Erfahrungsberichte

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Wer

christophfausch[at]hotmail.com

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

16/17 WS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Management and Economics (3022)

Gesamteindruck

Im Rahmen des strukturierten Master-Mobilitätsprogramms konnte ich mich für ein Austauschsemester in Wien oder Berlin entscheiden, wobei Wien für mich absolut die richtige Entscheidung war. Wien ist eine super tolle Stadt mit knapp zwei Millionen Einwohner und deshalb ist immer etwas los. Die grosse Einwohnerzahl nimmt man gar nicht wahr, da alle wichtigen Orte sehr schnell erreicht werden können.

Vorbereitung

Die Vorbereitung für das Austauschsemester fiel für mich glücklicherweise sehr minimal aus. Durch das neugeschaffene Master Mobilitätsprogramm Think Business-Go International musste ich weder eine Anrechenbarkeitserklärung noch ein Learning Agreement erstellen. Die Kurse konnte ich auf der Whitelist des Programms (https://www.oec.uzh.ch/de/studies/general/mobility/outgoing/structured.html)  finden und auf der Website der Universität Wien (https://ufind.univie.ac.at/de/index.html) die näheren Erklärungen dazu lesen.

Ankunft

Ich bin eine Woche vor Unterrichtsbeginn in Wien angekommen, wobei dies im Nachhinein eine Woche zu spät war. Es lohnt sich frühzeitig anzureisen, um alle administrativen Sachen zu klären und sich einen ersten Eindruck von der Stadt zu bekommen. Die günstigste Variante vom Flughafen in die Stadt zu kommen ist mit dem Bus (bis Morzin-/Schwedenplatz) und die schnellste Variante mit dem City Airport Train (bis Landstrasse). 

Zimmersuche
Wohnen

Es gibt vom österreichischen Austauschdienst (OeAD) Wohnheime, wo verschiedene Zimmer angeboten werden, wobei man sich unbedingt frühzeitig dafür anmelden sollte. Die Zimmer sind nach meiner jetzigen Erfahrung jedoch ziemlich überteuert. Zuerst wollte ich nach Wien reisen, ohne einen Schlafplatz zu haben und dann flexibel eine WG zu suchen. Eine Woche vor der Abreise habe ich jedoch den Tipp bekommen auf Facebook (WG Zimmer frei in Wien) nach einem Zimmer zu suchen. Ich fand ein voll ausgestattetes Studentenzimmer, das sich in einer privaten Wohnung befand.

Für Wirtschaftsstudenten an der Universität Wien ist es am besten eine Wohnung im 1., 2. oder 9. Bezirk zu finden, wobei die Bezirke dazwischen auch nicht schlecht sind. Innerhalb von drei Tagen muss man den Wohnsitz beim Bezirksmagistrat melden. Mit dem Dokument der Meldungsbestätigung bekommt man ein ermässigtes Semesterticket der Wiener Linien. Bei Anmeldung als Nebenwohnsitz belaufen sich die Kosten auf 150 Euro und bei Hauptwohnsitz auf 75 Euro. Da der Aufenthalt länger als drei Monate geht, muss während des Aufenthalts ebenfalls eine Anmeldebescheinigung bei der Einwanderungsbehörde eingeholt werden. 

Universität

Die Wirtschaftsfakultät ist in einem separaten Gebäude untergebracht (Oskar-Morgenstern-Platz) und dementsprechend übersichtlich. Die Vorlesungen für Masterstudenten waren nach schweizerischem Verständnis eher Seminare, wobei dies viel Interaktion mit kleinen Klassen bedeutet (10-30 Studenten). Die Dozenten sind zum Teil sehr erfahrene Professoren, aber auch sehr junge Doktoranden keine Ausnahme. Die Struktur der Kurse ist sehr ähnlich in der Schweiz, wobei die Benotung zum Teil viel detaillierter auf Leistungen aufgeteilt wird. So fliessen häufig wöchentliche Statements zu Papers, Anwesenheit, Beteiligung am Unterricht und Zwischentests in die Benotung mit ein. In meinen Kursen hatte ich überall Anwesenheitspflicht (Zweimal Abwesenheit wird toleriert), was sich von den Vorlesungen in Zürich unterschied. 

Für Sportaktivitäten muss man sich an der Uni Wien anfangs Semester anmelden und auch dafür bezahlen, wobei keine Fitnessräume zur Verfügung stehen. Eine Fitnesscenter-Mitgliedschaft bspw. bei McFit kostet monatlich 20 Euro und kann als Student (mit dem Certificate of Arival) auch nur für 3 oder 4 Monate abgeschlossen werden, statt fürs ganze Jahr. Für Sprachkurse bekommt man ebenfalls ECTS Punkte, wobei ich nicht weiss, ob diese von der UZH anerkannt werden. Etwas speziell ist die Tatsache, dass man für diese Kurse zum Teil relativ viel bezahlen muss.  

Leben/Freizeit

Da dies mein letztes Mastersemester sein sollte, war ich entsprechend einer der ältesten Austauschstudenten in Wien, wobei dies jedoch überhaupt kein Problem war. Von Erasmus Student Network wurden viele unterschiedliche Veranstaltungen organisiert, wobei man dadurch auch viele andere Austauschstudierende kennenlernt. Auf eigene Faust können aber auch sehr einfach diverse Ausflüge gemacht werden, da Wien extrem nahe an anderen Hauptstädten liegt. Eine Reise nach Bratislava dauert beispielsweise knapp eine Stunde und kostet 16 Euro (beide Wege). Mit Flixbus oder Polskibus können auch fernere Ziele sehr günstig erreicht werden. Es gibt in Wien täglich viele Veranstaltungen und auch ein reges Nachtleben mit vielen Bars (v. a. um den Schwedenplatz, Volkstheater und entlang der U-Bahnlinie U6).