Bilder zum Bericht

Brisbane bei Nacht

Brisbane von Kangaroo Point

Currumbin Beach mit Surfer's Paradise im Hintergrund

Lone Pine Koala Sanctuary

Heron Island Shipwreck

Erfahrungsberichte

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Wer

svenjamar[at]bluewin.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

16/17 WS

Universität

AU-
Brisbane - University of Queensland

Studienfach

Biologie (8540)

Gesamteindruck

Mich für ein Auslandsemester in Australien zu bewerben war wohl die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Ich habe dadurch nicht nur die Möglichkeit erhalten, an einer weltweit anerkannten Universität mein Traumfach zu studieren , ich habe auch Freunde von überall auf der Welt gefunden und eine ganze Menge über mich selbst gelernt. Ich dachte immer die rückkehrenden Studenten, die behaupten, dass das Land ihrer Gastuniversität ihr zweites Zuhause wurde und dass sie durch den Auslandaufenthalt stark gewachsen sind, viel zu sehr übertreiben. Nun kann ich mit Überzeugung sagen, dass sie das nicht tun. Den Schritt zu wagen, an einer Universität im Ausland zu studieren ist ein regelrechter Boost für die persönliche Entwicklung. Brisbane ist eine wunderschöne Stadt und obwohl es sich schon eher um eine Grossstadt handelt ist es doch überschaubar und man fühlt sich im nu ganz zuhause. Es hat viel zu bieten, nebst den üblichen Shopping-Malls, Kinos, Bars und Clubs hat es auch eine grüne Oase im Stadtzentrum, Southbank. Entlang des Brisbane Rivers zieht sich eine Fläche mit Bäumen und Gras und einem Badestrand an dem sich vor allem an den warmen Tagen wunderbar entspannen lässt. In Southbank ist immer etwas los, an einigen Tagen der Woche kann man umsonst Sportkurse wie Aquafit, Zumba oder Pilates besuchen. Rund um Brisbane befinden sich unzählige Traumstrände und sehenswerte Orte wie das Hippie-Städtchen Byron Bay, Noosa, das legendäre Surfers Paradise aber auch Natur-pur beispielsweise in Form der Glasshouse Mountains. Sie alle sind innert weniger als 2h zu erreichen (mit dem Zug dauert es manchmal etwas länger.) Für Tierfreunde sind der weltbekannte Australia Zoo oder die Lonepine Koala Auffangstation in bequemer Nähe. 
Ich habe versucht, möglichst alles in diesen Bericht einzubringen. Falls etwas unklar ist oder sonst Fragen auftauchen, kann man mich jederzeit per Mail kontaktieren :)

Vorbereitung

Wie alle anderen kann ich nur sagen: Unbedingt genug Zeit für die Vorbereitung einrechnen. Die Website der Universität Queensland ist manchmal etwas schwierig zu navigieren und bis man alle Infos zusammen hat die man gerade braucht dauert es manchmal fast schon einige Stunden. Im Zweifel einfach eine Mail schreiben und fragen, meistens ist es nicht das erste Mal das ein Austauschstudent diese Frage hat. Es ist wichtig, dass man sich genug Zeit für die Kurswahl nimmt, denn sie bietet dann auch gute Argumente weshalb die University of Queensland die geeignete Wahl für einen ist und nicht eine andere Universität. Unbedingt darauf achten in welchem Semester (1 = unser Frühlingssemester, 2= unser Herbstsemester) die Kurse jeweils angeboten werden, denn manche werden nur in jeweils einem Semester durchgeführt. Eventuell heisst es auf der Website, dass die Kurse gewisse Vorkenntnisse voraussetzen, vor allem bei den 3. Jahreskursen ist das eigentlich immer der Fall. Sobald man vor Ort ist, kann man aber mit der zuständigen Abteilung sprechen. Ich bin so in alle Kurse reingekommen, die ich besuchen wollte. Man kann sich auch in zu viele Kurse einschreiben und dann aufgrund der Vorlesungen und Anforderungen entscheiden, welchen Kurs man abwählen möchte. In einem ersten Schritt schreibt man sich für Kurse ein (enrol) und dann in einem weiteren Schritt, dem sogenannten sign-on wählt man aus verschiedenen Vorlesungs- und Praktikumszeiten diejenigen aus, die in den Stundenplan passen. Dafür unbedingt die Sign-on Daten FETT in den Kalender eintragen, da sonst die passenden Zeiten vergeben sind und es zu Überschneidungen kommen kann. Bei Practicals und Tutorials herrscht oftmals Anwesenheitspflicht, also dürfen sich diese im Stundenplan nicht überschneiden. Die Vorlesungen hingegen werden alle aufgezeichnet, falls es also gar keine andere Möglichkeit gibt, kann man die verpasste Vorlesung zuhause nachschauen. Die UQ hat eine my-timetable planner website, auf welcher man die gewählten Kurse eingeben kann und dann per Mausklick alle möglichen Praktika und Vorlesungsfenster aufgelistet erhält. 
Ein weiterer Grund, weshalb man unbedingt früh mit der Planung beginnen sollte, ist der Nachweis der Englischkenntisse. Vorsicht vor allem mit den Cambridge Diplomen: Mein Cambridge Proficiency Diplom wurde nicht anerkannt weil es bei Beginn des Austauschsemesters älter als 2 Jahre gewesen wäre (gilt für CAE und CPE). Ich musste daher noch den TOEFL absolvieren. Aber keine Sorge: Die Universität Zürich bietet super TOEFL-Prüfungsvorbereitungskurse an. Danach ist der eigentlich TOEFL ein Kinderspiel (obwohl halt leider ein kostspieliges). Aber auch im Selbststudium ist der TOEFL machbar, braucht einfach ein wenig mehr Selbstdisziplin!

