Erfahrungsberichte

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Wer

carola9platz[at]yahoo.de

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

16/17 SS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Publizistikwissenschaft (7251)

Gesamteindruck

Gute Organisation und engagiertes Mobilitätsteam. Ein Austausch bereichert auf vielen Gebieten. Wien gibt kulturell diverse Einblicke in die Kunst und Architektur. Zudem ist Wien das Tor zum Osten und multikulturell. Die Vielseitigkeit der Menschen, die man zum Beispiel in der Bahn antrifft, ist groß. In Wien kommt es auch darauf an, in welchem Bezirk man wohnt, denn die Bezirke unterscheiden sich wesentlich. In meinem ersten Austausch wohnte ich am Ring im ersten Bezirk und alles war nahe und schnell zu erreichen und die Distanzen waren zu Fuss immer machbar. Wenn man jedoch in einem Randbezirk wohnt, ändert sich dies. Ich wohnte beim Westbahnhof sehr schön in einem Zimmer, jedoch brauchte man doch etwas länger, um zur Universität zu gelangen. Danach wohnte ich im zweiten Bezirk und es hat mir dort rein von der Lage viel besser gefallen, ich war auch schneller im Grünen. Der Gesmateindruck von dem Austausch nach Wien ist durchaus positiv. Es war auch mein zweiter Austausch nach Wien. Einen dritten Austausch in diese Stadt würde ich jedoch nicht machen.

Vorbereitung

Viel Zeit im Voraus benötigte ich, jedoch lohnt es sich schon. Am Besten bleibt man dann auch mehrere Monate (5-8). Die Wohnungssuche ist etwas aufwändig und die Unterkünfte nicht unbedingt billig. Die Wohnungssuche war für mich sogar recht schwierig, da ich mit meinem Sohn und später mit meinem Freund eine Bleibe gesucht habe. Oft hat man nur eine Chance, wenn man alleine ein Zimmer sucht. Und dann habe ich nur eine Unterkunft für 5 Monate gesucht, was vielen dann zu kurz war. Zudem konnte ich nicht viele Monate im Voraus die Wohnungslage planen, was wiederum schwierig war, um den Kindergarten für meinen Sohn auszusuchen. Schlussendlich bin ich dann zuerst in einem Zimmer in einem Haus bei Meidling untergekommen, danach einen Monat am Westbahnhof in einem wunderschönen Zimmer und anschliessend in einer Wohnung beim Schottenring. Die grösste Vorbereitung lag darin, die Module zu planen, welche ich in Wien besuchen wollte. Dies muss schon einige Semester vorher in Zürich stattfinden, damit man nicht bereits in Zürich viele Credits holt und dann im Austausch fast nichts mehr zu buchen braucht. Ich würde nämlich schon genug Credits in Wien machen, denn durch die Seminare lernt man Studenten kennen, mit denen man dann auch sonst, ausserhalb der Universität etwas unternehmen kann. 

Ankunft

Gute Orientierung im Vorfeld und herzlicher Empfang. Man wird gut aufgefangen, falls man sich nicht schnell zurechtfindet. Die Informationen sind sehr vielfältig und detailliert. Man wird über das Leben in der Stadt aufgeklärt und auf viele tolle Events aufmerksam gemacht. Da gibt es zum Beispiel den Kaffeesiederball im Februar, der schon ein tolles Erlebnis sein kann. Die Universität mit dem International Office ist immer gut erreichbar und das Personal dort ist sehr nett und hilft einem weiter, auch wenn man theoretisch alles auf der Homepage finden kann. Jedoch sind die Informationen auf der Homepage für die Incoming students so ausführlich, dass mann dadurch schnell den Faden verliert und mit Informationen überhäuft wird. Das Publizistik-Institut liefert ebenfalls genug Informationen und bevorzugt die Austauschstudenten bei den Buchungen der Module. Die Buchung der Module unterscheidet sich nämlich wesentlich von der Buchung an der Universiät Zürich. In Wien bucht man sich nach Punkten ein, die man den Modul selber geben würde. Als Austauschstudent muss man dies jedoch nicht, weil die Fachkoordinatorin eine manuelle Buchung vornimmt. Man muss jedoch einige Mal nachhacken, um sicher zu sein, dass dem auch so ist.

