Erfahrungsberichte

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Wer

fatlum.prekadini[at]gmail.com

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

15/16 WS

Universität

AU-
Sydney - University of Technology Sydney

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Die Entscheidung, ein Austauschsemester nach Sydney zu unternehmen, war definitiv eine der besten meines Lebens. Es hat enorm viel Spass gemacht Down Under studieren zu gehen, den Kontinent zu erkunden und viele neute Leute kennenzulernen, die gleichgesinnt sind. Der Aufwand, um alles zu organisieren ist ziemlich gross und oft auch ein Hindernis für einige Studenten, aber es lohnt sich auf jeden Fall.  

Vorbereitung

Die Vorbereitungen für dieses Semster waren ziemlich umfangreich. Ich hatte schon im Sommer vor dem Bewerbungstermin (11. Januar 2015) angefangen, damit ich dann nicht zu sehr gestresst war während der Prüfungsphase. Ausserdem musste ich dann meine Masterarbeit organisieren, um rechtzeitig per Mitte Juli ins Austauschsemester durchzustarten. Generell würde ich sagen, dass man den Aufwand nicht unterschätzen sollte, speziell wenn man sich für vier Unis bewirbt - Stundenplan, Motivationsschreiben für jede einzelne Uni, Letter of Recommendation, TOEFL usw...kleiner Tipp: Falls man irgendwo noch Teilzeit arbeitet, macht es Sinn ein Letter of Recommendation vom Arbeitgeber einzuholen. Dies kann dann evtl. noch den Ausschlag geben am Schluss. 

Nach der Deadline für die Bewerbung ist die Vorbereitung aber noch nicht abgeschlossen! Dann stehen noch die Anmeldungen bei der Partneruni an, Dokumente übersetzen, Wohnung im Housing organisieren (siehe übernächsten Abschnitt) und natürlich den Flug buchen. Betreffend des Fluges, ich würde nur die Hinreise buchen und dann während des Semesters den Rückflug. So ist man dann frei zu entscheiden, wie lange man bleiben möchte. Dies macht vor allem darum Sinn, weil das Semester relativ früh endet (Ende November) und man noch weitere Reisen planen kann, z.B. New Year's Eve in Sydney, Neuseeland, East Coast Trips etc. Der Sommer fängt auch erst richtig an im Dezember und man ist nur ein mal in Australien für ein halbe Jahr! Insgesamt lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall.

Ausserdem ist es wichtig, dass man rechtzeitig für die Orientation Week da ist. Ich reiste zwei Wochen vor Semesterbeginn an und zu Beginn der Uni kannte ich dann schon viele Austauschstudenten.

Ankunft

Der Flug ist ziemlich lange und entsprechend ist man müde nach 26 Stunden Reise. Manche Austauschstudenten halten zum Beispiel in Hong Kong für eine Übernachtung, um die Stadt zu erkunden und eine Pause einzulegen.

Die Ankunft war nicht spektakulär. Mit weiteren Studenten, die gerade angekommen sind, wurden wir dann zum Student Housing befördert (siehe entsprechenden Abschnitt). Dort musste man sich dann anmelden und bekam das Zimmer. WICHTIG: das Zimmer ist leer - keine Decke, kein Kopfkissen, nichts! Das muss man dann schnell um die Ecke kaufen gehen. Am besten erledigt man das beim K-Mart am Broadway Shopping Centre, vorzugsweise während den Öffnungszeiten. Ich kam leider sehr spät an und musste dann improvisieren für eine Nacht. Daher macht es Sinn, den Flug so zu buchen, dass man nachmittags oder abends ankommt, um solche Ungereimtheiten zu vermeiden. Am nächsten Tag fingen dann auch schon die Events vom Student Housing an.