Ankunft

Die UQ bietet einen kostenlosen Shuttle-Service für Austauschstudenten an, der einen am Flughafen abholt und zur Unterkunft bringt. Man muss diesen aber 3 Arbeitstage vor Abflug online gebucht haben. Ich empfehle wärmstens, an der Orientation Week (eine Woche vor offiziellem Semesterstart) teilzunehmen und wenn möglich sogar noch etwas früher in Brisbane zu sein um sich an den Jetlag zu gewöhnen und an einer der Getting Started Sessions an der Universität teilzunehmen. 

Zimmersuche
Wohnen

Die University of Queensland hat sogenannte Colleges auf dem Campus. Das sind Häuser, wo Studenten jeweils in einem Zimmer wohnen und meistens 3 Mahlzeiten erhalten. Sie sind deshalb oft sehr gefragt (lange Bewerbungsprozesse) und auch ziemlich teuer. Man ist dann direkt bei den Vorlesungsgebäuden, aber sieht von der Stadt selbst dann leider sehr wenig. Ich habe mich bewusst gegen ein College entschieden weil ich den Campus zwar schon sehr schön fand, aber trotzdem etwas vom Stadtleben mitbekommen wollte. Weil es ein relativ grosser Schritt war, ans andere Ende der Welt zu fliegen um dort zu studieren, fehlte mir der Mut, vor Ort nach einer Unterkunft zu suchen (obwohl viele genau das machen). Ich habe deshalb die von der Universität empfohlenen Off-Campus Optionen angeschaut. Es gibt sogenannte Student Accomodations, wie beispielsweise Urbanest, Iglu oder Student-One, bei welchen es sich um grosse Gebäude handelt, die ganz viele 2, 5 oder 6-Zimmer Appartements enthalten. Sie sind extra für Studenten ausgerichtet und haben daher alle Einrichtungen wie ein Gym und einen Cinema/Mediaroom. Oftmals veranstalten sie gemeinsamme Barbeques oder Filmabende ect. Ich habe ein Zimmer in der Studentenunterkunft Iglu mitten im Stadtzentrum gebucht. Man konnte entweder einen 6-Monate-Vertrag unterschreiben oder einen sogenannten Short-Stay für die gewünschte Anzahl Monate (man zahlt dann aber ein ganzes Stück mehr pro Woche, kann aber immer wieder verlängern oder ausziehen wenn es einem nicht gefällt). Es gibt die Option ein eigenes Badezimmer zu haben oder ein Badezimmer mit einem Mitbewohner zu teilen. Ich habe mich für ein 6-Personen-Appartement mit geteiltem Badezimmer im Iglu Brisbane City entschieden und meine Wahl nicht einmal bereut. Die Appartements sind nicht wirklich gross und es ist eine kostspieligere Art zu wohnen als beispielsweise in einem Shared house ausserhalb des Stadtzentrums, aber man wohnt mit vielen Studenten unter einem Dach mitten in der Grossstadt und es wird garantiert nie langweilig. Vom Iglu Brisbane City fuhren am morgen jeweils Shuttle-Busse zur Uni (ca. 10minuten) und sonst kann man bequem zu einer Bushaltestelle im Stadtzentrum laufen und dann von dort einen Bus zum Campus nehmen. Ich habe mit drei Mädchen aus den USA und zwei aus Asien gewohnt und wir wurden sehr schnell ganz enge Freundinnen. Meine Zeit in Australien wäre nicht dieselbe gewesen ohne die unzähligen Filmabende und Gespräche mit meinen Mitbewohnerinnen bis tief in die Nacht. Aber auch von den anderen Appartements lernt man bald mal Leute kennen wenn man sich ständig im Lift begegnet. Für mich war es wichtig, nicht alleine wohnen zu müssen und Iglu hat es mir ermöglicht, einige meiner Freunde direkt eine Türe weiter zu haben. 

