Erfahrungsberichte

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Wer

pascal.m37[at]gmx.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

16/17 SS

Universität

CN-
Hangzhou - Zhejiang University

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Der Gesamteindruck meines Austauschsemesters ist sehr gut. Einen Einblick wie diesen in ein fremdes Land und deren Universität zu erhalten ist sehr speziell und interessant. Das Leben in einer Chinesischen Grossstadt welche in der Schweiz kaum bekannt ist unterscheidet sich sehr stark von der Schweiz. Eine bessere Möglichkeit gibt es nicht dies zu erleben, da neben dem Studium natürlich auch Zeit bleibt die örtlichen Traditionen und Gegebenheiten zu erkunden. Das Universitätssystem und die Art des Lehrens unterscheidet sich von unserem System, es war sehr interessant dies kennenzulernen. Ich würde sofort wieder nach Hangzhou gehen, ich habe sehr viele neue Freunde gefunden und China ist ein sehr spannendes Land. Ich machte dieses Austauschsemester mit einem Kollegen von der Universität Zürich, was ich sehr gut fand. Man trifft trotzdem sehr viele Leute, teilt aber dieselben Sorgen und Probleme. 

Vorbereitung

Die Vorbereitung begann bereits ein Jahr vor dem Aufenthalt mit der Bewerbung. Als ich die Zusage hatte gab es verschiedene Aufgaben zu erledigen. Die Chinesische Universität verlangte ein Dokument ärztliches Dokument auszufüllen, welches ich beim Hausarzt ausgefüllt habe. Dieses habe ich während dem Aufenthalt allerdings nie benötigt, ich kann jedoch auch nicht mit Sicherheit sagen, dass dies niemals benötigt wird. Generell macht man besser zu viel als zu wenig wen es um bürokratisches geht. Vor dem Semester erhielt ich auch einen Stundeplan von der Universität mit der englischen Fächerauswahl. Dieser war allerdings veraltet und sehr undurchsichtig, ich habe dann erst vor Ort die Fächer gebucht mit Hilfe von Mitarbeitern der Universität. Das Visum zu beantragen war relativ leicht da man als Student ein spezielles Visum erhält. Ich erhielt ein Visum für 6 Monate mit nur einer Einreise. Will man während dem Semester das Land verlassen muss man zusätzlich vor Ort ein neues Visum beantragen. Ich habe dies gemacht um Hong Kong zu besuchen. Fragen zu der Universität wurden im Voraus eher spärlich beantwortet, ich erhielt nicht sehr viele Infos über die Universität. Schlussendlich bin ich dann einfach hingegangen und habe vor Ort die meisten Sachen geregelt, was sich schlussendlich bewährt hat.

Ankunft

Der Koordinator hat die Frage wann ich eintreffen soll nicht sehr deutlich beantwortet. Ich bin dann am Freitag vor dem Semesterstart (am Montag) in Hangzhou eingetroffen und bin direkt zur angegeben Adresse gefahren. Ich bin am Donnerstag davor in Shanghai eingetroffen und dann mit dem Zug nach Hangzhou gefahren. Es besteht auch die Möglichkeit direkt nach Hangzhou zu fliegen, allerdings sind diese Flüge oft viel teurer und der Flughafen in Hangzhou befindet sich ausserhalb der Stadt. Der Koordinator, welcher eher spärlich Englisch sprach (obwohl er für Austauschstudierende zuständig ist) und allgemein nicht sehr kooperativ war, hat mir die wichtigsten Infos zur Unterkunft und Universität gegeben. Ich musste dann auf den anderen Campus (Zijingang Campus) wechseln, welcher zwar nicht so zentral wie der Yuquan Campus gelegen ist, jedoch viel schöner ist. Nachdem ich mit meinem Kollegen das Zimmer bezogen habe ging ich zur Management School um die Fächer zu buchen. Dies habe ich dann schlussendlich am Montag, am Tag des Semesterstarts gemacht. Am Wochenende dazwischen habe ich viele administrative Sachen erledigt, eine chinesische SIM karte gekauft und ein chinesisches Bankkonto eröffnet. Am besten geht man mit einem Chinesen in diese Läden, dies erleichtert vieles da die meisten Angestellten kein Englisch sprechen. Es ist definitiv empfehlenswert ein chinesisches Bankkonto zu eröffnen, da man praktisch überall mit Alipay (ähnlich wie Twint) bezahlen kann. Von der Universität wurde uns ein Buddy zugewiesen, welcher sehr hilfsbereit war und mir extrem geholfen hat bei administrativen Sachen während dem Semester.

