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Victoria BC Parliament Building

Strategic Management Class mit Prof. Sudhir Nair

Unterwegs in der Natur Kanada's

Moraine Lake, Canadian Rocky Mountains

Live to Surf - Tofino BC

Erfahrungsberichte

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Wer

carolinedeboraholivia.haldimann[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

15/16 WS

Universität

CA-
Victoria - University of Victoria

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Der Austausch war Klasse! Meine Erfahrung an der University of Victoria (UVic) ist einzigartig und ich ermutige Jeden dazu, sich auf ein solches einmaliges Erlebnis einzulassen. Es ist bereichernd, abenteuerlich, spassig und lehrreich zugleich.

Kanada (im Speziellen British Columbia, Vancouver Island) bietet enorm viel: Eine spektakuläre Bergwelt und Naturlandschaft, herzliche Leute, eine interessante und junge Landesgeschichte und viele beliebte Ausflugsziele wie Vancouver, Rocky Mountains, Alaska, Seattle, California und Hawai’i.

Nebst attraktiven Freizeitaktivitäten bietet UVic ein modernes und persönliches Universitätsprogramm; ein starker Kontrast zur UZH. Professoren sehen sich als Coach und so ist aktive Mitarbeit von uns Studenten ein zentraler Aspekt des Unterrichts. Sie fordern Studenten mit verschiedensten Projektarbeiten die sehr praxis orientiert sind heraus, und kommen ihrem Versprechen von Mentoring ganz nach. UVic ist ein beliebtes Austauschziel für internationale Studenten und es ist leicht neue Freundschaften zu schliessen. UVic ist hervorragend organisiert und gibt sich sehr Mühe, dass man sich nach kürzester Zeit in Victoria wie Zuhause fühlt und komplett in das Universitätsgeschehen integriert ist.

Vorbereitung

Am Einfachsten ist es, sich frühzeitig über die Austauschprogramme zu informieren, um zu entscheiden, wo man hin möchte und dementsprechend weiss, wie das Bewerbungsverfahren verläuft, was die Anforderungen und wann die Deadlines sind.

Sprachnachweis:

Bewirbst du dich für die UVic liegt es in deinem Interesse rechtzeitig den Sprachnachweis zu machen (Englischzertifikate: TOEFL oder ISTL). Ich persönlich habe den ISTL gemacht. Der TOEFL ist ebenfalls akzeptiert und die Uni bietet jedes Semester spezifische Vorbereitungskurse am Sprachenzentrum an.

Bewerbungsdossier:

Erkundige dich auf der Mobilitäts-Internetseite der UZH über den Bewerbungsprozess und bringe das vollständige Dossier beim Dekanat rechtzeitig vorbei. Für mich war das zu Beginn Januars. Doch weil du dann für Prüfungen zu lernen hast, empfehle ich dir das Dossier vor dem Dezember zu vervollständigen.

Einschreibung bei der Partneruniversität:

Wenn du einmal nominiert bist für die UVic ist alles ganz leicht. Die UVic ist sehr erfahren mit Austauschstudenten und sehr organisiert. Sobald die UZH dich bei der Partneruniversität angemeldet hat meldet sich deine Supervisorin bei dir. Für mich zuständig war Christina Hernandez und sie hat mich durch den ganzen Prozess begleitet und mir alle wichtigen Informationen zugeschickt. Während dem ersten Weekend des Universitätsbetriebs in Kanada besteht die Möglichkeit an einem Getaway für Austauschstudenten teilzunehmen an dem wir in die Natur fuhren, mit Kayaks unterwegs waren, wanderten, Bären sahen und tolle Abende miteinander verbrachten, um uns kennen zu lernen.

Visum:

Bleibt man nicht länger als sechs Monate in Kanada, benötigt man kein Visum mit dem Schweizer Pass. Zur Einreise reicht dann lediglich das Schreiben, welches man von der UVic erhält mit der Schulbestätigung. Weist man dies bei der Einreise in Kanada vor, hat man keine Probleme.

Ankunft

Wenn man es sich irgendwie einrichten kann, ist es echt schön bereits früher nach Kanada zu reisen. Die Rockies sind im Sommer grossartig, um zu wandern und zu campen. Ich genoss mit meiner Familie vier Wochen im Camper durch British Columbia (unteranderem Whistler, Kamloops, Clearwater, Mount Robson und Glacier Park) und Alberta (unteranderem Jasper und Banff) – sehr sehenswert, besonders die Wanderungen begeisterten uns und das Panorama!

