Erfahrungsberichte

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Wer

jgutvilla[at]gmail.com

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

16/17 SS

Universität

AR-
Buenos Aires - Pontificia Universidad Católica Argentina

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Es war ein geniales Semester, welches ich in BsAs verbringen durfte. Ich würde es jedem weiterempfehlen, da es eine pulsierende Stadt ist, wo man immer etwas unternehemen kann, es wird einem als nie langweilig. Die UCA an sich ist nicht mit der UZH zu vergleichen, aber dennoch war es eine gute Erfahrung, sich in einem völlig anderen Studentenleben zurecht zu finden.

Vorbereitung

Für mich schienen die Vorbereitungen für den Autausch zu Beginn sehr einschüchternd, aber es wirkt schlimmer als es tatsächlich ist. Man muss jedoch viele verschiedene Formulare ausfüllen und dies sowohl für die UZH wie auch für die UCA. 

Was ich als eher schwierig empfand, war es, die Fächer schon im Voraus für Anrechungsvereinbarung zu bestimmen, da es nur ein altes Vorlesungsverzeichnis gab vom letzen Semester und nichts aktuelles. Ich habe anschliessend Fächer bestimmt, die mir auch die UZH angerechnet hätte. Jedoch merkt man dann schnell in BsAs, dass nicht alles so einfach und unkompliziert ist wie bei uns in der Schweiz. Die Fächer hatten sich ziemlich verändert und von den vier Fächern, die ich im Voraus gewählt hatte, war nur noch eines im aktuellen Vorlesungsverzeichnis. Aber ich habe dann ohne Problem die Ergänzungsvereinbarung mit der UZH abgeschlossen und somit dann einfach neue Fächer gewählt, welche mir dann angerechnet wurden. 

Ansonsten muss man sich keine Sorgen machen mit dem Visum, da man von der UCA vor der Abreise eine Bestätigung bekommt, die ich beim Check-in zeigen musste, aber dann beim Einreisen in Argentinien hatte ich gar keine Probleme. 

Ankunft

Ich bin drei Wochen vor der Einführung an der UCA angekommen. Es war allerdings nicht mein erstes Mal in BsAs, weshalb ich dann auch nicht lange in BsAs blieb, sondern dann noch nach Patagonien bin, um zu reisen (was ich euch noch empfehlen kann). 

Aber viele Mitstudenten sind ganz verschieden angekommen, einige schon zwei Monate vor Beginn, um die Stadt noch kennen zu lernen, und andere erst ein Tag vor Beginn. Die Einführung an der UCA bietet eine super Möglichkeit, die Uni mal zu besuchen, bevor es dann richtig losgeht, andere Studenten kennezulernen und dann auch die PALS (PALS sind eine Gruppe von Argentiniern, die einem die UNI aber auch BsAs vertraut machen und somit findet man auch Anschluss zu Argentiniern und nicht nur Austauschstudenten). Das Semester beginnt dann je nach Fakultät gerade in der folgenden Woche oder dann eine Woche später, womit man dann auch noch Zeit hat, um BsAs kennenzulernen.

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe Verwandte in BsAs und konnte mit ihnen wohnen. Jedoch haben viele meiner Freunde sich für die ersten paar Wochen ein Hostel oder Airbnb gesucht und dann anschliessend vorort eine Wohnung gesucht. Es ist sehr typisch, dass die WGs teilweise bis zu 15 Mitbewohner haben, was vielleicht zuerst einschüchternd ist, aber so hat man schon super viele Leute, mit denen man Dinge unternehmen kann. Aber natülich gibt es auch kleinere WGs, Gastfamilien oder auch Einzelwohnungen. 

Die Barrios, welche zu empfehlen sind, wären Recoleta, Palermo (Viejo, Hollywood, etc....), die Meinungen über San Telmo unterscheiden sich. Ich habe schon von vielen gehört, wie sicher es ist, und andere wagen sich aber Nachts nicht allein nach San Telmo. 

