Erfahrungsberichte

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Wer

susanne.sayer[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

14/15 SS

Universität

CN-
Beijing - Tsinghua University

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Mein Austausch Semester an der Tsinghua University war für mich eine tolle Erfahrung und erweiterte meinen Horizont. Bevor ich nach China flog, setzte ich mich zwar mit der Kultur, Sprache, Gesichte und vielem mehr auseinander aber wirklich dort zu leben ist wieder etwas ganz anderes und sehr beeindruckendes. Die wirtschaftlichen Unterschiede hautnahe erleben zu können wird mir in meinem späteren Berufsleben sehr hilfreich sein.

Auch wenn man relativ viel während des Semesters für einzelne Fächer bearbeiten muss, hat man trotzdem genug Zeit, zu reisen und sich das Land anzuschauen.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch bei der Zurich Insurance Group ohne der dieser Austausch für mich nicht möglich gewesen wäre.

Vorbereitung

Für meinen Aufenthalt in China habe ich einen Sprachkurs an der Uni besucht. Ich hatte Glück, denn Anfängerkurse in Chinesisch fangen nicht in jedem Semester an. Allerdings muss ich leider sagen, dass mir der Sprachkurs in China nur sehr wenig für das tägliche Leben gebracht hat. Die notwendigen Wörter und Sätze lernt man aber recht schnell und man kommt mit Händen und Füssen irgendwie durch den Tag.

Alle notwendigen Formulare für die Einschreibung und das Visa bekommt man relative spät. Auch wenn man sich gerne schon etwas früher organisieren möchte, man kann es einfach nicht. Allerdings muss ich dazu sagen, dass die Instruktionen sehr gut sind und man sich keine Gedanken machen braucht ob alles funktioniert. Bei möglichen Problemen wird einem auch am Sonntagabend geholfen.

Ankunft

Am Flughafen angekommen gelangt man sehr gut zur Uni. Mit einem normalen Taxi kommt man günstig zum Campus, Hotel oder Wohnung. Am besten druckt man sich die Anschrift auf Chinesisch aus, eine Englischen Anschrift können die meisten Taxifahrer nicht lesen. Auch mit der Subway kommt man sehr gut vom Flughafen zur Unterkunft.

Zimmersuche
Wohnen

Prinzipiell kann man sagen, dass sowohl das Leben on Campus als auch off Campus Vor- und Nachteile mit sich bringen. Wenn man sich für ein Zimmer im Wohnheim entscheidet sollte einem bewusst sein, dass man beispielsweise Warmwasser nur zu bestimmten Uhrzeiten am Tag hat und dass man ab elf Uhr abends keinen Besuch mehr haben darf. Auf der anderen Seite, sobald man ein Problem ist jemand vom Personal zur Stelle und kümmert sich um die Lösung.

Ich habe mich für ein Zimmer ausserhalb des Campus entschieden. Die Vorzüge einer eigenen Küche und 24/7 warmes Wasser zu haben, sowie Besuch empfangen zu könne wie ich möchte waren für mich ein ausschlaggebendes Kriterium. Hinzu kommt, dass man China nochmal auf eine andere Weise kennen lernt. Ich hatte Glück mit meinem Zimmer, die Wohnung ist nicht weit weg vom Campus (15min mit dem Velo) und preislich noch im Rahmen. Man muss aber dazu sagen, dass gerade Wohnungen in der Nähe der Wohnung sehr teuer werden können.

Universität

Die Kursauswahl bekommt man ebenfalls per E-Mail zugesendet. Leider fand ich die Auswahl an möglichen Kurs nur sehr begrenzt. Um auf 24 ETCS Punkte (an der Tsinghua University 12 Punkte) zu gelangen, musste ich fast jeden Kurs nehmen der angeboten wird auch wenn ich mich absolut nicht für das Thema interessier. Auf Grund des Abkommens zwischen der UZH und der Tsinghua University kommt es bei der Kurswahl eigentlich zu keinen Problemen, worüber ich sehr froh bin, andere Studenten hatten erhebliche Probleme bei der Anrechnung.

Im Vergleich zu den Vorlesungen an der UZH ist der Aufwand der einzelnen Kurse eher während dem Semester. Man muss recht viele Assignments einreichen und Präsentationen vorbereiten, dafür hat man jedoch weniger Aufwand am Ende des Semesters. Woran an mich erst gewöhnen musste, waren die langen Kurseinheiten. Eine Vorlesung dauert drei Stunden und Pausen werden vom Professor gegen und kann durchaus variieren. Auf die Anwesenheit bei den Kursen wird grossen Wert gelegt. Fehlt man zu häufig bei einem Kurs kann es durchaus sein dass man diesen Kurs auf Grund mangelnder Anwesenheit nicht besteht.

Unter anderem habe ich folgende Kurse besucht:

Business Leadership in China: Dieser Kurs war für mich einer der besten Vorlesungen. In dieser Vorlesung werden hauptsächlich die Unterschiede zwischen dem Westlichen und dem Chinesischen Führungsstil aufgezeigt und wie man Differenzen überwinden kann. Der amerikanische Professor gestaltet die Vorlesung sehr interessant mit vielen Beispielen aus der Praxis und Gruppenarbeiten.

Practical Strategic Management: Bei diesem Kurs wird hauptsächlich die Unterschiede des Chinesischen Marktes zum Westen eingegangen und wie man diese Differenzen als Unternehmen am besten überwinden kann. Der Professor gestaltet die Vorlesung sehr interessant und kann durch seine Erfahrung von McKinsey viel Praxiswissen miteinbringen.

Leben/Freizeit

Peking ist riessig! Auch wenn mittlerweile die Stadt mit der Subway recht gut erschlossen ist braucht man ewig um von A nach B zu kommen. Es gibt zahlreiche Sehenswürdigkeiten die man an einem Nachmittag mal anschauen kann oder Wochenendtrips wie Datong oder Pingyao. Auch das Nachtleben hat einiges zu bieten auch wenn man mit dem Alkohol etwas aufpassen muss (lieber nur Bier). Die Taxis sind recht günstig im Vergleich zu Zürich und man kommt gut wieder zurück.