Bilder zum Bericht

Blick ber Circular Quay

Colour Run Sydney

Opera House

Palm Beach

St Mary's Cathedral

Erfahrungsberichte

zur Übersicht

Wer

haab_mirjam[at]hotmail.com

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

15/16 WS

Universität

AU-
Sydney - University of Technology Sydney

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Sydney ist grossartig und ich kann es jedem nur empfehlen, ein Austauschemester in dieser Stadt zu verbringen. Für mich war dies eine unbeschreibliche Erfahrung. Dieses Semester ermöglichte mir nicht nur, eine neue Kultur kennenzulernen, sondern auch, die Unterschiede und Ähnlichkeiten des studentischen Lebens auf der anderen Seite der Erde zu entdecken und viele neue Freundschaften zu schliessen. In dem halben Jahr, das ich in Australien verbrachte, verliebte ich mich in dieses eindrückliche Land mit seinen unglaublich freundlichen Leuten. 

Vorbereitung

Die Vorbereitung für das Auslandsemester erfordert relativ viel Zeit und ich empfehle sehr, frühzeitig damit zu beginnen. 
Zuerst muss man ein Bewerbungsdossier für die Universität Zürich zusammenstellen. Dieses umfasst unter anderem das Motivationsschreiben, ein Empfehlungsschreiben eines Professors und einen Sprachnachweis (TOEFL). Die erforderlichen Unterlagen findet man unter folgendem Link: http://www.int.uzh.ch/out/program/world/university/application.html

Nach der Nominierung durch die UZH, erfolgt ein ähnliches Bewerbungsverfahren bei der University of Technology Sydney. Hierfür müssen der Leistungsnachweis und einige weitere Dokumente übersetzt und beglaubigt werden. Auch wenn etwas aufwendig, stellt dies kein Problem dar. Sobald man von der UTS angenommen wird, erhält man Anweisungen, wie weiter vorzugehen ist.

Die Beantragung des Visums würde ich beizeiten in Angriff nehmen, falls wie in meinem Fall ein Gesundheitscheck erforderlich ist. Dieser musste in einer vorgeschriebenen Klinik erfolgen und es dauerte fast einen Monat, bis ich einen Termin hatte. 

Anrechnungsvereinbarung, Fächerwahl und anschliessend das Zusammenstellen des Stundenplans sind weitere Punkte, bei welchen man nicht allzu lange warten sollte. Falls sich Fächer überschneiden, man sie wechseln oder in eine volle Tutoratsgruppe möchte, muss man einen sogenannten eRequest ausfüllen, was eher zeitaufwendig und mühsam ist. Sollten jedoch Probleme auftauchen, kann man sich jederzeit an eine Ansprechperson der UTS wenden. 

Ankunft

Aus dem europäischen Sommer kommend, wurde ich etwas überrascht vom australischen Winter. Dieser war kühl, dauerte relativ lange an und war tückisch, da es in Sydney oft keine Heizungen gibt. Daher würde ich unbedingt genügend warme Kleider mitnehmen. Man braucht sie!

Generell war die Ankunft problemlos: Die UTS offeriert Austauschstudierenden einen Shuttlebus ab Flughafen, welchen ich in Anspruch nahm. Zudem wird vor Vorlesungsbeginn eine Orientierungswoche mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Kursen - teils obligatorisch, teils frei wählbar - durchgeführt. Diese Woche bietet eine gute Gelegenheit, um erste Kontakte zu knüpfen, beispielsweise an der Cocktailparty für Austauschstudierende. Hat man Probleme oder Fragen irgendeiner Art, kann man sich ohne Weiteres an eine der etlichen Anlaufstellen der UTS wenden, wo einem stets freundlich geholfen wird. 

Möchte man sich eine australische SIM-Karte anschaffen, wird man von Angeboten geradezu überschwemmt. Ich wählte ein Prepaid-Abo von Optus, mit welchem ich sehr zufrieden war. Auch die Eröffnung eines Bankkontos ist definitiv eine Überlegung wert und empfiehlt sich, falls man neben dem Studium arbeiten möchte. Die Commonwealth Bank hat hier beispielsweise gute Angebote.

Zimmersuche
Wohnen

Die UTS bietet zwar Unterkünfte für Austauschstudenten an, aber ich entschied mich aus verschiedenen Gründen dazu, individuell ein Zimmer zu suchen. Ich muss jedoch sagen, dass die Suche auf eigene Faust in Sydney stressig und schwierig sein kann und es womöglich angenehmer ist, direkt ins Studentenwohnheim einzuziehen. Die Wohnungen sind teils sehr teuer, in haarsträubendem Zustand oder völlig überfüllt. Trotzdem würde ich es nochmals so machen.

