Erfahrungsberichte

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Wer

alice.hengevoss[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

15/16 WS + SS

Universität

CA-
Québec - Université Laval

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Das Austauschjahr in Québec war in jeglicher Hinsicht eine bereichernde Erfahrung. Auf akademischer Ebene bietet die Universität im Bereich der Volkswirtschaftslehre ein interessantes Kursangebot, das auf die praktische Anwendung des Gelernten abzielt. Zudem ist der Umgang zwischen Professoren und den Studenten sehr unkompliziert und wohlwollend. Da der Alltag in Québec und meine Vorlesungen alle auf Französisch waren, habe ich auch sprachlich sehr viel profitieren können und das ganze wirtschafts-vokabular nochmals neu gelernt. Es war interessant die Unterschiede zwischen dem europäischen und kanadischen Französich zu entdecken, vorallem, wenn dies zu lustigen Missverständnissen geführt hat. Nicht zu unterschätzen sind ebenfalls die Lernerfahrungen die man mitnimmt, wenn man eine neue Umgebung und Kultur kennenlernt. Québecois sind, wenn auch anfangs etwas zurückhaltend, sehr hilfsbereit, was einem das Einleben sehr vereinfacht macht. Zu guter Letzt, wenn auch etwas cliché-behaftet, empfand ich den Austausch und die Freundschaften, die ich mit Leuten aus aller Welt geknüpft habe am aller wertvollsten. Alles in allem, bin ich sehr glücklich über mein Jahr in Québec und würde jedem einen Austausch wünschen.

Vorbereitung

Das einzig wichtige was es vorzubereiten gilt sind das Visum/Study permit und eine Unterkunft. Da ich für zwei Semester in Kanada studieren wollte, musste ich einen study permit für die Zeit beantragen. Dieser bedeutet etwas mehr Aufwand, da man verschiedene Dokumente einschicken muss. Für einen Aufenthalt von weniger als sechs Monaten reicht ein einfaches Visum. Beides kann unter simpler Anleitung im Internet beantragt werden. Der gesamt Prozess dauert ungefähr einen Monat. Obwohl es etwas mehr Papieraufwand ist einen study permit für ein gesamtes Jahr zu beantragen, ist es absolut machbar, da auf der entsprechenden Seite alles sehr gut erklärt ist. 

Bzgl. Unterkunft habe ich mich für ein Zimmer auf dem Campus entschieden, welche von der Université Laval zur Verfügung gestellt werden. Als Austauschstudent hat man dort Vorrang gegenüber anderen Studenten und ist somit sicher eine Unterkunft zu finden. Sobald man an der Universität offiziell angenommen wurde, erhält man diverse Emails, welche einem alle anstehenden Vorbereitungen erleichtern. Dabei erhält man ebenfalls eine Email mit einem Anmeldeformular für ein Zimmer auf dem Campus.

Die Kurse konnte ich erst vor Ort buchen, daher gibt es da nicht viel vorzubereiten. Für den kalten Winter findet ihr entsprechende Kleidung vor Ort, daher den Koffer lieber mit etwas anderem vollpacken.

Ankunft

Ich habe meinen Flug so geplant, dass ich eine Woche vor Beginn der Vorlesungen angekomme. Dies würde ich auch wieder so machen. Man hat Zeit sich einzurichten und auf dem Campus zu orientieren. Zudem organisieren verschiedene Fakultäten diverse Events für Neuankömmlinge, die es einem ermöglichen nette Leute kennenzulernen und die Stadt von Québec zu erkunden.

Ich würde empfehlen unter der Woche anzukommen, da am Wochenende alle Schalter für diverse Administration auf dem Campus geschlossen sind. 

Zimmersuche
Wohnen

Wie bereits erwähnt habe ich mich für ein Zimmer auf dem Campus entschieden. Dies hat es mir erlaubt gleich Leute kennenzulernen, die in der gleichen Situation waren wie ich. Ich habe es als sehr bereichernd empfunden mit Leuten aus verschiedenen Kulturkreisen zusammenzukommen und mich auszutauschen. Es war schön sich abends mit seinen Freunden zum Essen in der Küche zu treffen und so eine kleine Ersatzfamilie zu haben. Die Zimmer selbst sind mit dem nötigsten ausgestattet und man muss sich dessen bewusst sein, dass man sein Bad und die Küche mit vielen Leuten teilt. Dafür ist die monatliche Miete sehr günstig im Vergleich mit einem Zimmer in einer WG. Ein weiterer Punkt den es zu beachten gilt, ist dass der cut zwischen Uni und Feierabend schwerer fällt, wenn man auf dem Unigelände lebt. 

Persönlich würde ich für einen Austausch von einem Semester dennoch ein Zimmer auf dem Campus empfehlen.

Universität

Die Université Laval ist eine reizende Universität 15 Busminuten von der Altstadt Québecs entfernt. Der Campus erstreckt sich über einige quadrat Kilometer, auf dem im Sommer die Eichhörnchen rumrennen. Für die kalten Winter sind die diversen Pavillons durch unterirdische Tunnels verbunden.

Für Volkswirtschaftler ist das Kursangebot zugegebenermassen weniger breitgefächert und etwas klassischer als an der UZH. Dennoch waren viele meiner Fächer sehr praktisch ausgerichtet waren. Das diskutieren von aktuellen wirtschaftsbezogenen Themen war eine gute Anwendung der an der UZH vermittelten Theorie. Was ich persönlich weiter als sehr angenehm empfand, war dass die Leistungsnachweise über das Semester verteilt waren. Somit entscheidet nicht eine einzige Abschlussklausur über die Schlussnote und der Stoff bleibt besser hängen. 

Ein weiterer positiver Aspekt war das wohlwollende Verhältnis zwischen Professoren und Studenten. Generell waren die Professoren sehr bemüht, dass sie ihren Unterricht verständlich vermitteln und die Studenten ihre Klausuren mit Erfolg bestehen. Dies habe ich als sehr motivieren empfunden. 

Leben/Freizeit

Québec bietet für jede Jahreszeit viele Freizeitaktivitäten. Im Sommer bietet sich zum Beispiel die Möglichkeit verschiedenen Wanderungen in einem nahegelegenen Nationalparks zu machen. Wer lieber gemütlich die Sonne geniesst, der findet in der Altstadt viele herzige Kaffees, die zum Verweilen einladen. Im Winter gibt es natürlich viele verschiedene Schneesportarten die man ausprobieren kann, von Langlauf über Schlittenhundfahren ist alles dabei.

Auf dem Campus selbst befindet sich ein riesiges Sportareal, das ebenfalls verschiedenen Sportarten anbietet. Ansonsten gibt es an der Uni verschiedenen Vereine, die Treffen und Ausflüge anbieten.

Für die, die gerne Feiern empfehle ich ein Wochenende in Montréal, welches drei Autostunden entfernt ist und eine nette Abwechslung einer Grossstadt bietet.