Erfahrungsberichte

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Wer

brown.isabelle91[at]yahoo.de

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

16/17 WS + SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Ethnologie (7721)

Gesamteindruck

Die Entscheidung zum Austauschjahr entwickelte sich von einem akademischen Extra zu einem Schlüsselmoment in meiner Karriere insgesamt. Um es vorweg zu nehmen, nun ist mein Plan, für die nächsten paar Jahre in Berlin zu leben und zu arbeiten. 

Die Freie Universität Berlin bietet neben einem sehr angenehmen sozialen Klima und einer Vielzahl von zusätzlichen Aktivitäten sehr spannende Lehrveranstaltungen, mit gründlicher Betreuung und exzellenten Dozenten. Die praktische und aktuelle Ebene war in jeder Veranstaltung von Bedeutung, sodass immer Bezüge zur Welt da draussen gemacht werden konnten.  

Vorbereitung

In der Vorbereitung konnte ich mich an die Studienkoordinatorin des ISEK an der Universität Zürich wenden und wurde auch an die Kontaktperson in Berlin vermittelt. Die Kommunikation verlief angenehm und ich fühlte mich durchwegs gut betreut, während ich relativ viel Freiheit in der Gestaltung des Studiums geniessen konnte.

Ankunft

Da ich bereits soziale Kontakte in Berlin hatte, war es eine sehr angenehme und unkomplizierte Ankunft. Ich wurde von Anfang an von alten und neuen Freunden empfangen und somit fühlte ich mich gestützt. Bezüglich der Gastuniversität war ich erstaunt, welch breites Angebot an Kennenlern- und Sightseeingveranstaltungen bestand. Von Stadtrundfahrten bis zu Museums- oder Parkbesuchen war alles dabei und immer mit dem Ziel, den Studenten ein sicheres Gefühl für die neuen Umstände zu bieten.

Zimmersuche
Wohnen

Dank meinem langjährigen Bekannten aus Berlin, war es innert kurzer Zeit geklärt, dass ich bei einem befreundeten Paar unterkommen dürfe. Nun habe ich das gesamte Austauschjahr über in einer sehr angenehmen Privat-WG gelebt und bereite mich auf einen Umzug zu einem anderen Freund, nach Schöneberg, vor. Ohne die sozialen Kontakte die ich hier bereits pflegen konnte, wäre es jedoch eine sehr schwierige Wohnungssuche gewesen und ich befürchte, dass der Wohnungsmarkt zunehmend schwierig wird. Es würde sich auf jeden Fall lohnen, noch mehr (als bereits geboten wird) Vermittlungsmöglichkeiten und studentische Wohnheime anzubieten.

Universität

Die Freie Universität Berlin überzeugt durch einen sehr auf die Bedürfnisse und Freiheiten der Studentenschaft bezogene Attitüde. Das Gefühl von School Spirit ist auf jeden Fall sehr bemerkbar und durch die verschiedenen Anlaufpunkte, wie die Mensa, das Bistro, das Café Kauderwelsch und ähnlicher, studentisch organisierter Lokale, kommt man untereinander schnell in Austausch über das Studium und erlebt dabei auch Abwechslung.

Die Lehrveranstaltungen die ich besuchen durfte/darf sind durch das Band sehr gelungen und werden auf einem zeitgemässen und hohen akademischen Niveau gehalten. Gleichzeitig wird sich um ein angenehmes und freies Klima bemüht, die Lehrperson erscheint immer ansprechbar und freundlich-professionell. Von einigen DozentInnen fühlte ich mich wirklich zum weiteren Anstreben einer akademischen Karriere inspiriert. 

Leben/Freizeit

Dass Berlin eine unwahrscheinlich aufregende und stimulierende Stadt ist, steht ausser Frage. Noch nie habe ich eine derart grosse Auswahl an Möglichkeiten, meinen Interessen zu frönen, erlebt. Besonders die Musikszene hat mich in ihren Bann gezogen, die Menge an Menschen, mit denen man sich für ein künstlerisches Ausleben zusammenschliessen kann ist wunderbar und natürlich einfach nicht vergleichbar mit den relativ kleinen Kollektiven in den Schweizer Städten. 

Das Leben in der Grossstadt kann anfangs ganz schön einschüchternd sein, wenn man einer eher ruralen Gegend entstammt. Es wird wirklich aus gutem Grunde auch als Reizüberfluss bezeichnet. Mit den richtigen ersten Freundschaften, die man hier knüpfen kann, wird einem die Konzentration auf die wirklich schönen Dinge des Stadtlebens sehr erleichtert. Gemeinsam entdecken ist dabei, so glaube ich, wirklich ein Schlüssel zu dieser Stadt.