Erfahrungsberichte

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Wer

basil.rupper[at]hotmail.com

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

16/17 WS

Universität

AU-
Sydney - University of Technology Sydney

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Ich würde jedem empfehlen die Chance wahrzunehmen und ein Austauschsemester zu absolvieren. Man lernt dabei enorm viel über sich selbst und fürs Leben allgemein. Es ist eine aussergewöhnliche Möglichkeit Menschen aus aller Welt besser kennenzulernen und internationale Freunde zu machen. Ganz klar ist so ein Austauschsemester ein sehr grosser Einschnitt in euer Leben und mit vielen Ungewissheiten verbunden. Ihr werdet es aber ganz bestimmt nicht bereuen. Sydney ist eine fantastische Stadt um so ein Austauschsemester zu absolvieren. Die Lebensqualität ist sehr hoch und die Stadt selbst hat so viel zu bieten. Mein Austauschsemester hat mich in meinem Leben ein grosses Stück vorangebracht und war eine aussergewöhnliche Erfahrung.

Vorbereitung

Die Vorbereitung für das Austauschsemester in Australien war relativ aufwendig und nimmt auch viel Zeit in Anspruch. Ich brauchte einen TOEFL Test, worum man sich genügend früh kümmern sollte. Am besten schon vor dem Herbstsemester vor der Anmeldung, da es je nach Englisch Kenntnisse (der Test ist echt nicht einfach) doch noch ein bisschen Zeit für die Vorbereitung in Anspruch nimmt. Dann musste ich mich erstmals mit der Auswahl der Partneruniversität beschäftigen und mich auf eine oder mehrere festlegen. Ich musste mir schon vor der Bewerbung einen Überblich über das Vorlesungsverzeichnis verschaffen und gewünschte Fächer in mein Motivationsschreiben mit einbeziehen. Dieses Motivationsschreiben kann je nach dem wie viel Mühe man dafür aufwendet auch noch zeitintensiv werden. Das Empfehlungsschreiben eines Professoren ist hingegen sehr einfach und schnell zu beschaffen. Nach der Nominierung der UZH begann dann der direkte Mailverkehr mit meiner Gastuniversität, welcher eigentlich ohne Probleme verlief und auch nicht mehr wirklich einen grossen Aufwand darstellte. Einzig die Fächerwahl war extrem mühsam. Man muss sich sozusagen für die gewünschten Fächer bewerben. Zuerst wollte die UTS mir für viele meiner ausgesuchten Fächer die Bewilligung nicht geben. Ich hatte angeblich nicht genügend Vorkenntnisse dafür, was teils wirklich absoluter Schwachsinn war und mir so vorkam als hätten sie das gar nicht überprüft. Für mich bedeutete das dann ein ewig langer Prozess welcher sich bis in meine 2. Semesterwoche hier in Sydney hingezogen hat (Ich habe meine Fächer nach Studienbeginn noch gewechselt). Dann muss man noch ein Studentenvisum beantragen und natürlich die Flüge buchen. Ich würde auch sehr empfehlen sich schon von zu Hause aus um eine Unterkunft in Sydney zu kümmern, doch dazu später mehr. 

Ankunft

 Zugegeben ich war schon ziemlich nervös als ich mich auf die lange Reise nach Sydney machte. Ein fremdes Land, eine fremde Stadt und lauter fremde Menschen. Sobald ich jedoch die Stadt ein bisschen kennen lernte und erste Freunde fand war diese Ungewissheit schnell verflogen. Wahrscheinlich habt ihr das folgende schon in vielen anderen Erfahrungsberichten gelesen aber ich erwähne es gerne noch einmal, da ich es auch nicht glauben wollte. Falls ihr ein Spring semester in Sydney macht (HS in Zürich), welches nun mal im australischen Winter beginnt, dann kann es echt kalt sein. Ich war selbst bisschen überrascht als ich angekommen bin und bemerkte das es schon recht kalt ist, vor allem Abends und Nachts natürlich. Also eine warme Jacke ist sehr zu empfehlen. Angekommen am Sydney International Airport nutze ich den gratis Shuttle-Service der UTS um in die Stadt zu kommen. Am selben Tag besorgte ich mir noch eine Prepaid Simkarte von Optus sowie eine Decke, ein Kissen und Bettzeug (wird nicht zur Verfügung gestellt vom Housing). Dies holt ihr euch am besten im Kmart am Broadway, ca. 15 Gehminuten zu Fuss vom Yura. In der Orientation week gibt es unzählige Veranstaltungen vom Housing und der Uni selbst um sich ein bisschen einzuleben, die Universität und neue Leute kennen zu lernen.