Zimmersuche
Wohnen

Die Universität stellt allen Austauschstudierenden einen Platz auf dem Campus zur Verfügung. Es gibt 2 grosse Campus, der Yuquan Campus und der Zijingang Campus. Ich war am Zijingang Campus untergebracht, im International Dorm. Die Zimmer werden von jeweils zwei Personen geteilt, im Gegensatz zu den Chinesen die sich zu fünft ein Zimmer teilen müssen. Da ich mit einem Kollegen aus der Schweiz das Semester gemacht habe konnten wir zu zweit ein Zimmer teilen, was sehr angenehm war. Die Zimmer waren relativ gross und komfortabel, ich habe mich während dem ganzen Semester wohl gefühlt im Zimmer. Auf das Sozialleben auf dem Campus wird allerdings leider nicht sehr viel Wert gelegt. Im ganzen Haus (es lebten ca. 500 Personen in diesem Gebäude) gab es keinen Gemeinschaftsraum oder ähnliches. Nur eine kleine Küche, die allerdings nicht sehr sauber war und die ich auch nie benutzt habe. Es gibt sehr nahe eine Kantine, wo man extrem günstig (ab ca. 1.20 CHF) ein Menü essen kann. Auch gibt es eine Streetfood Strasse sehr nahe beim Campus, wo wir sehr oft gegessen haben. Auch dort war das Essen sehr günstig und gut.

Universität

Da ich an der UZH im VWL im Master studiere wurde ich als Postgraduate an der School of Management eingeschrieben. Vor Ort wurde mir bewusst das es in meinem Semester nur ein einziger Kurs am Department of Economics gab, welcher auf Englisch unterrichtet wurde. Diesen habe ich besucht. Ansonsten habe ich 3 Kurse von der School of Management besucht, welche alle drei einen Link zu Statistik oder VWL gehabt haben. Trotzdem war die Fächerauswahl sehr beschränkt, es gab insgesamt nur 6 mögliche Kurse, welche sich zum Teil auch überschnitten haben. Wenn man mit dem Professor spricht geht es schon in Ordnung zwei Kurse gleichzeitig zu besuchen, allerdings wird auf Anwesenheit relativ viel Wert gelegt. Die Kurse im Allgemeinen sind ein bisschen anders aufgebaut als an der Universität Zürich. Sehr oft muss man Präsentationen und Reports machen, welche einen grossen Teil der Note ausmachen. Dies bedeutet, dass der Aufwand besser über das Semester verteilt ist. Am Anfang war es schwierig abzuschätzen, wie viel Aufwand für einzelne Fächer notwendig ist. Ich habe 10 chinesische Credits (=20ETCS) gemacht, was meiner Meinung nach eine gute Anzahl ist. Ein Fach mehr wäre jedoch mit Sicherheit noch möglich gewesen. Chinesische Studenten lernen sehr viel während dem Semester. Da es für diese ein Ehre ist an der Zhejiang Universität zu studieren geben sie sich sehr viel Mühe. Es war jedoch kein Problem für uns die Fächer zu bestehen und auch mit zum Teil guten Noten abzuschliessen. Wenn man sich entsprechend Mühe gibt ist es kein Problem die Fächer zu bestehen.

Leben/Freizeit

Hangzhou ist in China sehr berühmt für den Westsee. Dieser ist wunderschön und das Wahrzeichen der Stadt. Die Reise zum Westsee dauerte von unserem Campus jedoch ca. eine Stunde, weshalb wir nicht allzu oft hingefahren sind. In Hangzhou gibt es bisher nur 2 Metrolinien, und vom Campus kommt man nur mit dem Bus oder Taxi in die Stadt. Das Busfahren wie auch das Taxifahren ist extrem günstig, allerdings kann es sehr lange dauern. Es wir allerdings im Moment eine Metrolinie in der Nähe des Campus gebaut, was den Comfort extrem erhöhen würde. Während dem Tag habe ich sehr viel Basketball gespielt. Chinesen lieben Basketball und auf dem Campus gibt es extrem viele Plätze. Es kann auch Fussball, Tischtennis, Tennis oder Volleyball gespielt werden. Die restliche Freizeit habe ich viel mit anderen Austauschstudenten verbracht. Da es nicht sehr viele nicht Asiaten gibt lernt man sehr schnell die restlichen Austauschstudenten kennen und entwickelt einen sehr guten Draht zu diesen. In Hangzhou gibt es ein breites Angebot and Bars und Clubs, welche mit verschiedenen Promotionen werben. In der Nähe des Campus gibt es eine Bar mit sehr günstigen Preisen. Leider war diese Bar von Chinesen nicht so oft besucht. Allgemein ist der Austausch mit Chinesen nicht sehr einfach da die Sprachbarriere oft zu gross ist. Chinesische Clubs sind extrem laut und unterhaltsam. Einige Austauschkollegen haben ein breites Netzwerk an Promotoren angelegt, weshalb wir immer gratis in die Clubs kommen konnten und auch immer gratis Getränke erhielten. In meiner Zeit in Hangzhou blieb auch Zeit einige Teile von China zu besuchen. Shanghai ist sehr nahe von Hangzhou (eine Stunde Zugfahrt, allerdings muss man alles in allem mit ca. 4 Stunden rechnen) und eine sehr grosse Stadt. Ansonsten haben ich die Chengdu, Peking, Hong Kong, Suzhou und Sanya besucht, was alle sehr schöne Reisen waren. China hat extrem viel zu bieten, deshalb würde ich sofort wieder in diese Land reisen.