Bilder zum Bericht

Ein Innenhof in der Nhe des Lichblick Kinos im Prenzlauerberg.

Die beste Currywurst der Stadt gibt es bei Konnopke's.

Ein Wachturm des ehemaligen Stasi-Gefngnisses in Hohenschnhausen.

Sonnenuntergang von einem begehbaren Hausdach in Friedrichshain aus gesehen.

An der Fahrradsternfahrt 2008 nahmen rund 250'000 Radfahrer teil.

Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

07/08 WS + SS

Universität

DE-BERLIN13
Berlin - Humboldt-Universität zu Berlin

Studienfach

Geschichte (Allgemeine) (7600)

Gesamteindruck

Das Erasmus-Programm erleichtert die Organisation eines Studienaufenthaltes im Ausland erheblich. Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte, von diesem Programm zu profitieren.

Einziger Negativeindruck meinerseits: Im Fach Geschichte gab es zum Zeitpunkt meiner Anmeldung keine Möglichkeiten, im angelsächsischen Raum zu studieren. Ebenfalls bedauerlich ist, dass die Freie Universität Berlin die Zusammenarbeit mit dem historischen Seminar der Universität Zürich eingestellt hat. Studierende, die an Amerikanistik oder Nordamerikanischer Geschichte interessiert sind, werden zu wenig unterstütz, wenn sie in den angelsächsischen Raum oder an eine Universität mit herausragender Amerikanistikabteilung (JFKI an der FU) wollen.

Vorbereitung

Der administrative Aufwand fiel äusserst gering aus: Sowohl in Zürich als auch an der Gastuniversität habe ich nur sehr wenig Zeit mit Erledigen der Formalitäten zugebracht.

Es ist gut möglich, dass dies mit meinem Status (Lizentiatsstudent) zusammenhängt. Austauschstudierende, die auf BA/MA studieren haben sich über administrative Probleme beklagt – ob dies individuelle oder systemisch bedingte Probleme waren, kann ich aber nicht beurteilen.

Ankunft

Da ich in Berlin bereits Bekannte hatte, verliefen meine ersten Tage in der Stadt problemlos. Um schnell Anschluss an andere Studierende zu finden, empfehle ich an den Tätigkeiten des Clubs der internationalen Studierenden teilzunehmen. Ebenso empfehlenswert ist es, Sportkurse der Uni zu besuchen – da ergibt sich die Möglichkeit vermehrt mit einheimischen Studierenden Kontakte zu knüpfen.

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe zwei WGs bewohnt. Die erste WG war eine Übergangslösung: Bekannte gewährten mir Unterschlupf, bis ich eine definitive Bleibe gefunden hatte. Die Wohnungs- und WG-Suche in Berlin gestaltet sich sehr einfach, vorausgesetzt man bedient sich der zahlreichen Online-Börsen (www.wg-gesucht.de, www.studenten-wg.de, etc.) Ich habe ca. 12 WGs besichtigt und konnte letztendlich zwischen drei Angeboten auswählen.

Wohnen in Berlin ist vergleichsweise billig. Die Preise sind in den vergangenen Jahren in den In-Quartieren Prenzlauerberg und Kreuzberg z.T. erheblich gestiegen. Für Studierende ist insbesondere Friedrichshain empfehlenswert. In diesem Stadtteil sind die Mieten derzeit relativ tief, das Angebot an Restaurants, Bars, Clubs, Galerien und Einkaufsmöglichkeiten ist besonders für Studenten und junge Künstler attraktiv – entsprechend viele tummeln sich in dem Stadtteil.

 Bei der Suche nach einem WG-Zimmer empfiehlt es sich, nach dem Gesamtpreis der Wohnung zu fragen. Es kommt vor, dass Hauptmieter Zimmer so teuer untervermieten, dass sie selbst gratis wohnen... 

Universität

Ich habe sowohl an der FU als auch an der HU Vorlesungen besucht. An beiden Universitäten lehren angesehene Professoren (Kocka, Münkler, etc.). Ich würde jedem Studierenden an der HU empfehlen, in eine Vorlesung bei Münkler zu sitzen; er ist einer der grossen Stars der Uni. Sehr empfehlenswert sind die Mosse Lectures, Veranstaltungen die öffentlich zugänglich sind und aktuelle politische Probleme behandeln.

