Erfahrungsberichte

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Wer

salome.voirol[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

16/17 WS

Universität

CA-
Québec - Université Laval

Studienfach

Soziologie (7240)

Gesamteindruck

Ich habe von meinem Austauschaufenthalt in Québec sowohl persönlich als auch akademisch/beruflich und politisch enorm profitiert. Wie erwartet, hat mir das Studium an einer anderen Universität mein eigenes Fach aus einer anderen Perspektive nähergebracht und ich habe durch die universitären Angebote und die sprachliche Immersion meine Französischkenntnisse aufbessern können. Die Herausforderung des Fern-Seins vom gewohnten sozialen Umfeld, sei es auch im einigermassen festgelegten Rahmen des Austauschstudiums, war für mich eine tolle Chance kurz- und langfristig herauszufinden und zu erproben, wie ich mit meiner Autonomie umgehe und was ich damit anstellen möchte. Aus soziologischer Perspektive hat mir die sechsmonatige „Feldforschung“ in einer anderen Kultur zum Verständnis gesellschaftlicher Verhältnisse sowohl in Kanada aber auch generell enorm viel gebracht und mein politisches Engagement nachhaltig beeinflusst. Am meisten wurde meine Zeit in Kanada durch die vielen neuen Begegnungen und Freundschaften gefärbt. Gut habe ich das daran gemerkt, dass mir zum Beispiel das Québécois immer besser gefiel, je länger ich mich unter Québecoises aufhielt. Ich würde die Erfahrungen, die ich gemacht habe nie missen wollen und würde mich immer wieder dazu entscheiden, den Austausch in Québec anzutreten, selbst wenn der Winter kommt und es „frette“ (so richtig kalt) wird.

Vorbereitung

Vom Ende der Bewerbungsfrist für ein Austauschstudium beim Büro für Internationale Beziehungen in Zürich Anfang Januar bis zum definitiven Bescheid auf der Seite der Université Laval, vergingen beinahe fünf Monate. Die Vorbereitung erfordert dementsprechend einiges an Geduld und auch an formellem Aufwand. Aber es lohnt sich! Nicht zur Abschreckung, sondern damit man sich vorstellen kann, wie ein Anmeldungsprozess aussieht und um auf etwaige Missverständnisse oder Probleme vorzubereiten, hier eine etwas ausführlichere Schilderung:

Nachdem ich Ende Januar Bescheid bekommen habe für den Austausch nominiert zu sein, hatte ich bis Ende März Zeit, die weiteren Unterlagen für die direkte Bewerbung an der Universität Laval zusammenzustellen. Dies beinhaltete eine Kopie des aktuellen Leistungsausweises und die dazugehörige Übersetzung ins Englische (Transcript of Records), ein Motivationsschreiben und ein Nachweis meines französischen Sprachniveaus. Beim Dekanat der Philosophischen Fakultät kann nach einem englischen Leistungsnachweis gefragt werden. Da die Module der auf diesem Leistungsausweis in der jeweiligen Unterrichtssprache erscheinen (meistens Deutsch), müssen die Modultitel von einer Fachperson des Schweizerischen Übersetzer-,Terminologen- und Dolmetscher-Verbandes (www.astti.ch) übersetzt werden, damit der Leistungsnachweis vom Dekanat beglaubigt wird.

Hat man zuvor keinen offiziellen Sprachtest (DELF, TFI) abgelegt, kann man online direkt bei der Sprachschule der Université Laval einen Französischtest machen. Informationen dazu sollte man nach Einreichung der Bewerbung bekommen. Da der definitive Bescheid nicht vor Abgabe dieses Sprachtests erfolgen kann, lohnt es sich hier unbedingt nachzuhaken und dazu allenfalls direkt mit der Sprachschule Kontakt aufzunehmen (http://www.elul.ulaval.ca/). Trotz reichlichen Emailverkehrs und Telefonaten hat sich aufgrund eines Missverständnisses diesbezüglich der Bewerbungsprozess bei mir nämlich verlängert. Ich hätte den Test Anfang April bereits ausfüllen können, hatte die nötigen Informationen jedoch erst im Mai. Innerhalb einer Woche nach Ausfüllen des Onlinetests habe ich dann aber glücklicherweise die Zulassungsbestätigungen bekommen, sodass ich Mitte Mai endlich Bescheid wusste, dass ich den Austauschaufenhalt definitiv würde antreten können. Ich war sowohl für das Sommersemester als auch für das Herbstsemester angemeldet, da mir aufrgrund der Ergebnisse des online Einstufungstests geraten wurde, im Sommersemester zur Aufbesserung meiner Französischkenntnisse einen Französisch-Intensivkurs zu belegen. Die Anmeldungsfrist für den Sprachkurs hatte eigentlich am ersten Mai geendet, zum Glück haben sie diese Frist jedoch bis Juni verlängert.

