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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

06/07 WS + SS

Universität

BE-LEUVEN01
Leuven - Katholieke Universiteit Leuven

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

Wer ein Studienjahr auf Englisch verbringen will, dabei aber nicht im angelsächsischen Raum des Common Law studieren will, ist in Leuven genau richtig. Die Rechtsfakultät ist auf Europa- und Völkerrecht spezialisiert und wird von Dozenten unterrichtet, die meist zusätzlich in den Institutionen der E. U. arbeiten. Belgien selbst leidet an einer gespaltenen Identität, d. h. Flamen und Wallonen leben mehr nebeneinander denn miteinander. Das einzige was sie fraglos verbindet ist ihre Leidenschaft zum Bierbrauen und Biertrinken. Die Fähigkeit mit Andersartigkeit umgehen zu können, macht Belgien zur idealen internationalen Plattform. Es können wichtige berufliche Kontakte geknüpft werden und somit die Weichen für die spätere Karriere gestellt werden. Wer also dem Bier nicht abgeneigt ist, von einem Leben in einer Stadt träumt, die praktisch nur von ihren Studenten lebt und darüberhinaus die liebevolle Architektur der malerischen flämischen Städte schätzt, wird in Leuven eine wunderschöne und fruchtbare Zeit geniessen können.

Vorbereitung

Die Vorbereitung gestaltet sich von der administrativen Seite gar nicht so schwierig wie gedacht. Auf der Webseite der Koordinationsstelle des RWI’s (http://www.ius.uzh.ch/lehre/mobi/international/erasmus.html) findet man eine ganze Reihe von Universitäten, die einem Zürcher Jus-Studenten einen Auslandaufenthalt anbieten. Bis Ende Januar muss dann ein Anmeldungsformular (http://130.60.19.76/fmi/iwp/cgi?-db=mdb_webform_stud_out&-loadframes) eingereicht werden, wobei man sich bei drei Universitäten mit unterschiedlicher Priorität bewerben kann. Dabei werden die Prioritäten fortgeschrittener Studenten eher berücksichtigt.

Wenn einem dann im Frühling eine Universität zugeteilt worden ist, empfiehlt es sich, neben Erfahrungsberichten zu lesen und im Internet die Stadt Leuven (http://www.leuven.be) und ihre Universität (http://www.kuleuven.be) zu besuchen, auch mit Studierenden Kontakt aufzunehmen, die ihr ERASMUS-Jahr in Leuven zugebracht hatten (http://www.int.uzh.ch/out/berichte.html). Es ist sehr wertvoll, auf diesem Wege an wichtige Insidertipps zu kommen und einen Vorgeschmack zu erhalten. Als sehr nützlich kann ich den Erfahrungsbericht von Stefanie Samland (http://www.jurawelt.com/studenten/auslandsstudium/leuven) empfehlen, der, obwohl schon im Jahr 2003 geschrieben, ein umfassendes Bild vom Studienjahr in Leuven übermittelt.

Kurz nach der Zuteilung wird der Antrag von der Katholieke Universiteit Leuven (K. U. Leuven) durch ein „Certificate of Acceptance“ bestätigt. Mitgesendet werden dabei ein Kursprogramm, ein Stadtplan, eine „permission to register as an exchange student“ und die Broschüre „Information for exchange students“. Diese letztgenannte Broschüre enthält alle weiteren Informationen zur Vorbereitung und Ankunft, deren Nennung den Rahmen dieses Berichtes sprengen würde. Darum nur noch dies: Folgende Dokumente müssen unbedingt vor Abfahrt organisiert werden, um sich später in Leuven registrieren zu können:

  • Identitätskarte oder Pass
  • Stipendienbestätigung (vom International Relations Office)
  • 4 Passfotos
  • Bestätigung der Auslandskrankenversicherung
  • „Permission to register as an exchange student“ (Koordinationsstelle Leuven)
Aufwand soll vorallem bei Verfassen der Anrechnungsbestätigung nicht gescheut werden; er lohnt sich. Mit der Erasmus-Koordinatorin Sarah Notter hier in Zürich muss abgesprochen werden, welche Fächer in Leuven schlussendlich in Zürich angerechnet werden können. Hauptsächlich kommen die drei Wahlfächer in Frage, Rechtsgeschichte kann nur selten angerechnet werden. Neben diesen Fächern ist es unter bestimmten Auflagen auch möglich Seminararbeiten, Fallbearbeitungen oder eine Stempelklausur zu schreiben. Dabei müssen das Merkblatt zur Anrechnung von Studienleistungen (http://www.ius.uzh.ch/cont/MB_Anrechnungen_Mobilitaet.pdf), die Wegleitung für das Studium der Rechtswissenschaft (http://www.ius.uzh.ch/cont/LizentiatWegleitung.pdf) und die Promotionsordnung (http://www2.zhlex.zh.ch/Appl/zhlex_r.nsf/WebView/C1256C610039641BC1256AFC0029A2BE/$File/415.413_30.8.94_41.pdf) genaustens studiert werden, so dass es am Ende des ERASMUS-Jahres keine böse Überraschung gibt.

