Erfahrungsberichte

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Wer

claudia.cherubini[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

14/15 WS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Psychologie (7200)

Gesamteindruck

Mein Erasmus Semester war für mich eine grosse Bereicherung! Berlin ist eine tolle Stadt, die viele Möglichkeiten eröffnet. Nicht nur im akademischen sondern auch im kulturellen Bereich konnte ich mich entfalten. Da ich Kunstgeschichte an der UZH als Nebenfach verfolge, war es um so spannender an der FU Berlin ein Semester lang nur Kunstgeschichte zu studieren. So konnte ich mich voll und ganz auf ein Bereich konzentrieren. In Berlin ist die Kunstszene überaus vertreten und an jeder Ecke spürt man das auch, mit den unzähligen Galerien, Museen und künstlerischen Graffitis.

Ich habe auch unglaublich viele neue spannende Leute kennen gelernt mit denen ich viel Spass hatte und neue Erfahrungen teilen konnte.

Ich empfehle jedem einen Austausch zu machen!

Vorbereitung

Ich habe schon im November 2013 angefangen mein Auslandssemester für das Herbstsemester 14/15 zu organisieren. Ich wusste, dass ich mein Hauptfach Psychologie schon im Frühjahrssemester 2014 abgeschlossen hätte. Mein Nebenfach Kunstgeschichte jedoch hätte ich noch ein Semester weiterführen sollen. Das war meine Chance noch ein Austausch-Semester im Bachelor einzuquetschen. Ich war der festen Überzeugung nach Rom für Kunstgeschichte gehen zu wollen und habe mich auch dafür Beworben. Im Januar 2014 wurde mir mitgeteilt, dass alle Plätze für Rom schon belegt seien. Ich musste also meine Entscheidung revidieren und an der Freien Universität Berlin war noch ein Platz frei. Bevor ich also gar kein Austausch mache - dachte ich - ist mir auch Berlin recht. ZUM GLÜCK. Ich kannte Berlin schon gut, da ich schon ein Jahr zu vor ein Monat in Berlin gelebt hatte und Berlin hatte mir auch auf anhieb gefallen. 

Die ganzen bürokratischen Prozeduren mussten jetzt erledigt werden, um einen reibungslosen Aufenthalt in Berlin zu haben. Doch schon im Februar hiess es plötzlich Erasmus gibt es in der Schweiz nicht mehr!. Schon fing der Stress kurz an, dass mein ganzer Austausch ins Wasser fallen konnte. Zum Glück wurde im März ein neues Programm das Swiss-European-Mobility-Programme auf die Beine gestellt und die Austauschverträge an den verschiedenen Unis mit der UZH erneuert. Lange Rede kurzer Sinn ich konnte mit den bürokratischen Angelegenheiten weitermachen: das Aussuchen von Lehrveranstaltungen im Vorlesungsverzeichnis der FU Berlin, ein Learning Agreement wurde dann mit der Fachkoordinatorin aufgestellt und andere Formulare ausgefüllt. Man sollte am besten keine Angst vor Papierkram haben--es gibt nämlich sehr viel davon! 

Ankunft

Die FU Berlin hatte für alle Austauschstudenten eine Orientierungswoche organisiert, bei der die wichtigsten Sachen erklärt wurden. Diese war sehr hilfreich und schnell konnte man auch andere Austauschstudenten kennen lernen.

Wir mussten ca. 250 Euro für das Semesterticket noch zahlen, um so ein Semester lang die öffentlichen Transportmittel benützen zu können.

Innerhalb des ersten Monats musste ich bei der Meldebehörde mich als in Berlin wohnhaft eintragen. Um Wartezeiten zu umgehen, empfehle ich jedem einen Termin zu vereinbaren. Weiter eröffnete ich ein Studenten Bankkonto an der Deutschen Bank. Meine Handy-Nummer in der Schweiz hatte ich bereits deaktiviert und wechselte in Berlin zum Anbieter: Aldi-Talk. Sehr empfehlenswert, da es sehr günstig und praktisch ist!

Zimmersuche
Wohnen

Die Wohnungssuche lief bei mir ziemlich glatt. Nachdem ich mich bei wg-gesucht.de und anderen Portalen rumgeschlagen hatte, entschied ich mich kurzer Hand die guten Seiten von Facebook auszunützen und eine Message auf meine Wall zu posten. Ziemlich schnell kannten Freunden von Freunden jemanden, der in Berlin wohnhaft war und der ein Zimmer frei hatte. Ich wohnte nun in Mitte an einer super guten Lage:) 

Universität

Die FU befindet sich in Dahlem-Dorf was für mich ein gutes Stück U-Bahnfahrt (45 min-1h) von Mitte aus bedeutete. Deshalb habe ich meine Kurse so gewählt, dass ich möglichst viele Kurse an einem Tag besuchen konnte. Das tolle an den Universitäten in Berlin ist, dass man auch Kurse an einer anderen Uni besuchen kann, auch wenn man nicht in der eingeschrieben ist. Somit besuchte ich drei weitere Kurse an der Humboldt Universität. Man muss dafür zu Beginn des Semester an der HU ein Nebenhörer-Formular ausfüllen und so kann man sich für die Kurse einschreiben. An der HU belegte ich dazu ein Akt-Zeichnungskurs, was ein super Ausgleich zu der vielen Theorie an der Uni war. An der FU besuchte ich des Weiteren ein Seminar an der Gemäldegalerie, also ein Kurs vor den Originalen. Das war natürlich sehr interessant und ein perfektes Ambiente um Kunstgeschichte zu studieren. 

Ich war sehr zufrieden mit den verschiedenen Kursen, welche ich belegt habe. Es war sehr abwechslungsreich und die Dozenten waren alle sehr kompetent. Das einzige was ich an einigen Seminaren bemängeln würde, war dass die meisten nur aus Vorträgen von Studenten bestanden. Das ist natürlich Geschmacksache, aber die Seminaren in denen man alle zusammen über Texte diskutieren konnte, fand ich spannender.

Leben/Freizeit

 Für Studenten ist Berlin perfekt. Mit all den Studenten-Vergünstigungen war es mir möglich auch öfters ins Theater, Ballett oder in die Oper zu gehen.

Berlin hat auch unglaublich viele Museen und Galerien. Ich habe mir deshalb eine Jahreskarte (einmaliger Betrag von 25 Euro für permanente Ausstellungen oder 50 Euro für alle Ausstellungen) gekauft und so konnte ich jederzeit in ein Museum reinspazieren ohne an Schlangen anzustehen und kam so auch günstiger. 

Weiter war ich wöchentlich im Yoga (zu empfehlen: Spirit Yoga und Jivamukti). Weiter gibt es von der FU viele Sportangebote. Für diese muss man sich aber Semesterweise anmelden. 

Ich habe sehr viele interessante, lustige und nette Leute in Berlin kennengelernt. Berliner sind sehr direkte Menschen und ab und zu auch ein wenig schroff (da muss man sich halt daran gewöhnen;)). Doch man kann auch sehr schnell Freundschaften schliessen. Berlin ist aber so international, dass man Leute aus aller Welt kennen lernen kann. 

Ich empfehle jedem einen Austausch während des Studiums zu machen! Und wenn möglich über zwei Semestern! Weil die Zeit geht so schnell um und schon bald ist man auf dem Nach-Hause-Weg und man vermisst Berlin!