Erfahrungsberichte

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Wer

larissa.jauch[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

15/16 WS

Universität

AR-
Buenos Aires - Pontificia Universidad Católica Argentina

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

Ich erlebte das Semester in Buenos Aires als sehr bereichernd und würde diese Destination jedem Austauschstudierenden empfehlen. 

Vorbereitung

Ich hatte im Gymnasium 3 Jahre Spanisch als Schwerpunktfach und besuchte vor Antritt des Auslandssemesters einen Kurs an der UZH zur Auffrischung. 

Ankunft

Ich kam zwei Tage vor Beginn der Einführungswoche an. Der Besuch derselben ist sehr zu empfehlen: Sie bietet eine ideale Gelegenheit um schnell Anschluss (und möglicherweise Mitbewohner) zu finden und nützliche Informationen zum Studium an der UCA und zum Leben in Buenos Aires einzuholen. Zudem erfolgt im Rahmen jener Woche die provisorische Modulbuchung (per Unterschrift vor Ort; Beginn der zweiwöchigen Add&Drop Phase). 

Je nach Fakultät beginnen die Vorlesungen gleich im Anschluss an die Einführungswoche oder, wie an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, erst eine Woche später. 

Zimmersuche
Wohnen

Ich fand mein WG-Zimmer auf der Liste der UCA und mietete dieses noch vor Abflug, weiss aber auch von Mitstudierenden, welche sich erst vor Ort auf Wohnungssuche machten und oftmals auf Craigslist fündig wurden. 

Die meisten Studierenden wohnen in Palermo, Recoleta oder Retiro (Belgrano ist bereits ziemlich weit weg von der Uni und dem Puls des Geschehnens, bezüglich San Telmo scheiden sich die Geister darüber, wie sicher das Quartier nachts ist). In besagten Barrios darf man meiner Erfahrung nach mit 3500 bis 5000 Pesos Miete für ein möbliertes WG-Zimmer rechnen.

Universität

Die UCA besticht durch ihre am Wasser gelegene Lage in Puerto Madero. Mein Schulweg führte mich zudem jeden Tag am Regierungsgebäude Casa Rosada und am mit Palmen gesäumten Plaza de Mayo vorbei. 

Die Mobilitätsstelle der UCA ist gut organisiert und betreut die Austauschstudierenden mit grossem Engagement. Die Organisation der UCA selber ist etwas gewöhnungsbedürftig: Vieles, was bei uns online abläuft, wie etwa Modulbuchung oder Bekanntgabe des Vorlesungssaals, geschieht an der UCA per Unterschrift vor Ort bzw. per Anschlag am Schwarzen Brett. Zudem herrscht offiziell für alle Vorlesungen eine Präsenzpflicht von 75%, wobei einige Professoren allerdings davon absehen. In den meisten Fächern ist Mitte Semester eine Zwischenprüfung abzulegen, und es ist nicht unüblich, dass auch für als Vorlesung deklarierte Module Hausarbeiten eingereicht werden müssen. 

Die meisten Professoren scheinen sich über Austauschstudenten zu freuen und unterstützen diese, wo sie können. Ganz nach Klischee nehmen sie es mit der Pünktlichkeit nicht allzu genau: Dass die Vorlesung eine halbe Stunde zu spät beginnt, ist eher die Regel als die Ausnahme, aber nach ein paar Wochen kennt man den inoffiziellen Stundenplan und kann sich entsprechend anpassen, um Wartezeiten zu vermeiden. 

Die Vorlesungen selber sind oftmals ein wenig informeller und inhaltlich offener gestaltet als jene an der UZH. Meines Erachtens lohnt es sich, die fakultätseigenen Module durch eine oder mehrere Veranstaltungen aus dem Programa de Estudios Latinoamericanos (PEL) zu ergänzen. Dieses hält ein breites Fächerangebot im Bereich Lateinamerikanischer Kultur bereit und die Professoren sind bemüht, gleichzeitig die Verbesserung des spanischen Sprachvermögens der Studierenden zu fördern. Besonders zu empfehlen ist der Kurs Tópicos contempóraneos de cultura Argentina, um Zugang zum Geschehen im Land zu finden und das Erlebte/Gehörte/Gelesene besser einordnen zu können. 

Den von der UCA angebotenen Spanischkurs empfand ich leider als wenig anregend, und stehe damit nicht alleine da. Im Nachhinein würde ich daher wohl eher in Privatstunden investieren. 

Leben/Freizeit

Buenos Aires wird ihrem Ruf als pulsierende Stadt mehr als gerecht und die Porteños erlebte ich als so offen, freundlich und hilfsbereit wie erhofft. 

 Zum Leben in Buenos Aires hier ein paar praktische Tipps:

- Im Moment existiert (noch) ein beachtlicher Unterschied zwischen dem offiziellen US-Dollar Kurs und dem inoffiziellen dólar blue, wie er auf dem Schwarzmarkt gehandelt wird. Beide Kurse können in der Zeitung in Erfahrung gebracht werden: http://www.ambito.com/ Aus diesem Grund hebt kein Ausländer Geld direkt von der Bank zum tiefen offiziellen Kurs ab. Vielmehr bringt man US-Dollars und/oder Euro in Bar ins Land, um es vor Ort zu wechseln oder nutzt die Überweisungssysteme smallwordfs.com oder azmimo.com.

- Die Metro und Busse haben zwar keinen Fahrplan mit Zeitangabe, immerhin können die Verbindungen unter http://comollego.ba.gob.ar/ abgerufen werden (funktioniert besser als App).

- Viele Lebensmittel, welche man in den gängigen Supermärkten (verzweifelt) sucht, findet man im Barrio Chino.

- Für Langstrecken-Bustickets lohnt es sich im Busbahnhof in Retiro bei der Boletería 11 nach Studentenrabatten zu fragen. 

- Leider ist Diebstahl tatsächlich ein grösseres Problem als wir uns das von der Schweiz gewohnt sind. Wenn man aber wachsam ist und seine Sachen nicht im öffentlichen Raum (auch an der Uni, in Cafés) rumliegen lässt, braucht man sich keine Sorgen zu machen.