Bilder zum Bericht

Sonnenuntergang am Piknic Electronik

Skyline Montral

Tam-Tams Trommelkonzert

Indian Summer

Kayaking auf Camping Trip

Erfahrungsberichte

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Wer

dino.semadeni[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

16/17 WS

Universität

CA-
Montreal - McGill University

Studienfach

Psychologie (7200)

Gesamteindruck

Es kommt mir vor als sei es gestern gewesen, als ich am anderen Ende des Computers sass und mich durch die verschiedenen Erfahrungsberichte las. Heute schaue ich mit Stolz und leichter Wehmut zurück auf ein tolles, vielfältiges und lehrreiches halbes Jahr in einer Stadt, in der man am liebsten nie zu Bett gehen würde.

Was Montréal so speziell macht, mag der einzigartige Charme sein, den diese Stadt ihren sympathisch leicht heruntergekommenen, jedoch coolen und hippen Gebäuden und ihrer Atmosphäre verdankt. Die alten, roten Ziegelsteinhäuser mit ihren Wendeltreppen, die zum Eingang der Wohnungen führen, die lebendige Street Art die an jeder zweiten Ecke anzutreffen ist und die unzähligen Bars und herzige Cafés, die einem das Gefühl von Abenteuer und Zusammentreffen und auch Ruhe und Entspannung geben, machen Montréal zu einem ganz aussergewöhnlichen Ort.

Montréal weiss sich zu vielen Takten zu bewegen. Im Sommer reihen sich die Musikfestivals und Outdoor Events aneinander, die Stadt und ihre Menschen sprühen vor Lebensfreude. Nähert sich der Winter und fallen die Temperaturen, wechselt die Stimmung und vermittelt einem Gefühle von Nähe und Geborgenheit.

Vor allem aber, dazu kam man ja im Grunde her, hat man mit der McGill die Ehre eine international renommierte Universität zu besuchen, die einen akademisch fordert und fördert. Der wunderschöne Campus ist wie eine kleine eigene Welt inmitten der Grossstadt und verfügt über architektonisch eindrückliche Gebäude, die manchmal an Harry Potters Hogwarts erinnern.

Montréal ist eine hervorragende Stadt um einen Austausch zu machen, da sich einerseits viele Studenten aus der ganzen Welt einfinden, man aber andererseits konstant mit der Kultur und Mentalität der Québécois in Berührung steht. Wer Französisch spricht oder lernen möchte ist hier herzlich willkommen, wer beim Englisch bleiben möchte wird hier eine ebenso tolle und problemlose Zeit erleben.

Ich könnte nicht glücklicher sein Montréal und die McGill gewählt zu haben. Dank dieser Erfahrung profitierte ich nicht nur akademisch, sondern auch persönlich ausgesprochen stark.

Vorbereitung

Die Vorbereitung für die McGill ist sehr straight-forward. Zuerst bewirbt man sich bei der UZH für eine Nominierung. Dies ist ausführlich auf der Website der „Internationalen Beziehungen“ beschrieben. Nachdem man nominiert wurde, muss man die Unterlagen für die McGill zusammenstellen. Dazu reicht es aus sich an dem Fact Sheet der McGill zu orientieren. Dort sind alle nötigen Informationen und Links aufgelistet.

Für den Englischnachweis macht man entweder einen TOEFL (oder Cambridge Diplom) oder lässt seine Sprachkenntnisse am UZH/ETH Sprachenzentrum einschätzen. Preislich läuft es ungefähr auf dasselbe hinaus. Die meisten Austauschstudenten entscheiden sich für die Einschätzung am Sprachenzentrum. Dies scheint der einfachere und gemütlichere Weg zu sein. Ich hatte mich für den computerbasierten TOEFL Test entschieden, eine 4 stündige Prüfung in einem riesigen Raum mit 200 anderen Personen – eine unangenehme Erfahrung. Man erledigt die verschiedenen Teile des Tests (Speaking, Listening, Reading, Writing) nicht gleichzeitig. Das bedeutet zum Beispiel, dass dein linker Sitznachbar an seinem Computer schreiend den Speaking Part ausführt, während du nebenan versuchst kreativ zu sein und einen Text zu verfassen. Im Nachhinein rate ich definitiv vom TOEFL ab, speziell da man eine gute Alternative hat. Falls man sich jedoch für den TOEFL entscheidet, sollte man zwingend Ohropax mitbringen.

