Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

06/07 WS

Universität

AU-
Sydney - University of Technology Sydney

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Mein Gesamteindruck ist durchaus positiv. Wie ich es nicht anders erwaretet hatte, hat mir mein Austauschsemester persoenlich sehr viel gebracht, wie auch meine Englischkenntnisse mehr als nur aufgefrischt. Es war sehr interessant, ein anderes Universitaetssystem kennenzulernen. Ich kann und will gar nicht werten, ob es besser oder schlechter ist, verschieden jedoch auf jeden Fall, mehr dazu bei dem Teilbericht zur Universitaet.

Ich finde es sehr gut, dass wir als Studenten der Uni Zuerich die Chance haben, im Ausland zu studieren, und erst noch finanziell mit einem Stipendium unterstuetzt werden. Fuer mich beispielsweise waere die ganze Aktion ohne Stipendium nicht wirklich in Frage gekommen. Ich war natuerlich auch froh, dass ich die Chance erhalten hatte, obwohl ich bereits in meinem letzten Studienjahr war. Auch wenn es and der Uni sowie in Sydney ansich nicht immer einfach war, wuerde ich sofort jedem empfehlen ein Austauschsemester in Betracht zu ziehen.

Vorbereitung

Mein Entschluss, ein Austauschsemester zu absolvieren, faellte ich ziemlich spontan im Januar 2006. Ich dachte immer, da ich schon damals schon fast am Ende meines Studiums angelangt war, dass sich ein Austauschsemester sozusagen nicht mehr lohnen wuerde, sondern eher als Zeitverlust abgebucht werden muesste. Durch ein Gespraech mit einem guten Freund, der einige Zeit in Spanien verbracht hatte, aenderte sich meine Meinung, und ich wollte mein Glueck versuchen.

Ich dachte, die Chance in Sydney angenommen zu werden weare relativ gering, auf der Homepage des Ressorts fuer internatinoale Beziehungen heisst es, dass nur eine Person pro Semester nach Australien gehen kann. Deshalb meldete ich mich parallel auch fuer das Erasmus Programm an, informierte jedoch immer alle Personen von meinem doppelspurigen Vorgehen. Schliesslich hatte ich die Wahl, da ich bei beiden Austauaschprogrammen akzeptiert wurde. Diese Wahl ist mir relativ einfach gefallen, da ich immer schon mal nach Australien wollte.

Gerne haette ich etwas frueher Bescheid gekriegt, dass ich angenommen wurde, da es zu diesem Zeitpunkt bereits schwierig war, 'guenstige' Fluege zu kriegen. Ebenfalls faengt das Semester in Sydney Ende Juli an, und Mitte Juli schrieb ich an der Uni Zuerich meine letzten Pruefungen. Ich musste also direkt nach den Pruefungen los, und hatte in Sydney auch keine ganze Woche um mich einzuleben, bevor die Uni startete. Meine Vorbereitung war also nicht gerade auf dem besten Stand. Da ich aber von verschiedene Personen gehoert hatte, sei es in Sydney nicht so schwierig, eine Wohnung, bzw. ein Zimmer zu finden, und man sich deshalb auch nicht unbedingt im Voraus darum kuemmern muesse. Das hat sich dann auch ziemlich bewahrheitet.

Bezueglich der Uni hat meine Vorbereitung eigentlich darin bestanden, die richtigen Faecher auszusuchen. Dies war bereits notwendig, um sich in Zuerich fuer das Programm anzumelden, war also schon im Januar 2006 abgehandelt. Die definitiven Einschreibungen konnten sowieso erst spaeter vor Ort gemacht werden, weshalb man bei Problemen auch direkt nachfragen konnte.

Ich denke, das aufwaendigste an den Vorbereitungen war die Anmeldung an der Uni Zuerich, und das organisieren des Visums, da es hierzu einfach sehr viel 'Papierkram' benoetigt. Diese Opfer nimmt man jedoch gerne auf sich, wenn man dafuer ein Semester in Downunder verbringen kann...

