Erfahrungsberichte

zur Übersicht

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

14/15 WS

Universität

CN-
Shanghai - East China University of Political Science and Law

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

Shanghai – eine Weltmetropole. Sie bietet alles was dein Herz begehrt. Von kulturellen Schocks wie der Insekten Markt, den Bund– eine langen Uferpromenade, kulinarische Höhepunkte wie Streetfood, Dumplings und HotPot bis hin zu einer unzähligen Auswahl an Bars und Clubs. Ich bin als die erste Austauschstudentin im Herbstsemester an die ECUPL und konnte überwiegend positive Erfahrungen sammeln. Ich empfang Shanghai als eine mächtige, aufregende und lebendige Stadt. Die chinesische Kultur ist zwar ein bisschen gewöhnungsbedürftig und ihre Manieren können an westlich gewohnte Grenzen stoßen, jedoch finde ich es einen Teil des Austausches sich mit dem Auseinandersetzen zu dürfen.

Ich habe während des Aufenthaltes chinesisch gelernt. Ich hatte einen Tutor, welcher mir wöchentlich zur Seite stand. Er – Clive – war der beste Sprachlehrer überhaupt. Sprachbegabt wie niemand anders und fähig, chinesisch lernen zur Freude zu machen. Es konnte sich auch eine gute Freundschaft daraus entwickeln. Meine mickrigen, jedoch vorhanden chinesisch Kenntnissen, ermöglichten mir den simplen Alltag gut zu meistern. 

Während meines Aufenthaltes konnte ich viele Möglichkeiten wahrnehmen, das Land zu erkunden. Wir – mit ein paar anderen Austausch Studenten– gingen während der ‚Golden Week’ (praktisch alle Chinesen haben einmal frei und haben Zeit in ihre Heimatregion zurückzureisen) nach Nigxia, in ein noch nicht erkundschaftete Region. Es war atemberaubend. Ansonsten kann man die Wochenendtagen gut nützen, für Städte Trips zu machen. Da China landschaftlich und kulturell so vielfältig ist, würde ich raten, möglichst viel Zeit zum herumreisen einzuplanen. Am besten an einem Stück und zwar vor oder nach dem Semester.

An der ECUPL habe ich die kleinen Klassen sehr geschätzt. Obwohl die Professoren weltbereist sind und deswegen fließend in der Englischen Sprache (nicht perfekt) sind, waren einige Kurse sehr spannend und interessant.

Alle meine Kurse hatten einen Bezug zu China, dadurch erhielt ich Einblicke in die chinesische Sichtweise der Rechtswissenschaft. In meinen ausgewählten Fächern musste wir mindenstens eine Arbeit abgeben. Ich empfand es als abwechslusgreich, da keine Prüfungen anstanden.

Vorbereitung

Meine Vorbereitungen verliefen sehr kurzfristig, da ich erst sehr spät Bescheid bekommen habe, ob ich in das Austauschprogramm der Universität zugelassen bin oder nicht. Dies liess sich darauf zurückführen, dass der Vertrag zwischen der Universität Zürich und ECUPL Mitte/Ende Frühlings Semester bestätigt wurde. Ich musste dann kurzerhand den Toefl schreiben, alle Formulare ausfüllen und zurückschicken, Visa beantragen und für die Wohnsituation Organisationen tätigen. Ich wollte mich für die ‚Dorms’ anmelden, in letzter Sekunde hat mir dann die Universität jedoch abgesagt und mir eine Wohnung bereitgestellt. 5x so teuer und 5x so laut.

Ich verfügte über keinerlei chinesisch Kenntnisse, was sich aber zu keinem Nachteil entwickelt hat. Obwohl die Shanghainesen kaum ein Wort Englisch können, und damit meine ich kaum ein Wort, kann man sich mit Händen und Füssen verständigen, damit man sicher das Ziel erreicht. 

Ankunft

Ich bin um 9 Uhr morgens in Shanghai gelandet. Bei uns wäre das 3 Uhr in der Nacht gewesen. Ich war sehr müde und hatte noch einen langen Weg vor mir. Zudem ging mein Gepäck unglücklicherweise verloren. Zu meinem Glück und Überraschen, bekam ich es einige Tage später in meine Wohnung zugeschickt.