Zwar suchte ich schon von der Schweiz aus einige Wohnungsinserate heraus, musste aber bald feststellen, dass der Wohnungsmarkt in Sydney sehr dynamisch ist. Es war mir wichtig, ein Einzelzimmer zu finden, was sich als nicht ganz einfach herausstellte. 
Gerade im Juli, wenn viele Studenten ankommen, sind zentral gelegene WG-Zimmer eher schwierig zu finden. Viele Wohnungen werden überfüllt, was illegal ist, und so müssen sich teilweise acht und mehr Leute ein einziges Bad teilen. Man kann zwar preiswerte Zimmer finden, muss diese aber meist mit weiteren Personen teilen. Ab einem Preis von ungefähr 250 AUD pro Woche ist es möglich, ein Einzelzimmer zu finden; 'shared rooms' hingegen können um einiges günstiger sein.

Nach Ankunft wohnte ich während einer Woche in einem Hostel und konzentrierte mich auf die Zimmersuche. Über flatmates.com.au und gumtree.com.au kontaktierte ich etliche Vermieter und besichtigte verschiedene Wohnungen. Nach vier Tagen fand ich ein Einzelzimmer in einer WG mit drei weiteren Studentinnen.

Dies war ein Glücksfall: Die Wohnung war fünf Gehminuten von der UTS und zehn von Darling Harbour entfernt. Sie hatte  eine Waschmaschine und einen Tumbler; die Küche war voll ausgestattet; Dusche/Bad und Toilette waren zwei getrennte Räume; mein Zimmer war möbliert und ich erhielt sogar die Bettbezüge gratis. Die Miete zahlte ich alle zwei Wochen.
Mit meinen Mitbewohnerinnen baute ich in Kürze ein super Verhältnis auf, was den gesamten Aufenthalt sehr bereicherte. 

Universität

Der Unterricht an der UTS ist anders aufgebaut als an der Universität Zürich. Man kann höchstens vier Fächer wählen und hat dadurch relativ wenige Stunden pro Woche (zwei Vorlesungsstunden und eine Stunde Tutorat pro Modul). Während des Semesters müssen jedoch viel mehr Assignments, Aufsätze und Gruppenarbeiten eingereicht werden, welche zur Endnote zählen. In einigen Fächern hat man Midterms. Die Prüfungen zu Semesterende machen dann auch nur noch 50% der Gesamtnote aus, da man die restlichen 50% schon im Laufe des Semesters erworben hat. Insgesamt sind nur 50% zum Bestehen eines Moduls nötig. Dies ist insofern praktisch, als dass man zu Semesterende weniger unter Druck steht.
Das Niveau ist um einiges tiefer als an der UZH, was einem genügend Zeit lässt, um Freizeitaktivitäten oder Wochenendtrips zu unternehmen. Gerade wenn es um Mathematisches ging, erstaunten mich die schwachen Kenntnisse vieler Kommilitonen immer wieder.

Die UTS ist zentral gelegen und unglaublich modern, sowohl was die Infrastruktur als auch die Nutzung von Social Media anbelangt. Vieles läuft über Twitter, Facebook oder Instagram. Als sehr positiv empfand ich die vielen Stellen, welche einem bei Dingen wie Housing, Academic Writing oder Schreiben eines australischen Lebenslaufs halfen.

An der UTS gibt es ein Übermass an Clubs: von Sport über Sprachen, Musik und Fotografie zu Essen und Wein findet man praktisch alles. Wer irgendwo beitreten möchte, sollte den Club Day, an welchem sich alle präsentieren, keinesfalls verpassen. Und auch sonst ist dieser Anlass einen Besuch wert, da man sich gratis verpflegen und über die kuriosesten Clubs amüsieren kann.

Leben/Freizeit

Sydney ist eine tolle Stadt und es ist immer irgendwo etwas los. So scheinen Sydneysiders die guten Dinge im Leben oft und gerne mittels Festivals zu feiern. Nur einige Beispiele sind das Festival of Tea, Chocolate oder Italian Food and Wine. Auch die verschiedenen Stadtteile lohnen definitiv einen Besuch, besonders das alternative Newtown und das quirlige Surry Hills.
Falls einem mehr nach Natur zumute ist, gibt es zahllose wunderschöne Nationalparks rund um Sydney, die man auf Tagestouren entdecken kann. Am Sonntag bieten sich Ausflüge besonders an, da man mit der Opal-Karte in ganz New South Wales für 2.50 AUD das öffentliche Verkehrsnetz nutzen kann. 
Abends hat man eine riesige Auswahl an Clubs und tollen Bars. Insgesamt ist das Leben in Australien wohl ähnlich teuer wie in Zürich. 
Um gute Tipps zu Restaurants, Clubs und Veranstaltungen rund um Sydney zu finden, empfehle ich die Website 'The Urban List' (http://www.theurbanlist.com/sydney).