und somit ziemlich zentral und ist gut erreichbar.

Das Institut für Europäische Ethnologie befindet sich direkt neben der Staatsoper, also ebenfalls an bester Lage. Da es sehr klein ist, ist die Unterstützung für ERASMUS-Studierende sehr gut - oft habe ich mir dort Informationen besorgt, die mir eigentlich das KSA-Institut geben hätte müssen (siehe Infocenter). Schnell lernt man die verschieden Angestellten und Studenten des Instituts kennen.

Auch das Sportangebot der Uni Wien ist enorm umfangreich. Ich habe während einem Semester einen Basketballkurs für Fortgeschrittene besucht und war äusserst zufrieden.

Lern- und Arbeitsplätze stehen an der Uni Wien gemässigt zur Verfügung (im Vergleich zu Zürich). Es gibt zwar grosse Computerräume mit Internet und Druck-Möglichkeit, jedoch gibt es sonst kaum Sitzgelegenheiten mit Tischen an denen man arbeiten oder z.B. eine Gruppenbesprechung machen könnte. Für individuelles Lernen eignet sich der wunderschöne Lesesaal der Universitätsbibliothek.

Leben/Freizeit

Wien bietet für alle etwas und lässt zu jeder Jahreszeit nichts zu Wünschen übrig. Es ist oft schwierig, aus dem riesigen Kultur-Angebot einzelne Dinge auszuwählen. Auch gastronomisch findet sich für jeden Geschmack und jedes Budget etwas. Abends im Ausgang wird es einem definitiv nie langweilig. Die öffentlichen Verkehrmittel fahren regelmässig und häufig und man bewegt sich deshalb relativ schnell durch die Stadt. Die Wiener sind grundsätzlich offen und herzlich (wenn man freundlich auf sie zugeht). In Wien lässt´s sich leben!