Sobald man den definitiven Bescheid bekommt, kann man sich um das Flugticket und die Unterkunft kümmern. Bei einem Studium bis zu sechs Monaten, wie in meinem Fall (1. Juli- 27. Dezember) reicht ein AVE (autorisation de voyage éléctronique), ein Reisepass und ein Flugticket zur Einreise in Kanada. Das AVE kostet $ 7 CAD und kann online erworben werden (http://www.cic.gc.ca/francais/visiter/ave.asp).
 

Ankunft

Obwohl das Herbstsemester an der Université Laval erst Anfang September startet, bin ich bereits Anfang Juli nach Québec geflogen, um zuvor einen fünfwöchigen Französisch-Intensivkurs an der Sprachschule (école de langues de l'Université Laval) zu absolvieren. Wie zu Beginn des Herbstsemesters, gibt es auch zu Beginn des Sommersemesters einen gratis Shuttlebus vom Flughafen in Québec direkt zum Campus. Diese Dienstleistung wird an beiden Wochenendtagen vor dem offiziellen Vorlesungsbeginn angeboten. Wenn man aus einer anderen kanadischen Stadt (z.B. Montreal) nach Québec fährt, lohnt es sich allenfalls auf Kangaride (http://www.kangaride.com/) nach einer günstigen Mitfahrgelegenheit Ausschau zu halten. Diese Webseite ist auch sonst für günstige Städteausflüge ziemlich nützlich.

Vor Semesterbeginn wird man von der Universität per Mail mit einem Starter-Kit eingedeckt, in dem man über die nötigen ersten Formalien vor Ort informiert wird sowie Hilfestellungen zum Einleben findet. Um sich auf dem Campus und im Studentenwohnheim zurecht zu finden, werden zum Beispiel Führungen organisiert, bei denen man auch gut schon erste Leute kennenlernen kann. Weitere einführende Touren werden sowohl als nachmittägliche Aktivität vom Sprachkurs aus oder vom Bureau de la vie étudiante (BVE) angeboten. Bei letzterem kann man sich auch für das Programme de Jumelage anmelden, bei welchem einem eine erfahrene MitstudentIn vom gleichen Fach zur Seite gestellt wird (https://www.bve.ulaval.ca/). Zum Einstieg lohnt es sich auf jeden Fall das Angebot des BVE online wie auch vor Ort zu nutzen.

In der ersten Vorlesungswoche des Herbstsemesters organisieren viele Studienfachschaften ein Einweihungsritual mit Willkommensparty für ihre Erstsemestrigen. Ich war zwar nicht im Erstsemestrigen-Mailverteiler, bin aber glücklicherweise in meinem ersten Soziologiekurs von einem Mitglied des Fachvereins über Zeit und Datum informiert worden. Es hat sich für mich sehr gelohnt hin zu gehen, da es eine gute Gelegenheit war andere NeueinsteigerInnen sowie die Fachvereinsmitglieder kennenzulernen - und weil es einfach auch sehr viel Spass gemacht hat! Wir haben uns unter anderem als Tiere von Orwells Animal Farm verkleidet und sind in Gruppen bei einem Orientierungslauf auf dem Campus gegeneinander angetreten. Auch innerhalb des Semesters organisieren die Fachvereine (RÉSUL für die SoziologInnen) verschiedene Events, sodass es sich lohnt den eigenen Fachverein bald ausfindig zu machen, wenn man diesbezüglich auf dem Laufenden bleiben möchte.

