Erfahrungsberichte

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Wer

Nina.helg-kurmann[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

16/17 SS

Universität

CA-
Montreal - McGill University

Studienfach

Geschichte (Allgemeine) (7600)

Gesamteindruck

Das Austauschsemester an der McGill University in Montreal war eine super Erfahrung, die ich jedem wärmstens empfehlen kann. Man lernt nicht nur eine andere Universität kennen, sondern knüpft auch viele Kontakte mit Studenten von überall auf der Welt. Der Studienalltag ist ein wenig anders aufgebaut als in Zürich, doch durch die Hilfsbereitschaft der Studienkoordinatoren, Professoren und Mitstudenten habe ich mich schnell eingefunden. Die Universität bietet äusserst spannende Kurse und Schwerpunkte, die neue Sichtweisen und Ideen für die eigene Forschung eröffnen. Zudem wird ein starker Fokus auf eigenständiges Denken und das Entwickeln von Interessen gelegt. Auch von der Stadt her ist Montreal eine sehr gute Wahl für ein Auslandsemester: es ist jung, vielseitig und voller Leben. Selbst im doch recht kalten kanadischen Winter wird es einem nie langweilig und es gibt viel zu entdecken. So habe ich mich schnell wohl gefühlt, viele neue Freunde gefunden und eine tolle Zeit erlebt.

Vorbereitung

Nach der Bewerbung an der UZH durchläuft man denselben Prozess noch an der McGill Universität. Sobald ich dafür jedoch die richtige Kontaktperson gefunden hatte, war dies kein Problem mehr. Meine Kurse konnte ich bereits sehr früh aussuchen. Danach musste ich die entsprechenden Professoren um Erlaubnis bitten, ihren Kurs besuchen zu dürfen. Dies ist (wahrscheinlich) ausschliesslich bei Masterstudenten der Fall, da die Teilnehmerzahlen in den Seminaren oft auf 5-25 Studenten begrenzt sind. Bei Vorlesungen sollte dies nicht der Fall sein. Die Studienkoordinatoren der jeweiligen Fächer an der McGill helfen einem im gesamten Prozess sehr bereitwillig weiter.

Zudem benötigt man mehrere Visen. Auf der Homepage der McGill Universität gibt es hilfreiche Instruktionen dazu. Obwohl ich nur ein Semester in Montreal war, habe ich ein Study Permit beantragt, da mir dies von der Schweizerischen Botschaft empfohlen wurde. Dies scheint nicht unbedingt nötig gewesen zu sein, schadet jedoch sicher nicht insbesondere wenn man eine Reise anhängen möchte. Das ETA erhält man mit den Study Permit zusammen. Zusätzlich braucht man noch ein spezielles Visum für Quebec (CAQ). Obwohl man für all dies viele Formulare ausfüllen und Dokumente beilegen muss, verläuft es an sich problemlos.

Ankunft

Ich bin direkt vom Flughafen in mein Studentenwohnheim gefahren und habe auf dem Weg meine Schlüssel abholen können. Vorab hatte die Koordinatorin für Austauschstudenten Mails mit Informationen diesbezüglich verschickt, sodass die Ankunft reibungslos verlief. Ausserdem hatte sie eine Facebook Gruppe erstellt, wodurch man bereits mit dem einen oder anderen Kontakt knüpfen konnte.

Leider habe ich die Orientierungsveranstaltung am Tag vor Semesterbeginn verpasst. Dies scheint ein guter erster Einstieg gewesen zu sein um andere Studenten kennenzulernen und sich über die wichtigsten Dinge ins Bild zu setzen. Es gab jedoch noch weitere Events an denen man sich kennenlernen konnte und Informationen erhielt.

Zimmersuche
Wohnen

Bei der Bewerbung für die McGill kann man angeben, dass man gerne in einem Studentenwohnheim untergebracht werden möchte. Danach wird man ca. 1-2 Monate vor Semesterbeginn per Mail angeschrieben und man hat die Möglichkeit, Präferenzen für das Wohnheim anzugeben. Zudem kann man aussuchen, ob man ein kleines, mittleres oder grosses Zimmer haben möchte. Die Preise dafür liegen zwischen 650 und 850 CAD. Eine andere Option ist ein kleines Appartement in einem Studentenwohnblock mit eigenem Bad und geteilter Küche.

In meinem Studentenwohnheim hat es mir sehr gut gefallen. Wir waren 13 Studenten, jeder hatte ein eigenes Zimmer mit Pult, Bett und Schrank und jeweils zu viert teilte man sich ein Bad. Ausserdem gab es eine grosse Küche, Wohnzimmer, Esszimmer, Billardzimmer und zwei Terrassen die sich alle geteilt haben. Die Stimmung im Haus war super: wir haben viel zusammen unternommen und man hat sich sogleich wohl gefühlt. Zudem war es nur gerade fünf Minuten zu Fuss vom Campus und eine Minute von der Sportanlage entfernt.

Wer lieber in einer kleineren WG wohnen möchte, sollte überhaupt keine Probleme haben eine solche zu finden. Es gibt viele freie Wohnungen und WGs zu guten Preisen.

Universität

Die Universität ist mitten im Zentrum von Montreal gelegen und der Campus ist sehr einladend: es gibt eine grosse Allee mit einem kleinen Park in dem man im Winter Schlittschuhlaufen kann und viele der Unterrichtsräume sind in schönen alten Gebäuden untergebracht.

Das Studium ist ein wenig anders gegliedert als in Zürich. Als BA Student belegt man 4-5 Kurse pro Semester, als MA Student nur 2-3. Alle Kurse geben 3 Kreditpunkte. Dies klingt nach wenig, jedoch ist der Arbeitsaufwand um einiges höher pro Kurs. Ich habe drei Masterseminare belegt und war damit sehr gut ausgelastet. Man hat relativ wenige Stunden Unterricht, dafür mehr Selbststudium. Für den grossen Zeitaufwand wird man jedoch oft auch mit guten Noten belohnt :-).

Meine Professorinnen und Professoren haben alle sehr grossen Wert darauf gelegt, eigenständiges und kritisches Denken auszubilden. Wir wurden stark gefordert, hatten aber dennoch den Freiraum unsere eigenen Ideen umzusetzen und auszuprobieren. Das Klima an der Uni ist dadurch sehr offen und gibt einem die Möglichkeit, seine Forschungsinteresse weiter zu entdecken und sich dafür zu begeistern.

Leben/Freizeit

Mitten in Montreal, gleich hinter der McGill Universität, liegt der Hausberg von Montreal. Dort kann man im Winter Schlitteln, Schlittschuh-, Schneeschuh-, oder Langlaufen. Ausserdem hat man eine sehr schöne Aussicht über die ganze Stadt.

Die Stadt ist sehr vielfältige, jung und abwechslungsreich. Obwohl sie ziemlich gross ist, wirkt sie dennoch gemütlich und familiär. Ich war von Januar bis April dort – mitten im schneereichen und kalten Winter. Trotzdem ist drinnen und draussen immer etwas los: es gibt diverse Musikfestivals, Kunst- und Kulturevents. Auch das Nachleben hat einiges zu bieten und es finden sich mehr gute Restaurants als man je ausprobieren könnte. Langweilig wird es einem in Montreal bestimmt nicht!