Erfahrungsberichte

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Wer

rahel.urech[at]hotmail.com

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

16/17 SS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Geschichte (Allgemeine) (7600)

Gesamteindruck

Wien ist eine unglaubliche Stadt. Mir sind nur Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft entgegen gekommen sowohl an der Universität als auch im Alltag. Obwohl Wien nicht weit von Zürich entfernt ist, kann man trotzdem von einem anderen Kulturkreis sprechen, dessen Erkundung sehr bereichernd und interessant ist. Es lohnt sich also, ein Auslandsemester in der Donaustadt zu machen. Bis auf den bürokratischen Aufwand, der aber an jeder SEMP-Partneruni zu bewältigen ist, ist der Aufenthalt sehr unkompliziert. Das Lehrangebot für Geschichte ist unglaublichh gross und sehr spannend für Personen, die sich für die Habsburgermonarchie interessieren. Achtung bei Religionswissenschaft: Diesen Studiengang gibt es nur im Master, der zur Katholischen Theologie gehört. Es ist trotzdem möglich, im Bachelor alle Veranstaltungen zu besuchen, führt aber zur Verwirrung bei den Zuständigen in Wien, da man als Religionsiwssenschaftsstudent an der Evangelischen Theologie angemeldet ist, weil dies die Partnerinstitution des Religionswissenschaftlichen Seminars in Zürich ist.

Vorbereitung

Im Januar und Februar habe ich sämtliche formale Angelegenheiten geregelt. Das heisst, ich habe ein provisorsches Learning Agreement erstellt, die nötigen Unterschriften eingeholt und vorab abgeklärt, welche Kurse mir wahrscheinlich angerechnet werden können, sowie meinen Flug gebucht.

Die Uni Wien hat mir im Januar meine Zugangsdaten gesendet. Man muss sich anschliessend anmelden, wodurch man Zugang zu sämtlichen Onlineplattformen der Universtät Wien erhält.

Ankunft

Ich kam bereits drei Wochen vor Studienbeginn in Wien an und hatte somit viel Zeit, diese spannende und aufregende Stadt zu erkunden.

Als erstes habe ich mich beim Magistratischen Bezirksamt angemeldet, das ist der einzige vorgeschriebene Behördengang für Schweizer Bürger und sollte in den ersten drei Tagen vorgenommen werden. Es handelt sich dabei um eine temporäre Wohnsitzanmeldung, wer nicht den ganzen Tag im Büro warten möchte, sollte sich online einen Termin auf der Website der Behörde reservieren.

Von der Universität Wien wird eine Orientierungsveranstaltung, welche vor Studienbeginn zu besuchen ist, vorgeschrieben. Diese muss man vorgängig buchen. Die Veranstaltung ist sehr gut organisiert, man wird über die nötigen Behördengänge, Sprachkurse, die universitären Lernplattformen, die Wohnungssuche, das International Office und die Erasmusstudentenorganisation informiert. 

Zimmersuche
Wohnen

 Im Oktober habe ich mich auf die Wohnungssuche gemacht. Mein Plan war, in eine WG bevorzugt mit Studenten einzuziehen. Ich habe sehr viele verschiedene Wohnungssuchportale im Internet besucht. An dieser Stelle möchte ich bemerken, dass man bei dieser Art Wohnungssuche immer aufpassen muss, nicht einem Betrüger in die Falle zu laufen. Auf jobsuche.at habe ich schliesslich meine WG gefunden. Falls man eine eigene, bereits möblierte Wohnung sucht, ist airbnb zu empfehlen. Dort werden viele Wohnungen ausgeschrieben. Man sollte sich in diesem Falle aber bereits ab Juni auf die Wohnungssuche machen.

Universität

Ich hatte im Hauptgebäude der Universität an der Ringstrasse sowie am Unicampus, dem alten Allgemeinen Krankenhaus Unterricht. Das Hautgebäude ist ein wunderschöner Neorenaissancebau mit Arkadenhof. Darin befinden sich ein Cafe, Liegestühle und zahlreiche Bänke. Auch die Universitätsbibliothek sowie viele verschiedene Fachbibliotheken, und die Mensa  sind in diesem Gebäude situiert. Im Grossen und Ganzen findet man alles, was man braucht, bis auf genügend Lernplätze. Der Unicampus liegt zwei Strassenbahnhalltestellen von der Hauptuni entfernt. Überraschend ist, dass es sich dort nicht nur um einen Lernort handelt, sondern verschiedene Restaurants (in einigen kann man bis um 17. Uhr frühstücken), Bücherläden sowie eine Billa (Supermarkt) zu finden sind. Der Campus hat zehn verschiedene Innenhöfe, mit zahlreichen Bänken und Pärken, in denen abends auch Partys stattfinden.

Leben/Freizeit

Wien hat so unenedlich viel zu bieten, dass ich selbst nach einem halben Jahr noch nicht alles auf meiner Liste abgearbeitet habe. Als Student kann man sich für ca. 150 Euro eine Semesterkarte für die Wiener Linien kaufen, sämtliche Verbindungen können auf der App Qando nachgeschaut werden.

Natürlich sollte man sich sämtliche klassischen Sehenswürdigkeit wie die Ringstrassenbauten, den Stephansdom, die Altstadt im Allgemeinen, den Prater etc. anschauen. Es gibt auch fast in allen Museen Führungen, die online augeschrieben sind. In kalten Tagen kann man sich auf der Eisbahn und dem Rummelplatz beim Rathaus die Zeit vertreiben, überhaupt feiern die Wiener an JEDEM Wochenende igendetwas am Rathausplatz. An wärmeren Tagen lohnt es sich, am Donaukanal die vielen verschiedenen Strandbars (mit Sand!) abzuklappern und bei Livemusik den Abend zu begrüssen. Wer Lust auf Oper hat, jedoch kein Geld, um diese live im Gebäude zu erleben, kann sich auf dem Vorplatz der Staatsoper vor einer riesigen Leinwand eine Live-Übertragung von der gewünschten Oper anschauen. Auch kulinarisch hat Wien alles zu bieten. Sehr zu empfehlen sind die Kaffeehäuser insbesondere das Central, wo sich Trotzki, Hugo von Hofmannsthal, Peter Altenberg, Stefan Zweig und viele andere die Klinke in die Hand gaben. Am Wochenende sollte man jedoch nicht dorthin, ausser man bevorzugt langes Schlangestehen. Um sich übrigens nicht gleich als Neuling zu outen, lohnt es sich, die Wiener Kaffeekultur bzw. ihre eigenwilligen Kaffeebezeichnungen zu studieren, ansonsten kann es zu Verwirrungen kommen. Clubs und Bars hat es natürlich in Übermengen, um die Auswahl einzuschränen lohnt sich der Download des Apps Abend, es berichtet über sämtliche Veranstaltungen in Wien.