Bilder zum Bericht

Studentenparties :-)

Karskirche

Hotel Sacher, ums Eck Caf Mozart, sehr empfehlenswert

Hofburg

Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

05/06 WS + SS

Universität

AT-WIEN64
Wien - Medizinische Universität Wien

Studienfach

Humanmedizin (4000)

Gesamteindruck

Das Jahr in Wien war ein voller Erfolg. Der Grund weshalb man ins Ausland geht ist ja meist nicht die Universität sondern das drumherum. Wien ist eine so tolle Stadt dass mir die Ideen nie ausgegangen sind. Schöne Orte wie z.B der Park Schönbrunn sind bei gutem Wetter jedesmal aufs Neue wunderschön. Als Schweizer wird man auch herzlich empfangen, wobei Vorurteile weit verbeitet sind. Als Schweizer verdient man immer viel und ist reich. Viele Österreicher amüsieren sich über das Schweizerdeutsch. Wenn man es spricht kann man ihnen immer wieder eine Freude bereiten. Einen Aufenthalt in einer anderen Stadt ist sehr bereichernd. Wenn man immer nur in seiner Heimatstadt bleibt ist man vielleicht engstirniger. Denkweisen und Lebensphilosophien sind auch in einer Stadt welche nur 600 km entfernt ist anders und eine Bereicherung fürs Leben.

Vorbereitung

Ich habe eigentlich nicht viel vorbereitet. Ich habe mich bei dem österreichischen Austauschdienst für ein Studentenheimzimmer beworben. Da ich dies sehr kurzfristig getan habe dachte ich ich bekäme sowieso kein Zimmer mehr, ich hatte aber Glück und bekam im erst gerade fertiggestellten Heim an der Molkereistrasse im 2. Bezirk ein Zimmer. Für studentenverhältnisse luxuriös mit allem was das Herz begehrt, ab Fussballeuropameisterschaft ist sogar die U2 erweitert, sodass beinahe vor dem Haus eine U-Bahnstation gelegen ist. Leider randalieren betrunkene Austauschstudenten immer wieder sodass Massnahmen ergriffen werden mussten.Die Kurse betreffend habe ich Dr. Human Salemi, vom Büro Internationale Beziehungen, meine Wünsche für die Kurse vorgelegt, und von ihm ein super Program zusammengestellt bekommen. 

Ankunft

Die Ankunft war an einem spätsommerlichen Tag mit heissen Temperaturen. Mit viel Gepäck musste ich mich auf das richtige Büro durchschlagen um meinen Zimmerschlüssel abzuholen, da es ein Büro für viele Studentenheime gibt. Damals wurde ich das erste mal mit österreichischer Büromentalität konfrontiert: Warten ist dort selbstverständlich. Wenn ein Schweizer nach 10 min extrem ungeduldig wird, ist das für einen Wiener schnell bedient. Nach ca. 2 Stunden bekam ich dann endlich den Schlüssel.Ausserdem gelten ganz andere Regeln. In der U-Bahn gehört ein Koffer auf eine ganz bestimmte Art hingestellt. Sodass es zu jeder Zeit irgendwas neues unbekanntes gibt.

Zimmersuche
Wohnen

Die Zimmersuche ist von der Schweiz aus schwieriger, da die Vermieter die Leute meist sehen wollen. Im Internet gibt es mehrere Angebote. Ich habe mich dann über den ÖAD ein Zimmer mieten können. Es war in einem Studentenheim im 2. Bezirk, nigelnagelneu gebaut. Es war sehr schön, doch ein bisschen steril und unpersönlich. Deshalb habe ich mir nach ein paar Monaten ein neues Zimmer in einer Wg gesucht, welches auch näher beim AKH, also beim Krankenhaus liegt. Mir hat dies besser gefallen, auch war das Zimmer viel geräumiger und die Küche besser ausgestattet, hat es doch in Studentenheimen meist nur 2 Kochplatten. Preislich liegt das Niveau unter demjenigen von Zürich, doch viel günstiger ist es meist auch nicht. Man findet für 200 Euro ein Zimmer, doch etwas anständiges gibt es erst ab gut 300 Euro. 