Zimmersuche
Wohnen

Ich hatte mich dazu entschieden im Studierendenwohnheim zu wohnen (http://www.residences.ulaval.ca/accueil/). Dazu musste ich mich vor meiner Einreise nach Kanada zweifach für ein Zimmer bewerben; einmal für das Sommer-, und einmal für das Herbstsemester. Als ich die Gesuche auf einen Platz im Wohnheim eingereichte, war ich mir nicht sicher, ob ich in der vorlesungsfreien Zeit vom August ein Zimmer benötigen würde. Auch waren meine Abreisedaten noch nicht entschieden. Die Änderung dieser Formalien haben sich vor Ort aber leicht regeln lassen und als ich meinen Aufenthalt für den August verlängert habe, hatte ich sogar das Glück, das gleiche Zimmer vom Sommer- auch für das Herbstsemester nutzen zu können.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meiner Wahl, auf dem Campus zu wohnen. Es gibt  viele Lernplätze und die Bibliothek und andere universitäre Anlagen sind schnell zu erreichen. Zum Einkauf sind Métro und Provigo nur 5-10 Gehminuten entfernt. Man trifft schnell neue Leute und NachbarInnen, ausserdem wird einem mit den vielen Freizeitlokalitäten und geplanten Events bestimmt nie langweilig. Gleichzeitig kann man sich aber auch gut in die eigenen vier Wände zurückziehen, wenn man einmal Ruhe braucht.

Die Zimmer sind mit dem Nötigsten ausgestattet: Bett, Schrank, Pult, Stuhl, Lampe, Waschbecken mit Spiegelschrank und Sessel. Je nachdem hat die VormieterIn auch ein spezielles Gadget im Zimmer hinterlassen, wie beispielsweise den Spiegel, um welchen mich meine Zimmernachbarinnen benieden haben. Die Betonung auf ZimmernachbarINNEN liegt daran, dass die Stockwerke nach Geschlechtern getrennt sind. Dies, sofern man sich überhaupt in einem gemischten Wohnheim befindet, was beim grössten Studierendenwohnheim, dem Pavillon Alphonse-Marie-Parent, in welchem ich gewohnt habe, der Fall war. Jedes Stockwerk teilt sich ein gemeinsames Badezimmer mit mindestens zwei Toiletten und zwei Duschen. Im Souterrain und Erdgeschoss befinden sich verschiedene Aufenthaltsräume, ein Waschsalon und eine grosse Gemeinschaftsküche. Dazu bekommt man einen eigen Küchenschrank, welcher wie das persönliche Postfach mit einem Zahlenschloss ausgesattet ist. Leider ist die Küche nicht mit Kochutensilien ausgerüstet, sodass man sich Pfannen, Geschirr und was man sonst noch braucht, alles selbst zulegen muss. Wenn man Leute findet, die gerne teilen, kann man die Utensilien dank Zahlenschloss aber einfach gemeinschaftlich nutzen. Billige Angebote und allerlei Kram verkauft Dollorama beim Centre Lorier. Eine zweite gute Adresse für weitere Haushaltsutensilien ist der Canadian Tire. Hier findet man neben einem billigen Reiskocher und Lampen auch Campingmaterial. Wenn man Glück hat, findet man auch verschiedene Dinge im Lift oder Gang auf einem Handzettel zum Verkauf ausgeschrieben. Dies lohnt sich insbesondere bei Kühlschrank und Mikrowelle. Zwar kann man diese auch beim Wohnheim anmieten, das ist aber meist viel teurer als wenn man ein Secondhand-Modell bekommen kann. Hierzu ist auch Kijiji (http://www.kijiji.ca/) eine Suche wert. Hier findet man auch allerlei anderes wie beispielsweise ein Fahrrad oder eine Wohngemeinschaft, wenn man doch lieber ausserhalb des Campus wohnen möchte.

Im Sommersemester hat man während des Sprachkurses ausserdem auch die Möglichkeit bei einer Gastfamilie zu wohnen. Details zu den Aufenthaltsmöglichkeiten während dem Französisch-Intensivkurs findet man auf der Seite der Sprachschule (http://www.elul.ulaval.ca/nos-cours/francais-langue-etrangere/cours-intensifs/hebergement/).