Zimmersuche
Wohnen

Der grosse Vorteil für mich war, dass ich mich für das Student Housing entschieden habe. Diese Entscheidung habe ich definitiv nicht bereut. Ich habe mich für das Yura Mudang entschieden - ein grosser Block mit ca. 750 Studierenden, welches 150m vom Business Building und von der Central Station entfernt ist. Die Lage ist unschlagbar. Es gibt noch andere Student Housings, aber das Yura ist das grösste Gebäude und auch gleichzeitig Treffpunkt für Aktivitäten und Parties (Stichwort: Rooftop!). Dann bleibt noch die Entscheidung übrig, ob man mit anderen Studenten in einer WG zusammen (6-share, 2-share) oder alleine (studio) leben will. Ich habe mich für das Letztere entschieden, mit der Begründung, dass ich manchmal meine Ruhe brauchte bei all dem Student Rumble. Man ist sowieso fast nie alleine und es gibt unzählbar viele Events. Aber es kann auch ziemlich lustig sein, mit anderen Leuten zusammenzuleben, sofern man gute Room Mates (Roomies) hat. Im Yura zu leben ist aber nicht gerade günstig. Ich habe ca. 350 AUD/Woche bezahlt für das Einzelzimmer (Dusche, Küche, aber alles ziemlich klein), was sich ca. 1200 CHF pro Monat übersetzen lässt. 6-share Apartments waren ca. 280 AUD/Woche. Ausserdem ist das Yura im Vergleich zu den anderen Housings das teuerste. Aber es ist eine Investition, die sich auszahlt und viele Events werden vom Student Housing aus organisiert.

Wenige andere Studenten haben privat Wohnungen gesucht, aber dazu kann ich nicht viel sagen, ausser das diese meist weiter entfernt sind von der Uni wegen der teueren Lage im Central Business District. Ausserdem ist dies möglicherweise die bessere Variante, um näher beim Australischen Volk zu sein. Im Student Housing gibt es vor allem internationale Studenten, aber nicht ausschliesslich.

Universität

Die Uni ist ziemlich modern und wurde in den letzten 15 Jahren stark ausgebaut. Vor allem das Business Gebäude (Dr Chau Chak Wing Building) ist ein Prunkstück, welches vom Star-Architekten Fran Gehry designed wurde (Preis: 180 Millionen Dollar!).

Das Uni System an der UTS unterscheidet sich in mehreren Punkten von dem der UZH. So hatte ich nur 3 Fächer mit je 7.5 ECTS (6 credit points an der UTS). Man hatte pro Fach während des Semester vermehrt Aufwand und musste z.B. Essays abgeben, Zwischenprüfungen (Quizz genannt) ablegen und sonst Kleinigkeiten erledigen. Diese machten dann aber auch etwa die Hälfte der Gesamtnote aus.

Der Unterrichtstil ist auch viel interaktiver als an der UZH, was für natürlich geschmackssache ist. Mir hat es sehr gut gefallen, Diskussionen zu führen und sich auszutauschen mit anderen Studenten. Aber evtl. hat es auch damit zu tun, dass wir viele MBA-Studenten im Masterstudiengang hatten, welche generell offener und erfahrener sind. Insgesamt war alles weniger akademisch als in der Schweiz (Wikipedia-Zitate in den Vorlesungsfolien!).

Ich hatte zwei Business Fächer (Managing in International Contexts, Management Consulting) und ein Finance Fach (Alternative Investments). Generell kann man gute Noten erzielen, wobei speziell Finance Fächer herausstechen. Bei den Business Fächern gibt es oft kein richtig oder falsch und dort ist es meiner Meinung nach schwieriger, gute Noten zu erzielen als bei Finance Fächern, wo eine Antwort entweder richtig oder falsch ist. Aber insgesamt wird alles es fair bewertet und der Aufwand ist sehr gut machbar. Es bleibt genügend Zeit, um auch andere Sachen zu unternehmen!

Leben/Freizeit

Die Work-Life Balance mit drei Fächern ist hier bestimmt hilfreich. Ich hatte genügend Zeit, um Sydney und die Umgebung sowie das Nachtleben zu erkunden. Sydney hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Australier sind ein sehr offenes Volk und ihre no worries- Einstellung ist definitiv etwas, das sich von Schweizern unterscheidet! Eine gute Zeit ist garantiert!

Betreffend Reisen: Kleinere Städtetrips kann man auch gut während des Semsters erledigen, z.B. an vorlesungsfreien Tagen. Es gibt auch noch einen Spring Break mitten im Semester bei dem man für ca. 10 Tage noch einen Trip unternehmen kann. Mit einigen Mitstudenten flog ich nach Brisbane und unternahm einen Road Trip zurück nach Sydney, natürlich mit vielen Aufenthalten an Stränden und Sehenswürdigkeiten. Wenn vom Tipp mit der Reiseplanung Gebrauch gemacht wurde, kann man nach dem Semester noch ein oder zwei Monate reisen gehen z.B. nach Tasmanien (Achtung: kalt!), in den Norden von Australien, Neuseeland, Bali, Fidschi... Das geht dann aber auch nur wenn etwas vom Geld übrig geblieben ist!