Ansonsten ist es sicher gut eine Woche vor den Orientationstagen in Victoria anzukommen. Die ersten Nächte verbrachte ich im Ocean Island Inn (ein Hostel in Mitten der Stadt Victoria) und traf da duzende weitere Austauschstudenten. Zusammen entdeckten wir die Umgebung und unternahmen die ersten Ausflüge zusammen.

Hast du ein Zimmer auf dem Campus ist alles ganz einfach und du kannst auf die erste Schulwoche hin einziehen (auf Anfrage kannst du bereits ca drei Tage vor den Orientationstage einziehen für einen nächtlichen Zuschlag von CAN$ 20) – was ich gemacht habe. Ansonsten lohnt es sich vor Beginn von September anzukommen, um nach Wohnungen Ausschau zu halten, wenn man nicht bereits online im Vorfeld etwas gefunden hat. Es gibt auch die Möglichkeit eines Homestay-Programms.

Oft kannst du dich bereits im Vorfeld mit deinem Buddy in Verbindung setzen (ein Programm, welches du wählen kannst, und du einen dritt Jahres BA Student zuteilt bekommst, der dir z.B. den Campus zeigen kann und dir helfen kann, die richtigen Bücher zu kaufen – manchmal entstehen gute Freundschaften und man unternimmt auch Ausflüge zusammen).

Für den Start der Klassen musst du dich nicht gross vorbereiten. Während den Orientationstagen erhälst du alle notwendigen Informationen über den Universitätsbetrieb. Zudem hast du Zugriff auf das Syllabus jeder Klasse (lies es unbedingt -> die Professoren erwarten das du selbstständig weisst, wann welche Assignments abzugeben sind, was die Hausaufgaben sind und wann Zwischenprüfungen stattfinden).

Zimmersuche
Wohnen

Wie zuvor kurz erwähnt, lebte ich auf dem Campus in einem „Town-house Cluster“. Das kann ich sehr empfehlen! Clusters sind wie Apartments, welche man zu viert teilt. Ein grosser Vorteil ist, dass diese Wohnungen bereits möbliert sind und damit nur noch zwei drei kleine Dinge wie eine Bettdecke zu beschaffen sind (Walmart hat es in der Nähe) und das Geschirr kann man im Studentengebäude bei der „Free-store“ gratis erhalten (wie der Name bereits verrät), wenn man gleich zu Beginn des Semesters hingeht. Das ist eine Art Keller, wo Studenten Jenstes hinbringen können, das sie nicht mehr wollen. Ein Cluster besteht aus einer Küche, einem Ess- und Wohnbereich, vier Schlafzimmer und zwei Badzimmer. Im Town-house Cluster hat man zwei Stöcke und die Apartments sind wie Reihenhäuschen angeordnet mit viel Grünfläche zwischen den Blöcken und Waschküche in der Nähe. Die anderen Clusters sind auf einem Stockwerk und wie Wohnungsblöcke wo man übereinander lebt – auch ganz cool. Lebt man in Clusters hat man immer auch die Option einen Foodplan zu beziehen, was bedeutet, dass man wie die, die in den Dormitories leben, in den Studentenrestaurants essen gehen kann oder für einzelne Mahlzeiten einfach hingehen kann. Jedoch sind Dormitories nicht gerade empfehlenswert, weil man auf einem Stock mit einigen anderen lebt, das Badzimmer teilt und keine selbständige Kochmöglichkeit hat. Ein Vorteil, wenn man auf dem Campus lebt ist, dass man zu Fuss in ca fünf bis zehn Minuten beim Fitnesscenter, Hallenbad, Studentenrestaurants und den Schulgebäuden ist.

Möchte man nicht auf dem Campus leben oder klappt es nicht, hat es einige Optionen auch Off-Campus. Am Besten ist, wenn man in der Nähe der UVic lebt, da das Studium zeitintensiv ist und man zu unterschiedlichsten Zeiten Gruppenmeetings hat und dementsprechend oft auf dem Campus sein muss.