Die Übersetzung des Leistungsausweises auf Englisch erfordert die Übersetzung und Beglaubigung einer qualifizierten „Fachperson für Übersetzungen“. Für Studenten der philosophischen Fakultät findet man die nötigen Informationen und den Link zur Datenbank aller qualifizierten „Fachperson für Übersetzungen“ auf der Website der Philosophischen Fakultät (student services < Beglaubigungen und Übersetzungen). Da die Übersetzer unterschiedliche Honorare verlangen, lohnt es sich mehrere Kostenvoranschläge einzuholen. Man sollte dafür eine bis zwei Wochen einplanen, da die Übersetzer oftmals beschäftigt sind.

Ausserdem rate ich die Anmeldungsprozedur an der McGill so schnell wie möglich fertigzustellen, um von der McGill Zugang zur Modulbuchung zu erhalten. Nicht anders als ich es mir an der UZH gewohnt bin, sind auch die interessanten Module an der McGill (zumindest in der Psychologie) sehr schnell ausgebucht. Falls es trotzdem nicht klappt und man einen Kurs unbedingt besuchen möchte, kann man dem Dozenten auch ein motiviertes E-Mail schreiben und um Zugang bitten. Da ich Probleme bei mehreren Modulen hatte, kontaktierte ich die zuständige Person für den Bachelorstudiengang des „Department of Psychology“  und erhielt dadurch Zugang.

Studiert man in Kanada für ein Semester benötigt man kein Visum, was einem viel Arbeit erspart.

Ankunft

Mit der Swiss hat man von Zürich nach Montréal einen direkten Flug. Dies mag jedoch nicht die günstigste Variante sein. Bei der Ankunft am Flughafen in Montréal sollte man die Studiumsbestätigung der McGill für die Immigration bereithalten.

Vom Flughafen nach Downtown nimmt man entweder den 747 Bus bis Lionel-Groulx oder Berri-UQAM, von wo aus man gute Metro Verbindungen hat. Andernfalls kann man ein Taxi für einen Pauschalpreis von 40 CAD nehmen.

Sobald man die Legi an der McGill abgeholt hat, kann man sich für den Studentenpreis eine monatliche Metrokarte besorgen (ca. 50 CAD pro Monat). Die Gültigkeit der Metrokarte beginnt jeweils am ersten des Monats. Es lohnt sich eine 4 Monatskarte zu kaufen, da am ersten des Monats alle Leute Schlange stehen, um die Karte neu aufzuladen. Da ich nicht direkt neben der Universität wohnte und ich auch sonst viel in der Stadt unternahm, war eine Metrokarte sehr komfortabel.

Mein Freund und Biologie Austauschstudent von der UZH, David Colameo, der zur selben Zeit an der McGill im Austausch war, benötigte die Metrokarte erst in den kalten Monaten. Vorher hatte er die Bixi-Fahrräder genutzt, die überall in der Stadt stationiert sind. Dazu gibt es sehr preiswerte Abonnemente. Ich empfehle auf jeden Fall in den warmen Monaten von der Velo-Freundlichkeit von Montréal Gebrauch zu machen und die Stadt mit dem Fahrrad zu entdecken. Man ist in den kalten Monaten genug mit der Metro unterwegs. Im Nachhinein hätte ich mir ein second-hand Fahrrad gekauft und dann im Winter weiterverkauft (z.B. http://www.kijiji.ca/h-grand-montreal/80002?siteLocale=en_CA).

Es empfiehlt sich auf jeden Fall ein kanadisches Bankkonto zu eröffnen, da man dadurch viele Transaktionsgebühren ersparen kann. Insbesondere wenn man die monatlichen Mieten in CAD bezahlen muss, summiert sich das schnell auf. Die meisten Banken haben für Studenten (Legi muss vorgewiesen werden) ein gebührenfreies Angebot. Es spielt grundsätzlich keine Rolle, für welche Bank man sich entscheidet. Für mich war die RBC Bank passend, da mehrere Automaten in und rund um die McGill angebracht waren.

