Erfahrungsberichte

zur Übersicht

Wer

michael.schlatter[at]bluewin.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

15/16 WS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Politikwissenschaft (7615)

Gesamteindruck

Berlin ist natürlich eine grossartige Stadt, um ein Auslandsemester zu absolvieren. Die Freie Universität ist eine sehr grosse Institution, was den Anfang etwas erschweren kann. Es hat so viele Studenten, dass man kaum zweimal derselben Person zufällig über den Weg läuft. Das heisst natürlich auch, dass man immer gleich einen Kontakt austauschen muss, wenn man seinen Gesprächspartner wiedersehen möchte. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich kein Problem.

Die Leute sind sehr offen, es hat auch viele internationale Studierende oder solche aus anderen deutschen Städten. Die Universität bietet ein vielfältiges Rahmenprogramm, so gibt es beispielsweise auch einen Internationalen Club, der regelmässig Veranstaltungen anbietet, die sich an ausländische Studenten richten. Es ist somit leicht, mit Leuten aus aller Welt in Kontakt zu kommen.

Vorbereitung

Die Vorbereitungen für mein Austauschsemester waren dank makelloser Unterstützung der Mobilitätsbeauftragten des IPZ sehr entspannt, ich habe mir einfach meine Kurse aus dem Vorlesungsverzeichnis der FU Berlin ausgesucht und das entsprechende Learning Agreement in Zürich und Berlin unterzeichnen lassen. Ich musste keine sprachlichen Kenntnisse vorweisen und hatte auch schon alle Pflichtveranstaltungen in Zürich absolviert, was die Sache natürlich auch um einiges vereinfacht hat.

Ankunft

Die FU Berlin hat vor Semesterbeginn Einführungstage für ausländische Studierende organisiert. Dabei haben nicht nur ERASMUS-Studenten teilgenommen, sondern auch all jene, die als reguläre Studenten an der FU Berlin immatrikuliert wurden. Das hatte zur Folge, dass mehrere hundert Leute an diesem Event teilnahmen. Für allgemeine Informationen zur FU war das ausreichend. Das Einschreiben für die Kurse war sehr einfach, im Prinzip muss man nur in ein Seminar gehen und dem Dozenten mitteilen, dass man ERASMUS-Student ist. Eine offizielle Anmeldung ist nicht nötig, einzig das Learning-Agreement muss vom ERASMUS-Büro der FU unterschrieben werden.

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe mich dazu entschlossen, selber eine Unterkunft zu suchen. Berlin ist ja, anders als die meisten anderen europäischen Grossstädte, noch nicht von Wohnungsmangel geplagt. Diese Entscheidung war gut, ich konnte so in sehr schönen und belebten Vierteln der Stadt leben, während die Studentenheime relativ weit ausserhalb liegen. Es gibt zahlreiche möblierte Zimmer, welche für einen bestimmten Zeitraum vermietet werden. Allerdings wird der Wohnraum in Berlin auch zusehends knapper, weshalb Austauschstudenten in einigen Jahren wohl mehr Mühe haben werden, eine zentrale Wohnung zu erschwinglichen Preisen zu finden.

Universität

Die Freie Universität ist eine tolle Institution, dank der Grösse hat man in allen Bereichen ein immenses Angebot. Das beginnt bei den Mensen, wo man für sehr wenig Geld alles Mögliche bekommen kann. Das Vorlesungs- und Seminarangebot ist ebenfalls riesig, man kann sich aus fast allen Bereichen der Politikwissenschaft etwas aussuchen. Da die FU nach dem 2. Weltkrieg in Westberlin entstanden ist und sich erst nach und nach vergrössert hat, gibt es - anders als an der Humboldt-Universität - kein klassisches Hauptgebäude. Vielmehr spielt sich das Universitätsleben im ganzen Stadtteil Dahlem ab. Man fühlt sich denn auch ein bisschen wie auf einem Campus einer US-amerikanischen Universität. Das erschwert am Anfang etwas die Orientierung.

Leben/Freizeit

Über das Leben in Berlin braucht man eigentlich nicht viel zu schreiben. Hier gibt es wirklich alles was man will, und man kann fast alles jederzeit haben. Für Kulturliebhaber gibt es unzählige Kinos mit Blockbustern, vielen Arthouse-Kinos, Programmkinos etc. Als Student kann man auch sehr günstig ins Theater oder in die Oper. Wenn eine Opernaufführung nicht ausverkauft ist, gibt es die Restplätze für Studenten für 15 Euro an der Abendkasse, und zwar nicht die hintersten Plätze, sondern oft die besten und teuersten! Auch historisch ist Berlin wohl eine der interessantesten Städte, die man besuchen kann. Entsprechend gross ist das Angebot and Museen, welche die Vergangenheit, aber auch die Gegenwart Berlins beleuchten.

Es gibt zudem unzählige Clubs für jeden Geschmack, Parks für sportliche oder Kaffees für die, die es gemütlich mögen. Man kann auch sehr gutes und günstiges Essen aus aller Welt zu sehr guten Preisen geniessen.

 Kurz gesagt, in Berlin sollte es für jeden etwas geben.