Es sei noch angemerkt, dass die K. U. Leuven über den Sommer Sprachkurse in Niederländisch oder Englisch anbietet, um den Einstieg zu erleichtern (http://www.law.kuleuven.be/erasmus/eng/language.html). Nicht nur sprachlich kann man sich eingewöhnen, sondern man lernt auch von Anfang an andere Studenten kennen, die im selben Boot sitzen. Eine andere Kontakte zu knüpfen bietet das System Flemish Buddy, wo man schon vor Ankunft per Internet mit einem belgischen Studierenden zusammengebracht wird (http://www.kuleuven.be/vesta/buddy/index.htm).

Ankunft

Zweimal im Tag fährt jeweils ein Zug von Zürich direkt nach Brüssel Nord. Obwohl die Zugfahrt achteinhalb Stunden dauert, ist sie dem Flugzeug vorzuziehen. Es gibt keine Gewichtsbeschränkung und ist recht preisgünstig. Darüberhinaus gewinnt man allerhöchstens zwei Stunden mit dem Flugzeug. Zwei Warnungen möchte ich gleich vorausschicken. Erstens: Brüssel hat zwei Flughäfen: Brussels National Airport (15 min. Zugminuten von Leuven) und Brussels Charleroi (90 Zugminuten von Leuven). Ein Flug nach Brussels Charleroi lohnt sich unter Umständen nicht. Zweitens: die flämische K. U. Leuven besitzt eine wallonische Schwesteruniversität mit dem Namen Louvain-la-Neuve 50 km südlich von Brüssel. Es gibt jedes Jahr eine Handvoll Auslandstudierende, die in Brüssel Nord den Zug nach Louvain-la-Neuve nehmen.

Es empfiehlt sich, vor der Reise für die erste Nacht ein Zimmer in der Jugendherberge „De Blauwput“ (http://www.leuven-hostel.com/jh_en.html) zu reservieren. Sie bietet preisgünstigen Service und befindet sich gleich neben dem Bahnhof. So kann man am nächsten Tag das Gepäck dort einstellen und sich unbeschwert in die Stadt begeben. Dort warten folgende Aufgaben:

  • SIM-Karte kaufen (Diestestraat)
  • Bei ERASMUS-Koordinator an der Fakultät De Valk anmelden (Tiensestraat 41)
  • Bei K. U. Leuven registrieren (Naamsestraat 22)
  • Bei „Dienst Bevolking“ (Stadtamt) registrieren (Muntstraat 3)
  • Bei VELO ein Fahrrad mieten (Minderbroedersstraat 12)
  Früh eine SIM-Karte zu erwerben ist für die Wohnungssuche unerlässlich, die Vermieter angerufen werden müssen. Meine Wahl war BASE prepaid, daneben gibt es noch Proximus und Mobistar. Zum Fahrrad: In Leuven kann man alles sehr gut zu Fuss erreichen, ein Fahrrad ist also nicht unentbehrlich. Allerdings hat sich mir mein Fahrrad ausbezahlt, weil ich am Stadtrand wohnte und auch sonst viel unterwegs war. Mit Reparaturversicherung, die man unbedingt abschliessen sollte, weil die Fahrräder alt sind, kommt man auf einen Betrag von 55 € pro Jahr mit 50 € Depot (http://www.kuleuven.be/velo/_eng/index.htm).

Zimmersuche
Wohnen

Wann ist es sinnvoll mit der Wohnungssuche zu beginnen? Es hängt davon ab, ob man ein oder zwei Semester in Leuven bleiben wird. Da die meisten Vermieter nur über 10 Monate ihre Wohnungen anbieten, ist es schwer etwas für nur 6 Monate zu finden.  Deshalb sollte man ein oder zwei Wochen vor Semesterbeginn nach Leuven reisen. Eigentlich ist es am besten, kurz im August nach Leuven zu kommen, um eine Unterkunft zu reservieren. In der Woche vor Semesterbeginn ist am schwierigsten noch etwas zu finden.