Für Handy Abonnemente bezahlt man ähnliche, wenn nicht höhere Preise als in der Schweiz. Bei Best Buy kann man die verschiedenen Anbieter vergleichen. Fido war für mich eine gute Wahl, auch die meisten meiner Freunde nutzten Fido.

Die McGill bietet eine Woche vor Studiumsbeginn einige Veranstaltungen für Austauschstudenten an. Diese können genutzt werden um erste Kontakte zu knüpfen. Ausserdem gibt es verschiedene Clubs, denen man beitreten kann. Für Interessenten gibt es einen Opend-Door Abend, an dem sich alle Clubs im SSMU Gebäude vorstellen. Zu all diesen Veranstaltungen erhält man im Voraus eine Einladung per E-Mail. Das McGill International Student Network ist z.B. eine Gruppe, die jedes Wochenende spezielle Aktivitäten plant (z.B. Ice-Fishing, Sky-Diving).

Vor der ersten Studiumswoche im Herbstsemester findet die legendäre Orientation Week (Einführungswoche) für die Frosh-Studis (und Austauschstudenten) statt. Es wird eine Woche lang non-stop gebechert und Party gemacht (schaut euch die Propaganda Videos auf Youtube an – McGill Frosh). Von Aussen sah es nach viel Spass aus, jedoch sollte man sich bewusst sein, dass viele dieser Froshs noch relativ jung sind. Wenn man weniger der Typ dafür ist, besteht auch die Möglichkeit eine Outdoor Frosh Week zu machen. Man kann zwischen Fahrrad fahren, Kayaking, Wandern oder Klettern auswählen. Mir hingegen hatte die alternative Rad Frosh Week am meisten zugesagt. Am Morgen wurden jeweils interessante Workshops zu politischen und sozialkritischen Themen angeboten, am Abend waren coole Events geplant (z.B. Drag-Show, Loft Party).

Ist man begeisterter Sportler kann man auch an den Uni internen Sport Meisterschaften (Intramurals) teilnehmen, wie sie am ASVZ angeboten werden. Informiert euch auf der McGill Athletics & Recreation Website (http://www.mcgillathletics.ca/index.aspx) über Deadlines zur Anmeldung. Es gibt einen Event zu Beginn des Semesters (Termin steht auf der Website), wo alle Personen, die noch kein Team haben, zusammenkommen und Teams bilden. Ähnlich dem ASVZ bietet das McGill Gym auch sonst viele Möglichkeiten an, sich sportlich zu betätigen.

Zimmersuche
Wohnen

Als Austauschstudent hat man an der McGill die Möglichkeit mit anderen Austauschstudenten zusammen in einem Student House (Residence) zu wohnen. Informationen zur Anmeldung findet ihr auf dem McGill Fact Sheet und auf der McGill Website zum Thema Housing. Ich habe mich jedoch dagegen entschieden, da es mir viel zu teuer schien. Da ich kaum Erfahrungen mit Student Housing gemacht habe, rate ich euch zu diesem Thema die Erfahrungsberichte meiner Vorgänger anzuschauen.

Ich habe mich entschieden off-Campus zu wohnen und eine eigene WG zu gründen. Es ist von Vorteil sich schon von Zuhause aus nach Wohnungen umzuschauen und mit den zukünftigen Mitbewohnern Skype Meetings oder persönliche Meetings (nach Ankunft in Montréal) zu vereinbaren. Andererseits besteht die Möglichkeit sich z.B. wie ich in einem Hostel einzuquartieren und vor Ort zu suchen. Da der Wohnungsmarkt in Montréal verglichen mit Zürich relativ entspannt ist, ist es grundsätzlich kein Problem (kurzfristig) eine Wohnung zu finden. Sicherheitshalber empfehle ich jedoch ca. zwei Wochen dafür einzuplanen. Ich hatte meine Wohnung und meine Mitbewohner nach zwei Tagen gefunden. Viele Studis sind zu Beginn des Semesters auf Wohnungssuche, daher sind die Chancen relativ gut, im Hostel Leute anzutreffen, die sich in der gleichen Situation befinden. So habe ich auch eine meiner beiden Mitbewohnerinnen kennengelernt. Die Wohnung und zweite Mitbewohnerin fanden wird über eine von den vielen Montréal Housing Facebook Seiten. Sucht man vor Ort hat man auch immer den Vorteil die Mitbewohner persönlich zu treffen und die Wohnung, in der man vier Monate leben wird, mit eigenen Augen anzusehen.

