Erfahrungsberichte

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Wer

tabea-kunz[at]gmx.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

13/14 WS + SS

Universität

CN-
Hong Kong - University of Hong Kong

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

Einmal Hong Kong immer Hong Kong. Ich wurde früh gewarnt, dass in Hong Kong viele hängen bleiben oder immer wieder zurück kehren. 

 Bereits nach drei Wochen habe ich mein Fachabkommen von einem auf zwei Semester verlängert, da es mir von Anfang an so gut gefallen hat. Es war mir dabei egal, mein Studium ein halbes Jahr später abzuschliessen. Die Vorteile überwiegten: Ein halbes Jahr mehr Hong Kong, die chinesische Sprache noch besser zu erlernen und mehr Fächer zu besuchen.

Und doch, meine lokalen Freunde haben mir immer wieder eingeschärft und aufgezeigt: Hong Kong ist nicht China. Das wird einem nach 3 bzw. 6 Monaten, insbesondere nach diversen Reisen nach Mainland China, mehr als klar. 

Vorbereitung

Die Vorbereitungen würde ich als langwierig aber lohnenswert bezeichnen. Viele Dokumente wie Motivationsschreiben, übersetzter Leistungsnachweis, Visa, Accomodation Application etc. müssen im Voraus eingereicht werden. Und das während der Prüfungssession in Zürich. 

Wie gesagt vergisst man diesen Effort im Nachhinein, bzw. das Positive überwiegt im Nachhinein klar.  

Die HKU ist zwar im Grossen und Ganzen gut organisiert, doch muss man sich ab und zu gedulden, bis man die gewünschte Information auf der Homepage findet. Eine entsprechende Auskunft per eMail ist aber meist schnell eingeholt. Die HKU hat sehr viel Personal!!

Ankunft

Ich bin extra für den Info Tag der HKU angereist. Den hätte man sich auch sparen können. Die HKU gibt wichtige Informationen per Mappe ab, die in der Global Lounge abgeholt werden kann. Da stehen alle Zugangsdaten und Infos drin. Auch wichtige Daten und Abläufe findet man da kompakt und effizient erklärt.

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe ein halbes Jahr in den Student Flats und ein halbes Jahr in einer Hall gewohnt (Starr Hall). Beides hat Vor- und Nachteile, sodass man je nach Vorliebe entscheiden sollte. Wer mehr Freiheit will, aber Sauberkeit und Nähe zum Campus einbüssen will, sollte eine Hall wählen. Ein Einzelzimmer hatte ich nicht. Wer dies bevorzugt soll sich am besten für die Residential Colleges bewerben. 

Umbedingt genug früh bewerben. Wenn nötig den Wecker stellen für die genaue Submission Time der Anmeldung für Accomodation. Es lohnt sich. Wohnen ausserhalb der subventionierten Gelegenheiten ist in Hong Kong enorm teuer.  

Universität

Die Hong Kong University ist eine sehr angesehene Universität in Asien. Obwohl sie in letzter Zeit im Ranking mehrere Plätze eingebüsst hat, ist es eine gute Uni mit einem guten Ruf. 

Wie gesagt beschäftigt die HKU sehr viel Personal und ist dementsprechend aufwändig geführt und bietet viel Services an. Ab und zu fehlt es an Effizienz, aber damit muss man sich in ganz Hong Kong abfinden.

Für alles gibt es eine Anlaufstelle. Hat man die richtige einmal gefunden, wird einem meist gerne geholfen oder man bemüht sich  die richtige Stelle ausfindig zu machen. 

Von den Vorlesungen war ich persönlich (aber auch viele andere Mitstudenten) etwas enttäuscht. Einige Professoren waren sehr gut im Dozieren und haben viel Wissen vermittelt. Viele lokale Professoren waren allerdings schwierig zu verstehen und haben die Vorlesungen allzu frontal und geradlinig gehalten.

Man kann aber in den ersten zwei Wochen noch wechseln, wenn man ein Fach doch nicht besuchen will. Daher kann man sich den Stil des Dozenten und die Anforderungen im Hinblick auf die Prüfung erst einmal anhören und danach entscheiden.  

Leben/Freizeit

Hong Kong hat sehr viel zu bieten an Kultur, Essen, Ausflüge, Nähe zu anderen Reiseländer etc. Diverse Blogs und Reiseführer helfen einem da weiter. 

Was ich auf jeden Fall empfehlen würde, ist, sich nicht nur mit anderen Austauschstudenten abzugeben, sondern sich mit Locals anzufreunden. Nur durch diese hab ich Chinesisch Neujahr bei Einheimischen zu Hause feiern können, hab ich von den Ängsten im Hinblick auf die definitive Eingliederung Hong Kongs zu China im Jahre 2047 aber auch mehr über das Gefälle zwischen Arm und Reich erfahren. Auch diverse Museen geben Einblick in die Vergangenheit und Kolonialisierung Hong Kong's, mit der man sich auch als blosser Ausstauschstudent unbedingt konfrontieren lassen sollte. 

Man kann sehr gut leben im hipen Stadtteil Soho. Hong Kong hört aber nicht auf am Harbour von Hong Kong Island. Die New Territorries zeigen ein anderes aber ebenso faszinierendes Bild von dieser Stadt. Man hat HK nie ganz erkundet. So viele Strände, Fahrradwege, Wanderwege etc. - man hat HK nie ganz gesehen.  Man vergisst auch immer wieder gerne, dass 90% von HK Grünfläche ist. Go and explore.