Internationale Beziehungen

News
UZH International
Studieren an der UZH
Studieren im Ausland
Doktorierende
Lehrende / Mitarbeitende
Nord-Süd-Kooperation
Über uns  

Erfahrungsberichte

zur Übersicht

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

05/06 SS

Universität

FR-LILLE11
Lille - Université Catholique de Lille

Studienfach

Humanmedizin (4000)

Gesamteindruck

Ich blicke auf ein spannendes und ereignisreiches Semester zurück! Zum einen habe ich einen Einblick bekommen, wie sich das Medizinstudium in Frankreich (im Speziellen an einer privaten Universität) gestaltet, zum anderen hatte ich nebst Kursen und Praktika am Spital auch genügend Zeit, Kontakte mit Leuten aus aller Welt zu knüpfen!

Vorbereitung

Ehrlich gesagt, mit der Vorbereitung meines Auslandaufenthaltes habe ich es lange Zeit nicht sehr ernst genommen. Mein Austauschsemester war ja noch soo weit weg... Natürlich habe ich die Zeitlimite für die Anmeldung eingehalten und das Formular rechtzeitig eingereicht. Etwa zwei Monate vor der Abreise habe ich dann eine Unterkunft organisiert und den für Austauschstudenten zuständigen Sekretär der Gastuniversität per E-mail kontaktiert. Dann blieb mir nur noch übrig, den Flug zu buchen, die Koffer zu packen...und natürlich eine Untermieterin für meine 1-Zimmerwohnung während meiner Abwesenheit zu suchen, denn ich hatte keine Lust doppelte Miete zu zahlen, sowohl in Frankreich als auch in der Schweiz. C'est ça!

Ankunft

Als ich in Lille ankam, war ich zuerst einfach nur erschöpft von der Reise und vom Koffer schleppen... Es war Samstag Nacht. Die ersten paar Nächte verbrachte ich in einem günstigen Hotel, da mein Zimmer im Studentenheim erst ab 1. Februar gebucht war, das Datum meiner Ankunft aber bereits der 28. Januar war. Die ersten Tage habe ich dann auch damit verbracht, die Stadt und die Uni etwas zu erkunden.

Zimmersuche
Wohnen

Eigentlich wollte ich ja eine WG suchen, am besten mit anderen französischen Studenten zusammen, um auch möglichst schnell die Sprache besser zu beherrschen. Da kam mir das E-mail gerade recht, das ein französischer Medizinstudent namens Aymeric an alle ERASMUS-Medizinstudenten geschickt hatte mit dem Angebot eines Zimmers in seiner WG. Doch nach meiner Antwort hörte ich lange Zeit nichts mehr und vergass es darum auch wieder... Auf der Internetseite der Gastuniversität fand ich dann einen Link zu einer Organisatioin namens AEU - Association d'Entraide Universitaire, die Zimmer in Studentenheimen vermietet. Dort habe ich mich dann auch angemeldet. Als Aymeric etwa einen Monat vor meiner Abreise dann endlich zurückschrieb und meinte, es sei ok mit dem WG-Zimmer war es leider schon zu spät und ich musste absagen...

Universität

Mein Semester begann mit Vorlesungen in zwei verschiedenen Fächern: Pädiatrie und Gynäkologie. Anfangs hatte ich wirklich ziemlich grosse Mühe, den Dozenten zu folgen, da ich weder über Vorlesungsunterlagen verfügte noch eine Ahnung hatte, was die zahlreichen Fachausdrücke und Abkürzungen zu bedeuten hatten... Aber zum Glück ging es ja allen ERASMUS-Studenten gleich, und wir konnten uns etwas organisieren. Nach zwei Monaten habe ich mich sogar an einer Prüfung in Pädiatrie versucht (die ich natürlich nicht bestand...)! Viel interessanter als die Vorlesungen waren für mich die Praktika am Spital, je zwei Monate Onko-Hämatologie und Pädiatrie. Man kommt für einmal mit der praktischen, angewandten Medizin in Berührung und zudem bringt man bei der Befragung der Patienten automatisch sein Französisch auf Vordermann...

Leben/Freizeit

Hm, was soll ich dazu sagen... Man kann sich wirklich auf keinen Fall beklagen, dass in Lille zu wenig los sei - im Gegenteil! Diese Stadt ist jung, sie lebt, sie ist voller Studenten aus dem In- und Ausland! Die kulturellen Angebote überhäufen sich: Festivals, Gratis-Konzerte, Ausstellungen, zahlreiche Bars, Studentenpartys und, und, und! Wem es hier langweilig wird, der hat definitiv etwas falsch gemacht!

Ausserdem ist Lille ideal gelegen, um in kurzer Zeit viele europäische Städte zu erreichen: Ich war mit dem Eurostar in London, mit dem TGV in Paris und Brüssel, mit Eurolines in Amsterdam... Die Region ist natürlich auch sehenswert, vor allem die Atlantikküste (Côte Opale) mit den Stränden, Klippen und Kaps ist eindrücklich.