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Erfahrungsberichte

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Wer

manuel_zimmerli[at]hotmail.com

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

14/15 WS

Universität

AU-
Sydney - The University of New South Wales

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Ich kann einen Austausch an der University of New South Wales jedem nur wärmstens empfehlen. In Sydney habe ich nicht nur viel in akademischer Hinsicht dazugewonnen, sondern bin auch als Mensch gewachsen. Dort habe ich wirklich gelernt, was es heisst auf eigenen Füssen zu stehen. Ausserdem habe ich in Australien ausserordentlich gute Freunde gefunden, mit welchen ich auch bestimmt in Zukunft in Kontakt bleiben werde. Sydney selbst ist ein Traum und bietet jede Menge Aktivitäten. Es waren mit Abstand die besten sechs Monate meines Lebens und ich bin den dafür Verantwortlichen an der Universität Zürich sehr dankbar für die Chance, die sie mir mit diesem Austausch gegeben haben.

Vorbereitung

Die Vorbereitung für ein Austauschsemester ist sehr umfangreich und nimmt einiges an Zeit in Anspruch, was ich vor dem Einreichen meiner Bewerbung eindeutig gemerkt habe. Natürlich war ein befriedigendes TOEFL-Resultat von Nöten, welches jedoch für niemanden eine grosse Hürde darstellen sollte. Auch das Empfehlungsschreiben eines Professors einzuholen war kein Problem. Viele Professoren sind bereit für einen guten Schüler eines zu schreiben, auch wenn es dann sehr unpersönlich ist. In meinem Fall waren die Bewerbungsschreiben  das mit Abstand aufwendigste am Bewerbungsprozess. In jedem Schreiben sollte sorgfältig und überzeugend dargelegt werden, wieso man an genau diese Uni will und vor allem wieso man selbst der beste Kandidat für diesen Austausch ist. Mit der richtigen Motivation dauert auch dies nicht allzu lange. Das wichtigste an dem Ganzen ist die richtige Zeiteinteilung. Stimmt diese, sollte die Vorbereitung reibungslos ablaufen. Persönlich hatte ich in Sachen Unterkunft in Sydney keine grossen Vorbereitungen zu treffen, da ich mir dort eine Wohnung suchen wollte.

Ankunft

Meine Ankunft in Sydney war etwas turbulenter als ich mir das erhofft hatte. Im Surfside Coogee Hostel, das ich gebucht hatte um Wohnungen von dort aus zu suchen, war die Rezeption bereits geschlossen als ich dort ankam. Nach ewigem Klopfen an der Tür wurde mir dann netterweise von einem anderen Gast geöffnet und ich fand meinen Schlüssel zum Glück auf dem Esstisch bereitgelegt. Das Hostel war absolut schlimm und lag weit unter meinen sowieso schon sehr tiefen Erwartungen. Es war dreckig, viele Langzeitgäste waren immer high und in den Schlafzimmern wimmelte es nur so von Bettwanzen. Das einzig gute am Surfside war, dass ich dort meine späteren Mitbewohner kennenlernte. Nach einer Woche zogen wir dann in das Wake Up Hostel in der City, welches ausgezeichnet war. In Sachen Wetter hat mich Sydney anfangs ziemlich überrascht. Es war bemerkenswert kühl als ich ankam und das hielt auch noch eine Weile so an.