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe mich für ein Studentenwohnheim der Universität entschieden (UTS Housing), was meiner Ansicht nach die beste Idee war. Ich wohnte im Yura Mudang Housing, welches mit ca. 750 Studenten das grösste von allen ist. Ich hatte mich sobald die Bewerbung dafür offen war für ein 6 share appartment beworben und dies auch bekommen. Es ist eine aussergewöhnliche Gelegenheit mit anderen Studenten aus aller Welt zusammen zu wohnen und wirklich sehr cool. Yura Mudang ist das modernste Housing von allen jedoch auch das teuerste. Dies ist es aber absolut wert, da man einfach viel mehr Leute kennenlernt und auch viele Events im Yura stattfinden. Auf dem Rooftop, wo man eine tolle Aussicht auf den CBD von Sydney hat, steigen legendäre Partys mit teils hunderten von Studenten. Vorallem zu Beginn des Semesters ist eigentlich jeden Abend viel los und man lernt sehr schnell viele Leute kennen. Das Housing ist mitten in der Stadt an einer super Lage und nur wenige Gehminuten von den meisten Unigebäuden und der Central Station entfernt. Man kann sich natürlich auch selbst eine Unterkunft in Sydney suchen, was jedoch sehr aufwendig und schlussendlich eher teurer sein wird, da der Wohnungsmarkt in Sydney relativ ausgelastet ist. Zudem ist es einfach viel einfacher Anschluss und neue Freunde zu finden falls man sich für ein UTS Housing entscheidet.

Universität

Die UTS hat mir im allgemeinen sehr gut gefallen. Das Niveau ist schon um einiges tiefer als an der UZH, hängt jedoch auch stark davon ab welche Fächer ihr nehmt. Ich habe mich dafür entschieden nur 3 Fächer zu nehmen anstatt dem vollen Pensum von 4. Das war dann im nachhinein auch eine gute Entscheidung, da man so einfach viel mehr Zeit hat und das Austauschsemester richtig geniessen kann. Meine Fächer waren Investment Analysis, Investment Banking und Labour Economics. Der Unterrichtsstil an sich ist im Grunde genau gleich wie in Zürich. Man hat normalerweise auch eine Lecture und ein Tutorial pro Woche. Jedoch hat man in jedem Fach Assignments (group/individual) oder wöchentliche Problem Sets unter dem Semester abzugeben, welche zusammen meist 50% der Gesamtnote ausmachen. Dies führte natürlich dazu, dass Ich auch unter dem Semester teils ein bisschen mehr Aufwand betreiben musste als ich es gewohnt war von Zürich. Da ich mit 3 Fächern insgesamt jedoch nur 9 Stunden Uni pro Woche hatte, war das ganze sehr gut machbar und liess mehr als genügend Freizeit übrig. Um ein Fach zu bestehen braucht man nur 50%, was wirklich sehr einfach zu erreichen ist. Auch für eine gute Note ist der Aufwand um einiges kleiner als an der UZH. Eine sehr gute Note also resp. eine 6 zu bekommen kann in einigen Fächern jedoch schon recht schwierig sein. In anderen hingegen mit einem relativ humanen Aufwand zu schaffen. Was mich ein bisschen überrascht hat war das Niveau/Können von den locals, welches teils wirklich nicht einem Bachelorstudent gleichkam. Von den Angeboten der Uni war ich sehr positiv überrascht. Sie bietet einem recht viel und hat unzählige Events mit free food and drinks. In diesem Punkt war sie meiner Meinung nach der UZH ziemlich überlegen.

Leben/Freizeit

esSydney ist eine fantastische Stadt mit sehr hoher Lebensqualität. Es gibt so viel zu sehen und zu unternehmen, dass einem bestimmt nie langweilig wird. Ein Konzert im Opera House, ein drink in der Sydney Tower Bar, eine Whale Watching Tour, ein Sailing Trip mit unlimited drinks (schaut mal auf www.bookme.com.au vorbei), ein Spaziergang im Royal Botanic Garden oder Centennial Park wären mal ein guter Anfang. Auch für Daytrips gibt es sehr viele Möglichkeiten wie zum Beispiel Blue Mountains, Royal National Park (Figure Eight Pools) oder Palm Beach. Oder einfach mal ein Tag am Bondi oder Manly Beach ist natürlich auch recht schön. Das Nachtleben in Sydney hat mich ehrlich gesagt eher ein bisschen enttäuscht. Ich meine wir hatten zwar immer sehr viel Spass und unvergessliche Abende, aber auch nur wegen den Leuten mit denen ich feiern ging. Die Clubs im CBD machen normalerweise um 3-4 Uhr schon zu und die Security ist so unfreundlich wie ich es noch nirgends auf der Welt erlebt habe. Also mit den Europäischen Metropolen konnte das Nightlife hier leider nicht mithalten.

Australien ist ein wunderschönes Land und hat so viel zu bieten. Wenn ihr schon den weiten Weg hierher auf euch nimmt dann solltet ihr natürlich auch noch Reisen gehen. Mietet euch ein Campervan und erkundet das Land mit Freunden. Dies ist meiner Meinung nach die coolste Art zu reisen hier, da man einfach so viel Freiheiten hat. Ich habe schon während dem Semester die ganze Eastcoast von Brisbane bis nach Melbourne in 2 Roadtrips abgefahren. Nach dem Semester bin ich mit Freunden innerhalb von 3 Wochen von Cairns nach Sydney gefahren mit einem Campervan und habe einige der Australischen Highlights bereist (Whitsundays, Fraser Island, Great Barrier Reef). Mein absolutes Highlight war jedoch Neu Seeland wo ich innerhalb von 3 Wochen die Nord und Südinsel bereist habe. Mietet euch ein Auto oder Campervan und erkundet dieses faszinierende Land. Wenn man schon einmal auf der anderen Seite der Welt ist sollte man sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.