Erfahrungsberichte

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Wer

susanna.azevedo[at]gmail.com

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

16/17 WS + SS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Populäre Kulturen (7722)

Gesamteindruck

Durch das Uni-Austauschprogramm habe ich auf unkomplizierte Art und Weise eine neue Stadt kennenlernen dürfen und soziale, akademische sowie berufliche Netzwerke erschließen können. Dadurch habe ich mir ein weiteres Standbein aufgebaut, zu dem ich irgendwann wieder zurückkehren kann.

Mich hat die Zeit im Ausland auch jenes zu schätzen gelernt, was mir zu Hause bisher als selbstverständlich erschien.

Vorbereitung

Zunächst wusste ich nicht wie lange mein Erasmus Austausch dauern soll, meldete mich aber für das Maximum (ein Jahr) an, da reduzieren organisatorisch einfacher zu handhaben ist, als verlängern. Ich zweifelte zunächst, da ich meinen Master nicht zu sehr in die länge ziehen wollte, wusste aber von Freunden das man sich während eines Austauschs auch lieber nicht zu viel vornehmen sollte. Nach dem ersten Monat war mir jedoch klar, dass ich ein Jahr bleiben möchte und dass ein Austauschjahr nun wirklich alles Andere ist als “Zeit zu verlieren” oder irgendetwas zu verpassen. 

Ankunft

Ein Jahr zu bleiben war die beste Entscheidung, denn erst nach dem ersten Semester begann ich mich so richtig zu Hause zu fühlen und sah die Stadt immer wie mehr von Innen nach Außen. Man muss zuerst ankommen, die Routine einkehren lassen bis man dort lebt und ein Teil davon ist.

Die Erfahrungen mit den Erasmus-Verantwortlichen beider Universitäten waren sehr positiv, man spürt, dass man es einem trotz allen mühseligen bürokratischen Notwendigkeiten, so einfach wie möglich machen möchte. Dieser “Aufwand” ist schlussendlich lächerlich im Vergleich zu all dem was man dabei auskosten und gewinnen kann. 

Zimmersuche
Wohnen

Ich konnte glücklicherweise das WG-Zimmer von einem Freund übernehmen, der zur selben Zeit meines Aufenthalts in Wien eine Reise in Südamerika unternahm.

Universität

Die Zeit in Wien war sehr erfrischend und inspirierend, hat mich in meinem Studium sehr motiviert und bereichert und in jeder Hinsicht meinen Horizont erweitert. Ich erfuhr an der Uni neue Themenfelder, erhielt Ideen für die Masterarbeit und es kristallisierten sich neue Berufsperspektiven heraus. Das Fachinstitut war um einiges kleiner, so waren auch die Unterrichtseinheiten viel intensiver. Ausserdem fanden Seminare häufiger blockweise statt. Es war spannend eine andere Unterrichtsweise und andere Lernmethoden kennenzulernen.

Leben/Freizeit

Wien, so könnte man sagen, ist eigentlich eher ein Museum als eine Stadt. Ein Ort, an dem man sich liebend gern verirrt und an dem man sich nirgends sattschauen kann. Seine Bewohner, die Wiener, schwelgen gern in Nostalgie und möchten nie ganz modern werden. Auch das Schmähn und Schimpfen der Wiener gehört schon fast zur Kultur und zum Charme der Stadt dazu. Alles fein, denn der Kellner schenkt einem dann doch noch ein Schnapserl auf’s Haus.

Wien ist auch die Großstadt, die gegen neun erwacht und in der man nach acht Uhr abends nirgends mehr einkaufen gehen kann – an Sonntagen ganz zu Schweigen. Dies macht sie aber auch zur Stadt der Entschleunigung. Sie lebt dank ihrem vielseitigen Großstadt-Angebot, schenkt einem aber Ruhe, Zeit zum Denken und Geborgenheit. Wien war für mich die perfekte Stadt zwischen Metropole-Aufregung und Kleinstadt-Tranquilität.