Einen super Job machen die Leute des Orbis. Sie organisieren internationale Stammtische, Ausflüge und helfen Neu-Berlinern bei allen möglichen Problemen weiter.

Eine sehr empfehlenswerte Bibliothek ist die VW-Bibliothek der TU (Nähe Bahnhof Zoologischer Garten). Die Infrastruktur ist sehr modern, der Bestand umfangreich und die Öffnungszeiten sind genial (Mo-Fr 09.00 bis 22.00, Sa 10.00 bis 18.00 Uhr). Weniger überzeugen können die Öffnungszeiten der Historiker (mässige Infrastruktur, umfangreicher Bestand) und Germanisten (super Infrastruktur, umfangreicher Bestand) an der HU (Mo-Do 10.00 bis 21.00, Fr 10.00 bis 16.00 bzw. Mo-Do 10.00 bis 19.00, Fr 10.00 bis 16.00 Uhr). Erfreulich: fast überall auf dem Campus der HU gibt es W-LAN (zwar bisweilen etwas instabil, aber meist sehr schnell).

Die Mensen der HU (Unter den Linden und Mitte) sind Durchschnitt. Im Winter sind die Eintöpfe empfehlenswert. Wer seinen Arbeitsplatz in eine Bibliothek der FU im Südwesten der Stadt verlegt, sollte unbedingt in der Mensa des FU-Hauptgebäudes essen. Das Angebot ist gross, die Qualität sehr gut, die Preise sehr fair.

Leben/Freizeit

Berlin ist eine extrem lebendige Stadt. Von Sub- bis Hochkultur ist das Angebot unüberschaubar gross. Es lohnt sich, in den Stadtmagazinen Zitty oder Tip nach Empfehlungen Ausschau zu halten.

Il Casolare am Landwehrkanal serviert in unprätentiöser Atmosphäre die beste Pizza der Stadt; Konnopke's beim U-Bahnhof Ebreswalderstrasse die beste Currywurst der Stadt; ganz in der Nähe, im Bonanza Coffee Heroes wird der beste Espresso der Stadt serviert. Wer sich einmal luxuriöses vegetarisches Essen in einem angesagten Restaurant leisten möchte (3-Gangmenu 28€!), darf das cookies cream nicht ausser Acht lassen, wer günstiger vegetarisch essen will, sollte der Seerose am Mehringdamm einen Besuch abstatten.

Im Happen-Studio hat man die Möglichkeit, die Aktivitäten eines jungen Künstlerkollektivs zu verfolgen, ähnliches ist im Röbling 36 möglich. Historisch Interessierten sei der Besuch des Deutschen Historischen Museums und der Besuch der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen ans Herz gelegt.

Eine Spreeattraktion, im Winter und im Sommer ist das Badeschiff: in den kalten Monaten eine Sauna, wenn's heiss ist, eine Art Limmatersatz. Ganz in der Nähe lädt der Club der Visionäre zu gemütlichen Entspannen bei Electro ein. Etablierte In-Clubs sind das Berghain, das Cookies und das Watergate. Wer gerne Karaoke singt, sollte sich das Monster Ronsons Ichiban Karaoke anschauen.

Das ideale Verkehrsmittel im flachen Berlin ist eindeutig das Fahrrad. Im Mauerpark werden Sonntags auf dem grossen Flohmarkt gebrauchte Räder ab 50€ verkauft (man muss allerdings mit geklauter Ware rechnen). Wer es gemütlicher mag, wird sich über das sog. Semesterticket freuen: die Legi ist zugleich ein ÖV-Abo für die Zonen A, B und C, d.h. für ganz Berlin inklusive Wannsee, Schönefeld, Spandau, Oranienburg und Potsdam.

Ein letzter Hinweis: Wer den Berliner Winter depressionsfrei übersteht, der hat ein ernstzunehmendes Problem, sagen die Berliner.