Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

16/17 WS

Universität

CA-
Kingston - Queen’s University

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Dieser Austausch an der Queen’s University in Kingston war zweifelsfrei das beste Semester meiner Studienzeit. Die Universität hat einen national sowie international anerkannten Ruf, und bietet das typisch nordamerikanische Studentenleben. Die meisten Studenten leben direkt bei der Uni, weshalb sich das Leben direkt vor der Haustüre abspielt. Ferner ist die kanadische Kultur sehr einladend und offen, wodurch man schnell neue Personen kennenlernt. Darüber hinaus ist Kingston gut gelegen um an den Wochenenden Städtereisen, sowie Ausflüge in die Natur zu unternehmen.

Vorbereitung

Das Wichtigste bezüglich der Vorbereitung ist genügend Zeit einzuplanen. Beispielsweise sollte man genügend früh sich für den TOEFL anmelden, da diese Prüfung teilweise ausgebucht sein kann. Ich persönlich musste an die HSG um den Test zu absolvieren, da in Zürich keine Plätze mehr verfügbar waren. Unübersichtlich fand ich die Suche nach dem “Vorlesungsverzeichnis” der Queen’s Universität. Jedoch sind die Ansprechpersonen der Queen’s University und der Universität Zürich sehr hilfsbereit, um bei allfälligen Unklarheiten weiterzuhelfen. 

Ankunft

Der Transfer von Montreal oder Toronto nach Kingston dauert in etwa gleich lang, weshalb es aus dieser Sicht keine Rolle spielt welcher Flughafen angeflogen wird. Um von den jeweiligen Flughäfen einen Transport nach Kingston zu organisieren, empfiehlt sich die Facebook Seite “Rideshare” der Queens University, auf welcher Mitfahrtgelegenheiten angeboten werden. Der Vorteil bei Ride-Sharing besteht darin, dass es billiger ist und man bereits erste Kontakte schliessen kann, da die Fahrer in den meisten Fällen selber Studenten der Universität sind. Solche Inserate werden ansonsten ebenfalls auf kijiji.ca (vergleichbar mit craigslist), sowie weiteren Facebook Seiten angeboten, welche man ohne grossen Aufwand finden kann. Das Angebot ist überraschend gross was wahrscheinlich an den hohen Kosten für Zugreisen liegt, welche nicht zu empfehlen sind. Alternativ kann ich ebenfalls eine Reise per Bus empfehlen (Megabus von Toronto, Greyhound von Montreal). Bei einer Reise mit dem Bus wird darauf hingewiesen, dass pro Sitzplatz nur ein Gepäckstück erlaubt ist. Diese Regelung wird jedoch inkonsistent durchgesetzt, was ärgerlich ausgehen kann. 

Zimmersuche
Wohnen

Die von der Queen’s University angebotenen Studentenzimmer sind ca 15-20 Minuten zu Fuss vom Campus entfernt, und dort sind viele Incoming Students angesiedelt. Nichtsdestotrotz haben viele dort angesiedelte Studenten ihre Schlafplatzwahl bereut, da sie zu weit von der Universität und dem Leben, welches sich im Student Ghetto abspielt, entfernt waren. Dies war insbesondere in den kalten Wintermonaten der Fall. Ebenfalls ist es schwieriger Kanadische Studenten kennenzulernen, da die Unterkunft nur mit Incoming Studenten geteilt wird. Ich persönlich habe es bevorzugt im Student Ghetto in einem Haus mit Kanadiern zu wohnen, welches keine Gehminute vom Campus entfernt war. Das Zimmer habe ich problemlos auf der Housing Facebook Seite gefunden. Ein grosser Vorteil war, neben der perfekten Lage, dass ich durch meine kanadischen Mitbewohner sehr viele Personen, sowie den kanadischen way of life, welcher sich stärker als erwartet von unserem in der Schweiz unterscheidet, kennenlernen durfte. Anzumerken ist, dass viele Häuser hauptsächlich diejenigen welche, sich im Student Ghetto befinden nicht die Saubersten sind. Ebenfalls gibt es Partyhäuser welche aufgrund Ihrer Nutzung schlimm zugerichtet sind. Somit sollte man den Zustand des Hauses und dessen Nutzung im Vorhinein abklären, falls man Wert auf eine saubere, ruhige Wohnung legt. 

Universität

Der Unterricht an der Queen’s University unterscheidet sich massgebend von demjenigen an der Universität Zürich. Die Klassengrösse ist auf ca. 50 Teilnehmer limitiert und der Unterricht ist viel interaktiver, was jedoch nicht nur Vorteile vorweist. Ebenfalls werden Partizipationsnoten verteilt, was teilweise dazu führt, dass Studenten sich zu Wort melden mit der reinen Absicht irgendwas zu sagen. Ferner muss man in einigen Vorlesungen Leistungsprüfungen oder schriftliche Arbeiten während des Semesters abgeben. Der Aufwand pro Fach ist meines Erachtens nach niedriger verglichen mit demjenigen an der Universität Zürich. Ebenfalls ist die Notenverteilung grosszügiger gestaltet. Das führt alles dazu, dass man während des Semesters genügend Zeit hat, um unterschiedliche Reisen zu unternehmen. Ebenfalls haben nicht alle Vorlesungen eine Prüfung am Ende des Semesters, und wenn doch, dann sind diese nicht sehr hoch gewichtet. Und diese Prüfungen finden in der letzten Vorlesungswoche statt. Ich empfehle mindestens 4 und maximal 5 Fächer zu belegen, damit man genügend Zeit hat zu Reisen und die limitierte Zeit an der Queen’s University zu geniessen.  

Leben/Freizeit

An der Queen’s University kann man das typisch Nordamerikanische Leben führen, wie es in den Filmen immer dargestellt wird. Die Universität organisiert unzählige Events, damit sich die Studenten treffen können, um sich auszutauschen. Der Zusammenhalt innerhalb der Studenten und die Offenheit gegenüber Unbekannten ist immens. Die Auswahl an Aktivitäten in Kingston ist beschränkt, nichtsdestotrotz ist es eine sehr lebendige Studentenstadt und man findet immer etwas zu tun. Studenten organisieren unzählige Housepartys, an welchen ziemlich alle eigeladen sind. Das Leben könnte, so wie es an der Queen’s University hauptsächlich vorgelebt wird, nicht unbeschwerter sein.