Erfahrungsberichte

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Wer

deborah.thuer[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

15/16 WS

Universität

AR-
Buenos Aires - Pontificia Universidad Católica Argentina

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

Buenos Aires ist eine grossartige Stadt! Es war ein unvergessliches Semester in einer tollen Stadt, in der es einem nie langweilig wird. Das schwierigste an einem Austauschsemester in Buenos Aires ist, diese unglaubliche Stadt am Ende des Semesters wieder zu verlassen. Es ist praktisch unmöglich, sich dank der Herzlichkeit der Argentinier und dem aufregenden Leben hier, nicht in diese Stadt und dieses wundervolle Land zu verlieben. 

Vorbereitung

Da ich vorher schon einmal 1.5 Jahre in Buenos Aires gelebt und gearbeitet hatte, kannte und liebte ich die Stadt schon und musste mich nicht gross darauf vorbereiten. Man muss sich jedoch bewusst sein, dass das Spanisch hier  etwas anders als das Spanisch in anderen Ländern ist, aber ich glaube, dass man sich sehr schnell daran gewöhnt und schon nach wenigen Wochen mit einem porteño Akzent sprechen kann.

Ankunft

Die UCA führt jeweils anfangs des Semesters eine freiwillige Einführungswoche für Austauschstudierende durch. Ich kam einen Tag davor an. So viel ich weiss, gibt es aber auch die Möglichkeit schon 3 Wochen vorher anzukommen, um noch einen Intensiv-Spanischkurs zu besuchen. 

Die Einführungswoche der UCA erachte ich als sehr hilfreich für diejenigen, die Buenos Aires noch nicht kennen. Es wird einem vieles erklärt und es ist die perfekte Möglichkeit andere Austauschstudierende kennenzulernen. Ausserdem kann man sich bereits in dieser Woche provisorisch für die Kurse einschreiben. Anfangs des Semesters gibt es eine 2-wöchige Add&Drop-Phase, in der man sich verschiedene Vorlesungen anschauen kann, bevor man sich danach definitiv für die Module einschreiben muss. 

Ausserdem gibt es bei der UCA ein Buddysystem, das sich PALS nennt. Man kann sich anfangs des Semesters einen PAL zuteilen lassen, der einem bei Fragen zur Verfügung steht. Ausserdem organisieren die PALS vor allem anfangs des Semesters sehr viele Events, damit sich die Austauschstudierenden kennenlernen können.  

Zimmersuche
Wohnen

Da ich Buenos Aires schon kannte, war für mich klar, dass ich in Palermo Soho wohnen wollte, weil da am meisten los ist. Es gibt unzählige Bars und Restaurants und auch schöne Pärke. Ausserdem ist es eine der sichersten Gegenden von Buenos Aires. 

Ich habe meine Wohnung bereits von der Schweiz aus organisiert. Es gab aber auch viele, die erst hier ein Zimmer suchten und zuerst in dem Hostel waren, welches von der UCA empfohlen wurde. Dies ist auch eine gute Möglichkeit, bereits vor Beginn des Semesters andere Austauschstudierende der UCA kennenzulernen.  

Gute Webseiten für Zimmer und Wohnungen sind Compartodepto oder auch Craigslist (etwas teurer also Compartodepto, da eher an Ausländer gerichtet). 

Ich empfehle in Palermo zu wohnen, obwohl es am teuersten ist (die höhere Miete kompensiert man dadurch, dass man nach dem Ausgang nach Hause laufen kann und kein Geld für Taxis ausgeben muss). Palermo ist zwar etwa 1h von der UCA entfernt, aber es ist einfach mit Abstand die schönste Gegend. Ansonsten ist Recoleta auch ganz gut. San Telmo ist zwar nahe an der UCA, etwas günstiger und hat auch viele Bars, ist aber abends nicht ganz so sicher.

Universität

Studieren an der UCA ist komplett anders als an der UZH. Hier sind die Klassen sehr klein (ca. 10-30 Studenten pro Klasse) und dadurch viel persönlicher. Um an die Schlussprüfung zugelassen zu werden, braucht man eine Präsenz von 75%. Es wird also vor jeder Stunde kontrolliert, wer anwesend ist. 

Bei den regulären Fächern gibt es normalerweise eine schriftliche Zwischenprüfung und an der Fakultät für Rechtswissenschaften eine mündliche Abschlussprüfung (in einem Raum vor all den anderen Studierenden, was mir persönlich sehr unangenehm war). Ich habe aber auch zwei juristische Wahlfächer belegt, bei denen es statt Prüfungen nur eine 10-15 seitige schriftliche Arbeit gab. Diese Wahlfächer waren generell viel lockerer. Die UCA bietet auch spezielle Kurse für Austauschstudierende an (PEL-Kurse), bei denen man mehr über Argentinien oder Lateinamerika lernen kann. 

Es ist schon fast normal, dass der Unterricht nicht pünktlich beginnt (1h Verspätung des Professors ist nichts Ungewöhnliches) oder gar nicht statt findet. Ich bin leider oft umsonst an die UCA gefahren, da der Professor gar nicht aufgetaucht ist.  

Die meisten Professoren nehmen Rücksicht auf die Austauschstudierenden und berücksichtigen, dass Spanisch nicht die Muttersprache ist. Da es aber die katholische Universität ist, gibt es einige Professoren, die sehr konservativ eingestellt sind und dies auch gerne den Studierenden mitteilen. Es kann auch vorkommen, dass man einen Kurs belegt, bei dem man jeweils zu Beginn des Unterrichts gemeinsam betet.  

Leben/Freizeit

Das Leben in Buenos Aires ist grossartig und die Zeit verging viel zu schnell. Es gibt hier immer etwas zu tun. Buenos Aires wird nicht umsonst als La ciudad de la furia bezeichnet. Wenn man will, kann man wirklich jeden Tag feiern gehen. Auch tagsüber gibt es viel zu sehen. Es gibt viele schöne Pärke und auch viele Museen. Generell hat Argentinien sehr viel zu bieten und ich empfehle jedem, das Land ein bisschen zu erkunden (vor allem den Norden). Die Distanzen sind zwar sehr weit, es gibt jedoch sehr gute und günstige Busse (unbedingt das Busticket an der Boleteria 11 in Retiro kaufen, denn da gibt es mit der UCA Karte Studentenrabatt). 

An der UCA organisieren die PALS viele Parties oder andere Events, z.B. verlosen sie regelmässig Tickets für Fussballspiele.  Ausserdem organisieren sie auch Ausflüge an langen Wochenenden, z.B. zu den Iguazu-Wasserfällen oder ans Oktoberfest. 

Buenos Aires ist eine sehr sichere Stadt, wenn man weiss, welche barrios man abends vermeiden sollte. Man sollte natürlich schon in der U-Bahn oder im Bus auf seine Sachen achten und abends vielleicht nicht gerade mit dem Iphone in der Hand rumlaufen. Wenn man sich aber wie in einer normalen Grossstadt verhält, sind die Chancen relativ klein, dass einem etwas passiert.