Universität

Das Universitätsgelände, welches sich in Sainte Foy befindet, ist ca.15 Min. mit dem Bus oder ca. 20 Min. mit dem Fahrrad vom Stadtkern entfernt. Neben den tatsächlichen Lerninstituten und den Wohnheimen gibt es auf dem Campus der Universität Laval vom Park bis zum Parkplatz alles was das Herz begehrt, auch das grosse Sportgelände PEPS (mit einem eigenen 50m Schwimmbecken!). Bis auf das integrierte Fitnesscenter, ist der Zutritt ist mit dem Studierendenausweis kostenfrei. Hier kann man sich auch für die Dauer des Semesters für verschiedene Sportkurse anmelden (http://www.peps.ulaval.ca/). Alle universitären Anlagen sind durch ein unterirdisches Tunnelsystem verbunden, sodass auch Wind und besonders (Schnee-) Wetter dem Gang zur Universität nicht im Wege stehen.

Der Unterricht unterscheidet sich in verschiedenen Bereichen erheblich vom Studium an der Universität Zürich. Zum ersten liegt dies offensichtlich daran, dass auf Französich unterrichtet wird. Eine grosse Herausforderung waren für mich dabei einerseits die soziologischen Texte, welche häufig bereits auf Deutsch anspruchsvoll sein können. Andererseits war es, gerade zu Beginn des Semesters, anstrengend während der ganzen Vorlesung konzentriert zu bleiben. Dies einerseits wiederum aufgrund der Sprache, aber insbesondere auch weil die Vorlesungen (z.B. 15:30-18:20Uhr) fast drei Stunden dauerten. Obwohl dafür zwischendurch auch eine längere Pause eingelegt wird, muss man sich anfangs daran gewöhnen. Zur Auflockerung wurde der Frontalunterricht dafür häufig durch Gruppenarbeiten, studentische Vorträge und Diskussionsrunden ergänzt. Auch die Leistungsnachweise sind etwas anders als an der Uni Zürich. In vielen Fächern gibt es Zwischenprüfungen und auch grundsätzlich wird ein grosser Teil der Leistung bereits im Verlauf des Semesters erbracht. Ein weiterer Fokus scheinen Gruppenarbeiten zu sein. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Im Fach déviance, folie et normativité gab es zusätzlich zur Abschlussprüfung am Ende des Semesters auch während des Semesters (die eigenen Vorlesungsnotizen durften mitgenommen werden) ab und zu kurze Überraschungsprüfungen zu im vornherein bekannt gegebenen Lektürefragen. Zusätzlich musste man einen Vortrag/Diskussionsbeitrag mit zweiseitigem Dossier vorbereiten und in einer Gruppenarbeit (2-3 Personen) zu einem frei gewählten Thema eine Seminararbeit mit ca.15 Seiten einreichen. Zwar fand ich diese Anforderungen rein quantitativ recht anspruchsvoll, die Aufgabestellungen waren an sich aber sehr sinnvoll und haben die Auseinandersetzung mit dem Thema während dem ganzen Semester gefördert, sodass ich insgesamt von diesem Vorgehen viel profitiert habe. Es ist allerdings wichtig, den Arbeitsaufwand nicht zu unterschätzen. Dies ist insbesondere deshalb verlockend, weil 6ECTS in Kanada gerade mal 3Credits entsprechen.

Dementsprechend ist auch der fünfwöchige Französich-Intensivkurs der Sprachschule à 6Credits (=12ECTS) im Sommersemester im wahrsten Sinne des Wortes sehr intensiv - und sehr zu empfehlen. In den fünf Wochen hat man einen festgelegten Stundenplan mit einigen frei wählbaren Kursen und Ateliers. Aus persönlicher Erfahrung kann ich das Theater-Atelier sehr empfehlen. Fortgeschrittene Franzsöischsprechende lernen dort die Grundlagen des Improvisationstheaters, welches in Québec lange Tradition hat, und üben sich daduch inspesondere im spontanen, freien Sprechen. Die meisten Nachmittage sind frei bzw. können mit verschiedenen französischfördernden Aktivitäten, wie etwa Stadtführungen, Kanufahrten und Museumsbesuchen gefüllt werden. Auch an den Wochenenden werden Ausflüge, Wanderungen und sogar Walbesichtigungen organisiert. Begleitet werden diese Aktivitäten von den Animateurs und Animatrices, Bachelorstudierende der Université Laval, die den SprachschülerInnen auch sonst während dieser fünfwöchigen Periode (und bei der Buchung eines Sprachmoduls auch im Herbstsemester) mit Rat und Tat zur Seite stehen. Für einige Aktivitäten kann man sich vor Beginn des Sommersemesters anmelden. Dazu bekommt man ein Mail zugeschickt, welches auch dazu auffordert, sich für ein Atelier zu entscheiden.