Zimmersuche
Wohnen

Schwierig, falls man sich nicht rechtzeitig darum kümmert und alleine wohnen möchte. Unter Umständen kann man außerhalb wohnen, auch wenn dies noch zu Wien gehört. Man hat dann mehr Grün als in der kargen Innenstadt. Die Innenstadt, und dies muss man wirklich berücksichtigen, ist zwar architektonisch wunderschön und vielseitig, jedoch saust der Wind durch die Strassen und das Grüne bzw. das Aufatmen in der Natur bleibt aus. Mance Bezirke haben fast kein Grün, zum Beispiel ein Teil des zweiten Bezirks, und dann muss man erst den Park suchen nach 15 Minuten Gehweg, um etwas aufzuatmen. Das steht im Gegensatz zu Zürich, wo es viel grüner und naturbezogener ist. Auch der Zugang zum Wasser ist nicht unbedingt leicht gemacht, sofern man sich nicht mit dem Donaukanal begnügen mag. Die alte Donau, an der es wunderschön ist, ist doch eine halbe bis Stunde entfernt mit dem öffentlichen Verkehr. Die Wohnungssuche sollte also unbedingt nach den Kriterien der Wohnqualität erfolgen, sprich: Sport im Grünen, dann sicherlich nicht der 1. Bezirk. 

Universität

Gut gelegen, zentral, groß und freundlich mit sehr guten Dozenten. Das Publizistikinstitut ist groß und freundlich und modern. Der Fachkoordinator reagiert sofort auf Anfragen. Die Professoren der Kommunikationswissenschaften sind sehr nett und unterstützen die Studenten sehr. Die Professorin meines Modules war fantastisch. Sie schaffte es, uns während ziemlich kurzer Zeit für die interne Organisationskommunikation zu begeistern, animierte uns und vermittelte auf tolle, spielerische Weise den Stoff. Zudem war sie konseque und streng bei der Benotung. Diese Mischung hat mich durchaus beeindruckt und durch die Teamarbeit, die sie forderte, lernte ich zwei Wienerinnen kennen, mit denen ich mich angefreundet habe und die nach wie vor Freundinnen sind. Das Seminar hat mich also in jeder Hinsicht bereichert. Die Studenten kommen auch aus verschiedensten Ländern wie Deutschland, Schweiz, Polen, Ungarn usw. Auch dies bereichert den Unterricht, da die Studenten andere Erfahrungen aus ihrem Heimatland mitbringen. Die Gebäude der Universiät sind sehr modern, also des Publizistik-Institutes. Es wird grundsätzlich mit Apple gearbeitet und es herrschen die gleichen technischen Gegebenheiten wie in Zürich.

Leben/Freizeit

Sehr vielfältig, viel Kulturangebote, im Sommer generell viele Aktivitäten möglich. Eine Fahrt nach Bratislava lohnt ganz sicher und auch nach Budapest. Wien ist nicht so günstig und das Kaffeehaus garantiert nicht. Am Donaukanal kann man bis spät zusammensitzen. Wenn man ins Kino gehen mag, gibt es sogar ein Kino nur auf Englisch und auch ein tolles Imax-Kino direkt in der Stadt. Das Haus des Meeres sollte man gesehen haben, jedoch darf man nicht vergessen, dass manche Arten auf recht geringem Raum gehalten werden. Der Augarten ist wunderbar um Auszuspannen. Die alte Donau hat schöne Schwimmbäder und auch das Stand up Paddeling macht grossen Spass. Die Donauinseln sind super zum Skaten und auch zum Verweilen. Der Lainzer-Tiergarten läd ein, Wildschweine zu sehen. Jedoch konnte ich keine sehen, sie haben sich alle versteckt, jedoch habe ich dann das Hermes-Haus begutachtet. In der Stadt dreht sich ja viel um Sisi, jedoch war ich da nicht so aktiv am Besichtigen. Die spanische Hofreitschule ist schon ein einzigartiges Erlebnis und man sollte es unbedingt ansehen. Da gibt es die Morgentrainings oder auch eine Show. Wenn man etwas besichtigt muss man immer wissen, man ist nicht alleine, sondern etliche Touristen aus der ganzen Welt sind auch dabei. Dies kann manchmal etwas irritierend sein, aber man gewöht sich dran.