Erfahrungsberichte

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Wer

aline.decadt[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

16/17 WS + SS

Universität

BE-LEUVEN01
Leuven - Katholieke Universiteit Leuven

Studienfach

Humanmedizin (4000)

Gesamteindruck

Mir hat meinen Austausch sehr gut gefallen. Wenn man eine Studentenstadt sehen will dann muss man nach Leuven kommen! Von Studentenanlässe bis Parties - Alles findet man hier. 

Ich kann mir gut vorstellen, dass in keiner anderen Stadt so gut für internationale Studenten gesorgt wird wie in Leuven. In der Orientation Week lernt man viele Austauschstudenten kennen und erfährt so mehr über Europa.

Im Studium habe ich nach Startschwierigkeiten bezüglich genügend Praktikumsstunden, auch eine interessante und lohnenswerte Ausbildung bekommen. 

Vorbereitung

Im Semester vorher habe ich ein Zimmer gesucht und das Learning Agreement und die Kursvereinbarung erstellt. 

Ankunft

In der Woche der Orientation Week bin ich vom Flughafen Zürich direkt nach Brüssel geflogen, von dort aus mit dem Zug Richtung Bahnhof Leuven. Flüge gibt es auch sehr günstige mit Easyjet von Basel nach Brüssel.

Die Orientation week lohnt sich absolut! Hier lernt man neue Freunde kennen und erfährt wichtige Infos zum Studium und alles Organisatorische. Vor der Orientation week  anzukommen lohnt sich nicht wirklich, da man niemanden kennt, man i.d.R. seine Zugangsdaten zum Internet im Zimmer noch nicht hat, und man sowiso während der Orientationweek genug Zeit hat alles zu erledigen.

Vor Ort habe ich eine Orange Prepaid Tempo Giga SimCard mit meiner neuen ESN Karte gekauft, pro 15 Euro aufgeladenes Guthaben bekommt man zusätzlich 1 Monat lang 4000 SMS und 4 GB mobile Daten.

In der Orientationweek ein Velo bei Velo zu mieten lohnt sich! Leuven ist eine Velostadt und es ist ein super Angebot inkl. gratis Reparatur.

Zimmersuche
Wohnen

Begonnen mit der Zimmersuche habe ich im Semester vorher. Da ich ein Jahr in Leuven studierte, konnte ich auf Kotwijs die Webseite der KU Leuven Wohnungsvermittlung nachschauen was mir gefiel. Hier hat es ein sehr grosses Angebot und die Verträge sind durch die KU Leuven organisiert. Oftmals muss man jedoch mindestens 10 Monate bleiben um diese mieten zu können. Ein Studentenzimmer heisst in Belgien übrigens kot. 

Wenn man hier nicht findet, was man sucht, gibt es auch Residences und Studentenwohnungen, wo man zum Teil wirklich sehr schöne, modern möblierte Zimmer mit eigene Badezimmer bekommt. Viele meiner Erasmusfreunde haben in solchen gewohnt. Ein Unterschied ist oftmals, das in den Residences viele Austauschstudierende wohnen und in den Koten eher Belgier. 

Mein Zimmer habe ich in der Nähe des grossen Spitals Gasthuisberg gesucht, neben Velo, ausserhalb des Rings. Somit hatte ich nur 5 Minuten Veloweg zum Hörsaal, jedoch 10 Minuten bis zum Stadtzentrum.  Was man wissen muss: für Leuvenverhältnisse ist alles ausserhalb des Rings am Ende der Welt, und mit der Zeit denkt man selber auch so. Schlussendlich hat mir meinen Standort jedoch gut gefallen, auch wenn ich nach dem Ausgang oftmals die Einzige war, die mit dem Velo nach Hause fahren musste.

Universität

Die KU Leuven ist eine sehr bekannte Uni im Fachbereich der Medizin und in der Forschung. Die Ausbildung ist aber sehr theoretisch. Ausbildungssprache ist das Holländisch/Flämisch. Ich habe Kurse aus dem 4. und 5. Jahr besucht, sowie selber organisierte Klinikpraktika.

Die Vorlesungen sind meiner Meinung nach wirklich sehr gut, besser strukturiert als in Zürich. Zusätzlich hat man sehr viele klinische Vorlesungen und Vorlesungen/ POL Unterricht in Kleingruppen. Diese sind lehrreich und interaktiv. Die Vorlesungen habe meistens eigene Skripter der Professoren, (kauft man in der Studentenbar Docs bar des Studentenvereins Medica) welche ich jedoch nicht gekauft habe. Powerpoints hat es oftmals auch, jedoch werden diese nicht immer rechtzeitig aufgeschaltet.

Da das Curriculum gerade von einem 7- zu einem 6-järigen System geändert wurde, war es während der Erstellung meiner Kursvereinbarung noch sehr undeutlich, was in welchem Fach dabei sein wird. In Leuven erfuhr ich dann, wie theoretisch die Ausbildung ist. Es herrscht die Meinung, man lernt die praktischen Fertigkeiten vor allem im Selbststudium und im Wahlstudienjahr. Das führt dazu, dass man im normalen Curriculum eigentlich fast nie Patienten sieht oder Praktisches übt. Man muss diese Klinikpraktika als Austauschstudent selber organisieren oder schon während der Vorbereitungsphase mit Hilde Groenen besprechen. Daher musste ich für jedes Fach nachträglich vor Ort noch Praktikas organisieren. Die Klinikpraktikas sind wirklich sehr interessant, man sieht Patienten, belgischer Spital und so weiter. Die Patienten sprechen meistens flämisch, was meine Muttersprache ist. Wenn man nur Deutsch kann, lohnt es sich wahrscheinlich, zuerst den Sprachkurs zu besuchen und die Praktikas eher Ende Aufenthaltes einzuplanen. Die Assistenzärzte sind jedoch sehr freundlich und würden auch übersetzen, wenn sie Zeit haben. 

Um die Praktikas zu organisieren, habe ich wenn möglich die Professoren der Vorlesungen direkt angefragt. Was aber auch sehr geholfen hat, ist mit Ellen De Weerdt zu sprechen, die einem für jedes benötigte Fach die Mailadressen von zuständige Professoren und Sekretariat geben kann. Manchmal bekommt man auch keine Antwort, dann kann man es nochmals versuchen, vor Ort  anfragen gehen, oder in der Schweiz nachholen. Hier braucht es Eigeninitiative, aber man gewöhnt sich schnell daran, ich hätte im Nachhinein gerne noch mehr Praktikas besucht. 

Leben/Freizeit

Leuven ist eine Studentenstadt pur. Tagtäglich finden Anlässe statt. Sportevents wie der 24-Stundenlauf, gratis Essen wie beim Patroonsfeest, Studentenparties aller Grössen, Cantus an dem man verkleidet singt und Bier trinkt, günstige Konzerte und Kultur, oder einfach gemütlich etwas trinken gehen an Oude Markt. Gelangtweilt oder einsam gefühlt habe ich mich keinen einzigen Tag.

Da Belgien sehr klein ist, kann man mit de Zug, Bus oder Blablacar schnell Städte wie Gent, Brugge, Brussel, oder Antwerpen besuchen, Auch nach Amsterdam, Paris oder London besucht ist die Reisezeit kurz.