Universität

Die University of Queensland bedeckt eine ganze Mäander des Brisbane Rivers. Der Campus ist riesig und sehr eindrücklich mit zwei kleinen Seen und viel Natur. AUf dem Campus fühlt man sich wie in einer kleinen Stadt, da es alles hat, was man zum Leben braucht und mehr. Es hat eine Apotheke, einen Friseursalon, ein Kino und ein Theater, ein Foodcourt mit Pizzeria, Asiatisch, Sushi, Mexikanisch, Indisch, Subway, Salat und Sandwich-bar. Ein Swimmingpool und ein Gym sind ebenfalls vorhanden. Da der Campus wirklich überwältigend ist, lohnt es sich die UQ Navigation App auf das Smartphone zu laden. Man kann das Vorlesungsgebäude eingeben und wird dann direkt zum Zielgebäude gelotst (Sogar die australischen Studenten der höheren Semester benützen diese App, also nur keine Scham ;)).Ich kann zwar nur für die Biologiekurse sprechen aber die waren wirklich alle spitze. Weil ich in Zürich leider nur wenig Möglichkeit hatte, mein Traumfach Meeresbiologie zu studieren, habe ich in Brisbane 3 von 4 Kursen in dieser Richtung besucht: MARS2005 (Australia's Marine Environment), BIOL3215 (Marine Ecology and Conservation), und ENVM2002 (Marine Coastal and Environmental Protection). Die erste Zahl des Kurscodes gibt an, ob es sich um einen 1., 2. oder 3. Jahreskurs handelt. 3. Jahreskurse sind schon etwas anspruchsvoller als 2. Jahreskurse, vor allem wegen den vorausgesetzten Vorkenntnissen; wenn man sich aber für das Fach interessiert, hat man kein Problem, den Kurs zu bestehen. Die meisten Kurse werden von mehreren Dozenten geleitet und die Vorlesungen sind in den meisten Fällen sehr gut gegliedert. Die Dozenten sind ausserordentlich hilfsbereit und der Umgang mit ihnen ist sehr locker und angenehm. Ich hatte beispielsweise etwas Mühe mit meinem ersten Assignment in meinem 3. Jahreskurs und habe der Dozentin eine Mail geschrieben, sie bat mich dann sie nach der Vorlesung aufzusuchen und nachdem sie mir die Unsicherheit genommen hatte, haben wir noch eine Stunde über Australien und die Schweiz geplaudert. Der Umgang zwischen Professoren und Studenten ist um einiges persönlicher als in der Schweiz. Im Gesamten hat man in Australien um einiges weniger Uni (ich hatte Montag und DIenstagmorgen und den ganzen Freitag frei) aber man muss dafür unter dem Semster an Projekten und Assignments arbeiten, was dann manchmal schon etwas Zeit in Anspruch nehmen kann.Was die University of Queensland aber zur besten Wahl für einen Biologiestudenten macht, sind die zahlreichen Exkursions-Angebote. Kurse wie MARS2005 oder BIOL2001 (Australia's Terrestrial Environment) sind gut auf Austauschstudenten zugeschnitten und bieten mehrere Fieldtrips an. So erhielt ich in MARS2005 die Möglichkeit, 2 Tage auf Stradbroke Island und 5 Tage auf Heron Island (Eine Paradiesinsel im Great Barrier Reef) zu verbringen. Im Rahmen von BIOL2001 konnte ich an einem 4 tägigen Fieldtrip auf Fraser Island und an etliche Tagesausflüge in den Regenwald oder in den Zoo teilnehmen. Unbedingt für ALLE Fieldtrips anmelden, da diese nicht nur unendlich spannend sind, sondern man die Mitstudenten im Handumdrehen besser kennenlernt und ganz gute Freunde findet! 
Weiter hat die University of Queensland unzählige Clubs und Societies, welchen man (manchmal gegen eine kleine Gebühr) beitreten kann. Man findet da alle möglichen Sportarten (Inklusive Beach Volleball, Segeln, Tauchen und Surfen), aber auch wirklich jede Interessensgemeinschaft, die einem einfällt, von der Harry Potter Alliance zum Beer and Rum Club. Am Anfang des Semster wird ein sogenannter Market Day durchgeführt, an welchem man sich für die verschiedenen Clubs einschreiben kann. Ich empfehle jedem Austauschstudenten dringendst der Austausch-Society QUEST beizutreten. Sie veranstaltet zahlreiche Parties, Wochenendtrips und BBQs, wo man ganz viele Leute kennenlernen kann.

Leben/Freizeit

Brisbane lässt bezüglich Leben/Freizeit wirklich keine Wünsche offen. Wie bereits erwähnt bieten die Clubs der Uni zahllose Freizeitmöglichkeiten an. So unternehmen der Surfclub, der Sailclub und der Tauchclub oftmals Wochenendausflüge und Filmabende etc. unter der Woche. QUEST veranstaltet jede Woche am Mittwoch eine sogenannte Pubnight, wo man auf viele bekannte Gesichter aus den Vorlesungen trifft um gemeinsam zu feiern. Für Partygänger ist generell das Valley (Brisbane's Ausgehmeile) ein echtes Muss, wo es einem kaum je langweilig wird. Wenn man auf eigene Faust etwas unternehmen möchte, kann man leicht mit dem öffentlichen Verkehr an einen der nahen Strände gelangen. Oftmals gibt es Spezialangebote für Flüge nach Sydney oder Melbourne, perfekte Wochenendtripdestinationen! Wenn man kann, würde ich empfehlen am Ende des Aufenthalts noch ein Bisschen Australien oder Neuseeland zu bereisen. Es gibt so unendlichI viel zu entdecken auf diesem wunderbaren Kontinent. Ich persönlich konnte von Australien gar nicht genug bekommen!