Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

06/07 WS

Universität

BE-LIEGE01
Liège - Université de Liège

Studienfach

Veterinärmedizin (6000)

Gesamteindruck

Von Liège kann ich nur schwärmen...Die Stadt, das Land Belgien, die Leute mit ihrem verknorksten aber doch französischen Charme. Viele Schweizer haben mir im Voraus erzählt, die Belgier seien den Schweizern doch ganz ähnlich. Vielleicht etwas, aber viele Dinge (beginnt schon bei der Grundeinstellung) sind doch so verschieden. Ich habe in Liège gelernt mich in einem anderen Land durch zu setzen. Das Französich gefällt mir noch mehr als vorher. Ich habe so viele tollt Leute kennen gelernt. Mir war wichtig, dass ich auch die Einheimischen kennen lerne, und das habe ich wirklich geschafft. Und zu den Belgiern gehören auch über 200 Biersorten...

An der Faculté de vétérinaire habe ich extrem profitiert. Neben den vielen praktischen Dingen, habe ich gelernt, dass man im Ausland zwar andere Methoden, Regeln oder Sitten hat, aber dass das deswegen genau auch eine gute Art ist, zum Ziel zu kommen!

Vorbereitung

Die Anmeldung war ein Spontanentscheid. Vor allem auch der Ort. Ich habe mich im Voraus informiert, was ich alles brauche (v.a offizielle Papiere).

Ich stieg dann anfangs September einfach in den Zug richtung Liège...und es hat sich gelohnt! 

Ankunft

Bei meiner Ankunft fühlte ich mich in Liège wie in einer südländischen Stadt. So viele Leute waren unterwegs, Temperaturen wie im Hochsummer (Sept.06). Die Stimmung war toll und fröhlich. Ich hatte mein Zimmer im Studentenhaus irgendwann im Voraus reserviert, reiste aber dann schon eine Woche davor nach Liège. Während dieser ersten Woche wohnte ich in der Jugendherberge. Das war einfach toll, weil wie sich herausstellte, war das ganze Haus voller ERASMUS Studenten, vor allem aus Spanien und Italien. In dieser Woche habe ich schon viel Kontakte geknüpft, wir hatten danach alle zusammen eine unvergessliche Zeit.

An der Faculté de vétérinaire wurde ich sehr herzlich empfangen. Da ich mich im Französischen schon relativ gut audrucken konnte, war es meiner Meinung nach sehr leicht, mit den Leuten aus der Fakultät in Kontakt zu kommen. Die Koordinationssekretärin hatte immer ein offenes Ohr für meine Anliegen. Ich fühlte mich schon von -anfang an sehr willkommen.

Zimmersuche
Wohnen

In Liège gibt es drei Studentenhäuser. Ich dachte ich nehme ein Zimmer im kleinsten, welches gerade neben der Veterinärfakultät steht. Leider war ich da ziemlich isoliert. Neben mir hatte es noch zwei andere Austauschstudenten, der Rest war nicht interessiert an den Zimmernachbarn. Ausserdem lag das Haus mitten im Wald und es gab dauernd komische Gestalten, die herum schlichen. Ich beschloss ins Stadtzentum in eine WG zu ziehen. Zufälligerweise hatte gerade meine ERASMUS-Patin ein Zimmer bei ihr frei. Ich zog da ein. Ich wohnte mit zwei marokanischen Fussballer, einer lixenburgischen Physiotherapie-Studentin, einem belgischen Musiker, einem italienischen Kardiologen, einer Katze, zwei Falken und zwei Hühner in einer Vierzimmerwohnung!!! Wir hatten von Party bis Streitereien alles in unseren vier Wänden. So eine turbulente Wohnkultur hätte ich mir vorher nie erträumt...

Universität

Die Faculté de vétérinaire de Liège, sehr gross und modern. Ich wurde von Anfang an überall mit offenen Armen empfangen. Sobald ich sagte ich sei ERASMUS-Studentin, waren plötzlich alle interessiert. Als Schweizerin hat man sowiso noch einen Sympathiebonus!

Das System ist leider ziemlich unterschiedlich. Darum wird mir auch keine Vorlesung angerechnet. Ich habe mich auf das eingestellt und desshalb so viel Praktikum als möglich gemacht. Ich konnte sogar mit den 5.Jahresstudenten mit, wenn sie auswärtige Praktikas hatten. In den Praktikas war ich in Gruppen eingeteilt. Das war eine gute Gelegenheit, die Studenten einbisschen näher kennen zu lernen. In den Vorlesungen sassen ca. 200 Studenten, also sehr unpersönlich, im Gegensatz zu unseren Zürcher- Verhältnissen. Da ich keinen auffallenden accent im Französisch habr, wurde ich einfach als einheimische Studentin eingestuft. Was natürlich Vor- und Nachteile hatte!

Leben/Freizeit

Das ERASMUS-Leben in Liège wird vor allem durch die vielen spanischen Austauschstudenten geprägt. Das tolle daran: es läuft zu jeder Tag- (v.a) Nachtstunde etwas! Der jour d'accueil, durch die ERASMUS-Koordination der Uni veranstaltet, war super. So wurde man mit den Uni-Gebäuden, den Sitten und Bräuche des Landes und von Liège selbst bekannt. Auch war es wieder ein Treffpunkt für alle Austauschstudenten.

Abgesehen vom vielen festen und feiern mit den ERASMUS's, verbrachte ich ziemlich viel Zeit im Tierspital. Ich konnte überall mithelfen oder zuschauen, egal welche Zeit. So war ich teilweise am Abend, Wochenenden auch da. Ich habe davon viel profitiert und auch wieder die Kontakte mit den Belgiern vertieft.

Der Rest der Zeit habe ich genutzt, um einbisschen das Land kennen zu lernen. Belgien ist ähnlich gross wie die Schweiz, alles super mit dem Zug erreichbar und sehr vielseitig.