Universität

Die UCA an sich ist nicht mit der UZH zu vergleichen. Es ist allerdings eine sehr renomierte Uni in BsAs, da es auch eine sehr teure Uni ist (in BsAs gibt es Privatunis, die man bezahlen muss oder dann öffentliche Unis, die gratis sind). Man merkt schnell an der UCA, dass nicht alles so einfach ist wie bei uns. Man muss sich für die Kurse vor Ort einschreiben und kann es nicht über ein Internettool machen wie bei uns. Was vor allem aufwändig und mühsam war, war die Fächer im Vorlesungsverzeichnis zu finden. Ihr Vorlesungsverzeichnis sind Ordner, die je nach Studiensemester geordnet sind und dann in einem anderen Ordner ein Studenplan, wo man sein Fach suchen muss und somit sicherstellen, dass sich die Fächer nicht überschneiden. Es ist nicht unmöglich, nur anders. Am Besten holt man sich Hilfe bei den Lehrpersonen oder bei einem argentinischen Mitstudenten und dann klappt es auch ohne Problem.

Ansonsten war mein Eindruck, dass die Fächer mit den Argentiniern viel besser waren als die Fächer speziell für Austauschstudenten. Allerdings muss man beachten, dass die Fächer mit den Argentiniern auch viel aufwändiger sind. Man hat an der ganzen Uni aber Zwischenprüfungen, teilweise auch zwei, und dann am Ende vom Semester noch eine Abschlussprüfung, die mündlich oder schriftlich sein kann. Während dem Semester fallen immer wieder Hausaufgaben an und generell musste ich viel lesen für meine Fächer. 

Die Klassen sind aber viel kleiner wie bei uns, da es sich maximal um 30 Personen handelt. Deshalb wird auch viel mehr auf Diskussionen gesetzt und man kennt auch seine Professoren viel besser und man ist per-Du mit ihnen. Bei mir war es schwieriger mich an der Uni mit Argentiniern zu befreunden, da ich Kurse aus dem 4 Jahr belegte und die Argentinier hatten dementsprechend schon 4 Jahr Zeit, sich kennenzulernen und ihre Gruppen zu bilden. Aber man findet dennoch Anschluss, es ist einfach mehr eine Atmosphäre wie wir es vom Gymnasium kennen. 

Leben/Freizeit

In BsAs wird einem nie langweilig. Es gibt für jeden immer etwas zu unternehemn. 

Die Stadt hat ein riesiges Kulturangebot, wovon sehr vieles auch gratis ist. Es gibt verscheidene Kulturzentern, wo man gratis Konzerte hören kann, wo es gratis Kochkurse oder auch Tanzstunden gibt, insbesondere Tango. Es gibt aber auch endlos viele super moderne und geniale Restaurants, die man in den verschiedenen Quartieren erkunden muss und somit einfach die Stadt geniesst. Im Sommer vorallem gibt es super viele Rooftop Bars, die unglaublich sind und welche man unbedingt erkunden muss. 

Am Sonntag finden immer in verschiedenen Quartieren Märkte sogennante Ferias statt, welche man unbedingt erkunden muss. Die Feria de San Telmo ist berühmt für die vielen Strassenkünstler, ist aber auch eher für die Touristen als für die Argentinier selbst. Was ich unbedingt empfehlen würde, ist die Feria de Mataderos, welche wirklich typisch argentinisch ist und jeden Sonntag auch stattfindet. 

Natürlich muss man auch die Chance nutzen, um zu reisen. Es gibt genügend Feiertage, womit man ein langes Wochenende verreisen kann. Argentinien selbst hat sehr viele verschiedene Landschaften zu bieten, die alle einzigartig sind und auch sehr verschieden voneinandern. Aber natürlich ist eine Reise in die Anden (Bolivien und Peru) sehr empfehlenswert, wenn man Zeit dazu hat, und man wird so viele verschiedene Eindrücke dann auch mit nach Hause nehmen. 

Falls ihr vielleicht lieber in einer Gruppe die Stadt erkunden, dann schaut doch bei den verschiedenen Studentenorganisationen nach, was sie so im Angebot haben. So wie die PALS von der UCA oder dann die BAIS. Man kann sich bei Ihnen einschreiben und an viele Events gehen oder sich einfach inspirienen lassen von ihren Ideen. 

Wie ihr seht, hat es super viele geniale Dinge zum Angebot, die man auch nutzen sollte, wenn man nach Buenos Aires geht. Geniesst es in vollen Zügen.