Viele Austauschstudenten, die ich getroffen haben, fanden ihre Wohnung ohne Probleme und genau für ein Semester (4 Monate, September bis Ende Dezember). Nicht alle Wohnungen werden jedoch für genau vier Monate vermietet. In unserem Fall haben wir einen acht monatigen Vertrag unterschrieben, d.h. wir mussten für das Wintersemester Nachmieter finden, die unseren Vertrag übernehmen würden. Das war letztlich aber kein Problem, da es auch auf das Wintersemester hin relativ viele neue Incoming Studenten nach Montréal treibt. Es ist jedoch wichtig die Wohnung genug früh (auf denselben Websites auf der ihr gesucht habt) auszuschreiben.

Wir bezahlten für unsere schöne, renovierte und möblierte 4 Zimmer Wohnung inklusive Wifi, jedoch exklusive Nebenkosten 1925 CAD pro Monat (mit ca. 650 CAD pro Person eher etwas teuer). Wenn man etwas Anständiges finden möchte, sollte man schon etwa mit 500 CAD pro Monat rechnen.

Auf folgenden Websites findest du dein Dach über dem Kopf:

https://www.mcgill.ca/students/housing/offcampus

https://www.facebook.com/groups/188599124592995/?fref=ts

https://www.facebook.com/groups/roommatesmontreal/?fref=ts

https://www.facebook.com/groups/504989802934718/?fref=ts

https://www.facebook.com/groups/colocationmontreal/?fref=ts

https://www.facebook.com/groups/323551001114749/?fref=ts

https://www.facebook.com/groups/708854375887676/?fref=ts

http://www.kijiji.ca/h-grand-montreal/80002?siteLocale=en_CA

https://montreal.craigslist.ca/?lang=en&cc=us

Alternativ kann man auch in einer der grossen, von der Universität unabhängigen, Studenten Residenzen wohnen, welche früher als Hotels gedient haben. Diese sind Downtown (in der Nähe der Uni) und ausgestattet mit Pool, Billardtisch, Gym und Lernräumlichkeiten, jedoch viel teurer und anscheinend ziemlich unpersönlich. Dazu gehört Varcity515 (LaMarq) und Evo Montréal.

Die meisten Studenten leben rundum um die McGill, im sogenannten McGill Ghetto (Milton-Parc). Dies kann sehr cool sein, da man umgeben ist von vielen Studenten und dadurch eine „Studentenstadt Atmosphäre“ hat. Gleichzeitig ist es aber auch ein Nachteil, da dadurch das Erleben der Vielfältigkeit Montréals ein wenig verloren geht. Wie von allen meinen Vorgängern erwähnt sind besonders die Gegenden Plateau und Mile-End am Puls der Stadt und haben am meisten zu bieten. Es finden sich da unzählige Cafés, Restaurants, Bars und Gelegenheiten auszugehen. Am besten informiert ihr euch ein wenig selbst über die verschiedenen Quartiere in Montréal.

Universität

Ist man in Montréal zu Besuch, zählt der McGill Campus und die Gegend um die McGill schon als eine Attraktion an sich. Die spezielle Architektur der Gebäude erinnert an die Zauberwelt Harry Potters, weshalb die McGill oft auch scherzhaft als Hogwarts bezeichnet wird.

