Bilder zum Bericht

Einer der Strassenhunde mit Via im Hintergrund.

Valparaiso.

Reaca, ein Viertel von Via.

Die Sanddnen neben Via del Mar.

Erfahrungsberichte

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Wer

gaglianimargot[at]gmail.com

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

14/15 WS

Universität

CL-
Santiago - Universidad Adolfo Ibáñez

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Das Auslandssemester in Viña del Mar war grossartig, und ich würde jederzeit wieder gehen!

Vorbereitung

Ich habe für ein Semester einen Spanischkurs an der UZH besucht, bevor ich das Auslandssemester angetreten bin, und bin dann nochmals einen Monat früher nach Viña gereist, um mein Spanisch vor Beginn der Uni aufzubessern und die Stadt ein wenig kennen zu lernen (Die Sprachschule ECELA kann ich weiterempfehlen). Mir persönlich hat das sehr geholfen, da das chilenische Spanisch doch sehr anders ist und man sich erst daran gewöhnen muss. Mit dieser Vorbereitung hat es dann aber sehr gut geklappt und ich konnte zwei spanische Wirtschaftskurse an der Adolfo Ibañez besuchen. Ich habe an der Uni selbst keine Spanischkurse belegt, würde das aber empfehlen, falls man sich die Sprachencredits noch nicht angerechnet hat oder auch sonst, da fast alle Austauschstudenten in diesen Kursen sind und man kontinuierlich an seinem Spanisch arbeitet. 

Ankunft

Vom Flughafen nimmt man einen Bus, der einem mit einmal umsteigen nach Viña bringt. Die Adolfo Ibáñez ist sehr gut organisiert, es gibt eine Facebookgruppe für die Austauschstudenten wo viele nützliche Infos gepostet sowie Willkommensevents organisiert werden, und man hat immer eine Ansprechperson, was die ersten Tage und die Ankunft sehr erleichtert.

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe vor Ort eine Wohnung gesucht. Angebote gibt es genug, z.B. auf compartodepto.cl, und man kann gut eine oder zwei Wochen in einem Hostel bleiben (ich habe im Street Garden Hostel gewohnt und viele andere Austauschstudenten da getroffen) und nach einer passenden Wohnung suchen. Ich habe dann eine in der Nähe der Coraceros gefunden, wo im Allgemeinen viele Austauschstudenten wohnen, aber habe mich entschieden, mit Chilenen zusammen zu wohnen, um die Sprache und die Kultur besser kennenzulernen. 

Universität

Die Universität Adolfo Ibáñez ist anders als die UZH, und man muss sich erst ein wenig daran gewöhnen. Der Campus ist sehr klein und modern und die Klassengrössen sind sehr viel kleiner. Anstelle von einer grossen Prüfung Ende Semester hat man durchgehend kleinere Aufsätze oder Arbeiten abzugeben. Ich habe sowohl spezielle Kurse für Austauschstudenten als auch normale Vorlesungen besucht und kann beides empfehlen. Die Uni ist gut organisiert und man kann sich immer an die Verantwortlichen der Austauschschüler wenden, falls ein Problem auftritt.

