Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

16/17 SS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Kunstgeschichte (7640)

Gesamteindruck

Ein Austauschsemester in Wien kann ich nur wärmstens empfehlen – die Erinnerungen an den Aufenthalt gestalten sich in vielerlei Hinsicht durchwegs positiv.

Vorbereitung

Auslandaufenthalte werden stets von administrativen Tätigkeiten begleitet. So galt es zur Vorbereitung vor allem, die zahlreichen Informationsflüsse in geordnete Bahnen zu leiten, sich also kundig zu machen. Zum einen ging es um die Kursauswahl, das Unterzeichnen des Learning Agreements und die bereits anlaufende Modulbuchung, zum anderen um das Zusammenstellen der nötigen Unterlagen. Allerdings erhielt ich sowohl von der Heimatuniversität als auch von der Gastuniversität die nötigen Informationen und Checklisten, die sich als sehr hilfreich erwiesen – gerade was die Abfolge der einzelnen Schritte anbelangte.

Ankunft

Eisig war es. Und es stellte sich heraus, dass der Wind an noch so manchen Tagen ein steter Begleiter sein sollte. Er weht in Wien nämlich oft. Wiederum stehen zunächst ein paar administrative Botengänge an. Bei der Ankunft soll man sich nämlich innerhalb dreier Tage beim Bezirksamt melden, wobei sich die entsprechenden Formulare und Informationen im Internet finden. Die ganze Angelegenheit verläuft schnell und unkompliziert. Nützlich erschien mir auch die Option, einen Termin online vereinbaren zu können, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden. Des Weiteren fällt eine Registrierung bei der Einwanderungsbehörde an, wenn man länger als drei Monate im Bundesland verweilt. Da die Vorlesungszeit in Wien vier Monate (1. März bis 30. Juni) beträgt, sollte die Beantragung nicht versäumt werden, weil sonst Bussen drohen. Es empfiehlt sich den ganzen Kram rasch zu erledigen und sich beim dortigen Amt möglichst vor Öffnungszeit anzustellen, da sonst mit sehr langen Wartezeiten zu rechnen ist.

Das International Office organisiert zudem eine obligatorische Incoming Einführungsveranstaltung, wo wichtige Informationen bekannt gegeben werden und der Studentenausweis ausgehändigt wird (Anmeldung nötig! Daten werden per Mail zugesandt). Wer bereits sein Learning Agreement vom Fachkoordinator hat unterzeichnen lassen kann dort zudem die zweite Unterschrift (wenn nötig) holen oder sich später im International Office geben lassen. Das administrative Personal zeigte sich in allen Bereichen äusserst hilfsbereit, was die Ankunft sehr angenehm machte.

Zimmersuche
Wohnen

Man darf beruhigt sein: Die Wohnungssuche gestaltet sich weitaus entspannter als in Zürich. Da ich privat untergekommen bin, kann ich darüber aber nur oberflächlich berichten. Die Gastuniversität hält zahlreiche Informationen bereit, die sich für eine Suche sehr hilfreich erweisen. Sei es eine Unterkunft im Studentenheim oder in einer WG: Die Unterlagen verweisen auf entsprechende Links und Anlaufstellen. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass es in jedem Quartier Dinge zu entdecken gibt und Wien überall eine grosse Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten (Märkte, verschiedene Supermärkte), netten Cafés/Bars und guten Verbindungen mit den ÖV bereithält – wobei ich vorwiegend auf meinem Radl die Stadt erkundet habe.

Universität

Auch wenn keine Kurse im Hauptgebäude verfolgt werden, empfiehlt sich der Besuch dieses wunderschönen Gebäudes, der Bibliotheken (mein persönlicher Favorit: die Bibliothek der Germanisten) und überhaupt der dortigen Umgebung (Burgtheater, Rathaus, etc.). Der Campus selbst glänzt nicht mit einer solchen Pracht, allerdings lassen sich in den Höfen Pausen geniessen, zwischenzeitliche Verpflegungen finden oder gar gemächlich Feierabendbiere trinken.

In Bezug auf das universitäre Leben muss man sich im Fachbereich der Kunstgeschichte darauf gefasst machen, dass das Studium weniger Wahlfreiheit bereitzuhalten scheint und sich allgemein strukturierter zeigt. So dürfen pro Semester maximal ein Seminar und eine Übung belegt werden, wobei den gewünschten Belegungen nicht zwingend nachgegangen werden kann, denn die Vergabe der beiden Modularten erfolgt über ein Präferenzsystem. Auch wenn der gewünschte Kurs nicht besucht werden kann, darf man sich sicher sein, einen Platz in einer anderen Veranstaltung derselben Modulart zu finden, also auf jeden Fall ein Seminar und eine Übung absolvieren zu können. Bei der Buchung dürfen auch Wünsche/Anmerkungen in einem separaten Feld angegeben werden. Änderungen können auch nach Semesterbeginn erfolgen, da teilweise noch Plätze frei werden und man in der Warteliste (ja, die gibt es) nach oben rückt. Der erste Sitzungstermin sollte deshalb keinesfalls versäumt werden, da es sonst passieren kann, aus einem Kurs gestrichen zu werden oder, umgekehrt, doch einen Platz im präferierten Kurs zu erhalten. Inhaltlich habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, allerdings scheint das – wie überall – subjektiven Kriterien zu unterliegen, weshalb hier nicht näher darauf eingegangen wird.

Leben/Freizeit

Man wähnt sich in einer anderen Zeit. Manchmal. Wien ist viel! Wien ist Theater, Oper, aber auch Museum, Filmfestival, Sommerfest und mehr. Man flaniert durch wahrhaft königlich und kaiserliche Architektur. Wien ist gross und zeigt sich zugleich dörflich. Gemütlich. Haglich. Wien is(s)t am Würstelstand und Wien is(s)t auch Heuriger oder Beisl auf engen Bänken eng zusammengepresst das Backhendl mampfend. Wien ist zuckersüss und grantig. Wien liest „Falter“, aber auch „Augustin“ oder „Uhudla“.  Wien besucht Sisi auf Schloss Schönbrunn und vergnügt sich aufm Prater. Wien trinkt Kaffee. Viel Kaffee. Wien geniesst den Sommer am Donaukanal oder bei einem Zweigelt auf dem Kahlenberg. Wien ist alles und nichts.