Vor seiner Ankunft muss man dem International Housing Service mittels eines Web-Formulars sein Ankunftsdatum bekanntgeben (www.kuleuven/accommodation/student/exchange.htm). In Leuven an der Naamsestraat 80 stehen stellt dieser Service Computer bereit, die Datenbanken mit Mietanzeigen enthalten. Diese kann man ausdrucken und nach Absprache mit dem Vermieter kann die Unterkunft direkt besucht werden. Grundsätzlich stehen zwei Formen von Unterkünften zur Verfügung: Kots und Studios. Ein Kot besteht aus einem Zimmer mit Bett, Schreibtisch, Spülbecken, Spiegel und Kleiderkasten (ca. 250 €/Monat). Küche, Dusche und WC müssen meist mit 8-12 anderen Studenten geteilt werden. Ein Studio ist für Studenten mit grösserem Budget, dafür verfügt der Mieter über eine eigene Dusche, ein WC und eine Küche (ca. 360 €/Monat).

Obwohl das Zimmer schon möbliert ist, muss doch meist noch ein Hausrat angeschafft werden. Am International Housing Service geben abreisende Studenten ihre Teller und ihr Besteck ab, so dass dies von ankommenden Studenten wieder abgeholt werden kann. Ein Besuch in der IKEA lässt sich wohl doch kaum vermeiden. Sie befindet sich in Zaventem und ist von Leuven mit einem Bus in 30 Minuten zu erreichen.

Universität

Die Katholieke Universiteit Leuven kann auf sechs Jahrhunderte zurückblicken und hat Namen wie Erasmus, Justus Lipsius und Andreas Vesalius in den Reihen ihrer Professoren. Auch heute erfreut sich die Universität grosser Beliebtheit vorallem vieler Auslandstudierenden, weshalb die Vorlesungen auf Englisch gehalten werden. Aus demselben Grunde hat sich die Rechtsfakultät auf Völkerrecht, aber vorallem auf Europarecht spezialisiert.

Die Mehrheit der an der Rechtsfakultät dozierenden Professoren sind international anerkannte Grössen auf ihrem Gebiet, die meist nur nebenamtlich unterrichten. Besonders zu empfehlen sind die Kurse von Prof. Koenraad Lenaerts, der seine wohl sehr anspruchvollen Vorlesungen auf eine engagierte und inspirierende Weise hält. Hauptberuflich ist er Richter am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg und seit diesem Jahr Vizepräsident des Gerichts. Den Ausführungen Prof. Jan Wouters zuzuhören ist nicht minder interessant, weil er das Völkerrechtsgeschehen in der Gegenwart erforscht. Andrerseits sind seine Vorlesungen meist unstrukturiert, er kommt meist zu spät oder schickt seine Assistenten und kommt mit seinem Stoff selten durch. Kurz: unterhaltsam, aber mühsam für die Prüfungsvorbereitung. Beide Professoren unterrichten übrigens auch am renommierten College of Europe in Brügge. Ein Geheimtipp ist dagegen Dr. Ammaryllis Verhoeven, eine junge Privatdozentin, die in der E. U. Kommission für den Gemeinsamen Markt arbeitet. Sie versteht es, die hintergründigen Theorien der Geschichte Europas so aktuell herauszuarbeiten, dass sie ihre Hörer regelrecht mitreisst.

Die Universität bietet vor der ersten Studienwoche Orientation Days an, in der den neuen ERASMUS und LLM Studenten in Präsentationen das Nötige erklärt wird (www.kuleuven.be/vesta). Es werden Studentenorganisationen vorgestellt, Ausflüge organisiert, und eine Party veranstaltet. In der ersten Studienwoche stellen alle Professoren ihre Vorlesungen vor, so dass die Studierenden sich erst gegen Ende der zweiten Woche endgültig festlegen müssen, welche Prüfungen sie abschliessen wollen. Das ergibt schliesslich ein Learning Agreement, das an der Koordinationsstelle der Fakultät unterschrieben werden muss. Mein Learning Agreement über die zwei Semester, sah folgendermassen aus:

  • Continental Legal History* (Dirk Van den Auweele)
  • European Legal History* (Dirk Van den Auweele)
  • Constitutional Law of the E. U. (Koenraad Lenaerts)
  • Public International Law (Jan Wouters)
  • The Law of the External Relations of the E. U. (Koenraad Lenaerts)
  • Philosophy of Law (Bart Raymaekers)
  • European Legal Thinking (Ammaryllis Verhoeven)
  • Niederländisch – Level 1 (Leen Verrote)
  • Niederländisch – Level 3 (Kitty Sterkendries)
* nur mit Bestätigung gültig, die bescheinigt, dass die Prüfung mittels einer Textegese abgelegt wurde. 

