Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

06/07 WS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Publizistikwissenschaft (7251)

Gesamteindruck

Mein Gesamteindruck war eigentlich sehr gut. Der Auslandsaufenthalt hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich würde ein Erasmus-Semester jedem weiter empfehlen. Ich habe unglaublich viele nette Menschen aus meinem Gastland und der ganzen Welt kennen gelernt. Es ist auch eine Erfahrung wert für eine Weile in einem anderen Land zu leben, um so seinen Horizont zu erweitern und ein Gefühl für andere Kulturen zu bekommen. Das Publizistikinstitut an der FU ist leider sehr enttäuschend und ich würde jedem abraten der Uni wegen nach Berlin zu fahren. Deshalb habe ich schliesslich neben dem Besuch von verschiedenen Lehrveranstaltungen an der Uni auch ein Praktikum absolviert. Vor allem diese Erfahrung kann ich nur jedem raten, da man so nicht nur seine Einstiegschancen ins Berufsleben nach Abschluss des Studiums verbessern kann, sondern auch eine dem Heimatland andere Arbeitsmoral kennen lernt.

Vorbereitung

Eigentlich habe ich mich nicht allzu gross vorbereitet. An der Uni habe ich schon mal mit dem Erasmus-Verantwortlichen meines Institus abgeklärt, welche Veranstaltungen ich mir gerne anrechnen lassen würde. Sowohl er, als auch die Verantwortlichen des Erasmus-Büros in Berlin und auch Zürich waren sehr hilfreich und haben alle Fragen schnellst möglich beantwortet. 
Ich bin schliesslich einen Monat vor Unibeginn schon Mal nach Berlin geflogen, um ein WG-Zimmer zu suchen. Die Reise hat sich wirklich gelohnt, da ich mir so einen Eindruck der Stadt (war vorher noch nie da) machen und so besser entscheiden konnte, wo ich am liebsten Wohnen würde. Auch konnte ich schon mal einen Einblick in meine zukünftige WG gewinnen.

Ankunft

Die Ankunft war ok. Abgesehen von einer total chaotischen und dreckigen Wohnung, hat mich eine Bekannte aus Zürich in Empfang genommen. Das war ganz hilfreich, da ich so schon mal ein paar Tips zur Stadt kriegen konnte. Da ich von der Schweiz aus auch schon verschiedene Kontakte zu Freunden von Freunden organisiert hatte, war ich eigentlich die erste Woche immer unterwegs. Das hat mir meinen Einstieg in das neue Leben in der unbekannten Stadt erleichtert.

Zimmersuche
Wohnen

Zimmersuche in Berlin hat sich für mich ziemlich einfach herausgestellt. Das Angebot ist riesig und die Preise im Vergleich zu Zürich sehr niedrig. Nur schon deswegen hat es mir Spass gemacht auf Zimmersuche zu gehen. Ich hab unglaublich tolle Altbauwohnungen gesehen und viele kleine Gassen in meinem Wohnquartier entdeckt.
Mein WG-Zimmer habe ich über eine deutsche Homepage gefunden, auf welche Studenten Wohngenossen suchen können. Ich bin dann extra einen Monat vor Unibeginn nach Berlin geflogen, um mir schon mal verschiedene Zimmer anzusehen. Einerseits war das hilfreich, da mir viele Leute ihr ZImmer nicht geben wollten, wenn ich mich nicht persönlich vorstellen würde. Andererseits konnte ich so gleich mal sehen, ob mir denn die Leute überhaupt symphatisch sind. 

Universität

Nun ja, die Uni war leider extrem enttäuschend. Der Leiter des Publizistikinstitus hat uns denn auch am Einführungstag gewarnt, dass das Institut kurz vor dem Zerfall stehe und so unterbesetzt sei wie noch nie. Das war ja nicht gerade motivierend... Frohen Mutes habe ich dann doch die Vorlesungen und Seminare besucht, die ich mir ausgewählt hatte. Doch ich musste leider schnell feststellen, dass das Institut tatsächlich nicht so gut war wie in Zürich. So befanden sich in einem Seminar circa 80 Teilnehmer. Die Dozentin schien aber trotzdem sehr motiviert zu sein. Als ich ihr jedoch erklärte, dass ich nach Zürich eine Seminararbeit von 20 Seiten zurückbringen muss, um mir das Seminar überhaupt anrechnen lassen zu können, verzweifelte sie fast. Sie wollte mir die Arbeit sogar verbieten, bis ich sie dann bat mit dem Erasmusbüro Kontakt aufzunehmen und dann hat es doch noch geklappt. Auch sind die Anforderungen des Publizistikinstituts in Berlin im Gegensatz zu denjenigen in Zürich minim. So mussten die Seminarteilnehmer für den Schein nur eine zwölf seitige Arbeit zu viert abgeben. Diese Anekdoten sollen verdeutlichen, wie schlecht das Betreuungsverhältnis in Berlin ist, da die Dozenten schlicht völlig überfordert sind. Hinsichtlich der Uni ist also Berlin keine Reise wert. So weit ich das aber beurteilen kann, gilt das vor allem für das Publizistikinstitut an der FU. Die anderen Institute scheinen dagegen deutlich besser zu sein.

Leben/Freizeit

Das Leben in Berlin ist wunderbar. Ich würde jedem empfehlen, wenn möglich, schon in Zürich arbeiten zu gehen und ein paar Ersparnisse zu horten, damit man dann in Berlin nicht mehr für die Bezahlung arbeiten muss, da man dort viel schlechter bezahlt wird. Das Leben in Berlin ist auch im Vergleich zu Zürich viel günstiger. Man kann wunderbar auch mal auswärts zu Abend essen, ohne dass danach das Portemonnaie völlich ausgebeutet ist. Es gibt wahnsinnig viele spannende Museen und Gallerien. Oper, Theater, Konzerte und Musicals kann man sich dank der günstigen Studentenpreise auch leisten. Es wird einem also ganz bestimmt in Berlin nicht langweilig!