Ankunft

Die Gefuehle bei der Ankunft sind einfach unbeschreiblich, da man einerseits sehr froh ist, nach 20 Stunden endlich aus dem engen Flugzeug steigen zu koennen und sich sehr auf die Zeit, die einem bevorsteht freut, andererseits ist man auch ein bisschen aengstlich, was alles auf einem zukommt. Von der Groesse von Sydney war ich anfangs auch ueberrrascht. Wobei, nicht direkt ueberrascht, wohl eher ueberrumpelt. Ich habe mich schnell eingelebt, anfangs jedoch ist alles neu, und man weiss nicht recht, wohin man will und wie man hinkommt.

Auch hier hatte ich Glueck gehabt. Ich konnte die ersten 3 Wochen in einer von der Schweiz ausgewanderten Familie wohnen. Ich kannte diese Personen nicht, sie haben mich jedoch sehr freundlich aufgenommen. Ich muss sagen, es ist schon sehr gut, wenn man vom Flughafen abgeholt wird, und sich nicht selber darum kuemmern muss, wie man zu seiner Unterkunft kommt. Diese Familie hat mir dann auch gleich gezeigt, wo die Uni ist, wie ich dahinkomme, ect. das alles hat mir meine Ankunft und mein Start in Sydney sehr erleichtert.  

Zimmersuche
Wohnen

Wie bereits erwaehnt, wohnte ich die ersten 3 Wochen in dieser Familie. Die 3 Wochen waren nicht so ausgemacht, es hiess einfach, ich koenne anfangs bei Ihnen wohnen, damit ich Zeit habe, mir etwas Passendes zu suchen. Andere Studenten beispielsweise verweilen die ersten Tage in Hotels oder Backpacker, auch um sich dann vor Ort ein Zimmer zu suchen.

Ich startete mit der Suche gleich am ersten Tag. Von der UTS erhielten wir schon einige Zeit im Voraus gute Internetadressen, um sich ueber die Wohnsituation zu informieren. Ich wollte nichts von zuhause aus definitiv mieten, da es wichtig ist, die Mitbewohner anzuschauen, ueber den Vertag Bescheid zu wissen und auch die Umbegung zu kennen. Es gibt wie in jeder Grossstadt auch in Sydney Viertel, wo man besser nicht wohnen sollte, bzw. moechte.

Am ersten Tag der Informationswochen fuer internationale Studenten lernt man bereits viele, sehr verschiedene Personen kennen. Mit 2 Maedels wollte ich mir eine Wohnung teilen. Dies hat sich dann als relativ schwierig erwiesen, da wir alle nur fuer ein Semester bleiben wollten, und das oft zu kurz ist. Ausserdem war der erste Ort, den wir uns angeschaut haben, bestimmt nicht das, was ich mir fuer die naechsten Monate vorgestellt hatte! Wir entschieden uns darauf hin, jeder fuer sich zu suchen, was ich auch sehr gut fand.

Die zweite Wohnung die ich mir alleine angeschaut habe, die Adresse aus dem Internet, hat mir gleich total gefallen, und ich war happy als mein autralischer Mitbewohner mir noch am gleiche Tag mitteilte, dass ich in 2 Wochen einziehen koenne. Anders als viele andere Studenten bin ich auch bis heute in dieser Wohnung geblieben. Wichtig ist auch, dass man sich etwas in der Naehe zur Uni sucht, da man sonst wirklich Ewigkeiten mit Bus- oder Zugfahren verbringen kann.

Universität

Wie bereits angedeutet, ist das universitaere Leben schon ziemlich verschieden zu unserem. Der Grundaufbau ist aehnlich, man hat Vorlesungen und dazugehoerige Tutorials. Der Schwerpunkt der Arbeit fuer den Studenten ist jedoch aufs ganze Semester verteilt. Das ist bei uns schon auch die Idee, jedoch muss man erst am Ende auf die Pruefungen lernen. An der UTS musste man in jedem Fach ein Assignment bearbeiten und hatte woechentliche 'Hausaufgaben'. Ein Assignment kann eine schriftliche Arbeit, eine Case Study, ein Literaturreview oder etwas anderes in der Art sein. Fuer uns Austauschstudenten gab das natuerlich einiges mehr zu tun als fuer Einheimische. Weiter musste man danach sein Assignment der Klasse in einem kurzen Vortrag, der ebenfalls benotet wurde, praesentieren. Wie auch bei uns gab es am Ende, oder auch bereits in der Mitte, des Semesters eine Pruefung, welche den groessten Teil der Endbewertung ausmachte.

