Erfahrungsberichte

zur Übersicht

Wer

sara.antunes[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

13/14 SS

Universität

AU-
Sydney - Macquarie University

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Ein Austauschsemester ist das Beste was ihr während eures Studiums machen könnt! Nehmt euch die Zeit für die Bewerbung, sucht euch eure Lieblingsstadt aus und lasst euch auf ein Semester voller neuer Erfahrungen und neuen Leuten ein! Ich habe Freundschaften mit Leuten aus vielen verschiedenen Ländern geschlossen, bin viel gereist, habe das Leben trotz der Uni geniessen können und bin definitiv selbstsicherer geworden! Sydney als Ort für euer Austauschsemester kann ich natürlich nur empfehlen! Die Stadt und das Land bieten für jeden was und die vielen Reisedestinationen sind einfach ein Plus. Australien ist riesig – besucht Grossstädte wie Melbourne, Sydney oder Perth, erlebt die Wüste und rote Landschaften im Outback in Central Australia, geniesst die Natur in den vielen National Parks, entspannt am Meer und an den Stränden und geniesst all die abwechslungsreichen Möglichkeiten, die Australien euch bietet! Ausserdem sind die Australier sehr warmherzige und offene Leute, was die ganze Erfahrung noch mehr bereichert.

Vorbereitung

Das Planen eines Austauschsemesters nimmt einige Zeit in Anspruch und deshalb rate ich allen, sich früh genug darüber Gedanken zu machen. Die Deadline für die Bewerbung ist üblicherweise im Januar für das nächste Herbst- oder Frühjahrssemester. Ich habe mich im Januar 2013 beworben und bin im Frühjahr 2014 in den Austausch, also ein Jahr später. Für internationale Partnerabkommen müsst ihr ausserdem für jede einzelne Universität ein Motivationsschreiben verfassen und ein Empfehlungsschreiben von einem Dozenten einholen, was einige Zeit in Anspruch nimmt. Ausserdem ist es wichtig, dass ihr das Englischzertifikat TOEFL habt, um euch bewerben zu können. Denkt also auch daran, euch früh genug dafür anzumelden. Ein Austauschsemester beinhaltet viel Organisatorisches, aber es lohnt sich absolut, nehmt euch also diese Zeit!! :)

Ankunft

Wenn ihr euch für die Macquarie University Village accommodation entscheidet, dann werdet ihr am Flughafen Sydney abgeholt und entsprechend eingeführt. In den ersten paar Tagen kann es sein, dass ihr euch ein bisschen allein fühlt. Als ich Mitte Februar vor der Eventwoche in der MUV ankam, waren noch fast keine Leute da und alles sah so verlassen aus. Einfach entspannen und sich auf die Eventwoche in der Village freuen! Ganz schnell lernt man jeden Tag bei jedem Ausflug sehr viele Leute kennen und man gewöhnt sich immer mehr an das Leben auf dem Campus. Deshalb die ersten paar Tage nicht verzweifeln, wenn ihr früh ankommt, ihr werdet sehr schnell sehr viele Leute treffen! :)

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe mich für ein Zimmer in der Macquarie University Village (MUV) entschieden (on campus Accommodation). Der Vorteil ist, dass man sich lediglich online http://www.macquarieuv.com.au/ bewerben muss und sonst alles organisiert wird, was das Ganze sehr erleichtert. Die MUV liegt ca. 5 Gehminuten vom Fitnesscenter der Uni und ca. 10-15 Gehminuten von den Vorlesungsgebäuden entfernt. Es gibt zwei verschiedene Appartment-Typen in der Village. Ein Zimmer in der sogenannten „East-Side“ ist ein bisschen günstiger dafür aber auch nicht so modern. Diese Seite ist eher als die Party-Seite bekannt. Ich würde sagen, dass generell das Durchschnittsalter in der East-Seite tiefer ist, da ich sehr viele 18-19 jährige dort getroffen habe. Die „West-Seite“ ist ein bisschen teurer (ca. 270 Dollar pro Woche), dafür sind die Häuser moderner und die Küche und Zimmer mit weissen Möbeln definitiv schöner. Die West-Seite ist eher die ruhigere Seite, wobei es im Allgemeinen natürlich von den Mitbewohnern und Nachbarn abhängt wie ruhig und sozial es ist. Auch in der Westseite kann es natürlich manchmal laut werden und auch da gibt es sehr viele Partys! Wenn es für euch also nicht auf den Preisunterschied draufankommt, dann würde ich definitiv ein West-Zimmer empfehlen. Leider ist Waschen und Internetzugang nicht im Zimmerpreis inkludiert - Waschen kostet 4 Dollar pro Waschgang und Internet je nach Package 30-40 Dollar pro Monat. Ausserdem muss man Bettwäsche, Küchenutensilien, Geschirr, Heizer im Winter usw. selber mitnehmen oder hier kaufen.

