Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

05/06 SS

Universität

DE-BERLIN13
Berlin - Humboldt-Universität zu Berlin

Studienfach

Humanmedizin (4000)

Gesamteindruck

Berlin ist zugleich eine sehr hässliche Stadt, mit tausenden Graffitis und zugleich eine wunderschöne Stadt. Ich glaube diese Mischung ergibt für mich mein Erinnerungsbild an Berlin. Es ist eine Stadt in der kontinuierlich gebaut wird, sich alles verändert und in der Kunst und Kultur grossgeschrieben wird. Ich habe im Stadtteil Prenzlauerberg gewohnt, also im ehemaligen Osten. Die nah zurückliegende Geschichte Berlins hat mich oft erschauern lassen. Es ist unglaublich sich die Mauer stehend vorzustellen, oder sich die teilweise noch sichtbaren Schusslöcher an einigen immernoch nicht sanierten Häusern anzuschauen, die wahrscheinlich noch vom 2ten Weltkrieg zeugen. Es gibt hier so viel zu sehen und zu erleben, ich glaube das was mir am stärksten geblieben ist und das ich sehr interessant fand, war die Besichtigung des ehemaligen Stasigefängnisses in Hohenschönhausen. Die Führung wird durch einer der ehemaligen Gefangenen gemacht und weist die ganze Schrecklichkeit noch stärker auf. In dieser Stadt fühlt man die vergangene Geschichte immernoch sehr stark. Durch den längeren Aufenthatl hier sieht man auch, dass die jahrzehntelange Trennung der Stadtteile immernoch nicht überwunden ist.

Ich habe mir gleich zu Beginn meines Aufenthaltes auf einem der zahlreichen Flohmärkte Berlins ein Fahrrad gekauft, mit dem ich die Stadt erkundet habe und dadurch recht bald die Stadtkarte zu Hause lassen konnte. Ich kann jedem der nach Berlin fährt für längere Zeit, nur empfehlen das Fahrrad als Fortbewegungsmittel zu wählen. Berlin ist die ideale Fahrradstadt. Ich glaub ich habe noch nie soviele Fahrradfahrer in einer Stadt gesehen.  Die meisten anderen Erasmusstudierende haben sich auch ein Fahrrad zugelegt und so ergab es sich sehr häufig, das wir sehr schöne Touren in die grüne Teile der Stadt gemacht haben.

Ich habe hier sehr viele neue Leute kennengelernt aus sehr unterschiedlchen Ländern dadurch habe ich ein bisschen auch deren Kulturen kennengelernt. Ich hoffe das wir es über die Distanz schaffen werden die Freundschaften aufrechtzuerhalten. Es ist sehr schön Freunde im Ausland zu haben. Ich freue mich auch sehr auf deren Besuch in der Schweiz.

Ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Austausch machen durfte und kann es jedem nur empfehlen.

Vorbereitung

Die Vorbereitungen waren für mich glücklicherweise sehr einfach, da ich von einem Bekannten eine sehr günstige Wohnung im Stadtteil Prenzlauerberg zugesichert bekam.. Ich war dafür sehr dankbar, da es für mich zeitlich nicht möglich gewesen wäre früher nach Berlin zu reisen um mich in WG´s vorzustellen. Später habe ich erfahren, dass es auch möglich gewesen wäre sich für ein Studentenwohnheim einzuschreiben, wo man auch sehr günstig wohnen kann, dafür aber ein bisschen ausserhalb des Zentrums wohnt. Andererseits wohnen das sehr viele andere Erasmusstudenten, was ich als sehr grossen Vorteil werten würde.

Ankunft

Da ich noch nie zuvor in Berlin war,  war alles neu für mich. Und die ersten paar Tage waren sogar ein bisschen einsam und mühsam, weil es soviel Papierkram zu erledigen galt. Aber im Rückblick ist es doch ganz lustig den deutschen Bürokratismus am eigenen Leibe zu erleben. Es gibt sehr viele Formulare die man holen muss, die völlig sinnlos sind und nur noch nicht abgeschafft wurden. man verliert extrem viel Zeit weil man überall etwa 3 Stunden warten muss. Aber in den darauffolgenden Wochen vergisst man diese Qual dann recht schnell und die Anfangsschwierigkeiten erscheinen gar nicht mehr so wild.

Universität

Ich habe mich fast nicht am Universitätsgebäude selbst aufgehalten, da  die medizinischen Kurse alle in den verschiedenen, sehr weit auseinanderliegenden, Lehrkrankenhäusern der Charite stattfinden. In den ersten Wochen hatte ich grosse Mühe mich zurechtzufinden, weil ich einfach die Kursräume nicht finden konnte. Es war fast schon ein bisschen Standart zum jeweils ersten Kurs zu spät zu kommen und das mit einberechneter halben Stunde fürs Suchen. Aber glücklicherweise nehmen es die Kursleitenden den Erasmusstudierenden nicht so übel. Es scheint ein gegebenes Übel am Anfang zu sein. Aber es geht hier jedem Erasmusstudenten gleich. Und sehr bald kennt man sich fast so gut wie die Regulärstudierenden aus.

Die lehrenden Ärzte waren sehr nett und kompetent. Die Kurse waren sehr ähnlich wie in der Schweiz. Das Schöne war, dass man als Erasmusstudent ein bisschen auf den Krankenhausstationen mithelfen darf wenn man den Prof. fragt. Das ist so wie eine Art kurze Famulatur. Ich habe dadurch sehr viel gelernt.

Leben/Freizeit

Ich habe in Berlin sehr viele andere Erasmusstudierende, welche vorwiegend auch Medizin studieren, kennengelernt. Wir haben gemeinsam unsere Freizeit verbracht. Wir haben zusammen gekocht, jedesmal etwas aus einem anderen Land. Waren die Stadt besichtigen, Museen besuchen, im Theater, haben die Biergärten Berlins kennengelernt und natürlich die WM gemeinsam geschaut. Berlin hat sehr viel zu bieten und es wird nie langweilig.