Erfahrungsberichte

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Wer

tobiasbuecheli[at]hotmail.com

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

14/15 WS

Universität

CN-
Shanghai - Fudan University - School of Economics

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Mein Austauschsemester an der Fudan University in Shanghai war eine unvergessliche Zeit. Ein knapp halbes Jahr in einer der grössten Städte der Welt zu leben und zu studieren war extrem spannend, aber auch mit viel Geduld und Anstrengung verbunden. So wird man mit diversen Sprachbarrieren und kulturellen Differenzen konfrontiert, muss sich mit der etwas anders laufenden Uniadministration auseinandersetzen und sich durch teilweise völlig überfüllte Metrostationen kämpfen. Für mich war diese Zeit eine einzigarte Herausforderung, welche mich persönlich in vielen Bereichen weitergebracht hat. Ich würde mich auch im Nachhinein wieder für Shanghai und die Fudan University als Ort für ein Austauschsemester entscheiden und ich kann es nur jedem sehr empfehlen.

Vorbereitung

Nachdem ich für das Austauschsemester angenommen wurde, kamen schon bald die ersten Emails von der Fudan University, die mich über das weitere Einschreibeverfahren informierten. Dieses läuft relativ einfach ab und wird in den Emails detailliert erklärt. So muss man sich zuerst auf einer Online Plattform von der Fudan University einschreiben. Sobald dies dann bestätigt und man offiziell angenommen wurde, ca. einen Monat später, bekommt man per Post die offizielle Confirmation und alle weiteren Unterlagen für das Visum. Das Visum kann man dann beim Chinesischen Konsulat in Zürich beantragen.

Da nur wenige Chinesen in Shanghai wirklich Englisch sprechen, wäre es sehr empfehlenswert einen Sprachkurs vor dem Austauschsemester zu besuchen. Ich persönlich habe während dem Austauschsemester Chinesisch Unterricht bei einer Privatlehrerin genommen, was meiner Meinung nach am effizientesten ist die Sprache zu lernen und in Shanghai auch absolut zahlbar ist.

Ankunft

Ich bin zwei Wochen vor Semesterbeginn nach Shanghai geflogen um die Stadt zu erkunden und mich etwas einzuleben.  Bei der Ankunft ist es gut eine Adresse in chinesischer Schrift dabei zu haben, falls man das Taxi nehmen will. Alternativ kann man auch die Metro oder den Maglev in die Stadt nehmen. Eine Woche vor Semesterbeginn fand dann auch schon der Orientierungstag an der Fudan University statt, wo wir alle wichtigen Informationen zum Studium erhielten und eine Tour über den Campus machten, welcher übrigens riesig ist. 

Zimmersuche
Wohnen

Man hat die Möglichkeit in den Dormitories an der Fudan University, in einer Wohnung in der Nähe der Universität, z.B. Rainbow-City, oder in der Innenstadt von Shanghai zu leben. Ich habe mich entschieden eine Wohnung im Zentrum der Stadt zu suchen. Eine Wohnung in Shanghai zu finden ist relativ unkompliziert und geht unglaublich schnell. In der ersten Woche habe ich in einem Hostel gewohnt und auf smartshanghai.com (wichtigste Website in Shanghai betreffend Wohnung, Restaurants, Nightlife und anderen Aktivitäten) nach Wohnungsinseraten gesucht. Danach habe ich mich mit den dort aufgeführten Wohnungsmaklern in Kontakt gesetzt und mit ihnen Treffen für Wohnungsbesichtigungen abgemacht. Das ganze läuft äusserst schnell ab und wenn einem die Wohnung gefällt, sollte man nicht zu lange warten (nicht mehr als ein oder zwei Tage, manchmal auch weniger). Generell sollte man mit 3000 bis 4500 Yuan pro Monat rechnen und darauf vorbereitet sein, dass man bereits am Anfang die Miete für drei Monate plus Depot zahlen muss. Nach nur einem Tag mit Wohnungsbesichtigungen habe ich mich für ein Zimmer in einer 3er WG entschieden, welches ich dann auch gleich einen Tag später beziehen konnte. Die Wohnung befindet sich in der Altstadt von Shanghai und ist ganz nahe an der  Metrostation Laoximen. Von dort hatte ich mit der U-Bahn ca. 30 Minuten an die Uni. Wenn man in der Stadt leben will, empfehle ich eine Wohnung an der Metrolinie 10 zu suchen oder sonst in der Nähe vom People‘s Square.

Universität

Ich habe gesamthaft fünf Kurse an der School of Economics besucht: Chinese Economy, Industrial Policy, Foreign Trade, FDI in Transition Economy und Advanced Topics on Chinese Economy. Alle Kurse haben sich hauptsächlich mit der Chinesischen Wirtschaft auseinandergesetzt und behandelten Grundkonzepte die mir bereits von der UZH bekannt waren. Das Niveau und die Leistungsüberprüfung der Kurse variierten stark. So mussten wir in gewissen Kursen mehrere Essays verfassen, eine Präsentation halten und eine Prüfung schreiben und in einem anderen Kurs nur ein kurzes Paper abgeben. In den meisten Kursen musste man jedoch neben der Abschlussprüfung Ende Semester, welche bei uns in der letzten Dezember Woche stattfanden, oft noch zusätzlich Präsentationen halten und Essays schreiben. Das Semester war somit am Schluss äusserst intensiv, aber generell war das Niveau der Vorlesungen schon nicht dem der UZH gleichzusetzen.

Während dem Semester wurden zwei Ausflüge von der School of Economics angeboten, eine Firmenbesichtigung und die Besichtigung der Shanghai Free Trade Area. Ausserdem, gab es auch ein Buddy-Programm, welches jedoch nicht sehr gut ausgeführt wurde, da wir erst in der zweiten Semesterwoche zugeteilt wurden, und ein Buddy besonders ganz am Anfang des Semesters nützlich gewesen wäre. Trotzdem sollte man sich unbedingt mit seinem Buddy treffen, denn es ist eine gute Möglichkeit mit Chinesen in Kontakt zu kommen.

Leben/Freizeit

Ich bin absolut begeistert von Shanghai. Einerseits kann man die Chinesische Kultur erleben und andererseits kann man auch einen sehr westlichen Lebensstil führen. Shanghai hat einfach unglaublich viel zu bieten. So kann man sich über Fleischspiesse und Fried Noodles von den Foodstreet-Ständen freuen, ein gutes Glas Wein in einer gemütlichen Bar im French Concession geniessen, eine Shoppingtour an der East-Nanjing Road machen oder einen der altchinesischen Gärten besuchen. Wenn man Gelegenheit hat, sollte man ausserdem noch ausserhalb von Shanghai reisen gehen, besonders Beijing ist sehr empfehlenswert. Zudem kann ich zu einem Besuch der Yellow Mountains anraten. Diese bieten ein absolut faszinierendes Landschaftsbild und es ermöglicht einem eine kurze Auszeit vom stressigen Grossstadt Alltag zu nehmen.