In der MUV zu leben, hat Vor- und Nachteile. Ich finde es super, dass man sehr einfach sehr viele Leute kennenlernt. In der Woche vor Unibeginn organisiert die MUV verschiedene Events und Ausflüge, ich empfehle auf jeden Fall, diese Events zu besuchen. Im Allgemeinen liegt der grosse Vorteil in der MUV zu wohnen darin, dass es sehr sozial ist. Man wohnt mit 4 anderen Studenten zusammen, hat immer Leute um sich und kann sich spontan mit Freunden, die auch in der MUV wohnen, treffen. Da ich viele Freundschaften in der MUV geschlossen habe, war es eine gute Erfahrung für mich, on campus zu leben.

Dennoch gibt es viele Gründe, sich für eine private Unterkunft zu entscheiden: Die MUV ist definitiv sehr teuer. Ein privates Zimmer in der Umgebung der Uni kommt sehr viel günstiger und vielmals sind auch Sachen wie Waschen und Internet inklusive. Nähe der Uni gibt es die Möglichkeit, sich für eine andere Uni-Accommodation zu bewerben oder privat über ein Online-Portal ein Zimmer zu suchen. Eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten findet ihr hier: http://www.students.mq.edu.au/support/accommodation/home/. Ein grosser Nachteil der Uni ist es, dass sie recht weit vom City-Center entfernt ist. Mit dem Bus ist man in ca. 45 Minuten in der Stadt (Bus-Stop ist bei der MUV) und mit dem Zug in ca. 30 Minuten wobei man zuerst noch zur Train-Station laufen muss, was ca. 15-20 zu Fuss von der MUV dauert. Deshalb hätte ich es wirklich toll gefunden, wenn ich ein Zimmer in der Stadt gehabt hätte. Der Preis eines Zimmers in der Stadt wird natürlich ein bisschen höher sein, dafür ist es richtig toll, wenn man spontan mal für einen Drink in die Stadt gehen kann ohne sich überlegen zu müssen, um welche Zeit man einen Bus oder Zug nach Hause hat. Das Einzige ist, dass man genug Zeit für die Zimmersuche planen sollte. Ein Zimmer im Vornherein zu finden ist sehr schwierig, ich würde deshalb raten früh zu kommen und sich die ersten paar Tage Zeit für Wohnungsbesichtigungen zu nehmen. Ob das für euch in Frage kommt, kommt wirklich darauf an, wie viel Zeit ihr in die Zimmersuche investieren wollt und wie euer Studenplan aussieht. Wenn ihr jeden Tag Vorlesungen habt, wird es wahrscheinlich einfacher sein, nahe der Uni zu wohnen; wenn ihr aber nur wenige Tage pro Woche an die Uni müsst, kann es sich wirklich lohnen, ein Zimmer in der Stadt zu mieten! 

