Erfahrungsberichte

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Wer

sabine.egli[at]gmx.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

15/16 WS + SS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft (7360)

Gesamteindruck

Ich habe in Wien ein spannendes Jahr verbracht und sowohl in als auch ausserhalb der Uni viel gelernt. Alles in allem ein Jahr voller neuer Eindrücke, Freundschaften und Herausforderungen, das ich keinesfalls missen möchte.

Vorbereitung

Bürokratischer Aufwand gehört leider zu einem Auslandssemester dazu, die Organisation des Austausches war aber weit weniger kompliziert und aufwendig als erwartet. Am besten man erkundigt sich frühzeitig bei den jeweiligen Fach-Koordinatoren. Sie erklären einem wie für die Bewerbung vorzugehen ist und welche Schritte zu welchem Zeitpunkt notwendig sind. Während des Anmeldeverfahrens, wird man per Mail von Zeit zu Zeit aufgefordert, Dokumente einzureichen. Um das Learning-Agreement zu erstellen, ist es notwendig, sich mit dem Studienaufbau der Austauschuni vertraut zu machen und so herauszufinden, welche Kurse einigermassen äquivalent zu denen in Zürich sind.

Ankunft

Die Uni Wien veranstaltet eine obligatorische Einführungsveranstaltung für Erasmusstudenten, bei der man erfährt welche Formulare man bei der Gastuni einzureichen hat. Des Weiteren erhält man dort auch den Studentenausweis und die wichtigsten Orte der Uni werden vorgestellt. Abgesehen von den nützlichen Informationen die man erhält ist diese Einführung auch eine gute Möglichkeit andere Erasmusstudenten kennenzulernen. Zieht man neu in die Stadt, muss man sich zudem innerhalb weniger Tage auf dem Bezirksamt anmelden.

Zimmersuche
Wohnen

Mitte September, zwei Wochen vor Semesterstart, bin ich nach Wien gereist und hab mich vor Ort auf Wg-Suche gemacht und so lange bei einer Bekannten gewohnt. Die Wohnsituation ist in Wien im Gegensatz zu Zürich paradiesisch, da 60% der Wiener  Wohnungen in kommunal gefördert werden und so auch im Stadtzentrum günstige Wohnungen gibt. Altbau mit hohen Räumen und Fischgrätenparkett ist hier nichts besonderes und wenn man Glück gibts sogar noch Stuck oder einen Kachelofen dazu. Da aber so kurz vor Semesterstart noch viele Studenten verzweifelt auf Zimmersuche sind, ist es sicherlich sinnvoll und vor allem entspannter schon etwas früher von zu Hause aus zu suchen und die Wg's über Skype kenenzulernen. 

Universität

Germanistikstudenten haben Glück, denn das Institut befindet sich im wunderschönen Hauptgebäude, dass direkt am Ring steht. Neben kleineren Institutsbibliotheken befindet sich auch die Hauptbibliothek in diesem Gebäude. Ich hatte einige spannende Seminare, in denen inhaltlich oft ein direkter Bezug zu Österreich oder Wien hergestellt wurde. Der Aufbau der Kurse ist ähnlich wie in Zürich, allerdings ist das System viel verschulter, es gilt Anwesenheitspflicht in Seminaren und Übungen und häufig wird auch die Abgabe von Hausübungen gefordert, deren Beurteilung dann in die Endnote einfliessen. Für die Modulbuchung der Germanistikkurse wird im Gegensatz zu Zürich nicht nach dem First Come First serve Prinzip gebucht sondern anhand eines Punktesystems. Sollte man in einem Kurs, der im Leraning Agreement festgehalten ist, keinen Platz bekommen, lohnt es sich mit dem Fachkoordinator der Gastuni Kontakt aufzunehmen, meistens findet der dann eine adäquate Lösung. Nach einigen Abklärunen konnte ich auch Kurse meines Zweitfaches besuchen.

Leben/Freizeit

Es mag zwar ein Klischee sein, aber in Wien verbringen die Menschen wirklich leidenschaftlich gerne Zeit in Cafés. Man trifft dort Freunde die kommen und gehen, arbeitet für die Uni oder ist halt einfach nur da. Zeit spielt dabei keine grosse Rolle und man wird auch nicht schräg angeschaut, wenn man von morgens bis abends da sitzt und nur ein einziges Mal etwas bestellt. Auch sonst mögen die Wiener ihre Wirtshäuser, genannt Beisln, sehr. Da gibt es bis spät in die Nacht Speis und Trank. Ansonsten hat Wien ein vielfältiges kulturelles Angebot zu bieten, wie beispielsweise grosse und kleine Theater, Konzerte die mal in riesigen Hallen mal in gemütlichen Wohnzimmern stattfinden, winzige Programmkinos, wo jeden Sonntag Tatort gezeigt wird und unzählige Museen und das alles für relativ kleines Geld. Wer lieber Sport macht, kann sich für USI-Kurse anmelden, diese müssen jedoch einzeln bebucht und bezahlt werden. Im Sommer lässt es sich auch gut am Donaukanal oder auf der Donauinsel aushalten, wo es viele Bars, Grill- und Schwimmplätze gibt.