Die McGill ist die beste Universität Kanadas und geniesst international sehr hohes Ansehen. Wenn ihr euch für die McGill entscheidet, dann solltet ihr euch bewusst sein, dass sie nicht umsonst einen solch guten Ruf hat. Die Professoren sind extrem engagiert, verstehen ihre Materie und wissen sich lebhaft auszudrücken. Dementsprechend kann man von den Vorlesungen sehr profitieren. Zudem hat es mir persönlich geholfen herauszufinden, wo ich in meinem Studium stehe und welche Richtung ich später einschlagen möchte. Gleichzeitig bedeutet dies jedoch auch, dass man fortlaufend am Ball bleiben und viel Zeit und Energie in das Studium investieren muss.

Die Teilnehmerzahl an den Psychologiekursen war ungefähr gleich hoch wie an der UZH, was interaktiven Unterricht relativ schwierig macht. Alle Professoren bieten jedoch office hours an, an denen man persönlich vorbeigehen kann, um Fragen zu klären.

An der McGill geben die Kurse jeweils doppelt so viel ECTS wie an der UZH (3 Credits an der McGill entsprechen 6 ETCS). Es werden für jeden Kurs zwei Vorlesungen pro Woche gehalten. Das Lesepensum war wesentlich grösser als ich es mir von der UZH gewohnt war und die Literatur ist immer Bestandteil der Prüfung. In einem meiner Kurse kamen sogar 50% der Multiple Choice Fragen aus Texten, die wir während des Semesters selbstständig lesen mussten. Anders als an der UZH schreibt man in jedem Fach schon während des Semesters eine Midterm Prüfung. Der Fokus an der Endprüfung liegt dann oftmals auf dem Inhalt des zweiten Teils des Semesters. Dies ist aber von Professor zu Professor unterschiedlich. Das Konzept der Midterms hat mir gut dabei geholfen, mich fortlaufend mit dem Stoff auseinanderzusetzen. Dadurch wird auch der Aufwand für die Endprüfung in Grenzen gehalten. Je nach Kurs kann es zudem vorkommen, dass man nebst der Midterm und Endprüfung auch schriftliche Arbeiten einreichen muss.

Ein McGill Student müsste jedes Semester 5 Module buchen (15 Credits), um den Bachelor in 3 Jahren abzuschliessen oder 4 Module (12 Credits) um Vollzeitstudent zu sein. Ich hatte meiner Ansicht nach mit 4 Psychologie Modulen die perfekte Anzahl Kurse gewählt. Um als Austauschstudent ein gutes Gleichgewicht zu finden zwischen akademisch von der Lehre an der McGill zu profitieren, aber auch Montréal und alles was es rundherum zu entdecken gibt kennenzulernen, empfehle ich nicht mehr als 4 Module zu buchen (ausser man möchte das ganze Semester hindurch in der Bibliothek übernachten). Je fortgeschrittener ein Kurs ist, desto höher ist die erste Zahl im Kürzel (400-ter Kurse sind höher als 300-ter, diese wiederum höher als 200-ter usw.) und somit auch der Aufwand, der für diesen Kurs zu betreiben sein wird.

Einige meiner Vorgänger haben zudem oder anstelle von fakultätseigenen Kursen Französisch Kurse besucht. Falls du Interesse hast dein Französisch wieder in Schwung zu bringen, dann lies auch deren Erfahrungsberichte (Lese alle Erfahrungsberichte, mir hat es extrem geholfen, um einen guten Einblick in das Leben an der McGill und in Montréal zu erhalten).