Des weitern schaue auf der BC Transit Internetseite die Busverbindungen von Victoria nach. Es ist lohnenswert in der Nähe der Buslinien von UVic nach Downtown zu leben, da ansonsten die Connections sehr lange sind um in den Ausgang zu gehen oder an die Universität. Man kann einige Strecken mit dem Fahrrad fahren, jedoch ist es im November und Dezember angenehm die Möglichkeit zu haben, den Bus zu benutzen (da es regnen kann). Auf Facebook gibt es ebenfalls einige Gruppen der UVic, wo man sieht ob Zimmer frei sind, ob jemand einen Roommate sucht etc.

Ich empfehle, sobald du kannst, dich für den Cluster anzumelden. Die Cluster sind echt gut.

Universität

Der Unterricht an der Gustavson’s School of Business ist modern und persönlich. In Klassen von durchschnittlich 35 Studenten lernt man die Mitstudenten schnell sehr gut kennen sowie auch die ProfessorInnen. Regelmässig trifft man sie in Gebäuden und Büroräumlichkeiten an und führt längere Gespräche und Diskussionen.   

Die ProfessorInnen sehen sich als „Coach“, was wiederum den Unterrichtsstil prägt. Als Vorbereitung für den Unterricht gibt es viel zu lesen, einige kurze Arbeiten sind zu schreiben, und daneben ist man mit Gruppenprojekten beschäftigt in Zusammenarbeit mit Unternehmen eigener Wahl. Der Unterricht ist geprägt von Diskussionen, Präsentation zu aktuellen Themen, Case Studies und ein wenig Theorie. Die meisten Studenten unterschätzen den Arbeitsaufwand zu Beginn und hadern sobald Zwischen- und Endprüfungen anstehen. Strebt man gute Resultate an, geht es nicht ohne die Lektüren zu lesen und jede Arbeit sorgfältig zu bearbeiten. Ausserdem gilt anwesenheitspflicht. Die Noten bestehen aus vielen verschiedenen Teilen: Oft gehören dazu mündliche Beteiligung (ca 10%), Assignments (ca 40%), Prüfungen (ca 30%) und Gruppenprojekte (ca 20%).

Ein Modul von 1.5 Units zählt 6 ECTS. Man kann bis fünf Fächer wählen. Vier sind eine gute Option, da man die wöchentliche Arbeitslast zuerst unterschätzt. Möchte man an den Weekend Trips teilnehmen (was ich sehr empfehle), geht das so ganz gut. Mit fünf Klassen muss man auch an den Weekends hinter die Bücher und hat eine sehr ausgefüllte Woche (pro Modul hat man zweimal die Woche Unterricht – je Klasse 80 Minuten). Generell ist das Studienmaterial leichter als an der UZH, jedoch viel mehr praxisorientiert und zeitintensiver; einige Projektarbeiten und Assignments sind zu erarbeiten und umzusetzen.

Folgende Module habe ich gewählt und kann sie durchaus weiterempfehlen:

- Business English And Communication (COM206B II)

In dieser Klasse lernt man professionell zu kommunizieren in verschiedensten geschäftsbezogenen Angelegenheiten im Besonderen in Kontakt mit kanadischer Kultur. Unteranderem schreibt man Briefe, Memos und Analysen und lernt zu präsentieren. Die Professorin Gloria Craigdarroch ist zwar sehr streng, doch kann man einiges von ihrer Erfahrung lernen. 

- Leading People And Organizations (COM321)

Die Professoren führen die Studenten an das Thema von einer komplett anderen und ungewohnten Perspektive. Es beginnt philosophisch mit Fragestellungen zu Arbeitsbeweggründe, Sense-making und Sense-giving sowie Motivation und Vision. In einem zweiten Block geht es darum mit Macht und Einfluss richtig umzugehen und dann auch wie andere zu führen. Wir hatten das Vorrecht, Steven McShane in unserem Unterricht zu haben und von ihm persönlich zu lernen (Ein bekanter Speaker und Autor rund um die Thematik Organizational Behaviour).

- Strategic Management (COM400)

Dieses Fach wird vom beliebtesten, und auch einer der besten Professoren unterrichtet (Sudhir Nair). Der Kurs besteht aus zwei Blöcken. Der erste ist der theoretische. Da gibt es viel zu lesen und zwei Midterms darüber. Daraufhin folgt der zweite Teil, wobei anhand einer Simulation das Material selbst „ausgetestet“ werden kann in einer Gruppe in einem Marktwettkampf als Unternehmen gegen andere Marktteilnehmer. Möchte man die Competition gewinnen, investiert man viel Zeit – doch es lohnt sich und kann gute Freundschaften schliessen mit den Teamkollegen. Sicher ist das eine herausfordernde Klasse, doch echt lohnenswert. Das war sicherlich eine der besten Klassen, die ich hatte!