Zu den Kursen: Die Kurse, die ich besucht habe, waren Latin America on Film, Socialism, Capitalism and Communism in South America, Historia del Pensamiento Economico und Marketing II. Die ersten zwei waren auf Englisch, die letzten zwei auf Spanisch. Ich kann alle Kurse empfehlen, wobei Marketing II viele Gruppenarbeiten beinhaltet hat, welche je nach Konstellation der Gruppe einfacher oder schwieriger zu schreiben sein können.  Historia del Pensamiento Economico war mein Lieblingsfach, jedoch relativ aufwendig. Man musste jede Woche einen Text lesen und Fragen dazu beantworten und abgeben, welche benotet wurden und dann zusammen 40% der Note ergaben. Ich fand das Fach jedoch sehr gut strukturiert, fair benotet und den Professor (Felipe Abbott Boehme) ausgesprochen kompetent. Socialism, Capitalism and Communism in South America ging wochenweise auf verschiedene Regionen in Südamerika und deren Geschichte im politischen Kontext ein, was mir gefallen hat. Obwohl der Unterricht nicht sehr strukturiert war, habe ich viel über Südamerika und die Geschichte des Kontinents gelernt. Der Professor (Manuel Casanuevas) ist sehr jung und engagiert und gibt sich Mühe, den Studenten auch über den Unterricht hinaus in Form von Ausflügen Chile näher zu bringen. Die Benotung erfolgt über Questionnairs, Aufsätze und Vorträge. Im letzten Fach, Latin America on Film, schaut man Filme und bespricht diese nachher in der Gruppe. Die Benotung erfolgt über zwei Vorträge und vier Essays zu den Filmen und ist sehr fair. Der Professor legt Wert auf Selbstreflektion und Diskussionen. Dieser Kurs sowohl als auch Socialism, Capitalism and Communism in South America werden hauptsächlich von Austauschstudenten besucht, da sie zu den speziell designten Kursen gehören.

Das Sportangebot der UAI ist gross, und man kann neben dem gut ausgerüsteten Fitnessstudio unterschiedliche Kurse wie Crossfit oder Salsa besuchen. Ich habe einige Tanzkurse besucht und kann sie nur weiterempfehlen. Man muss sich für die jeweiligen Kurse am Abend vorher anmelden, und da die chilenischen Studenten Sport an der Uni machen müssen, sind viele Kurse relativ schnell ausgebucht. In der Regel kann man diese als Austauschstudent aber trotzdem noch besuchen, da man ja keine Credits dafür bekommt.

Zusätzlich organisieren einige chilenische Studenten Konversationsclubs, wo man sich in einem Café in Viña trifft, um Spanisch miteinander zu reden. Das bietet neben dem Spanisch eine gute Möglichkeit, chilenische Studenten und weitere Austauschstudenten kennenzulernen.

Leben/Freizeit

Viña del Mar und das angrenzende Valparaiso haben sehr viel zu bieten, es kann einem nur schwer langweilig werden. Es gibt viele Sportangebote, kulturelle Veranstaltungen und ein reges Nachtleben.  Ausserdem ist Viña ist ein guter Ausgangspunkt, um in andere Teile Chiles oder andere Länder zu reisen, was viele Austauschschüler ausnutzen, um Südamerika besser kennen zu lernen. 

Die Dünen nahe Concon gehören zu meinen Lieblingsorten und sind ein guter Ort, um ein Picknick zu machen. In Concon findet man auch einen guten Anfängerstrand, La Boca, um surfen zu lernen. Pablo Nerudas Haus in Valparaiso ist spannend und die Fahrt über die Hügel gibt einem ein gutes Bild der verschiedenen Quartiere der Stadt und einen guten Ausblick auf die farbigen Häuser. Am Mittwochabend ist das Kino jeweils sehr günstig (um die fünf Franken), und auf der Plaza Viña gibt es das Independentkino Cine Arte, das viele südamerikanische Filme auf Spanisch zeigt.

Zu der Esskultur: Es gibt sehr viele Sushirestaurants, die nicht teuer und gut sind (das Sushi ist allerdings stark abgewandelt mit Avocado und Käse), und wo man gut als Gruppe zu Abend essen kann. Mein Lieblingsrestaurant war Mori Sushi an der Ecke Libertad/2 Norte. Allgemein kann man gut und billig auswärts essen gehen, und man findet viele ausländische Restaurants mit Pizza und Burgern. Falls man typisch chilenisch Essen möchte, kann man ins La Flor de Chile in 8 Norte gehen, das immer voll mit Einheimischen ist. Viele Bars bereiten die typischen chilenischen Drinks wie Terremoto oder Pisco Sour zu und sind über die ganze Stadt verteilt, häufen sich aber in der Hauptstrasse Calle Valparaiso im Zentrum, und in Valparaiso selber.