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Erfahrungsberichte

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Wer

martina.ra[at]hotmail.com

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

14/15 SS

Universität

CL-
Santiago - Pontificia Universidad Catolica de Chile

Studienfach

Informatik (3030)

Gesamteindruck

Ein Austauschsemester in Santiago de Chile kann ich jedem empfehlen, der die südamerikanische Kultur kennenlernen möchte! Sehr exotisch ist Chile nicht, da es in vielen Dingen ähnlich wie Amerika ist, aber die chilenische Kultur ist doch sehr anders als die schweizerische. Obwohl man von Chile sagt, dass die Leute sehr schüchtern sind (die schüchtersten von Südamerika), habe ich dies nicht gespürt, da alle immer sehr hilfsbereit, herzlich und extrovertiert waren. Chile als Land hat extrem viel zu bieten, die Wüsten im Norden, Strände, die Hauptstadt Santiago, Vulkane, Berge im Süden! Man muss sich nur genügend Zeit vor oder nach dem Austausch nehmen, da die Distanzen sehr gross sind zwischen den einzelnen Orten.   

Vorbereitung

Nach der Nominierung von der UZH, muss man sich bei der Catolica (PUC) bewerben. Ich hatte kein Spanischzertifikat, und es wurde auch nach keinem gefragt. Nach dem Acceptence Letter von der PUC, kann man sie bei der chilenischen Botschaft in Bern für ein Studentenvisum bewerben (dafür braucht man einen Strafregisterauszug, und ein Arztzertifikat). Das Visum braucht ca. 4 Wochen, und man muss es in Bern abholen. In Chile solltest du mit deinem Pass 30Tage nach der Einreise bei der Polizei und Registro Civil vorbeigehen. (Tipp: sehr früh am Morgen gehen, um stundenlangen Wartezeiten zu vermeiden.) Sobald du deine RUT erfährst, merk sie dir, auch wenn deine ID noch nicht ankam - in Chile bist du ohne die RUT fast keine Person ;)  

Einen Spanischkurs hatte ich nicht an der UZH genommen, würde es empfehlen, wenn man noch nie Spanisch hatte, da fast alle Fächer auf Spanisch sind (bei mir waren alle auf Spanisch). Das chilenische Spanisch ist sehr schwierig - ich war froh, dass ich vor der Einreise in Chile 2Wochen in Bolivien unterwegs war, um sich in ein langsamers, gutes, bolivianisches Spanisch einzuleben. 

Ankunft

 Ich reiste von Salar de Uyuni, Bolivien, nach Norden von Chile mit einem Transfer ein. Danach reiste ich mit dem Auto die 1'000km Küste von San Pedro de Atacama nach Santiago. 

Zimmersuche
Wohnen

Ich hatte das Glück, dass ich Leute kannte in Santiago - ich wohnte mit den Geschwister von einem chilenischen Kollegen, der ein Jahr vorher im Austausch in der Schweiz war.

Bei der Wohnungssuche würde ich nach den Barrios Providencia, Las Condes, Nuñoa, Vitacura schauen. Auf Facebook gibt es eine Gruppe #Flatfinder in Santiago, wo man günstige Zimmer finden kann.

Universität

Die Uni ist toll, und hat ein gutes Niveau! Das DCC (Informatikabteilung) ist ähnlich klein wie das IFI an der UZH - somit lernt man alle Informatikstudenten relativ schnell kennen, und man fühlt sich schnell wohl. Die Vorlesungen sind praktisch alle auf Spanisch. Gewisse Professoren akzeptieren gewisse Presentations auf Englisch, und bei den Prüfungen könnte es sein, dass man auf Englisch antworten kann, aber es ist nicht die Regel.

Der Unterrichtsstil ist ziemlich interaktiv - deshalb hilft es Spanisch zu sprechen. In allen Fächern hatte ich Gruppenarbeiten, die teilweise sehr zeit-intensiv waren - aufpassen, die Chilener machen die Dinge sehr gerne im letzten Moment ;) !

Ich war immer auf dem Campus in San Joaquin, das ein bisschen weiter ist von der Stadt (ich pendelte ca. 45min mit der Metro), aber dafür hat man ein super Uni-Campus Feeling! Der Campus ist recht gross, mit Palmen überall, und am Anfang verliert man sich gerne - zum Glück haben die Studis eine App entwickelt, mit der man nach Zimmernnummern suchen kann. 

Ich spielte Volleyball für die universitäre Selectión, was mein Highlight war - wir trainierten 3mal in der Wochen auf gutem Niveau, und ich machte mir sehr viele Kollegen durch den Sport. 

Leben/Freizeit

Neben dem Volleyball, war ich oft irgendwo fein am Essen, in den Bars, und verschiedenen Partys - Santiago bietet sehr viel! Das schöne war, dass ich wegen dem Volleyball nur chilenische Kollegen hatte, und so die chilenische Kultur, und das Lifestyle kennen lernte. 

Im Sommer sollte man eher nach Süden von Chile fahren, um die wunderschönen Landschaften zu sehen (ich kann Pucon, Valdivia, Puerto Varas empfehlen). Auch der Norden von Chile ist schön, vor allem San Pedro de Atacama, La Serena.

 In den Wintermonaten (Mai-August) ist der Smoglevel ziemlich hoch, und man sollte keinen Outdoorsport machen, sondern am Wochenende eher Ausflüge in die Berge rund um Santiago machen sollte (Cajon del Maipo).