Anfangs fuehlte ich mich ein wenig ueberfordert, da man bereits in der zweiten Uniwoche mit einem Themenvorschlag fuer die Arbeiten kommen muss und somit danach auch gleich damit anfangen sollte. Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass die Aufaben durchaus machbar waren, wenn auch etwas zeitaufwendig. Mir hat es sogar noch Spass gmacht, in einer anderen Sprache einen Text zu verfassen. Umso besser, wenn der dann auch noch gut bewertet wird!

Meiner Meinung nach, hat sich die UTS sehr bemueht, die Austauschstudenten gut zu betreuen. Es gab erstmals eine Infowoche und dann immer wieder kleinere Events, wie zum Beispiel BBQ's. Auch die Professoren waren sehr verstaendnisvoll, und haben einem immer gerne geholfen. Da eher nicht so viele Personen in einer Vorlesung waren, und man sich durch die englische Sprache sowieso dutzt, war das Verhaeltnis irgendwie lockerer wie bei uns in Zuerich.

Leben/Freizeit

Im Leben nebst der Uni erlebte ich so viele Dinge, dass ich die bestimmt nicht alle beschreiben kann. Deshalb versuche ich es eher auf dem allgemeinen Weg. Die Stadt Sydney ist natuerlich super, und hat eigentlich fuer jeden Typ etwas zu bieten. Australier sind allgemein ein ziemlich sportliches Volk, obwohl ich mich fuer Cricket immer noch nicht so begeistern kann...Man hat bezueglich Sport alle Moeglichkeiten, welche nicht ganz immer so guenstig sind. Fuer Leute, welche nicht so sportbegeistert sind, gibt es auch en gutes Kulturangebot, Strand, Shopping oder Ausgangsmoeglichkeiten. Gerade fuer uns Schweizer ist es schon ziemlich toll, eine zeitlang in einer Stadt mit Straenden zu wohnen. Dass dann das Wetter auch meistens gut ist, macht die Sache noch besser.

Australier sind sehr freundlich und helfen einem immer gerne. Jedoch habe ich auch sehr viele oberflaechliche Erfahrungen gemacht. Das haben Grossstaedte wohl so an sich, weshalb mich das auch nicht gross gestoert hat.

Ich wuerde jedem, der die Chance hat hier zu studieren, wirklich empfehlen auch einige Reisen mit einzuplanen. Australien ist ein fantastisches Land und ziemlich einfach zu bereisen. Waehrend dem Semester gibt es sogar eine Woche Ferien, die man ebenfalls gut fuer Ausfluege nutzen kann. Klar ist es viel Geld, welches man fuers Reisen benoetigt, aber was man dafuer als Gegenleistung erhaelt, lohnt sich allemal. Mir hat bis jetzt besonders die Westkueste gefallen, und natuerlich Sydney selber.

Wie bereits erwaehnt, sind die Ausgansmoeglichkeiten auch sehr ausgiebig. Oftmals ist es beinahe schwierig, sich etwas auszusuchen, da das Angebot so gross ist, und man eigentlich nichts kennt. Aber da muss jeder fuer sich ein wenig ausprobieren. Man wird sehr schnell merken, wo es einem gefaellt, und vorallem auch, wo es teuer ist und wo eher nicht so. Durch die Uni lernte ich schnell viele Austauschstudenten kennen. Mit denen unternahm ich dann meistens auch abends etwas. Es ist schon etwas schwieriger, an Australier ranzukommen, aber gerade beim Sport klappte das doch auch ganz gut.

Es gibt immer Vor- und Nachteile, bestimmt bezueglich allen Faktoren in einer Grossstadt. Ganz allgemein wuerde ich jedoch ganz klar sagen, dass Sydney unglaublich faszinierend ist, und mir sehr gut gefallen hat. Ich bin froh, hatte ich mich damals fuer ein Austauschsemester angemeldet und freue mich, hatte ich die Chance bekommen!