Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

07/08 WS + SS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Publizistikwissenschaft (7251)

Gesamteindruck

 Nur soviel: ich wollte nicht mehr nach Zürich zurück! das Programm sagt mir ich solle mehr schreiben. also: Das Jahr in Wien war sehr wichtig für mich. Es hat mir gezeigt, dass ich mit fast nichts ein Leben aufbauen kann in einer fremden Umgebung. Ich musste kaum die Hilfe der Mobilitätsstelle, der Erasmusbetreuung in Anspruch nehmen. Ich habe auch kaum andere Erasmusstudierende kennengelernt, mich dafür schnell integriert und gelebt wia a richtige wiener! a geh, bitte. Bist du deppert! es war ein grossartiges Erlebnis. Danke für die Möglichkeit diese Erfahrung zu machen.

Vorbereitung

Den Flug buchte ich sehr früh. Ansonsten beschränkte sich die Vorbereitung auf das Suchen eines Nachmieters für mein Zimmer in Zürich (problemlos) und das Suchen eines Zimmers in Wien. Die Zimmersuche für Wien erwies sich als nicht ganz einfach, da die Mieten relativ hoch waren. Eine Woche vor dem Abflug kriegte ich die Zusage für ein Zimmer, welches auf einen Monat befristet war. Vor dem definitive Abflug war ich nie in Wien um mir die möglichen Zimmer anzuschauen, ich habe also ins blaue hinaus entschieden. Von Zürich aus, schrieb ich gleich noch eine zweite WG an und in der ersten Aufenthaltswoche in Wien konnte ich dieses Zimmer anschauen. Ich hatte ein Riesenglück mit den WGs. Der Mitbewohner der befristeten ersten Wohnung wurde mein bester Freund und auch die zweite WG (6er WG) war super.

Ankunft

Die Ankunft war sehr nett. Bin abends um 11 angekommen und in der Wohnung erwarteten mich die zwei Mitbewohner mit Rotwein in der wunderschönen Altbauwohnung. Da ich drei Wochen vor Semesterbeginn in Wien ankam, hatte ich genügend Zeit mir ein erstes Bild von der Stadt und von der Uni zu machen. Die Mobilitätsstelle in Wien ist gut organisiert und die Damen der Mobilitätsstelle waren sehr zuvorkommend und nett.

Zimmersuche
Wohnen

siehe auch Vorbereitung. Die Zimmersuche lief übers Internet ab. Ich habe über die Studentenportale gesucht und gefunden. Zuerst habe ich Studentenheime gecheckt, die waren aber ziemlich teuer und ich wollte eh lieber in ner richtigen WG leben. Das Zimmer, das ich kriegte, kostete mich 250.- Euro im Monat, war an Toplage (7.Bezirk) und mit sehr netten Menschen besetzt. durch die erste befristete Wohnung habe ich zudem meinen besten Freund kennengelernt, was ganz viele wunderbare Bekanntschaften nach sich zog und mir auch den Job bescherte, den ich über den Winter ausübte.

Universität

Die Universität war gewöhnungsbedürftig und die Orientierung fiel mir zunächst eher schwer. Allerdings kannte ich das Problem, das sich mir mit dem Institut für Publizistik stellte eh schon aus Zürich. Sie haben drei Institutsgebäude, verteilt auf drei Bezirke. Da hiess es pendeln. Die Bologna-Reform hat auch in Wien das Studieren verändert. Die Studienleistungen sind vor allem auf Prüfungen ausgerichtet. Die Modulbuchungen waren ein Spiessrutenlauf. Da musste man echt schnell sein, da die Plätze in den Übungen und Seminaren beschränkt sind und die Publizistik noch überlaufen ist. Dementsprechend ist das Betreuungsverhältnis am ipk Wien eher schlecht und ich musste Abstriche machen bei meinem Seminarwunsch. Das Seminar erwies sich ebenfalls als ganz anders strukturiert als in Zürich, Die Sitzungen beschränkten sich auf einen zwei bis dreiwöchentlichen Rythmus. Dafür dauerten die Sitzungen jeweils drei bis vier Stunden. Die Seminararbeit beschränkte sich auf einen Tatsachenbericht über eine empirische Methode von 8 Seiten. Da wusste ich schon, dass mir diese Leistung in Zürich nicht angerechnet wird. Dafür konnte ich an einer Übung teilnehmen, die von der Initiative dreier junger Studentinnen ausging und in Kooperation mit berufserfahrenen Privatpersonen stattfand. Wir entwickelten ein polititsche Jugendmagazin, was mir half erste praktische Erfahrungen zu sammeln.

Leben/Freizeit

ich habe noch nie einen Erasmus-Studenten kennengelernt, der soviel arbeitet wie du. Das habe ich von einer Freundin zu hören bekommen, als sie erfuhr, dass ich insgesamt drei verschiedenen Jobs nachging. Da die Lebenskosten in Wien auch nicht wirklich tief sind und durch den damals sehr hohen Eurokurs (knapp 1.70 SFr.), sah ich keine andere Möglichkeit als zu arbeiten. Die Arbeit hat mir allerdings auch viele gute Kontakte ermöglicht und ich konnte die Stadt und ihre Mitbewohner quasi von innen kennenlernen. ich denke das Arbeiten hat mir sehr geholfen mich zu integrieren. ich habe mich auch sehr schnell assimiliert und ich habe in Wien gelebt, als würde ich wirklich in Wien leben. Viele Freunde in Wien sagten mir auch, dass es sich mit mir anfühlt, als wäre ich zugezogen und nicht bloss zum Austausch da. Von den vielen Reiseplänen die ich hatte (Prag, Budapest, Bratislava) habe ich nichts umgesetzt, bin aber darüber nicht mal traurig. ich konnte mir ein Bild machen, wie es wäre auszuwandern, in einer fremden Stadt Fuss zu fassen.