Leben/Freizeit

Das Freizeitangebot in Montréal ist so vielfältig wie die Stadt selbst und hat für jeden etwas zu bieten. Montréal ist eine Stadt die ständig in Bewegung ist und einen ständig in Bewegung bringt. Den ganzen Sommer hindurch und bis in den Herbst hinein wird am Piknic Electronik jeden Sonntag, direkt am Sankt-Lorenz-Strom und mit Blick auf die Skyline, zu guter elektronischer Musik das Tanzbein geschwungen. Wenn man bis am Abend bleibt, ist ein wahrhaftig schöner Sonnenuntergang über der Stadt garantiert. Möchte man sich zu etwas schnelleren Takten bewegen, dann sollte man auch unbedingt das Tam-Tams am Fusse des schönen Berg Mont-Royal besuchen. So etwas Spezielles wie das Tam-Tams hatte ich noch nie zuvor gesehen; es kommen Trommler von überall aus der Stadt zusammen und veranstalten ein grosses für jeden zugängliches Trommelkonzert – still stehen ist hier unmöglich. Im Winter findet jedes Wochenende das dreitägige Outdoor Igloofest statt, an dem sich fast ganz Montréal versammelt und sich in funky Skikleidern der eisigen Kälte widersetzt. Je nach Musikgeschmack und Leidenschaft kann sich ein sehr preiswerter Saisonpass für das Piknic Electronik und das Igloofest lohnen. Geht man gerne in Clubs wo sich Studenten treffen (à la Plaza), dann ist Café Campus sicher ein Must. Am Dienstag läuft jeweils 50er- und 90er Musik. Für elektronische Musik kann ich Stereo, Newspeak und Salon Daomé empfehlen. Montréal ist auch gross in der Jazz Szene. Nebst dem Festival International de Jazz de Montréal im Sommer, findet man auch tollen Jazz unter anderem im Club Dièse Onze und in der Bar Upstairs. Sehnt man sich nach Intimität und nach einem einmaligen Musikerlebnis, dann sollte man unbedingt die Website Sofar Sounds auschecken (weltweit, nicht nur in Montréal). Zweimal im Monat werden bei Freiwilligen Zuhause ein Konzert in kleinem Rahmen organisiert. Normalerweise treten drei verschiedenen Bands auf und spielen je drei bis vier Songs. Die Musik kann absolut unterschiedlich sein, die hervorragende Qualität haben sie jedoch gemeinsam. Man sitzt am Boden oder auf der Couch, gerade mal ein Meter von Musikern entfernt und lauscht ihnen zu – das Gefühl eines Privatkonzerts. Um teilzunehmen muss man sich jedoch bewerben und mit etwas Glück erhält man eine Einladung (man erhält +1, man kann also auch noch einen Freund mitbringen).

Auch an Halloween sitzt Montréal nicht still, sondern zelebriert diesen Tag wie wir es von unseren nordamerikanischen Freunden gewohnt sind. Es finden viele tolle Events und Parties statt. Möchtest du etwas cool abgefahrenes sehen, dann schaue dir unbedingt die Rocky Horror Show an. Auf einer grossen Leinwand im Hintergrund wird der weltbekannte Rocky Horror Picture Show Film abgespielt, während im Vordergrund die leicht bekleideten Artisten (viele Drag-Queens) ein einzigartiges Theater vorführen und ein Erzähler den originalen Film auf eine sehr lustige Weise synchronisiert.

Möchte man einen ruhigen aber trotzdem lebhaften Abend verbringen, dann sollte man definitiv die Randolph Bar an der Rue Saint-Denis besuchen. Man bezahlt pro Person 5 CAD Eintritt, hat dann aber den ganzen Tag Zugang zu all den hunderten Brett- und Gemeinschaftspielen. Hat man genug von einem Spiel, dann frage einfach einen der Spielvermittler um Rat und er bringt und er klärt euch jedes beliebige Spiel.
Schaust du nach einer Bar, einem Café oder einem Restaurant, dann laufe am besten die Strassen Saint Laurent Boulevard, Rue Saint-Denis und Avenue du Mont-Royal auf und ab.

Auch wenn Montréal bekannt ist für sein leckeres, aber etwas schweres und fettiges Nationalgericht, die Poutine, kommt man kulinarisch in Montréal auf Höhenflüge. Es finden sich überall in der Stadt unzählige gute Restaurants mit Essen aus allen möglichen Ländern. Nichtdestotrotz, möchte ich hier die meiner Meinung nach beste und bekannteste Poutine Lokalität betonen: La Banquise. Wenn du Guacamole magst, dann versuche die Raegge Poutine - plane jedoch zweieinhalb Stunden Verdauungszeit ein!