Ein Wort zu den Prüfungen darf natürlich nicht fehlen. An der K. U. Leuven werden Prüfungen immer Ende Semester abgehalten. Nach Ende der Vorlesungen beginnt die sogenannte Examination Period, in der während einem Monat sporadisch Prüfungen abgehalten werden. Für die meisten ERASMUS-Studenten ist diese Zeit sehr stressig, weil Zürcher Studenten aber nur etwa die Hälfte Vorlesungen anrechnen können, sollten die Prüfungen mit Erfolg abgelegt werden können. Der Unterschied zwischen dem Prüfungsstoff in Zürich und Leuven ist, dass in Leuven viel mehr gelesen werden muss, als in Zürich. Dafür wird aber nicht wortgetreue Wiedergabe erwartet und eher offene Aufsatzfragen gestellt. Falllösungen sind natürlich auch Bestandteil des Prüfungsprogramms, nur ist der Aufbau lockerer: Anstatt mit Tafeln und Prüfungsschemas zu arbeiten, wird mehr Wert darauf gelegt, wie zutreffend man einen konkreten Fall mit Urteilen aus der Rechtsprechung diskutieren und kommentieren kann. Die Prüfungen dauern meistens drei Stunden. Vereinzelt werden mündliche Prüfungen abgenommen. Mündliche wie schriftliche Prüfungen werden mit Noten von 0-20 benotet. Die folgende Tabelle zeigt die Umrechnung.

  • 18-20 = 6      summa cum laude (5.6-6)
  • 16-17 = 5.5   magna cum laude (5.1-5.5)
  • 14-15 = 5      cum laude (4.6-5)
  • 12-13 = 4.5   cum fructu (4.1-4.5)
  • 10-11 = 4
  • 8-9      = 3.5
  • 0-7      = 1-3

Die Koordinationsstelle der Rechtswissenschaftlichen Fakultät wird von Prof. Dirk Van den Auweele geleitet (http://www.law.kuleuven.be/erasmus/eng). Nadine Kersten ist die Anlaufstelle für Studenten und beantwortet alle E-mails schnell und kompetent. Beiden darf ein Kränzchen gewunden werden. Wenn irgendein Problem besteht, helfen sie gerne und suchen nach Lösungen.

Leben/Freizeit

Da die meisten Studenten allein in ihrem Zimmer wohnen, organisiert sich der Alltag folgendermassen: um 9 oder 10 Uhr aufstehen, Vorlesungen besuchen, Mittagessen, Skripte lesen und am Abend in den Ausgang um doch noch ein paar Leute anzutreffen. Da es in Leuven so viele Bars gibt wie Biers in Belgien, sei hier nur die Top Seven genannt. Mein persönlicher Favorit ist Den Brosser, weil die Ambiance gemütlich ist und man jedes Bier im dazugehörigen Glas serviert wird, auch das „Kwak“ mit seiner speziellen Trinkvorrichtung. Im Irish Pub wird dagegen Guiness serviert und laufen alle wichtige Fussballmatches, im College gibt es die besten Cocktails, in der Villa Ernesto läuft südamerikanische Salsa-Musik, im De Werf werden die fruchtigsten Salate angeboten und im Down Town Jack stehen die schönsten Billard-Tische.

Zum Essen im grossen Stil findet bestimmt jeder etwas nach seinem Geschmack in der Muntstraat. Für so zwischendurch gibt es in Sandwich-Läden die feinsten Eingeklemmten, in Frituuren erhält man neben Pommes Frites so ziemlich alles, was man fritieren kann und durch die Nacht helfen die Nachtwinkel für das Nötigste aus.

Der Sport sollte gerade neben diesen kulinarischen Kostbarkeit nicht zu kurz kommen. In Heverlee befindet sich ein riesiges Sportzentrum mit Fitnessraum, Tennisplätzen, Sportbahn, Rugby- und Fussballplätzen. Das Sportangebot reicht von Tischtennis über Volleyball und Squash bis über zu Fechten und Badmington.

