Erfahrungsberichte

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Wer

lisa.walther2[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

15/16 WS

Universität

AU-
Sydney - Macquarie University

Studienfach

Psychologie (7200)

Gesamteindruck

Sydney hat sich als Top Destination herausgestellt zum Studieren und viele Freizeitmöglichkeiten herausgestellt und ich würde den ganzen organisatorischen Aufwand sofort wieder auf mich nehmen ür diese tolle Stadt! 

Während dieser 4 Monate ist fast kein Tag ohne neue interessante, manchmal nervenaufreibende aber meistens spannende Erfahrungen und Eindrücke vergangen.

Die Nähe zu den Stränden, viele gute Kaffees und Dumplings sind nur einige Beispiele, was ich  nebst den vielen wunderbaren Bekanntschaften mit anderen Exchange Students  sicherlich vermissen werd.

Vorbereitung

Die Vorbereitung für ein Austauschsemester an der Macquarie Uni fand ich als etwas  insgesamt eher anstrengend. Der Bewerbungs- und Nominierungsprozess an der UZH verläuft ganz reibungslos und zeitnah, danach folgt aber eine sehr lange Wartephase. Die Bewerbungsfrist an der Macquarie Uni war im April, bis dahin musste ich ein English Zertifikat machen (ich habe mich für TOEFL entschieden, würde aber im Nachhinein IELTS machen, weil die Macquarie Uni selber IELTS Kurse anbietet und das Zertifikat auch etwas günstiger ist). Die endgültige Zusage aus Sydney habe ich erst knappe zwei Wochen vor Abflug erhalten. Normalerweise kann man davon ausgehen, mit einer Nominierung der UZH angenommen zu werden, ich  musste aber wegen eines fehlenden Punktes in einer TOEFL Teilaufgabe abwarten, ob das Visa tatslächlich ausgestellt werden wird und das dauerte ganze 3 Monate. Etwas Geduld ist also gefragt, normalerweise kann man aber Flüge buchen und sich Gedanken zur Wohnungssuche machen, soblad die Nominierung von der UZH vorliegt. Die Macquarie fordert vor der Bestätigung als erstes die Zahlung der Krankenversicherung über ihre Partnerversicherung Allianz, wofür man bereits um die 350 AUD rechnen muss. Die Beantragung des Studentenvisums kann online vorgenommen werden und dauert nur knappe 2 Tage und kostet um die 550$. Aus Zeitgründen habe ich ansonsten keine weiteren Vorbereitungen getroffen, bereue es aber überhaupt nicht, mir Wohnungen vor Ort angeschaut zu haben.

Ankunft

Der Transport vom und zum Flughafen in Sydney ist leicht per Zug machbar, die Fahrt ins Stadtzentrum dauert ca. 20 Minuten, leider werden ganze 17$ für die Flughagenstrecke verrechnet, wo Fahrten mit der Opal Card normalerweise um die 2$ kosten. Der Zug ist aber sicher die schnellste Variante in Sydnes Verkehr.

Ich habe meine ersten drei Wochen in einer Gastfamilie verbracht und bin deshalb per Zug nach Beecroft gereist. Die Campus Accommodations der Uni bieten aber auch einen Shuttle zum Village oder den anderen Apartments an.

Bereits am Flughaben fällt die Australische Freundlichkeit sehr auf, überall wird einem von Fremden Hilfe bei der Wegsuche angeboten. Die grosse Hilfsbreitschaft wird ingsgesamt einen bleibenden Eindruck verleihen, ob in der Stadt, beim Reisen oder an der Uni. 

Ein paar Dinge die es nach der Ankuft zu organisieren gilt sind ein australisches Konto (Commonwealth Bank oder ANZ bieten gute Studentenkonditionen), eine australische SIM-Karte, Beantragen der Krankenversicherungskarte bei Alliance, die Kurseinschreibung an der Uni und Benatragung einer Concession Opal Card, wodurch die Trips mit öffentlichen Verkehrsmitteln fast halb so teuer werden wie mit der adult Card.

Zimmersuche
Wohnen

Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit vor Abflug habe ich mich entschieden, die Zimmerusche erst vor Ort anzugehen. Ich hatte das Glueck, die ersten paar Wochen bei einer australischen Gastfamilie wohnen zu koennen, das hat viel Organisatorisches vereinfacht und mit auch bereits Sydneysiders Kultur etwas naeher gebracht.

Ich habe mich nach langem Abwaegen schlussendlich gegen eine Students Accommodation auf dem Campus entschieden und ein WG Zimmer  auf flatmates.com gefunden. Die Studentenwohnungen sind eher teuer und Kosten fuer Internet, Wasser, Strom und Waesche meistens nicht inbegriffen. Im Nachhinein wuerde ich wieder ein WG Zimmer suchen, allerdings eher im Stadtzentrum, um etwas naeher am Puls des Geschehens  zu sein. Ich wohnte nun zwischen Uni und Zentrum und erreichte beides in ca. 15Minuten per Zug. Unbedingt empfehlenswert ist es,  in der Naehe einer Trainstation zu wohnen, das vereinfacht vieles! Busfahren in Sydney ist nicht sehr effizient, und die Distanzen immer weiter als man meinen wuerde :-)