Universität

Die Macquarie University ist eine moderne Universität, welche dieses Jahr ihr 50jähriges Jubiläum gefeiert hat, in North Ryde / Marsfield im Norden von Sydney. Der Campus mit grosser grüner Wiese und eigenem Teich ist sehr gross und lädt auch zum Spazieren und Entspannen ein. Die Uni ist sehr gut organisiert und speziell für euch als Austauschstudierende ist es wichtig, dass ihr den „Orientation Day“- Event in der Woche vor Vorlesungsbeginn besucht. Da werden euch Informationen rund ums Einschreiben in die verschiedenen Module, Wechseln der Kurse usw. gegeben. Auch werdet ihr da viele andere gleichgesinnte Studenten kennenlernen. Ausserdem organisiert die Uni in derselben Woche vor Vorlesungsbeginn verschiedene Events wie Lunches, Tagesauflüge, Movie Nights usw. welche super sind, um Freundschaften zu schliessen! Ich habe viele meiner Freunde an solchen Anlässen kennengelernt. Ausserdem ist das Surf Camp auch eine super Sache, das kann ich sehr empfehlen! Die Uni schickt euch vor Beginn eures Aufenthaltes einige Informationen per Mail bei der auch die Anmeldung fürs Surf Camp dabei ist.

Das Uni-System ist ein bisschen anders verglichen mit der Uni Zürich. Ich habe an der MQ Uni drei Module der Masterstufe à je 4 MQ credit points besucht. 4 MQ credit points entsprechen 10 ECTS points. Ich würde empfehlen, auf Masterstufe nur drei Module zu besuchen, was auch das Minimum als Exchange Student ist. Da man sehr viele Arbeiten und „Assignments“ während dem Semester machen und abgeben muss, ist man mit 12 MQ credit points genügend beschäftigt. Auf Bachelorstufe ist jedes Modul generell 3 MQ credit points wert, weshalb man meistens vier Module als Vollzeitstudent besuchen muss. Ich habe im Bereich VWL die Unit „International Trade“ besucht und bin der Meinung, dass das Niveau dieser Mastervorlesung sehr viel tiefer ist verglichen mit UZH-Mastermodulen, speziell wenn man bedenkt, dass ein Modul an der MQ 10 ECTS Punkten entspricht. Weiter habe ich zwei Module in Statistik besucht, „Statistical Graphics“ und „Data Mining“. Statistical Graphics war auch eher eine einfache Vorlesung, obwohl man während dem Semester dennoch Zeit für alle Assignments investieren muss. Data Mining war ein sehr interessantes Fach, welches aber verglichen mit den anderen am aufwändigsten war (individual assignment, group assignment, wöchentliche Aufgaben, Prüfung). Die Prüfungsphase ist dann dafür nicht so stressig, weil die Prüfungen meistens 40-50 % der Note ausmachen und einige Units auch einfach nur ein „Take-Home Exam“ beinhalten. Ich hatte schlussendlich nur zwei schriftliche Prüfungen.

Im Allgemeinen hat mir die Uni sehr gefallen und ich habe das Studentenleben auf dem Campus genossen! Im Vergleich zur UTS beispielsweise, welche nur ein Gebäude inmitten von Sydney ist, erfährt man an der MQ Uni vielmehr, was das Studentenleben ist und kann auch mal auf der Wiese mit Freunden entspannen, Mittagessen oder ins Fitnesscenter auf dem Campus gehen. Ausserdem bietet das Uni-Fitnesscenter viele verschiedene Freizeitbeschäftigungen. Ich habe mich beispielsweise für einen Tenniskurs für Anfänger angemeldet (eine Stunde einmal die Woche). Informiert euch in der ersten Woche über all die Kurse & Anmeldungsfristen; es ist sicherlich etwas dabei, was euch gefällt!

Leben/Freizeit

Sydney bietet für alle unendlich viele Möglichkeiten! City-Typen werden die Stadt lieben: Shoppen, durch die Strassen spazieren, „käffele“ mit Aussicht auf Sydney Harbour und vieles mehr. Speziell gefällt es mir sehr, dass man neben dem stressigen und überfüllten Citycenter auch viele grüne und ruhige Orte mit schöner Aussicht findet. Deshalb ist auch vieles für Naturtypen dabei: Ein Ausflug in die Blue Mountains, eine Wanderung in Sydney von Spit Bridge to Manly (sehr zu empfehlen mit super Aussichten!) oder ein Nachmittag im Zoo. Und nicht zu vergessen natürlich all die vielen tollen Stränden in und um Sydney für alle Strandtypen! J Euch wird definitiv nicht langweilig in Sydney!