Universität

Ich habe im alten Studienplan studiert, somit weiss ich über den Neuen nicht gut Bescheid. Die ganze Angelegenheit war zum Teil ein bisschen chaotisch. Obwohl ich überall angemeldet war wusste jedes 2te Büro nicht dass ich für den Kurs angemeldet war. Oft waren die Praktika nicht wirklich praktisch, sondern eher in Vorlesungsform und mit ganz wenig Patienten. Einzig Intensivpraktika auf den Stationen waren mit viel Patientenkontakt, wobei man aber eher als Famulant eingesetzt wurde. Das heisst am Morgen Blutentnahmen und dann EKG schreiben, Aufnahmen und Infusionen umhängen und bei der Visite mitgehen. Somit war der Lerneffekt eher geringer wenn ich mit Praktika am USZ vergleiche, bei denen man mit Professor von Patient zu Patient geht und die Pathophysiologie durchbespricht. Da die Praktika meist Blockveranstaltungen sind geht es sich auch nicht aus Vorlesungen zu besuchen. Das kombinieren ist beinahe unmöglich. Deshalb und wohl noch wegen anderen Gründen sind die Vorlesungen praktisch unbesucht. Eindücklich war die Psychiatrievorlesung mit 6 Studenten in Hörsaal. Dozenten welche 30 Minuten zu spät kommen waren eher die Regel als die Ausnahme. Ich habe die Universitätsklinik als nicht geeignete Einrichtung erlebt für die Studentenausbildung. Jeder Student bringt sich das Wissen selber bei. 

Ich glaube aber bei dem neuen Studiengang haben sie genau auch dieses Problem verbessert, sodass das Studium mehr Unterrichtscharakter annimmt und sich die Dozenten auch mehr Mühe geben. Ich habe sicher nicht soviel gelernt wie wenn ich in Zürich das 4. Jahr gemacht hätte, doch ist die Universität ja auch nicht der primäre Grund gewesen weshalb ich nach Wien gegangen bin.

Leben/Freizeit

Wien ist eine Weltstadt. Es leben ca 1.6 Millionen Menschen in dieser Stadt, deshalb sind die Distanzen auch ein bisschen anders als in der Schweiz. Doch mit dem sehr guten U-Bahnnetz ist man doch relativ schnell überall. Die Österreicher sind sehr nette Menschen, ich würde behaupten dass sie ein bisschen sozialer sind und eher für die Schwächeren da sind, angefangen in den öffentlichen Verkehrsmitteln, wo das Platzmachen für Behinderte konsequent ausgeführt wird.

Die Altstadt ist wunderschön und bietet auch nach Monaten immer wieder Überraschungen. Der imperialistische Baustil ist sehr eindrücklich. Am besten kann man ihn von den berühmten Kaffeehäusern aus bei Mélange und Sachertorte mit Schlagobers bestaunen.

Das kulturelle Angebot ist riesig. Unmengen an Theater und mehrere Opernhäuser als Beispiel. Besonders hat mir die Staatsoper gefallen, es ist ein Erlebnis dort eine Oper zu hören. Natürlich gibts viele Shoppingregionen, je nach Budget ist die Mariahilferstrasse oder die Kärntnerstrasse auch immer wieder ein Besuch wert gewesen.

Was wäre eine Stadt ohne nightlife? Wien hat einiges zu bieten. Unmengen an Bars und Clubs und das für jeden Geschmack. Legendär sind Studentenclubs welche auch an Wochentagen immer mit Studenten vollgestopft sind, abgesehen davon dass die Getränke um ein vielfaches günstiger sind. Dass kann dann schon auch einmal unangenehmer werden, doch die Taxifahrer sind immer an Ort und Stelle wenn man sie dringenst benötigt um nach Hause zu kommen.