Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

07/08 WS + SS

Universität

DE-BERLIN13
Berlin - Humboldt-Universität zu Berlin

Studienfach

Philosophie (7160)

Gesamteindruck

Der Gesamteindruck ist uneingeschränkt positiv. Ich konnte persönlich und fachlich in jeder Hinsicht davon profitieren, ein Jahr in einer neuen Stadt zu leben und zwei Semester an einer anderen Universität zu studieren. Berlin ist mit seinem akademischen und kulturellen Angebot auf jeden Fall sehr zu empfehlen.

Vorbereitung

Die zu erledigenden Formalitäten waren sehr gering, was ja auch das Ziel des Erasmus-Programms ist. Bei einem Besuch im August konnte ich bereits eine Wohnung finden und dann im September dieser Sorge ledig nach Berlin reisen und direkt mein möbliertes Zimmer beziehen. Der administrative Aufwand hielt sich in Grenzen.

Ankunft

Ich kam Mitte September an, eine Woche vor meinem Einschreibetermin. Die Wohnung hatte ich schon im August gefunden. Ich lebte mich schnell ein, meldete mich beim Bürgeramt an, eröffnete ein deutsches Bankkonto, besorgte mir ein deutsches Prepaid-Handy, und schrieb mich schlussendlich an der Uni ein, wo ich auch gleich die Anmeldung fürs Ausländeramt, welche man als Nicht-EU-Bürger vornehmen muss, erledigen konnte. Die Leute vom Internationalen Büro der HU waren dabei sehr hilfsbereit und unkompliziert. Ich lebte mich schnell ein in Berlin.

Zimmersuche
Wohnen

Ich war zum ersten Mal Anfang August in Berlin und suchte bei dieser Gelegenheit ein Zimmer ab September. Mit ein wenig Glück fand ich sehr schnell ein möbliertes Zimmer in einer 2er-WG in Schöneberg, sehr zentral gelegen und nicht allzu teuer. Gesucht habe ich ausschliesslich im Internet auf den Seiten www.wg-gesucht.de und www.studenten-wg.de, die vor Angeboten geradezu überquellen, es ist nicht einfach, hier ein passendes Angebot herauszusuchen. Generell gibt es aber sehr viele möblierte Zimmer zur Zwischenmiete, in die man nichts mehr mitbringen muss ausser seinen persönlichen Sachen.

Universität

Das akademische Angebot in Berlin ist riesig, gerade in meinem Hauptfach Philosophie: neben der Humboldt-Universität (HU), an der ich eingeschrieben war, gibt es die Freie Universität (FU) und die Technische Universität (TU), deren Kurse man genauso besuchen kann. Auch in meinem ersten Nebenfach Geschichte gibt es ein breites Angebot. Mein zweites Nebenfach, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (AVL), gibt es in Berlin nur an der FU, dies ist aber das grösste deutschsprachige Institut für dieses Fach und dementsprechend gab es viele interessante Kurse. Das grösste Problem war es, einen Stundenplan ohne Überschneidungen zu erstellen, da der Transfer zwischen den Unis jeweils 40-50 Minuten dauert, muss man sich oft entscheiden, einen Tag nur an der einen Uni zu bleiben. Ich absolvierte dann in beiden Semestern jeweils einige Seminare und Vorlesungen an HU und FU, in allen meinen Fächern. Einige davon waren von vielen Leuten besucht, ich hatte Hauptseminare mit bis zu 100 Leuten, aber auch solche mit knapp 10. Die Diskussionskultur und Unterrichtsführung ist dabei nicht viel anders als in der Schweiz, man muss sich also nicht umgewöhnen.

Die Zweigbibliotheken für Geschichte und Philosophie der HU befinden sich im Hauptgebäude Unter den Linden und sind eher klein, aber man findet meistens einen Platz zum Arbeiten. Die Zweigbibliothek Germanistik im Nebengebäude ist moderner und bietet etwas mehr Platz. An der FU gibt es die Philologische Bibliothek im Hauptgebäude, welche nicht nur architektonisch sehr interessant ist, sondern auch viel Platz und viele Bücher bietet. Die Mensen bieten günstiges Essen, wobei die Auswahl in der HU-Mensa meist sehr beschränkt ist. An FU und TU hat man mehr Auswahl, zahlt dafür auch etwas mehr.

Leben/Freizeit

In Berlin ist so viel los, dass man sich oft gar nicht entscheiden kann, wo man hingehen soll. Ob Party und Clubs, Kultur in Form von Museen, Oper und Konzerten, oder einfach Cafés und Flanieren, das Angebot ist hier riesig. Für Veranstaltungen zu empfehlen sind die zweiwöchentlich erscheinenden Stadtmagazine Zitty und Tip. Auch an den Unis gibt es viele Vorträge und andere Veranstaltungen. Es gibt hier etwas für jeden Geschmack, und einige Veranstaltungen, vor allem Auftritte von bekannten Leuten, sind sehr schnell ausverkauft.

Für Erasmus-Studenten gibt es viele Veranstaltungen, einige im eher kleinen Rahmen an der Uni selber, wo man schnell Studierende aus der ganzen Welt kennenlernt, und viele Parties. Berliner oder zumindest schon lange in Berlin ansässige Deutsche (gebürtige Berliner gibt’s gar nicht so viele) lernt man in den Seminaren und Vorlesungen nicht ganz so schnell kennen, aber es ist sicher nicht unmöglich, auch unter Deutschen und Berlinern gute Freunde zu finden.