Um einen gemütlichen DVD-Abend zu gestalten, kann man natürlich in einem der vielen Videotheken DVD’s für 3 €/Abend ausleihen. In der Rijschoolstraat 4 dagegen bietet die Stadtbibliothek Tweebronnen auch für 0.50 €/3 Wochen an (http://bib.vlaamsbrabant.be/F/RA6HGEVE6PDSHJS21BATSX9I4FLKMH8IQHEDJ8UY15C6FXAGDE-01632?func=find-c-0&local_base=leuv). Eine grosse Auswahl an Comics ist ebenfalls vorhanden, was für das Erlernen von Niederländisch sehr hilfreich ist.

Zum Niederländischen selber: Da der Stundenplan eines Zürcher Studenten in Leuven nicht gerade überfüllt ist, steht Zeit und Raum offen für einen Sprachkurs am Instituut voor Levende Talen (ILT) (http://www.kuleuven.be/ilt) in der Dekenstraat 6. Der ERASMUS-Kurs des ersten Semesters ist gratis, so dass nur die Lehrbücher bezahlt werden müssen. Für einen Deutschsprachigen ist das niederländische Vokabular auf Grund der grossen Ähnlichkeit leicht zu erlernen. Auch in der Grammatik kann man sich auf das deutsche Sprachgefühl verlassen. Deshalb ist es auch möglich im zweiten Semester ein Level zu überspringen und dann gleich mit dem dritten Level abzuschliessen. Die Lehrer am ILT sind sehr motiviert und der Unterricht ist sehr interaktiv und gestaltet sich niemals langweilig.

Leuven selbst ist nicht sehr gross, deshalb gibt es trotz seiner reichen Vergangenheit auch nicht so viel zu sehen. Nichtsdestotrotz sollte das Rathaus unbedingt mit einem Führer besucht werden. Daneben ist der kleine und grosse Beginenhof sehr sehenswert. Nicht zu verpassen ist auch ein Besuch in der Zentralen Bibliothek am Ladeuze-Plein. Und da noch ein Geheimtipp: Wenn man an der Reception fragt, kann man am Dienstag und am Donnerstag Abend bei einem Glockenspielerkonzert auf dem hohen Bibliotheksturm zugegen sein (http://www.kuleuven.be/cultuur/beiaard/torenbezoek.htm). Zu guter Letzt darf auch die Bierbrauerei Stella im Norden von Leuven nicht unerwähnt bleiben. Ein Besuch dorthin mit ein paar Freunden lohnt sich allemal.

Um ein wenig aus dem kleinen Leuven herauszukommen organisieren der International Contact Club (ICC) (http://www.kuleuven.be/icc) und Pangaea (http://www.kuleuven.be/pangaea) verschiedene preiswerte Ausflüge in Belgien oder auch ins Ausland. Für Studenten unter 26 Jahren ist es aber auch sehr preiswert, in Belgien die wunderschönen Flämischen Städte zu besuchen. Mit dem Go-Pass, den man an jedem Bahnhof für 45 € erhält, hat man zehn Fahrten von einer beliebigen Belgischen Stadt in eine andere zu gute. Auch für die Heimreise in die Schweiz lohnt es sich den Go-Pass von Leuven bis zur französischen Grenze in Arlon zu benützen.

Ich empfehle folgende Ausflüge: nach Brügge, für manche die schönste flämische Stadt mit Brücken, Flüssen, Booten und Kutschen; nach Oostende, wo ein Küstentram der See entlang fährt; nach Maastricht, eine der ältesten niederländischen Städte; nach Antwerpen, der Diamanten- und Hafenstadt; nach Waterloo, wo die Napoleon’s herbste Niederlage jährlich nachgespielt wird; nach Gent, das mit seinen drei Türmen ein einmaliges Stadtbild bietet und natürlich nach Brüssel, das neben dem wunderschönen Stadtkern auch Attraktionen wie das Atomium und die ultramodernen EU-Gebäude bereithält. Daneben werben die SNCB (http://www.b-rail.be/main/D/) mit Aktionspreisen zu den Städten Köln, Paris, Amsterdam und London, die alle innerhalb von drei Stunden zu erreichen sind. In Leuven kann man sich also mit guten Gewissen sich im Herzen (West-)Europas wähnen.