Erfahrungsberichte

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Wer

manuelzanoni[at]web.de

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

16/17 SS

Universität

BE-LEUVEN01
Leuven - Katholieke Universiteit Leuven

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Wer einmal in einer richtigen Studentenstadt studieren möchte, sollte Leuven auswählen. Hier ist alles komplett auf Studenten ausgerichtet und als Austauschstudent kommt man voll auf seine Kosten. Die Universität ist äusserst offen gegenüber internationalen Studenten und es wird alles unternommen, damit sich Austauschstudenten wohl fühlen. Von der Uni, den Studentenorganisation und ESN werden zudem eine Vielzahl von Aktivitäten (Sport, Nachtleben, Ausflüge, Cantus, ... ) organisiert, so dass einem nie langweilig wird. Die KU Leuven ist zwar bei uns weniger bekannt. Es ist aber eine Uni mit grosser Reputation und langer Tradition, was man hier an jeder Ecke fühlen kann. Ich habe meine Zeit in Leuven genossen. Das internationale Flair, die kurzen Distanzen in der Stadt (alles ist nahe beeinander), die Organisation und das Angebot der Uni haben mich am meisten überzeugt. Belgien ist auch als Land sehr interessant zu bereisen. (Bier-)Kultur kennen lernen, Städtereisen unternehmen etc. bieten sich dabei an. Gerade für Schweizer ist Belgien wegen seiner Vielsprachigkeit interessant.

Vorbereitung

Nach der Nomination der UZH und der nachfolgenden Bestätigung durch die KU Leuven erhielt ich ein umfangreiches und äusserst hilfreiches Informationsdossier des International Office der KUL zur Vorbereitung meines Aufenthalts. Mit dabei war eine Liste mit all den englischsprachigen Kurse, die Austauschstudenten belegen dürfen. Darunter fallen alle Kurse an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Es sind aber auch Kurse an anderen Fakultäten mit Bezug zu Wirtschaft aufgeführt. Im Vergleich zu dem was ich von anderen Unis gehört habe, ist die Auswahl an englischsprachigen Kursen zumindest im Master ziemlich gross. Ich hatte keine Mühe interessant tönende Kurse zu finden und musste mich im Gegenteil eher einschränken. Auf der Website der Uni informierte ich mich über die Kurse, deren Inhalt und die Art der Leistungsüberprüfung. In den allermeisten Fällen waren diese Informationen ausreichend. Im Notfall lässt sich aber ein Kurs nach der ersten oder zweiten Woche immer noch austauschen. Bei mir kam es auch zu einem Wechsel, da ein Kurs wegen eines Sabbaticals ausfiel. 

Ankunft

Obwohl alles top organisiert ist, empfiehlt es sich etwas früher anzureisen, um die Formalitäten zu regeln und an der Kennenlernwoche teilzunehmen. Ich selber kam anderthalb Wochen vor Semesterbeginn an, benötigte ungefähr einen Tag, um auf allen Ämtern vorbeizuschauen und hatte anschliessend mehr als genug Zeit, Sachen wie die Fahrradmiete oder die Zimmereinrichtung zu erledigen. Eine Woche vor Studienbeginn wird von der Uni eine Woche mit vielen Aktivitäten für die neuen internationalen Studenten organisiert. Ich habe dies als eine tolle Gelegenheit empfunden, mit den anderen Austauschstudenten ein erstes Mal in Kontakt zu kommen und die Uni sowie Leuven näher kennen zu lernen. 

Zimmersuche
Wohnen

Nach der Bestätigung bewarb ich mich um einen Platz in einer Studentenresidenz und erhielt relativ schnell eine Bestätigung. Hier ist darauf zu achten, dass die Abgabefrist schon ziemlich bald abläuft. In meinem Fall wusste ich aber nicht, in welcher Residenz ich schlussendlich landen würde. Nach meiner Ankunft wurde ich vom Housingservice der Residenz Sint-Catharina zugeteilt. Eine sehr gemütliche Residenz mit schönem Innenhof, in der eigentlich nur Belgier wohnen. Belgischen Studenten wird nachgesagt, nicht so den Kontakt zu den internationalen Studenten zu suchen. Ich hatte aber das Glück, auf eine sehr angenehme Gruppe zu treffen. Innerhalb der Residenz und in unserem Block wurden zudem immer wieder Anlässe und auch Parties organisiert. Auch die Betreuer der Residenz, ein junges Paar, das im gleichen Haus wohnt, haben sich grosse Mühe gegeben und sich um alles gekümmert. Mit 330 Euro war das Zimmer preiswert, aber eher klein. Zudem gibt es nur eine Etagendusche und eine Gemeinschaftsküche für jeden Block. Ich kann die Residenz trotzdem auf jeden Fall weiterempfehlen. 

Universität

Die Universität ist sehr forschungsstark, die meisten Kurse, die ich in Volkswirtschaft belegt habe, aber im Vergleich zur Universität Zürich eher anwendungsorientiert. Es war für mich eine willkommene Abwechslung, Gelerntes anzuwenden und auch einmal mehr auf Intuition basierende Aufgaben zu lösen. Ich habe hier die eher aufwändigeren Kurse belegt und darum auch während des Semesters einiges zu tun gehabt, sei es mit der Abgabe von Übungen oder Arbeiten. Das Level der meisten Kurse, die ich belegt habe, ist durchaus mit Zürich vergleichbar. Organisatorisch waren nach meiner Erfahrung aber nur die Hälfte der Kurse gut, die anderen sind teilweise stark abgefallen. 

Leben/Freizeit

Unter der Woche ist den vielen Bars immer was los. Belgien hat zudem eine reiche Bierkultur, welche man in Leuven Bars sehr gut kennen lernen kann. ESN und viele Studentenorganisationen organisieren eine Vielzahl von Aktivitäten, bei denen für alle etwas darunter ist. An der Uni gibt es ein grosses und gutes Sportangebot. Mit einer Sportcard für 20 Euro kann man die meisten Aktivitäten während des Semester gratis belegen. Joggen oder Velotouren lassen sich in die Natur um Leuven unternehmen. Am Wochenende oder in den zweiwöchigen Osterferien sind geeignet, Ausflüge in Belgien zu machen. Die Lage von Leuven bietet sich an für viele interessante Städtereisen nach Brügge, Ghent, Antwerpen, Köln, Paris, Amsterdam, ... , welche sich bequem mit dem Zug oder Bus erreichen lassen. 

Bei weiteren Fragen stehe ich zur Verfügung.