Zimmersuche
Wohnen

Die Wohnungssuche war mein grösster Albtraum in Sydney. Obwohl ich extra 3 Wochen vor Semesterbeginn angereist war, begann ich die Uni noch ohne festen Wohnsitz. Trotz der Tatsache, dass ich schon sehr früh angereist war und meine - übrigens fantastischen - Mitbewohner schön früh kennengelernt hatte, stellte sich die Wohnungssuche als schier unmöglich heraus. Zuerst war das Problem des idealen Ortes, dann kamen die immens hohen Preise ins Spiel, und dazu dann noch das niedrige Angebot an freien Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt. Schlussendlich fanden wir jedoch eine super Bleibe in Bondi Junction, was genau zwischen Uni, Strand und City liegt und auch sonst viel zu bieten hat mit der grössten Shopping Mall in Sydney. Wenn ich so zurückdenke, war es bestimmt eine sehr harte Zeit, jedoch hat sich die lange Suche definitiv gelohnt. Auf dem Campus zu wohnen war schlicht zu teuer für das, was es zu bieten hatte. Allen, die unbedingt einmal auf einem Campus leben wollten, kann ich nur das UNSW Village und die Terraces empfehlen, welche beide zwar teuer, aber ganz OK waren. Das UNSW Village war so ziemlich der einzige Ort auf dem Campus, wo partytechnisch etwas ging.

Universität

Die University of New South Wales ist eine sehr schöne Universität mit viel Leben auf ihrem grossen Campus. Über 50‘000 Studenten besuchen die Uni und das zeigt sich auch zwischen den Vorlesungszeiten. Es gibt viele Cafeterias, Restaurants und auch ein Fitnesscenter. Das Highlight ist definitiv das ‘UNSW Roundhouse‘, die Bar der universitären Studentenorganisation ‘Arc‘, welcher ihr auch umbedingt beitreten solltet. Dort gibt es jeden Tag Happy Hour und verschiedene Aktivitäten. Der Campus selbst ist sehr schön, grün und weitläufig.

Der Unterrichtsstil an der UNSW unterscheidet sich massiv von dem der UZH. Es werden bedeutend weniger Studenten in einem Fach erlaubt und so sind auch die Vorlesungsräume viel kleiner. Es gibt viele Seminare, Gruppenarbeiten, Präsentationen, und generell wird sind die Vorlesungen viel interaktiver. Der Arbeitsaufwand während des Semesters ist dadurch bedeutend höher als in Zürich, jedoch ist das Niveau nicht mit dem der UZH zu vergleichen. Will man allerdings eine gute bis sehr gute Note erreichen, muss man sich ziemlich reinhängen und das gesamte Semester am Ball bleiben. 

Leben/Freizeit

Sydney ist eine unglaublich schöne Stadt die extrem viel zu bieten hat. Zuerst gibt es selbstverständlich die traumhaften Strände. Da wären natürlich die vielen schönen Strände von Bondi bis zu Coogee, die durch einen noch viel unglaublicheren Gehweg der Küste entlang verbunden sind. Mein absoluter Favorit ist der kleine Strandabschnitt in Bronte – einfach unfassbar. Natürlich habe ich mir schon früh Surfboard und Neoprenanzug gekauft und habe in Bondi Beach gelernt zu surfen. Auch sehr schön sind die Strände um den Hafen herum, wo es zwar keine Wellen gibt, aber dafür umso schönere Aussichten auf den Sydney CBD. Manly ist auch bezaubernd mit einem fast schon kalifornianischen Flair. Zu den vielen Stränden kommen dann die unfassbar coolen versteckten Bars (sucht nach den besten Bars und ihr werdet staunen, wo ihr landet! Tipp: Baxter’s!!) und Clubs (auch hier noch ein guter Tipp: Ivy Club am Donnerstag gratis mit Dachterrasse und Pool!!). Dazu kommen natürlich die unglaublichen Sehenswürdigkeiten wie das Opera House und die Harbour Bridge. Ausserdem ist Sydney voller hipper Stadtteile wie Surry Hills (Brunch und Messina Glace!), Darlinghurst und Kings Cross (Restaurants und Bars), Ranwick (Kino am Montag nur $5), Haymarket (Chinatown) und Newtown (sehr alternativ mit vielen kleinen Boutiquen).

Ales in Allem ist Sydney unfassbar, aber auch die Menschen da, die sogenannten Sydneysiders, sind ungemein freundlich, zuvorkommend und relaxt. In Sydney ist eben jeder ein bisschen Surfer.