Montréal hat auch eine Cafékultur, die ich vorher noch nie so erlebt hatte. Wenn die Studenten nicht in der Bibliothek lernen, dann weil sie sich in den Cafés der Stadt breit machen. Das mit Abstand vom Konzept und der Atmosphäre her beeindruckendstes und angenehmstes Café ist das Anticafé Montréal. Es verfügt über etwa 12 grosse Räume, die alle einem Wohnzimmer gleichen und sehr gemütlich eingerichtet sind. Es hat eine Küche, in der beruhigende Musik gespielt wird (speziell in der Prüfungsphase sehr geschätzt) und in der man sich soviel Kaffes, Tees und Knabbereien nehmen kann, wie der eigene Magen ertragen kann. Es wird nicht für den Konsum bezahlt, sondern für die Anwesenheit; eine Stunde kostet 3 CAD, pro Tag bezahlt man jedoch maximal 10 CAD. Absolut genial! Auch wenn man nicht der Typ ist, der in Cafés lernt, dann gehe mindestens als Besucher vorbei und gönne dir dort einen entspannten Moment bei einem guten Kaffee in einem bequemen Sessel. Das Crew Collective & Café ist eine Alternative, bei der eine alte Bank in ein Lerncafé umfunktioniert wurde.

Wenn du frisches Gemüse und Marktatmosphäre magst, dann unternimm einen Gang (oder mehrere!) zum Jean-Talon Market, der grösste und schönste Lebensmittelmarkt in Montréal. Lebensmittelläden in Montréal variieren sehr in den Preisen. Daher ist es am günstigsten die grossen Ladenketten zu meiden und nach kleineren Shops Ausschau zu halten. Im Plateau ist Segal’s Market die preiswerteste Option und bietet zudem eine fast schon dynamische südeuropäische Ladenpolitik und Atmosphäre.

Auch Sport ist in Montréal gross geschrieben. Wie ich oben bereits erwähnt habe findest du an der McGill ein immenses Sportangebot, vergleichbar mit dem ASVZ. Ausserdem hat es Outdoor Clubs, die wöchentlich Outdoor Aktivitäten unternehmen – gehe dazu am besten an den von der SSMU Organisierten Infoabend (siehe unter Ankunft), wo sich alle verschiedenen Clubs (politisch bis sporttechnisch) vorstellen. Mit den Montréal Canadiens hat Montréal eine der besten Teams der NHL. Anfangs Winter sieht man in der Stadt die Bewohner Montréals, von jung bis alt, stolz in ihren Montréal Canadiens Shirts herumlaufen. Schaue dir unbedingt einen Hockey Match im Stadion in Montréal an. Auch wenn du kein Hockey Fan bist, solltest du diese Stimmung einmal in deinem Leben erlebt haben.

Ich war ausserdem an zwei Wochenenden in zwei verschiedenen Nationalparks rund um Montréal campen (3-4 Stunden Autofahrt). Am besten mietet man ein Auto bei einem Car Rental (vergleiche unbedingt die Preise zwischen den verschiedenen Anbietern). Für ein günstiges Zelt schaut man am besten auf http://www.kijiji.ca/h-grand-montreal/80002. Wir fanden ein gebrauchtes Zelt für 8 Personen für 60 CAD. Die meisten Nationalparks schliessen Teile ihrer Campinganlagen im Herbst. Informiere dich also gut im Voraus, wo du campen gehen möchtest. Wir waren im Algonquin Provincial Park und im Parc national des Hautes-Gorges-de-la-Rivière-Malbaie. Beide Male unvergesslich. Man kann am Beginn der Campinganlagen meistens Holz und Anzündwürfel für ein Lagerfeuer kaufen. Es hat auch immer einen Info-Point, wo du nach einer Karte und Wanderrouten fragen kannst. Informiere dich auch über Vorsichtsmassnahmen, um nicht am nächsten Tag neben einem Bären aufzuwachen.

Hier stoppe ich mal, auch wenn ich noch stundenlang weitertippen könnte. Wenn ihr Fragen zu Sachen habt, die euch näher interessieren oder unklar sind, könnt ihr mir jederzeit eine Mail schreiben. Sollten es viele sein, können wir uns gerne auch auf einen Kaffee treffen.

Schaut euch ausserdem unbedingt die anderen Erfahrungsberichte an, da diese teilweise ganz andere Geschichten erzählen.