Erfahrungsberichte

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Wer

anna.naeff[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

15/16 WS

Universität

DE-BAMBERG01
Bamberg - Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Studienfach

Geschichte (Allgemeine) (7600)

Gesamteindruck

Es war eine super Idee ein Austauchsemester in Bamberg zu machen! Ich würde es gerade Archäologiestudenten wärmstens empfehlen. Man lernt viele neue Dinge (ja auch in Deutschland) und Leute kennen. Ich studiere hier lieber als in Zürich, es hat sich also sehr gelohnt her zu kommen. Doof ist, dass Deutschland noch Sommer- und Wintersemester hat. Das hat zur Folge, dass man nur eine oder zwei Wochen Vorlesungsfreiezeit hat, wenn man aus dem Wintersemester nach Zürich zurück kommt.

Ich hoffe, dass nun alles gut läuft mit den ETCS Anrechnen und dem Semesterabschluss, ich bin aber zuversichtlich! 

Vorbereitung

Die Vorbereitung ist etwas anstrengend, da man die richtigen Unterschriften zum richtigen Zeitpunkt einreichen muss. Dabei müssen die Deadlines der Heim- sowie der Gastuniversität berücksichtigt werden. Hat man Learning Agreement, Mietvertrag und Studienerlaubnis unterschrieben, läuft alles fast wie von selbst. Man muss sich nur noch um die Kurse kümmern, die man besuchen möchte, was in meinem Fall sehr unkompliziert ging. 

Fährt man mit dem Zug durch Deutschland empfiehlt es sich frühzeitig die Tickets zu buchen, da die Sparpreise zu Semesterbeginn und -ende sehr schnell ausverkauft sind! 

Ankunft

Die Ankunft hier war etwas kompliziert, da wir (mein Studienkollege und ich) in eine Zweier-WG gebucht wurden, da aber eigentlich nicht reindurften, weil wir nicht das gleiche Geschlecht haben. Es ging aber alles innerhalb einer Stunde in Ordnung! Ich wurde von meiner Tandempartnerin abgeholt (Tandempartner sind jedem zu empfehlen auch in Ländern ohne Fremdsprache!), das war super. Die Ankunft verlief also relativ reibungslos.

Was gleich nach der Ankunft getan werden muss, ist die Einschreibung an der Uni, dafür braucht man einen Krankenkassenschein, der bestätigt, dass man versichert ist. Mit der Einschreibebestättigung muss man später ins Rathaus um sich bei der Gemeinde anzumelden. Am Anfang kommt man sich vor wie Asterix und Obelix im Haus das verrückte macht, es ist aber auf den zweiten Blick nur halb so schlimm! 

Zimmersuche
Wohnen

Für Austauschstudierende besteht die Möglichkeit ein Zimmer in einem Studentenwohnheim zu mieten. Dabei werden auch Wünsche (ob allein oder in einer WG) berücksichtigt. Dies ist ein grosser Luxus, da deutsche Studierende hier 2 - 3 Semester in Wartelisten stehen um ein Zimmer in einem Studentenwohnheim zu kriegen und ihre Wünsche werden eher wenig beachtet. 

Mein Zimmer ist von der Grösse her sehr in Ordnung. Die Einrichtung ist etwas alt und die Küchennische klein (ohne Backofen), aber es lässt sich gut ein Semester damit leben. Was ein wenig umständlich ist, ist, dass nur eine Matraze vorhanden ist. Man muss also Decke, Kissen und auch die ganzen Küchenuntensilien mitnehmen oder hier kaufen. Leider ist das Haus schlecht isoliert und neigt deshalb zu Feuchtigkeit und Schimmel. Dafür ist die Lage mitten in der Altstadt, eine Strasse weg vom Dom unschlagbar! 

Universität

Das Angebot der Universität Bamberg in Mittelalterarchäologie, Denkmalpflege und Bauforschung ist sehr viel besser als das in Zürich. Die Infrastruktur ist um ein vielfaches besser, das Angebot ist viel praktischer ausgelegt und hat wirklich den Schwerpunkt Archäologie (Zürich ist hingegen sehr kunstgeschichtlich). Für Studierende in Mittelalterarchäologie kann ich Bamberg nur empfehlen! Ich selbst habe mir überlegt, ob ich meinen ganzen Master in Bamberg studieren soll, weil es hier so interessant ist und mir persönlich viel mehr Spass macht.

Das Einschreiben an der Universität ist hier (wie an manchen Orten in Deutschland) etwas mühsam. Jeder einzelne muss persönlich zum Sekretariat, was ziemliche Wartezeiten zur Folge hat. In Archäologie ist es  ziemlich einfach sich für Kurse anzumelden, ebenfalls stressfreier als in Zürich.

Leben/Freizeit

Bamberg ist eine wundervolle Studentenstadt, es ist voll von Cafés, Kneipen, Brauereien und Clubs in denen Bands spielen (wer gern richtig tanzen/clubben geht, langweilt sich wahrscheinlich). Man könnte jeden Abend etwas anderes unternehmen und dabei trotz der tiefen Preise sehr viel Geld ausgeben. Ich habe aber sehr schnell einen Job in der Gastro gefunden, in einer Bar. Die Jobs sind eher schlecht bezahlt, aber es ist viel besser als nichts! Es gibt hier zwei Theater, drei Kinos und ander kulturelle Einrichtungen. Von Bamberg aus bin ich nach Würzburg, Rothenburg ob der Taube, Nürnberg und nach Erlangen gefahren. Alle diese Städte sind wunderschön!

In Bamberg gibt es im Oktober und November Bockbieranstiche. Das sind Anlässe mit volksfestartigem Charakter, an denen Starkbier ausgeschenkt wird.

Die Studenten hier sind meistens sehr offen und man lernt schnell Leute kennen. Wie gesagt ist auch meine Tandempartnerin wundervoll :) Wir treffen uns immernoch!