- Marketing Communications (COM495)

Eine erfahrene Professorin unterrichtet dieses Modul. Während im Unterricht einiges an Theorie gelehrt wird anhand von Beispielen liegt die wirkliche Arbeit im Erarbeiten eines integrierten Marketing Kommunikationsplan für ein Unternehmen. Ein sehr interessantes Modul, wo man sich gleich selber ausprobieren kann an einem realen Unternehmen und zum Schluss ihr Feedback erhält.

- Cross-National Management (IB415)

Die Internationalität in der Klasse selbst ist erstaunlich und bereichert den Klassenunterricht. Der Kurs beinhaltet die Herausforderungen und Aufgaben eines globalen Managers. Zudem schaut man sich das internationale Arbeitsrecht an und verschiedene Systeme, wie Arbeitskraftselektionen funktionieren. Ein weiterer grosser Pillar ist die Thematik Expatriation und Repatriation.

Der Unterricht selbst bei Carmen Galang war mehr ein Zusammenfassen von dem, was wir bereits als Hausaufgabe gelesen haben (das Lesematerial selbst ist spannend).

Neben dem regulären Unterricht hatte mein Jahrgang ausserdem am X-Culture Projekt teilzunehmen. Das ist eine weltweite Challenge, wo rund 40 andere Länder und über 90 Universitäten mitmachen. Man wird in Teams von sieben Studenten eingeteilt und über Skype, GooglePlus etc verständigt man sich, um einen Expansions-Business Plan eines Unternehmen zu schreiben (das Unternehmen kann man aus einer vorgegebenen Liste auswählen). Die Qualität des X-Culture Projekts fehlte mir, doch lehrte es mich einige Softskills und den Umgang und die Herausforderungen, die man in einer internationalen Gruppe zu bewältigen hat, mit Leuten, die man nicht persönlich treffen kann.

Leben/Freizeit

Die Universität ist schön gelegen in der Nähe von Einkaufszentren, Restaurants sowie der Stadt. In wenigen Gehminuten erreicht man die Beach und in 15 Busminuten ist man beim Fuss des Mount Douglas; ein kurzer Hike auf die Bergspitze und man hat eine wunderschöne Aussicht um schönste Sonnenunter- und aufgänge zu bestaunen.


Es gibt ganz viel tolle Ausflugsziele, die von der Universität aus gut erreichbar sind (mit dem Bus oder man kann ein Auto mieten); im Besonderen Abenteuer in der Natur. Neben all den Wanderungen und Kajakmöglichkeiten bietet die UVic Einiges. Über 100 Clubs stellen sich zu Beginn des Semesters vor mit verschiedensten Interessen über Sport (Ski-, Kajak-, Eishockey-, Wandergruppen etc), Musik und Tanz. Denen kann man sich ganz einfach anschliessen. Zudem hat die UVic ein breites Sportangebot. Letztes Semester wurde  der neugebaute Komplex mit Sporthallen unteranderem für Basketball, Tennis, Squash, Klettern, Rudern, ein Hallenbad und einem grossen Fitnesscenter eröffnet.
 


Die Stadt ist hübsch und überschaubar. Oft liessen wir die Tage am der Promenade am Hafen oder bein der Breakwaterwall ausklingen. In Victoria gibt es viele  Pubs, Bars und Clubs, wo gute Stimmung herrscht. Es hat eine Menga an hervorragenden Restaurants, viel asiatisches Essen,  Meeresfrüchte sowie kleine stimmungsvolle Kaffees (sehr feine Frühstücke/Brunches). Zudem sind die Leute sehr freundlich und respektvoll.

 
Die Donnerstagabende verbrachten wir jeweils im Felicitas (Student Pub der UVic), wo die Karaoke Night statt fand. Ein grosses Fest für Jeden mit hervorragender und ausgelassener Stimmung!


Nicht zu vergessen ist die Reading-Break. Einige verreisen für eine Woche nach Hawai’i, Alaska, Las Vegas, Cali oder in die Rockies! Eine perfekte Zeit, um etwas Neues zu entdecken :-)

Ich wünsche dir alles Gute in den Vorbereitungen und dann viel Spass auf deiner Reise !