Erfahrungsberichte

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Wer

kevin.schuler[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

16/17 WS

Universität

AU-
Sydney - University of Technology Sydney

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Der hohe administrative Aufwand für das Austauschsemester hat sich mehr als gelohnt! Ich hatte eine super Zeit in Australien und konnte mich sowohl akademisch weiterentwickeln als auch Erfahrungen fürs Leben sammeln. Nach fünf Jahren an der Universität Zürich war es auch eine gute Abwechslung, ein anderes Unterrichtssystem kennenzulernen. Die UTS mit seinen unzähligen internationalen Schülern war dafür die richtige Wahl.

Obwohl man während dem Semester diverse Zwischenprüfungen schreiben und Assignments abgeben muss, findet man neben dem Studium dennoch hin und wieder Zeit, Sydney mit seinen Stränden und Nationalparks zu geniessen. Weiter sollten Besuche anderer Grossstädte in Australien nicht zu kurz kommen. Dazu bietet sich auch die «student vacation week» während dem Semester an, in welcher eine Woche lang kein Unterricht stattfindet.

Vorbereitung

Die Vorbereitungen waren sehr zeitaufwendig und teilweise mühsam. Es gibt so viele Dinge, die man erledigen muss, sodass man schnell den Überblick verlieren kann. Damit man sein Bewerbungsdossier bei der UZH termingerecht (Anfang Januar) einreichen kann, lohnt es sich, sich frühzeitig zu informieren und die nötigen Dokumente zu beantragen. Je länger man damit wartet, desto schwieriger wird es, ein gutes, ansprechendes und komplettes Dossier abzugeben, da man im Dezember und im Januar mit Lernen für die anstehenden Prüfungen beschäftigt sein wird. Vor allem mit dem Englischsprachnachweis sollte man sich spätestens Anfang November auseinandersetzen. Falls es notwendig ist, eine TOEFL-Prüfung abzulegen, sollte man sich frühzeitig nach einem möglichen Termin umsehen. Die Teilnehmerplätze sind beschränkt und oftmals Wochen im Voraus ausgebucht. Am meisten Zeit in Anspruch nimmt allerdings das Motivationsschreiben, da man sich bereits mit dem Fächerangebot der Partneruniversitäten auseinandersetzen sollte. Man muss aufzeigen, welche Fächer man gerne besuchen würde und weshalb.

Nach der Zusage von der Universität Zürich gilt es viele weitere Arbeiten zu erledigen. Beispielsweise ist eine Übersetzung (welche vom Dekanat unterzeichnet werden muss) des UZH Leistungsnachweises für die Bewerbung an der UTS erforderlich. Sobald man auch die Zusage der Partneruniversität hat, muss man den Flug buchen, ein Visum beantragen (dazu wird allerdings eine OSHC Bestätigung (Overseas Student Health Cover) benötigt, die man vorgängig erwerben muss), eine Unterkunft organisieren und vieles mehr. Weiter braucht man sich um die Fächerwahl zu kümmern: zuerst stellt man der UTS einen Antrag mit etwa 8 Fächern, wobei man für 30 ECTS lediglich 4 Fächer à 6 australische Punkte benötigt (dies empfiehlt sich deshalb, weil man oftmals für einige Fächer nicht zugelassen wird). Sobald man seitens UTS für die beantragten Module zugelassen wurde, braucht man abzuklären, ob die ausgewählten Module an der UZH angerechnet werden können. Dazu füllt man eine Anrechnungsvereinbarung aus, welche nach der Prüfung des Dekanats unterzeichnet retourniert wird.

Ankunft

In der Woche vor der ersten offiziellen Vorlesungswoche findet die «orientation week» statt, in welcher diverse Informationsveranstaltungen der UTS stattfinden (teilweise gilt Anwesenheitspflicht!). Es wird empfohlen, in der Woche vor der Orientierungswoche anzureisen. So hat man genügend Zeit, sich sein Zimmer einzurichten, den Jetlag zu überwinden und erste Bekanntschaften zu schliessen.

Die UTS bietet in der Woche der Anreise einen gratis Shuttle-Bus-Service an, der dich vom Flughafen direkt an die Uni bringt. Sollte man nicht von diesem Service profitieren wollen, stehen alternativ Taxis oder der Zug (siehe unten bei Abschnitt Freizeit für weitere Infos und Tipps) zur Verfügung.