Ich habe dann den AirportBus genommen, welcher mich zum Jingan Temple brachte und von dort aus nahm ich ein Taxi in ein Hotel, von welchem ich die Adresse aufgeschrieben hatte. Da alles so kurzfristig abgelaufen ist, konnte ich meine Wohnung erst einige Tage später beziehen.

Vom Flughafen zur gewünschten Adresse kann man auch das Taxi nehmen. Die Taxifahrt dauert je nach dem ca. 45 min und kostet etwa 30 Franken. 

Zimmersuche
Wohnen

Wie oben erwähnt, wurde mir ein Zimmer von der Universität organsiert. Es lag in der Nähe der Universität und quasi in der Nähe einer Metro Station. Die Wohnung teilte ich mit 3 Mitstudentinnen, mit welchen ich eine tolle Zeit verbringen konnte.

Leider fingen nach dem ersten Monat Bauarbeiten an. Diese Bauarbeiten erstreckten sich über 3 Monate und waren mit einem Lärm verbunden, welcher ich nicht einmal meinen Erzfeinden wünsche. Die Manager informierten uns nicht vor Einzugsbeginn über die Unannehmlichkeiten, daher war es ein Schock, als die ersten Lufthämmergeräusche 8:00 Uhr morgens anfingen.

Ich empfehle daher wärmstens smartshanghai.cn zu benutzen. Es ist eine Plattform, welches alles Mögliche anbietet. Zimmer, LunchDeals, Velos, Adressen von Restaurants, Mappe der Stadt, jedenfalls ziemlich alles was du brauchst für den Alltag zu meistern.

Freunde von mir haben ein Zimmer via Smartshanghai gesucht, und sehr schnell ein gutes und ‚günstiges’ gefunden. Meine Empfehlung ist es, in der Nähe einer Metrostation der Line 2 zu suchen, damit du alle Orte in Kürze erreichen kannst.

Universität

ECUPL ist ein wenig unorganisiert.  Man weiß nie ganz genau was jetzt läuft. Jedoch gewöhnt man sich schnell daran und kann sich auf wesentlichere Sachen konzentrieren. Das Niveau und die Unterrichtsform unterscheidet sich stark von der Universität Zürich. Dies insofern, das die Klassen kleiner sind und eine Interaktion zwischen Studenten und Professoren stattfinden.

Ich konnte mir glücklicherweise 27 ECTS anrechnen lassen. Der Stundenplan bietet einige interessante Fächer, ich würde unbedingt das Fach ‚Chinese Legal System’ besuchen. Der Professor war mit Abstand der Beste, sein Englisch war verständlich und klar und zu guter Letzt war er auf seine eigene Art witzig. Er berichtet uns über Death Penalty Fälle und weiter Fälle, welche in den Medien verrissen wurden.

Meistens gibt man am Ende des Semester Arbeiten ab und muss keine Prüfungen absolvieren.

Manche Professoren verlangen, dass du den Unterricht besuchst und manchen ist es egal. So kann es dann auch vorkommen, dass bei einem schlechten Professor von 25 Studenten nur 5 anwesend sind. 

Leben/Freizeit

In Shanghai kann man jederzeit etwas Aufregendes erleben. Ich hatte viel Zeit mit meinen Freunden verbracht. Am Abend gingen wir jeden Tag auswärts essen. Ich liebte das chinesische Essen. Ich vermisse es richtig fest, wenn ich jetzt gerade daran denke. Die Dumplings, welche sie in all verschiedenen Variationen anboten, waren mir stehts eine Freude. Oder die unzähligen Nudel Sorten, welche an jeder Ecken angeboten wurden. Ich hatte noch ein Fitnessabi, welches ich wöchentlich nütze. Sie bieten unter anderem BodyCompat oder MusclePump an, welches identisch ist mit dem Programm an der Universität Zürich. Durch den Tag lernte ich in der Bibliothek von der ECUPL oder machte es mir in einem Kaffe mit einem Buch gemütlich.

Jedenfalls machte mir das Semester in Shanghai ganz grosse Freude und empfehle es allen.