Universität

Die Macquarie Uni legt grossen Wert auf Diversität und engagierte Studenten. Spürbar wird das bereits bei den Orientierungsveranstaltungen während der sogenannten O'Week eine Woche vor Semesterbeginn, wo sich die zahlreichen student groups vorstellen, Mentoren die Neuankoemmlinge ins Campusleben einführen und man sich täglich gratis von Aussie BBQs ernaheren kann. Student groups sind hier ein wichtiger Teil des Studentenlebens und sind breit gefächert. Von Sports Teams über Photography, Drama, Society oder sogar Quidditch ist alles dabei. Auch extrakurriquläre Aktivitäten werden hier gross geschrieben. Das Global Leadership Programme bietet Workshops zu Themen von globalem politischem, oekologischem, kulturellem und wirtschaftlichem Interesse und für domestic students auch zahlreiche Voloumteering Möglichkeiten an. Ich war im Rahmen des GLPs 4 Tage in Canberra, wo wir unter anderem die US-Botschaft besucht, mit Human Rights Commissioner Tim Wilson diskutiert, in die australische Politik eingeführt und v.a. viele tolle Bekanntschaften unter australischen und internationalen Studenten gemacht haben. 

Das Campusleben unterscheidet sich relativ stark von unserem Studentenleben, weil Studenten sicher deutlich mehr Zeit an der Uni verbringen. Der Campus besteht ja nicht nur aus Vorlesungsgebaeude und der Bibliiothek, sondern beinhaltet zahlreiche Restaurants, eine vielbesuchte Students Bar, das Sportzentrum und natürlich den See und umgebenden Park, der sich im Sommer um die Mittagszeit immer füllt. Auch wenn ich nicht auf dem Campus gewohnt habe, habe ich doch sehr viel Zeit hier verbracht und viele Bekanntschaften mit anderen Austauschstudierenden gemacht.

Meine Kurse haben sich von den Psychologie-Seminaren in Zürich recht stark unterschieden. Der Fokus des Masters in organisational Psychology ist hier viel praktischer ausgelegt. Unsere Assignments haben beispielsweise darin bestanden, Business Reports zu verfassen, oder auch eine Training Needs Analys mit anschliessendem Mitarbeitertraining durchzuführen. Meine Kurse in Human Factors,  Training in Organisations und Team Factors in the Workplace waren im Grossen und Ganzen spannend und eine gute Abwechslung zum doch eher forschungslastigen Schwerpunkt zu Hause.

Was die Uni sonst noch bietet ist ein guter Career Service, darüber habe ich auch meinen Nebenjob in einem Restaurant auf dem Campus gefunden. Ansonsten werden  Workshops rund um akademisches Arbeiten angeboten und auf dem Innenhof finden regelmaessig irgendwelche Events, Workshops oder wenigstens gratisBBQs statt. 

Leben/Freizeit

Sydney ist eine top Destination fuer jede Menge Freizeitaktivitaeten und die Zeit hier war zu kurz, um alles zu entdecken. Einige Favoriten sind natürlich die vielen Strände in Sydney mit schönen coastal walks. Bondi und Manly sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und immer gut zum Schwimmen oder Surfen, wenn auch manchmal Schilder darauf hinweisen, dass ein Hai gesichtet wurde und Baden nicht empfohlen wird.

Sydney bietet auch kulinarisch einiges, die Quartiere Surry Hills, Newtown und Glebe scheinen sich regelrecht an exquisiten Menus, Kaffee und Kuchenkreationen zu messen. Es lohnt sich auf jeden Fall, in diesen Neighbourhoods die besten Cafes, Gelaterias und internationalen Küchen zu testen. Australien bietet zwar nicht sehr viel an kulinarischen Höhenfluegen, aber an guten chinesischen, mexikanischen, libanesischen, japanischen, thailändischen oder italienischen Restaurants mangelt es nicht.  

Sydneys Top Sights sind sicherlich das Opera House und die Harbour Bridge - schon nur der Anblick vom Zug aus ueber die Brücke ist atemraubend -, die Botanic Gardens, Darling Harbour und dann eben die zahlreichen Strände und Nationalparks, welche meistens gut per Fähre erreichbar sind. Wir haben an den Wochenenden oft Weekendtrips in etwas weiter entfernte National Parks unternommen, darunter der wundreschöne Royal National Park im Sueden, der Bouddi National Park im Norden, Jervis Bay und natürlich die Blue Mountains. Per Zueg sind die meisten Sights erreichbar und Sonntags fährt man mit der Opal Card immer fuer 2.50$ pro Tag, da lohnt es sich, Ausfluege zu machen. Fuer weitere Distanzen mietet man dann besser ein Auto, auch weil man schon etwas flexibler unterwegs ist an den schonen Örtchen der Kueste entlang. 

Im Frühlingssemester kommt man hier auch in den Genuss von sagenhaften zwei Wochen Ferien, diese haben wir genutzt fuer einen Trip an die Ostküste und einen Tauchkurs in Manly, der zum Tauchen im Great Barrier Reef nach dem Semester dienen wird. Nationale Flüge sind gut zahlbar und so lag auch ein Weekendtrip nach Melbourne wahrend dem Semester drin.

Etwas gewöhnen muss man sich sicherlich an Sydneys hohe Preise, Wohnen, Essen und Ausgehen ist teuer, aber ich denke es ist es Wert, hier und da für once in a lifetime etwas mehr auszugeben, oder man verpasst den ganzen Spass.