Solltest du in unserem Herbstsemester, also im australischen Frühlingssemester, in den Austausch gehen und im Juli anreisen, solltest du genügend warme Kleidung einpacken. In Sydney ist es zu dieser Jahreszeit ziemlich kalt und windig. Ich war froh, dass ich meine Winterjacke dabei hatte.

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe von Studienkollegen gehört, dass es sehr schwierig sei, selbst eine preiswerte Wohnung im Zentrum Sydneys zu finden. Ich bin also froh, dass ich mich für das UTS Housing entschieden habe, was mir viel Zeit mit dem Suchen einer Wohnung erspart hat. Zwei bis drei Monate vor Semesterbeginn konnte man sich online registrieren und angeben, welches der vier Housings man bevorzugt. Je früher man sich dafür bewirbt, desto wahrscheinlicher ist es, einen Platz im bevorzugten Housing zu erhalten. Neben dem Housing muss man sich ebenfalls für eine Zimmerart entscheiden. Ich erhielt meine erste Präferenz, ein 6 Zimmer Apartment im Yura Mudang. Dieses Housing war für mich optimal gelegen – nur 5 Minuten von meinem Zimmer bis ins Business Faculty Building, wo meine Vorlesungen stattgefunden haben. Hinzu kommt, dass man 5 Minuten von Chinatown wohnt, wo man preiswert essen gehen kann. Ebenfalls 5 Minuten entfernt befindet sich der Central Park, ein Einkaufszentrum, in welchem es einen grösseren Woolworths (Lebensmittelladen) gibt. In 15 Gehminuten erreicht man Darling Harbour und Sydney CBD. Trotz den vielen Vorteilen, welche das UTS Housing zu bieten hat, muss einem bewusst sein, dass man sein Zimmer für das halbe Jahr (in meinem Fall Juli bis Januar) bezahlen muss, auch wenn man bereits nach Semesterende Mitte November auszieht.

Universität

Die meisten Kurse der UTS sind 6 UTS credit Fächer, was 7.5 ECTS Punkten entspricht. Da ich mir an der UZH 30 ECTS anrechnen lassen wollte, entschied ich mich für vier solcher Module. Der Schwierigkeitsgrad des Lernstoffes an der UTS ist im Vergleich zur UZH als tiefer einzustufen. Allerdings variiert der Aufwand von Fach zu Fach sehr stark, so dass dieser mindestens ebenso hoch sein kann wie an der UZH. In vielen Kursen muss man während dem Semester diverse Einzel- und Gruppenarbeiten einreichen. Zusätzlich gibt es oft eine Zwischenprüfung und meistens eine Schlussprüfung.

Leben/Freizeit

In und um Sydney gibt es sehr viel Schönes zu sehen. Ich genoss es, an den Wochenenden aus der Grossstadt rauszufahren, um die umliegenden Nationalparks zu besuchen. Für solche Ausflüge bieten sich die öffentlichen Verkehrsmittel in Sydney an. Alles was man dazu braucht, ist die Opal Karte und das App «Opal Travel» für die Fahrplanabfrage. Die Opal Karte kann man an den Bahnhöfen und in diversen Shops erwerben. Man benötigt sie um Bus, Zug und Schiff zu fahren. Beim Ein- und Aussteigen hält man seine Opal Karte jedes Mal an ein Lesegerät, wobei der Fahrpreis direkt vom Guthaben der Karte abgezogen wird. Der Fahrpreis hängt neben der Strecke auch von der Tageszeit ab. Während den Stosszeiten ist das ÖV-Fahren beispielsweise teurer. Weiter erwähnenswert ist, dass das Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am Sonntag in Sydney und Umgebung nur 2.50 AUD (rund 1.88 CHF) kostet, egal wie oft und weit man fährt.

Inlandflüge in Australien sind ebenfalls sehr preiswert. Es lohnt sich auf jeden Fall, Wochenendausflüge in andere Grossstädte zu unternehmen. Im Vergleich zu den Flugpreisen ist die Zugfahrt von Sydney Central Station an den Flughafen Sydney allerdings sehr teuer (rund 15 AUD). Diese Zugstrecke ist vergleichsweise markant überteuert, da die beiden Flughafenbahnhöfe (Sydney Domestic Airport und Sydney International Airport) in Privatbesitz sind. Wenn man pro Fahrt rund 10 AUD, also 7.50 CHF, sparen möchte, empfiehlt es sich, auf dem Weg zum Flughafen eine Zugstation früher auszusteigen (Mascot) und von dort aus den 400-er Bus an den Flughafen zu nehmen.