Insgesmt scheint die Studentenschaft in Québec ziemlich aktiv. So betreibt der Fachverein für Politikwissenschaft während der Vorlesungszeit einen Kiosk mit nachhaltigeren und ethisch vertretbareren Lebensmitteln als die Mensakonkurrenz und der soziologische Fachverein hat neben dem Aufruf zur Unterstützung einiger Demonstrationen in der Innenstadt (z.B. Gegen die culture de viol und Für den Mindestlohn), ganz in der Tradition der Studentenproteste im Jahr 2012, selbst einen studentischen Streik organisiert. Wer Interesse hat, sich ausserschulisch zu engagieren, hat, neben den Fachvereinen, an der Université Laval ausserdem eine grosse Auswahl an studentischen Freiwilligenorganisationen, um sich zu betätigen (https://www.dse.ulaval.ca/associations-etudiantes/categorie-associations/). Obwohl ich nur vereinzelt aushelfen konnte, habe ich beispielsweise durch meinen kurzen Einsatz in der AVÉGÉ (Association végétarienne et végétalienne de l'Université Laval) viele wichtige Erfahrungen sammeln und ausserordentliche Freunschaften schliessen können. Die verschiedenen Assoziationen stellen sich jeweils am Anfang des Semesters mit Infoständen im Pavillon Alphons-Désjardins vor.

Leben/Freizeit

Wer bereits im Sommer in Québec ist, sollte sich unbedingt überlegen sich (vielleicht bereits zum billigeren Vorverkauf) ein Ticket für das Festival d'été (FEQ) zu organisieren. Während des zehntägigen Festivals sind im Juli in der ganzen Innenstadt Bühnen aufgestellt, von denen man, teils auch kostenfrei (Place d'Youville), mit Musik beschallt wird. Dies ist auch eine gute Gelegenheit, um die Stadt besser kennenzulernen. Die Rue St. Joseph-Est im Quartier Saint Roch, an denen sich einige Bars und Konzertsäle befinden, die am Festival teilnehmen, ist, besonders in der nächtlichen Beleuchtung, bis zum Schluss eine meiner Lieblingsstrassen geblieben.

In der nähreren Umgebung lässt sich ein Ausflug zum Wasserfall Chute Montmorency empfehlen, welcher mit dem Bus 801 bis zur Endstation gut erreicht werden kann. Hat man mehrere Tage frei, empfehlen sich, nebst Besuchen in Städten wie Ottawa und Montreal, zum Beispiel auch Campingausflüge in die Gaspésie. Ich bin mit einigen Freunden dem Fluss Staint Laurent folgend zur Atlantikküste gefahren. Bei dieser Route streift man mehrere Nationalparks und erreicht mit Gaspé schliesslich einen bout du monde. An möglichen Aktivitäten fehlt es einem an der Universität bestimmt nicht. Ist man nicht vom Sprachkurs bereits mit Ausflügen eingedeckt, organisiert die BVE weitere Aktivitäten, wie beispielsweise ein herbstliches Apfelpflücken auf der Île d’Orléans und vieles mehr (https://www.bve.ulaval.ca/). Im Sommer ist besonders empfehltenswert ist auch die Concerts phauniques in der Forêt de Montmorency. 

Es gibt auch viele Ausstellungen, (Floh-)märkte, und Kirchen, die gerade dann besonders interessant zu besichtigen sind, wenn sie aufgrund der „Révolution tranquille“ als Kirche ausgedient haben und neu etwa als Zirkusschule (http://www.ecoledecirque.com/en/ ) dienen. Viel Spass beim Entdecken!